Weiterlesen...Duisburg: EKD setzt DiaLüg mit Moslems fort
Posted By PI On 23. Juni 2012 @ 19:10 In DiaLÜG,Evangelische Kirche,Islam | 4 Comments
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Zeitungsberichten zufolge riss vor vier Jahren der “interreligiöse Dialog” zwischen evangelischer Kirche und dem Islam ab! Folgerichtig musste er nun medienwirksam in der Ditib-Moschee von Duisburg-Marxloh wieder aufgenommen werden. Indes: Auf der EKD-Webseite [2] “Christlich-muslimischer Dialog”, merkt man nicht viel von einem Abriss. Auch auf dem Kirchentag 2011 war der Islam stets gern gesehener Gast.
Beispielsweise fachsimpelte dort Aiman Mazyek:“Wir müssen uns fragen”, erklärte Mazyek, “welchen Stellenwert Religion in unserer Gesellschaft hat und wie wir mit der multireligiösen Gesellschaft umgehen, die wir nun einmal haben. Reicht das, was die Verfassung an Grundwerten bietet, dafür aus?”Wahrscheinlich ist die Verfassung aus Sicht des Zentralratsvorsitzenden der Moslems erst perfekt, wenn ein Scharia-Vorbehalt in der Präambel steht. Das Portal Islam.de [3] hatte jedenfalls am besagten evangelischen Kirchentag nichts zu meckern und zitiert die SZ:
Die Süddeutsche Zeitung (SZ) stellt fest, dass diesmal die “Wutbürger und Islamkritiker weitesgehen schwiegen. Vor vier Jahren noch fetzten sich in Köln der damalige Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche, Wolfgang Huber, und muslimische Verbandsvertreter – und das Publikum bejubelte jeden islamkritischen Satz. “Da hat die Sarrazin-Debatte paradoxerweise Gutes bewirkt”, sagt Aiman Mazyek gegenüber der SZ – “gerade die Intellektuellen diskutieren jetzt differenzierter.” gegenüber den letzen Kirchentage.Das war 2011 alles ganz anders. Die meisten dürften sich auch noch an den Kirchentags-Publikumsmagneten Taliban-Beten [4] mit Margot Käßmann erinnern. Auch der exkommunizierte Katholik Christian Wulff durfte dort (noch als Bundespräsident) ausgiebig sein “Islam gehört zu Deutschland [5]” bewerben. Kurzum: Das Hauptthema war Islam. Umso erstaunlicher ist es, was jetzt für ein Aufwand betrieben wird, um EKD und Islam in enger Umschlungenheit zu präsentieren. Die Rheinische Post [6] schreibt, dass der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider im Dezember die Vertreter des “Koordinierungsrates der Muslime” zum (halal?) Essen zu sich nach Hause eingeladen hat.
Nun durfte Schneider seinerseits einer Einladung in die Ditib-Moschee von Duisburg-Marxloh folgen:In der Moschee im Duisburger Stadtteil Marxloh traf sich eine Dreizehnerrunde aus Koordinationsrat und EKD; anderthalb Stunden wurde über das zukünftige Verhältnis beraten. Die Beziehungen waren getrübt, seit die EKD 2006 ihren Gemeinden die Schrift “Klarheit und gute Nachbarschaft” an die Hand gegeben hatte, die wegen ihrer deutlichen Abgrenzung zum Islam von muslimischen Verbänden als Affront und verkappter Missionierungsversuch kritisiert worden war. Worte von einer “großangelegten Moscheebau-Initiative” (EKD-Ratschef Wolfgang Huber 2007) und die Forderung seines Nachfolgers Schneider 2011, der Islam müsse über eine eigene Aufklärung nachdenken, hatten für weitere Irritationen gesorgt.Dieses Gespräch sei laut Schneider “sehr fruchtbar”, “in herzlicher Atmosphäre” und “auf Augenhöhe” erfolgt. Man habe auch die “kitzlige Frage” der Salafisten angesprochen:
“Wir haben uns dafür bedankt, dass der Koordinationsrat so deutlich öffentlich Stellung bezogen hat gegen die Übergriffe”, sagte Schneider.Na prima, dass endlich jemand dem Koordinierungsrat eine Stellungnahme abgerungen hat. Aber wie sieht sie aus?
“Es bestand völlige Einigkeit darin, dass Empörung nicht durch Gewalt geäußert werden kann und dass Religion nicht für andere Zwecke missbraucht werden soll.” Wenn durch die Salafisten etwa eine Koranverteilung benutzt werde, um “etwas Anderes” zu erreichen, dann finde das auch der Koordinationsrat “nicht lustig”. Er habe dem nichts hinzuzufügen, sagte Kizilkaya.Nichts Neues also. Die Empörung über den westlichen Lebensstil darf munter weiter gehen, mitten in Deutschland. Wer Religion mit Kunst aufs Korn nimmt, Religionskritik übt, Ideologien aufdeckt, die Scharia bekämpft, darf also weiter mit der Empörung lauter zugewanderter Scharia-Fans rechnen. Das einzige, was den Koordinierungsrat der Moslems wirklich stört, ist die salafistische Konkurrenz, die ihnen die Jugend abzieht und für negative Publicity sorgt.
Und die EKD? Die evangelischen Pfarrer kommen anscheinend noch nicht einmal ihrer Pflicht zur Seelsorge gegenüber taufwilligen Moslems [7] nach. Ihre Mitglieder pflegen beste Kontakte zu Mili Görüs [8]. Man ist bei Grundsteinlegungen [9] von Islamisten-Moscheen dabei. In der Osterzeit 2011 trat Mili Görüs in Sindelfingen in der ev. Versöhnungskirche [10] auf, um für ein Moscheebauprojekt zu werben. Und selbst für Handlangerdienste gegenüber Salafisten [11] war sich eine ev. Kirche in Frankfurt nicht zu schade. Aber jetzt erwarten sie eine Distanzierung von den Islamverbänden! Wer soll denn die evangelische Kirche noch ernst nehmen? Kritik kann man von den Protestanten in Zukunft wohl kaum noch erwarten:Möglich sei etwa, über Kitas in gemeinsamer Trägerschaft nachzudenken, sagte Schneider.Mazyek und Konsorten diktieren den Dialüg. Dabei wäre die evangelische Kirche prädestiniert, Islamkritik auf theologisch hochwertigem Niveau zu betreiben. Kritik an theologischen Deutungen, Kritik an Quellen und Kritik an religiösen Obrigkeiten war einst ihr Markenzeichen. So wie es jetzt ist, ist die evangelische Kirche ganz einfach überflüssig.
Mazyek ergänzte, geplant sei ein gemeinsamer Leitfaden für Muslime und Christen: “Es besteht Bedarf an einem Knigge: Was muss ich beachten, wenn ich in die Kirche oder in die Moschee komme?”
Kontakt:
» Kirchenleitende evangelische Gremien gremien@ekd.de [12]
Links:
» Pressemitteilung [13] zur Internet-Islamberatung der EKD vom 2. Juni 2006
» Dialüg der Ev. Kirche im Rheinland [14] “Abraham und der Glaube an den einen Gott”
» Christen und Moslems “erleben gemeinsam Luther [15]”
» Über die Tendenz zur Infantilisierung [16] im Protestantismus




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