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    Standard Vor 5 Jahren Mord an Islamkritiker sorgte in Amsterdam für Politikwechsel

    Integrationspolitik
    1.11.2009
    Mord an Islamkritiker sorgte in Amsterdam für Politikwechsel
    Die Ermordung von Theo van Gogh, die sich zum fünften Mal jährt, hat in den Niederlanden das Verhältnis zwischen Einheimischen und Migranten grundlegend verändert.
    Amsterdam - Fünf Jahre ist es her, dass ein junger Niederländer marokkanischer Abstammung den islamkritischen Filmemacher Theo van Gogh in Amsterdam auf offener Straße erstach. Die Tat schürte in der niederländischen Hauptstadt tiefe Spannungen zwischen den Kulturen und zwang die Behörden, ihre Integrationspolitik zu ändern.

    "Es war, als ob es vor dem Mord an van Gogh keine Muslime in den Niederlanden gegeben hätte. Von einem Tag auf den anderen hat man gemerkt, dass es sie gibt und dass etwas unternommen werden muss", sagt der aus Marokko stammende Bürgermeister des Amsterdamer Vororts Slotervaart, Ahmed Marcouch, im Rückblick auf den 2. November 2004.

    Mord veränderte alles

    In Amsterdam, das bis dahin für seine "multikulturelle Toleranz" bekannt war, veränderte der Mord an van Gogh alles. Mit einem Mal herrschten "Angst und Unverständnis" zwischen Migranten und Niederländern, erinnert sich der Politik-Berater Joris Rijbroek. Moscheen wurden angezündet. In der Stadt, in der jeder zweite Einwohner einen Migrationshintergrund hat, kam die soziale Integration von Einwanderern deshalb auf den Prüfstand.

    6704710(1spbreit)
    Seit der Ermordung von Theo van Gogh hat sich
    die Politik in den Niederlanden verändert.
    Bild: Reuters

    Noch bis zum Jahresende 2004, also binnen weniger Wochen, brachte die Stadt einen Notfallplan auf den Weg, um eine Gewaltspirale zu verhindern. Darin wurden fünf bis sieben Millionen Euro jährlich freigegeben, mit denen einer Radikalisierung von jungen Einwanderern entgegengewirkt und das soziale Zusammenleben gefördert werden sollte.

    Projekte von Migrantenverbänden erhielten Finanzspritzen. Der Stadtrat eröffnete einen Dialog mit Vertretern von Moscheen. Sogar eine Reality-Show über türkische und marokkanische Familien wurde ins Leben gerufen.

    Tiefes Misstrauen

    Fünf Jahre nachdem der junge Mohammed Bouyeri auf den Provokateur van Gogh schoss, einstach und ihm die Kehle durchschnitt, zeigt eine Studie, wie tief das Misstrauen zwischen den Kulturen heute ist: Rund zwei Prozent der muslimischen Bevölkerung in Amsterdam, also rund 1500 Menschen, sind den Ergebnissen zufolge für radikale Gedanken empfänglich. "Diese Gruppe ist groß genug, um einen besonderen Politikansatz - wie den von Amsterdam - zu rechtfertigen", sagt der Politikwissenschaftler Jean Tillie, der die Erhebung geleitet hat.

    Vor allem 16- bis 18-jährige Muslime fühlen sich der Studie zufolge diskriminiert und hegen gegenüber der Politik Misstrauen. Van Goghs Mörder Bouyeri hatte sich vor Gericht freimütig zu seiner Tat bekannt: "Ich übernehme die volle Verantwortung.

    Ich habe allein im Namen meiner Religion gehandelt", sagte er im Juli 2005. "Das Gesetz zwingt mich, jedem den Kopf abzuhacken, der Allah und den Propheten beleidigt." Van Gogh hatte in seinem Film "Submission" mit drastischen Bildern die Unterdrückung von Frauen in islamischen Gesellschaften gegeißelt.

    Sonderbeauftragter gegen Radikalisierung

    Der zu lebenslanger Haft verurteilte Bouyeri war im Amsterdamer Vorort Slotervaart aufgewachsen. Von dort stammen auch andere junge Islamisten, die nach der Ermordung van Goghs festgenommen worden waren.

