http://sosheimat.wordpress.com/2012/...r-halitstrase/Ein Wunsch. Ismail Yozgat ist der Vater eines der zehn Opfer des Neonazi-Trios. Nun hat er einen Wunsch, der einigen Angst macht.
Halit Yozgat wurde als neuntes Mordopfer der Zwickauer Neonazis in der Holländischen Straße in Kassel erschossen. Dort wurde er 21 Jahre davor geboren. Nun wünscht sich sein Vater Ismail, dass die Straße nach Halit benannt wird – und löst damit eine hitzige Debatte in der 195.000-Einwohner-Stadt aus.
Dabei gibt es schon einige Straßen und Plätze, die nach Vornamen benannt sind. Da sind die Olga-, die Regina- und die Emilienstraße im Norden der Stadt, der Martins- und der Karlsplatz im Osten und die Adolfstraße im Süden. Alles traditionsreiche, mehr oder weniger rühmliche deutsche Namen. Soll nun bald eine Halitstraße dazukommen? Nach Halit, dem Ewigen, wie es ursprünglich im Arabischen heißt?
Ja, wenn es nach der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), geht. Sie hatte in einem Brief an Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) geschrieben: „Die Umbenennung der Straße wäre ein deutliches Zeichen des Gedenkens an Halit Yozgat als Bürger der Stadt Kassel.“
Die restlichen Bürger sind sich uneins. Schließlich ist die HolländischeStraße nicht irgendeine Straße in Kassel. Sie ist eine der zentralen Verkehrsadern, vierspurig, kilometerlang und gibt einem ganzen Stadtteil ihren Namen, der Nord-Holland genannt wird.
Als die Kasselaner 2011 die Hintergründe über die Ermordung Halits erfahren hätten, seien die Menschen sehr betroffen gewesen, sagt Monika Sprafke, SPD-Ortsvorsteherin des Bezirks Nord-Holland, in dem jeder dritte Bewohner ein Migrant ist. Man habe Kränze niedergelegt und Menschenketten gebildet, sagt Sprafke. „Leider kippt die Stimmung jetzt.“
Auf der Internetseite der Kasseler Lokalzeitung HNA gibt es zur Namensdebatte erboste Kommentare. Man sei ja „nicht in Istanbul“, heißt es da. Oder: „Ein Stolperstein vor dem Haus, in dem Halit ermordet wurde, wäre angemessen. Mehr hat man für die von den Nazis ermordeten Juden auch nicht übrig.“ In dieser Tonart reagieren viele auf Ismail Yozgats Wunsch.
Ein jahrelanger Streit stünde bevor, würde man den bürokratischen Prozess der Namensänderung in Gang setzen. Jeder der 2362 Bewohner der Straße könnte Einspruch erheben. Aus diesem Grund sprach sich die Kasseler CDU dagegen aus. „Auf keinen Fall bedeutet das eine Geringschätzung der Opfer oder deren Angehöriger“, betonte der Fraktionsvorsitzende Name gelöscht Wett. Aber ein Umbenennungsverfahren könne unwürdig werden.
Das Aufflammen plumper Ressentiments fürchtet man in Kassel. Ismail Yozgats Ansicht nach wäre aber gerade die Halitstraße ein Mahnmal dessen, wohin solche Ressentiments führen können. Quelle….





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