Weiterlesen: Junge FreiheitDer deutsche Patient
Von Michael Paulwitz
Das kaltschnäuzige Desinteresse des offiziellen Deutschland am Schicksal von Millionen Deutschen, die alliierten Kriegs- und Nachkriegsverbrechen zum Opfer gefallen sind, betrachten die Regierungen der Siegermächte und Vertreiberstaaten längst als geistigen Tribut, der ihnen wie selbstverständlich zusteht.
Rechtlich denkende Einzelpersonen aus den Reihen der ehemaligen Kriegsgegner erfüllen solche nationalneurotischen Verhaltensauffälligkeiten dagegen zunehmend mit Unbehagen – mit der merkwürdigen Konsequenz, daß Impulse zur ehrlichen Aufarbeitung alliierter Kriegs- und Vertreibungsverbrechen inzwischen vor allem aus dem Ausland kommen.
Der ehemalige amerikanische Offizier Merrit Drucker, der im vergangenen Jahr die mörderische Behandlung deutscher Kriegsgefangener durch die US-Armee in den Rheinwiesenlagern auf die Tagesordnung setzen wollte, ist die jüngste dieser ausländischen Stimmen. Junge Tschechen oder Polen, die nach den früheren Bewohnern des Landes fragen, in dem sie leben, und dabei auf die lange verschwiegenen dunklen Flecken der eigenen Kriegs- und Nachkriegsgeschichte stoßen, finden auf deutscher Seite außerhalb der Vertriebenenverbände praktisch keinen Ansprechpartner.
Deutsche Politiker glänzen durch brüskierende Abwesenheit
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