    Die Gemeinde hat deshalb im Jahr 2007 einen Sonderbeauftragten für den Kampf gegen die Radikalisierung ernannt: Hassan Maimouni hat seitdem 35 junge Muslime aufgespürt, bei denen die Gefahr bestand, dass sie sich einer radikalen Gruppe anschließen könnten. Dabei arbeitete er mit Sozialarbeitern, der Polizei und der muslimischen Gemeinschaft zusammen. "Unser Ziel ist es, sie in die Gesellschaft wieder einzugliedern, ihnen Hilfestellung zu geben", sagt Maimouni.

    Zur Annäherung der Kulturen plant Bürgermeister Ahmed Marcouch ein besonderes Projekt: Er will in Slotervaart eine sogenannte "Polder-Moschee" errichten, in der Männer und Frauen gemeinsam predigen können - auf Niederländisch. Marcouch rechnet allerdings weiter mit Spannungen, unter anderem auch angesichts der Beliebtheit des niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders. "Die Muslime fürchten, ihre Identität zu verlieren, und die niederländische Gesellschaft hat Angst vor ihnen." (AFP)
    http://tt.com/tt/home/story.csp?cid=...&sid=57&fid=21
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  2. #2
    RIP, wir vermissen Dich alle! gonzoo wird schon bald berühmt werden Avatar von gonzoo
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    Standard AW: Vor 5 Jahren Mord an Islamkritiker sorgte in Amsterdam für Politikwechsel

    6704710(1spbreit)
    Seit der Ermordung von Theo van Gogh hat sich
    die Politik in den Niederlanden verändert.


    Noch bis zum Jahresende 2004, also binnen weniger Wochen, brachte die Stadt einen Notfallplan auf den Weg, um eine Gewaltspirale zu verhindern. Darin wurden fünf bis sieben Millionen Euro jährlich freigegeben, mit denen einer Radikalisierung von jungen Einwanderern entgegengewirkt und das soziale Zusammenleben gefördert werden sollte.

    Ob das der richtige Weg ist? Ich kille einen Kritiker,
    schon gibt´s Kohle.
    Die Welt, die du glaubst, gleicht nicht der, die dich weiß.

  3. #3
    Erfahrener Benutzer Vater genießt hohes Ansehen Vater genießt hohes Ansehen Vater genießt hohes Ansehen Vater genießt hohes Ansehen Vater genießt hohes Ansehen Vater genießt hohes Ansehen Vater genießt hohes Ansehen Vater genießt hohes Ansehen Vater genießt hohes Ansehen Vater genießt hohes Ansehen Vater genießt hohes Ansehen Avatar von Vater
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    Ausrufezeichen Vor fünf Jahren ermordete ein fanatischer Islamist den niederländischen Filmemacher

    Ich hoffe inständig, dass der brutale ind sinnlose Mord an van Gogh nun doch bewirkt, dass die Niederlande und ganz Europa die Gefahr der Islamisierung besser wahrnehmen und bekämpfen.



    __________________________________________________ _____________________________


    Mord an Theo van Gogh
    Der Tag, der die Niederlande für immer veränderte

    NRZ, 01.11.2009, Helmut Hetzel, 0 Kommentare
    , Trackback-URL

    Amsterdam. Vor fünf Jahren ermordete ein fanatischer Islamist den niederländischen Filmemacher Theo van Gogh. Seitdem haben sich die Niederlande von Grund auf verändert. Angst, Sicherheitswahn und erregte Debatten über den Islam prägen das Land.

    "Gnade, Gnade", flehte Theo van Gogh am 2. November 2004. Doch sein Mörder kannte keine Gnade. Erst streckte er den niederländischen Filmemacher und Journalisten Theo van Gogh mit fünf Pistolenschüssen nieder. Als Van Gogh dann blutend auf der Amsterdamer Linneaustraat lag, stach er zu. Es war kurz vor neun Uhr morgens. Der Mörder Mohamed Bouyeri, ein islamischer Terrorist, beugte sich über den bereits schwer verwundeten Theo van Gogh. Er schnitt ihm nach einem alten islamischen Ritual mit einem Dolch die Kehle durch. Dann stach er Theo van Gogh noch ein Messer ins Herz und hinterließ ein Schreiben auf der Leiche, indem er weitere Morde ankündigte. Keine Gnade für Theo van Gogh, weil der es gewagt hatte in einem Film die Unterdrückung der Frauen im Islam zu kritisieren.
    Der Mord hat die politische Landschaft verändert

