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E-Bikes haben ein Problem – um genau zu sein: ein brennendes Problem. Immer wieder gehen die Batterien der ökologisch korrekten Fortbewegungsmittel in Flammen auf. Grund zu dauerhafter Sorge oder nur ein Strohfeuer?
Es ist erst anderthalb Wochen her, da brannte ein Sportgeschäft in Winterthur. Am Ende stand ein Schaden von über einer Million Franken. Der Grund war schnell gefunden: ein brennender E-Bike-Akku.
Durchaus kein Einzelfall, wie ein Blick ins Netz zeigt. Nach der Benutzung brennende Akkus oder beim Laden explodierende Batterien – immer wieder finden sich Meldungen oder negative Erfahrungsberichte. Grund sind entweder ein Kurzschluss in den Zellen beziehungsweise eine Überladung oder Tiefentladung der Batterie. Doch wie kommt es dazu?
Andrea Vezzini von der Berner Fachhochschule erklärt es für den Laien so: «Bei einem Kurzschluss entlädt sich die im Akku gespeicherte Energie in sehr kurzer Zeit. Die Folge ist eine hohe Wärmeentwicklung. Die in der Batterie vorhandene Flüssigkeit erhitzt sich. Es kommt zum Druckanstieg und in der Folge zur Explosion.»
Dominic Isenschmid vom Schweizer E-Bike-Hersteller Stromer hatte nach eigener Aussage noch nie einen Akku-Brand. Dennoch glaubt er zu wissen, warum es in letzter Zeit immer häufiger brennt. «Sehr oft werden von den Herstellern Batterien benutzt, die gar nicht geeignet sind.» So würden bei einigen Rädern auch schon einmal Laptop-Akkus verbaut – eine gefährliche Angelegenheit, so Isenschmid.
Der grösste Unterschied zwischen einem Laptop- und einem E-Bike-Akku ist laut Batterie-Spezialist Vezzini die chemische Zusammensetzung der Externer LinkKatode. Während im Laptop meist Lithium-Ionen-Akkus zum Einsatz kommen, sind es bei den Fahrrädern eigentlich mehrheitlich Lithium-Mangan- und Lithium-Eisenphosphat-Akkus.
Vor- und Nachteile von Lithium-Ionen-Akkus
Lithium-Ionen-Akkus können höhere Energiemengen einlagern als vergleichbare Lithium-Akkus. Sie sind lange haltbar und habe eine geringe Selbstentladung. Im Falle eines Fehlers vernichtet sich die Batterie allerdings selbst. Grund dafür: Sobald eine Zelle in Brand gerät, greift das Feuer automatisch auf andere Zellen über. Experten sprechen dann von thermischer Vernichtung (thermal runaway).
Bei einem Unfall gehen echte Bike-Akkus nicht in Flammen auf.
Selbst wenn eine Zelle zerstört wird, greift der Brand nicht auf den Rest der Batterie über. Eigentlich dürften Bike-Akkus also gar nicht oder nur sehr selten brennen. Warum es sie es dennoch tun, hat für Vezzini zwei Gründe: der Preisdruck bei E-Bike-Herstellern zum einen und den Akku-Herstellern auf der anderen Seite.




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