    Am heutigen Montag ist es fünf Jahre her, dass der niederländische Filmemacher Theo van Gogh auf grausame Weise in Amsterdam geschächtet wurde. Der Mörder Mohamed Bouyeri wurde schnell gefasst. Er verbüßt nun eine lebenslange Haftstrafe.
    Doch der Mord an Theo van Gogh hat tiefe Wunden geschlagen und er hatte und hat bis heute die politische Landschaft in den Niederlanden grundlegend verändert.
    Die Kritik am fundamentalistischen Islam, die Theo van Gogh zusammen mit der aus Somalien stammenden niederländischen Politikerin Ayaan Hirsi Ali in dem von van Gogh gedrehten Film "Submission" (Unterwerfung) formuliert hatte, sie wird heute von dem rechtspopulistischen Politiker Geert Wilders noch härter und noch viel schärfer formuliert als Theo van Gogh und Hirsi Ali das einst taten. Wilders ist in dieser Hinsicht der politische Erbe von van Gogh.
    Der kometenhafte Aufstieg des Geert Wilders und der von ihm gegründeten "Partei der Freiheit" (PVV) ist ohne den Mord an Theo van Gogh undenkbar. Durch den von einem Islamisten verübten Mord an Van Gogh ist Holland seither nach rechts gerückt. Und dieser Trend weg von der politischen Mitte hin zu extremen rechts- aber auch linksgerichteten politischen Parteien hält bis heute an. Slogans wie "Stoppt die Islamisierung des Landes" oder "Schließt alle Moscheen" sind heute in den Niederlanden überall salonfähig. Eine große Mehrheit der Bevölkerung unterstützt sie. Der Mord an Theo van Gogh aber auch der Mord an dem Populisten Pim Fortuyn am 6. Mai 2002 haben das Land der Tulpen und Windmühlen grundlegend verändert.
    In Holland geht die Angst um

    Im einst so toleranten Holland geht seither die Angst um. Morddrohungen an Politiker und Journalisten sind an der Tagesordnung. "Van bang naar nog banger" – von ängstlich hin zu noch mehr Angst, beschreibt die Amsterdamer Zeitung "de Volkskrant" diesen Prozess, der einen in den Niederlanden bis vor fünf Jahren noch nie gekannten "Sicherheitswahn" ausgelöst hat. So wurde eine neue "Anti-Terrorbehörde" (NCTB) gegründet. So wurden für viele Minister gepanzerte Limousinen bestellt, während Haager Regierungschefs wie weiland Wim Kok oder Ruud Lubbers in den 90iger Jahren noch mit dem Fahrrad ohne Personenschutz ins Haager Regierungsviertel radeln konnten, wenn sie das wollten.
    Der Tonfall in der öffentlichen Debatte ist härter geworden. Sogar im Haager Parlament, wo unter den Abgeordneten nun Verbalinjurien während der Debatten gegenüber dem politischen Gegner zur Tagesordnung geworden sind. Das war vor zehn Jahren undenkbar. "Die gesamte Debatte über den Islam und die innere Sicherheit hat unser Land völlig verändert. Wir sind heute auf der Hut vor Scharia-Gerichten, die islamisches Recht in unserem Rechtstaat sprechen wollen, was gesetzeswidrig ist. Alles, was mit dem Islam zu tun hat, wird nun unter die Lupe gelegt", stellt Asbeek Brusse, Direktor des "Wissenschaftlichen Rates für die Regierungspolitik" (WRR) fest.
    Gegenreaktion von Muslimen

    Andererseits aber habe die heftige Islamkritik in den Niederlanden auch eine Gegenreaktion unter den Muslimen ausgelöst. "Proud to be Muslim" (Stolz Muslim zu sein), heißt eine Bewegung, die sich seither formiert hat und die die islamische Religion in den Niederlanden nun aktiv und aggressiv verbreiten will.
    Die gesellschaftspolitische Polarisation, die der Mord an Theo van Gogh vor fünf Jahren in Holland auslöste, setzt sich fort. Sie vertieft die Kluft zwischen Muslimen und Andersgläubigen weiter. Für Holland ist der 2. November 2004 daher ein historischer Tag.



    http://www.derwesten.de/nachrichten/...22/detail.html

  4. #4
    Herzog der Atreiden
    ist identitär
     
    Leto kann auf vieles stolz sein Leto kann auf vieles stolz sein Leto kann auf vieles stolz sein Leto kann auf vieles stolz sein Leto kann auf vieles stolz sein Leto kann auf vieles stolz sein Leto kann auf vieles stolz sein Leto kann auf vieles stolz sein Leto kann auf vieles stolz sein Leto kann auf vieles stolz sein Avatar von Leto
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    Standard AW: Vor fünf Jahren ermordete ein fanatischer Islamist den niederländischen Filmemach

    Laut Islamisten wir P. Vögler ist Gewalt gegen Unschuldige mit dem Islam unvereinbar. Die Frage, ob Islamkritiker wie Theo van Gogh laut islamischen Recht unschuldig sind, bleibt dabei aber unbeantwortet.
    In Memoriam Magdalena Neuner (13.01.2006-18.03.2012)

    47 Weltcupsiege
    3 Gesamtweltcupsiege
    2 mal Sportlerin des Jahres
    12 Weltmeistertitel
    2 Olympische Goldmedaillen

    RIP

  5. #5
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    Standard AW: Vor fünf Jahren ermordete ein fanatischer Islamist den niederländischen Filmemach

    Der Tag, der Holland veränderte

    Vor fünf Jahren schnitt ein radikaler Muslim dem niederländischen Filmemacher Theo van Gogh auf offener Straße die Kehle durch. Der Mord markierte den Durchbruch der Rechten und das Ende des liberalen Idylls aus Tulpen, Joints und Rasta-Locken. Immerhin: Seit 2008 regiert ein Muslim Rotterdam. Von Sibel Sen

    Ahmed Aboutaleb war 15 Jahr alt, als seine Mutter 1976 mit ihm und seinen Brüdern in die Niederlande kam. Inzwischen gilt der Sohn eines Imams aus einem kleinen marokkanischen Bergdorf als "Obama von Rotterdam". Denn seit Oktober 2008 ist der mittlerweile 48-jährige Aboutaleb Bürgermeister der niederländischen Hafenmetropole und das Paradebeispiel gelungener Integration - ein Erfolg, mit dem in den Niederlanden nach dem 2. November 2004 kaum noch jemand zu rechnen gewagt hatte.

    An diesem Tag um kurz vor 9 Uhr morgens war der Filmemacher Theo van Gogh morgens auf dem Weg zur Arbeit ermordet worden. Der Täter hatte dem Regisseur des islamkritischen Streifens "Submission" aufgelauert, auf ihn geschossen, seinem Opfer dann die Kehle durchgeschnitten und ihm mit einem Messer eine Morddrohung an die Politikerin Ayaan Hirsi Ali an den Brustkorb geheftet. Mit der Bluttat im Amsterdamer Westen endete die Ära der scheinbar uneingeschränkten niederländischen Toleranz, die schon mir dem Mordanschlag auf den Rechtspopulisten Pim Fortuyn 2002 einen schweren Rückschlag erlitten hatte. Es begann eine kältere Ära, in der Ahmed Aboutalebs Einzug in das Rotterdamer Bürgermeisterbüro wie ein kleines Wunder wirkt.

    "Wer ist der nächste?", fragten niederländische Revolverblätter nach dem Mord an Theo van Gogh. Über Wochen hinweg wütete in dem 16-Millionen-Staat ein Kulturkampf, im Wortsinn: 20 Kirchen und Moscheen wurden beschädigt, Schulen brannten, das ganze Land wurde von Anschlägen beider Seiten, rechter Ausländerfeinde wie radikaler Islamanhänger, heimgesucht. Viele Niederländer fühlten sich durch religiöse Fanatiker in ihrer Freiheit und Sicherheit bedroht - zugewanderte Muslime sahen sich plötzlich einem nie dagewesenen Hass gegenüber und fürchteten täglich die große Vergeltung für den symbolträchtigen Mord. Das Bilderbuchland der Toleranz hatte seine Unschuld verloren und geriet in eine tiefe Identitätskrise.

    Ende des Kuschelkurses

    Nach Umfragen aus den Tagen nach van Goghs Tod hielt über die Hälfte der Befragten den Islam für die große Bedrohung und die Niederlande für unangebracht liberal. Mit dem alten Kuschelkurs sollte endgültig Schluss sein - mit Coffee-Shops und liberalen Drogengesetze, aktiver Sterbehilfe und Homo-Ehe. Kurz: Der 2. November 2004 versetzt die Niederlande in den absoluten Ausnahmezustand, vergleichbar nur mit den USA nach dem 11. September 2001.

    Wenn ein scheinbar gut integrierter und gebildeter junger Mann wie der 26-jährige Van-Gogh-Mörder Bouyeri, Sohn marokkanischer Eltern, einen Intellektuellen auf offener Straße regelrecht hinrichtet, dann geschieht das nicht im Affekt - etwas ist grundlegend schiefgelaufen. Hätte man die sich abzeichnenden Entwicklungen ernster nehmen müssen, fragten sich schockierten Niederländer.

    Es war das Mordopfer van Gogh gewesen, das davor gewarnt hatte, Muslimen in Holland unter Berufung auf die Meinungsfreiheit all zu viele Zugeständnisse zu machen. Und es hätte durchaus nahegelegen, sich Gedanken über Reaktionen auf van Goghs radikale Provokationen zu machen - spätestens nachdem der Regisseur angefangen hatte, von Muslimen als "geitenneuker" zu sprechen, als Menschen, die sexuelle Handlungen an Ziegen ausführen. Aber das liberale "Laisser-faire"-Image war für die Niederländer gerade im weltoffenen Amsterdam, wo der Mord geschah, ein willkommene Ausrede, um Konflikten auszuweichen.

    Der Fluch des Imam

    Zugespitzt hatte der Konflikt sich bereits in den Monaten vor dem 2. November 2004. Zusammen mit der gebürtigen Somalierin und christdemokratischen Politikerin Hirsi Ali hatte Theo van Gogh im August 2004 den Film "Submission" produziert - er führte Regie, das Drehbuch war ein Gemeinschaftswerk. Der elfminütige Kurzfilm lief nur ein einziges Mal. Er zeigt eine junge Muslimin, die dem Zuschauer die Rolle der Frau im Islam ausbreiten soll. Während des gesamten Films werden Koran-Suren auf den transparent verschleierten Körper des Mädchens projiziert. "Submission" sorgte für Aufsehen und rief sofort heftig Kritik auf den Plan. Keinen Monat später verfluchte ein radikaler Imam in Den Haag die beiden Verantwortlichen - Bouyeri, van Goghs späterer Mörder, wohnte dieser Predigt bei.

    Der Filmemacher und sein Mörder lebten im gleichen Viertel: Amsterdam-West, wo fast nur Zuwanderer wohnen. Am Morgen der Tat war van Gogh auf dem Weg ins Studio, um einen Film fertig stellen über einen Mann, den er in gewisser Hinsicht bewunderte: Pim Fortuyn. Der Rechtspopulist war am 6. Mai 2002 erschossen worden; genau 911 Tage später - für rechte Verschwörungstheoretiker seither Anlass für Spekulation über einen Zusammenhang mit den Anschlägen am 11. September 2001 - stirbt van Gogh. Sein Fortuyn-Film lief später im niederländischen Fernsehen und bescherte dem toten Ausländerfeind eine zweifelhafte Welle postumer Anerkennung.

    Anders als Fortuyn, der sich während seines politischen Lebens mit allen großen niederländischen Parteien überwarf und deswegen im Februar 2004 seine eigene Partei gründete, war van Gogh kein Rechtsaußen, kein Fanatiker, kein Mann des Hasses. Der Filmemacher war nur ein glühender Anhänger der Freiheit des Wortes, der uneingeschränkten Redefreiheit - koste sie, was sie wolle. Aus ganz unterschiedlichen Motiven wollten Fortuyn und van Gogh keine Rücksicht auf Tabus, Religion oder soziale Codes nehmen. Beide mussten deshalb sterben.

    Abschiebung statt Aufwertung

    Der Tod Theo van Goghs hat die Niederlande verändert. Bis heute steht er für den schmerzhaften Abschied von einem lange gepflegten gesellschaftlichen Ideal. Zwei Wochen nach van Goghs Ermordung sollten die Zuschauer einer Fernsehshow den größten Niederländer aller Zeiten küren. Volkshelden wie Rembrandt oder Johan Cruijf verloren gegen einen Mann, der noch Wochen zuvor nicht den Hauch einer Chance auf einen der vorderen Plätze gehabt hätte: Pim Fortuyn.

    Die hochemotionale Debatte über Leitkultur, Zuwanderung und Integration, die auf van Goghs Tod folgte, stellte alles in Frage, was in Holland bis dahin als Konsens gegolten hatte. Auf die Politik für selbstbewusste Minderheiten, die Zuwanderer in der Tradition ihrer Kultur und Sprache förderte, folgte nun die große Abschiebungswelle. Lange vor Deutschland führten die Niederlande einen Einbürgerungstest und das ausdrückliche Bekenntnis zu Staat und Verfassung vor, forderte die umstrittene Integrationsministerin Rita Verdonk ein Burka-Verbot und die Abschiebung aller Ausländer, denen es an Geld und gutem Willen mangele.

    Im Oosterpark in der Nähe des Tatorts erinnert seit zwei Jahren ein Denkmal an die Ermordung Theo van Goghs. Ein halbes Jahrzehnt nach dem Jahrhundertschock für die Niederländer haben sich die Wogen etwas geglättet. Aber es ist nichts mehr wie früher - die Gräben von damals sind geblieben. Hier und da blüht eine zarte Pflanze der Verständigung, Geschichten, die Hoffnung machen, wie die des Rotterdamer Bürgermeisters Ahmed Aboutalebs.

    Der ausgebildeter Journalist hatte damals, in der schwärzesten Stunde der jüngsten niederländischen Vergangenheit etwas getan, was in jenem Moment niemand sonst einfiel: Er versuchte, die überhitzen Gemüter zusammenzubringen, ohne die Probleme kleinzureden, und warb für das Unabdingbare: Verständnis. Sein Einsatz bescherte ihm eine beispiellose kommunalpolitische Karriere. In Rotterdam, der Hochburg der niederländischen Rechten, hat man mit der Herkunft des neuen Stadtoberhauptes heute hauptsächlich ein Problem: Als langjähriger Wahl-Amsterdamer ist der Sozialdemokrat Anhänger von Ajax, dem Erzrivalen des Lokalmatadors Feyenord.

    http://einestages.spiegel.de/static/...eraendert.html
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  6. #6
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    Standard AW: Vor fünf Jahren ermordete ein fanatischer Islamist den niederländischen Filmemach

    Fünf Jahre nach Van-Gogh-Mord
    Nachwehen eines Attentats

    Fünf Jahre nach dem Mord an dem Filmemacher Theo van Gogh sind die Fronten in der niederländischen Gesellschaft verhärtet. Polemik gegenüber Muslimen hat Konjunktur. VON TOBIAS MÜLLER
    Die somalischstämmige Islamkritikerin und Politikerin Ayaan Hirsi Ali war deutlich: "Der niederländische elfte September", so nannte sie den Mord an ihrem alten Weggefährten, dem Regisseur Theo van Gogh, jüngst in einem Gespräch mit der niederländischen Tageszeitung Het Parool.

    Der Vergleich mag überzogen klingen, doch die Symbolik der Bilder ist ähnlich dramatisch: hier die einstürzenden Twin Towers, dort der tote Provokateur, der mit Hirsi Ali den Film Submission über die Unterdrückung der Frau im Islam gedreht und Muslime "Ziegen****er" genannt hatte. Er lag rücklings auf einem Amsterdamer Bordstein, in blauem T- Shirt, mit Hosenträgern und einem Messer, das ihm bis zum Schaft in der Brust steckte. Ein Mord am hellichten Tag in der Hauptstadt.
    Im kleineren Rahmen sind auch die Auswirkungen vergleichbar. Der 2. November 2004 hat die Niederlande so einschneidend verändert wie kein anderes Datum der vergangenen Jahrzehnte. Besonders deutlich wird das, wenn sich wie dieser Tage Medien, Politiker und Publizisten an den Mord erinnern und eine Bilanz ziehen: Was ist seit dem Attentat geschehen, wie hat sich die niederländische Gesellschaft und wie haben sich die Debatten verändert? Was entstand aus dem wütenden Aufruhr in den Tagen nach dem Mord, als Moscheen in Flammen aufgingen und nicht wenige eine Eskalation befürchteten?

    Die Antworten fallen wenig positiv aus: Hirsi Ali, die inzwischen in die USA emigriert ist, malt ein finsteres Bild von Intellektuellen. Diese hätten sich aus der Diskussion um die Meinungsfreiheit zurückgezogen, um nicht die nächsten Opfer zu sein. Gerade in islamkritischen Kreisen sei das Vertrauen in den Rechtsstaat zerstört, da die Polizei das Attentat nicht zu verhindern gewusst hätte, während eine "ganze Armeeeinheit" radikaler Muslime im Land lebte.

    Aus ihrer Perspektive überrascht dieses Fazit nicht, steht Ali, gegen die das Attentat eigentlich laut einem am Messer befestigten Brief gerichtet war, doch seit Jahren selbst unter Personenschutz. Das Eskalationspotenzial ist geblieben - wenn es um den Islam geht, kann das in den Niederlanden noch immer Kopf und Kragen kosten.

    Besonders gilt dies für den rechtspopulistischen Politiker Geert Wilders, der seit dem Mord ständig seinen Aufenthaltsort wechselt. Im kommenden Januar muss er sich wegen diskriminierender Äußerungen über Muslime in Amsterdam vor Gericht verantworten. Für Wilders fallen diese gleichwohl unter das Grundrecht der Meinungsfreiheit. Dass dieses auszuüben zunehmend erschwert sei, empfinde er als "Beleidigung" van Goghs.

    An Wilders kommt nicht vorbei, wer fünf Jahre nach dem Mord ein Fazit ziehen will: der Aufstieg seiner Partij voor de Vrijheid, erst 2006 gegründet und seit Monaten an den Spitzen der Meinungsumfragen, ist das elektorale Spiegelbild der Polarisierung nach dem Attentat. Islamkritik, auch polemische, hat Konjunktur, und die Grauzone zwischen sachlichen Argumenten und rassistischen Äußerungen ist salonfähig geworden. An niemandem ist das besser zu sehen als an Geert Wilders, der beides gekonnt verknüpft.

    Die Fronten sind verhärtet in dem einstigen multikulturellen Vorzeigeland, das sich in dieser Projektion durchaus selbst gefiel. Die latente Debatte um Islam und Meinungsfreiheit ist geprägt von starkem Positionierungsdruck. Wer sich, wie vor einem Jahr der junge Sozialdemokrat Ehsan Jami, öffentlich an die Kritik des Islams macht - der persischstämmige Jami gründete ein Komitee für abtrünnige Muslime -, scheint automatisch am rechten Rand des Parteienspektrums zu landen. Jami trat in diesem Monat der PVV von Geert Wilders bei.

    Viele der rund eine Million niederländischer Muslime fühlen sich angesichts häufiger negativer Verallgemeinerungen zunehmend an den Rand gedrängt und als "Allochthone" (Fremde) gebrandmarkt. Sie sehen nicht die Notwendigkeit, sich von Fundamentalisten zu distanzieren, wie es die Mehrheitsgesellschaft von ihnen fordert. Fundamentalisten wie Mohmammed Bouyeri, der Mörder Theo van Goghs, der nach der Verkündigung seiner lebenslangen Haftstrafe sagte: "Sie können alle Ihre Psychologen, Psychiater und Wissenschaftler auf mich ansetzen, aber Sie werden meine Tat nicht verstehen."
    http://www.taz.de/1/politik/europa/a...nes-attentats/
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  7. #7
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    Beitrag Im Gedenken an den Filmemacher Theo van Gogh

    Foto l.: Mahnmal “Der Schrei” für Theo van Gogh und die Meinungsfreiheit.Heute vor fünf Jahren geschah in der Amsterdamer Linnaeusstraat das Unfassbare: Der niederländische Filmemacher Theo van Gogh (Foto m.) wurde auf offener Straße vom damals 26 Jahre alten Marokkaner Mohammed Bouyeri erschossen. Als van Gogh schon am Boden lag, durchschnitt ihm Bouyeri die Kehle [...]

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  8. #8

 
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