Gesammtes Protokoll siehe:
http://www.stadt-koeln.de/mediaasset...ortprot-37.pdf
37. Sitzung vom 04. März 2008
Das Gesamte Protokoll ist auch in überarbeiteter Form in den Anhängen!
01 Antrag der SPD-Fraktion und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen auf Durchführung einer Aktuellen Stunde betreffend „Vorverlegung der Kommunal und OB-Wahl 2009“ AN/0442/2008
Als nächster Redner steht Herr Rouhs auf der Liste.Rest der Diskussion siehe Anhang Teil 1
Manfred Rouhs (pro Köln):
Herr Oberbürgermeister! Meine Damen und Herren! In einem stimme ich Herrn Ott zu: Dieser Stadtrat braucht in der Tat einen politischen Wechsel. Köln braucht den politischen Wechsel. Herr Ott, wenn Sie ein bisschen realistisch sind, dann glauben Sie doch selbst nicht, dass dieser Wechsel ausgerechnet von der SPD ausgehen wird.
(Beifall bei pro Köln)
Machen Sie sich bitte auch über die Wahlbeteiligung bei der nächsten Kölner Kommunalwahl keine Sorgen. Wenn Sie das Ergebnis der Wahl 2004 aufmerksam studieren und sich dabei auch die Wanderungsbewegungen ansehen, werden Sie feststellen, dass es der Bürgerbewegung pro Köln gelungen ist, die Wahlbeteiligung in Köln nach oben zu ziehen.
(Helmut Jung [CDU]: Um Gottes willen!)
Wenn Sie im kommenden Jahr am Wahlabend sehen, dass die Wahlbeteiligung in Köln überdurchschnittlich hoch ist, dann, meine Damen und Herren, haben Sie Grund zur Sorge; denn dann ist es uns gelungen, die Nichtwähler vom Sofa zu holen und sie zu veranlassen, dass sie ihre Interessen vertreten, indem sie ihr Kreuz bei pro Köln machen. Bei einer niedrigen Wahlbeteiligung aber können Sie sich beruhigt zurücklehnen; denn dann ist uns das nicht gelungen.
Relativ gleichgültig dabei ist, welche andere Wahl zusammen mit der Kölner Kommunalwahl stattfindet. Diese Wahl wird nicht so sein wie alle anderen in NordrheinWestfalen. Das Ergebnis wird signifikant von dem abweichen, worauf sich Ihre Partei in anderen Großstädten gegenwärtig noch ausruhen kann.
Ein Argument kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Es waren doch gerade die Vertreter des rotgrünen Spektrums, die, als schon einmal in einer Aktuellen Stunde dieses Thema hier zur Debatte stand, geltend gemacht haben, dass gerade eine frei stehende Kommunalwahl, die nicht zusammen mit einer anderen Wahl stattfindet, problematisch sei. Das ist wegen der Kostenfrage nachvollziehbar. Darum haben wir das ausdrücklich auch unterstützt. Nun findet die Kommunalwahl mit einer anderen überregionalen Wahl statt zwar nicht mit der Bundestagswahl, sondern mit der Europawahl , und nun ist es Ihnen auch wieder nicht recht, weil, bevor der neue Rat zusammentritt, volle vier Monate ins Land gehen.
Ja, was soll daran so schlimm sein? Jeder, der hier gewählt ist, ist nur seinem Gewissen und dem Volke verpflichtet und nicht der Option auf seine Wiederwahl. Da ist man doch umso freier in diesen vier Monaten. Nehmen wir einmal an, Fritz Schramma würde in das Amt des Oberbürgermeisters nicht wiedergewählt das weiß ja keiner so genau; wenn er wiedergewählt wird, bringt das keine große Veränderung , dann stünde ihm doch in diesen vier Monaten völlig frei, einmal all das zu tun, was er immer schon tun wollte,
(Lachen bei pro Köln)
mit Blick auf seine beabsichtigte Wiederwahl aber nicht tun durfte. Dann erleben wir Fritz Schramma, wie er wirklich ist. Das kann doch für alle Beteiligten, auch für die Kölner SPD, unter Umständen gehaltvoll oder zumindest unterhaltsam sein.
Also, meine Damen und Herren, vielleicht profitiert ja sogar die Kölner SPD von dieser Regelung. Wir werden Ihre Resolution jedenfalls ablehnen.
(Beifall bei pro Köln)
................................
2.1.4 Antrag der Fraktion pro Köln betreffend „Unterstützung für Kölner Familien“
AN/0189/2008
Dazu spricht Herr Rouhs.http://www.pro-koeln-online.de/image...ilienhilfe.pdf
AN/0189/2008
Antrag gem. § 3 der Geschäftsordnung des Rates
Gremium Datum der Sitzung
Rat 04.03.2008
Unterstützung für Kölner Familien
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Schramma,
die Fraktion pro Köln bittet Sie, den folgenden Antrag in die Tagesordnung der Sitzung des
Rates am 4. März 2008 aufzunehmen:
Der Rat der Stadt Köln möge beschließen:
Der Rat beauftragt die Verwaltung, ein Instrumentarium zur Unterstützung und Begleitung
der Kölner Familien nach dem Dormagener Modell zu entwickeln, um Vernachlässigung und
Verwahrlosung in den Familien sowie der Kriminalisierung Jugendlicher vorzubeugen.
Begründung:
Die Meldungen über vernachlässigte Kinder nehmen auch in Köln dramatisch zu. Nach
Meinung der Fraktion pro Köln reichen die existierenden Frühwarnsysteme offensichtlich
nicht aus. Die Verwaltung sollte daher das sogenannte Dormagener Modell auf Köln
übertragen. In Dormagen besuchen Sozialarbeiter Familien mit einem Neugeborenen. Im
Gepäck haben sie ein Begrüßungspaket mit Informationen zur Entwicklung von Kindern und
Angeboten vor Ort. Der Besuch soll den Kontakt zwischen Eltern und der Stadt fördern und
dazu beitragen, den Schutz unserer Kinder zu verbessern.
gez. Manfred Rouhs
Manfred Rouhs (pro Köln):
Herr Oberbürger-meister! Meine Damen und Herren! Es ist ja nicht so, dass aus dem etablierten Politikbetrieb immer nur dumme Ideen kämen. Oft haben auch Vertreter von SPD und CDU kluge Einfälle, die dann sogar in einem kommunalpolitischen Gremium eine Mehrheit finden.
Ich rede jetzt nicht unmittelbar vom Kölner Rat, sondern spreche vom Rat der Stadt Dormagen. Er hat sich nämlich mit der Situation junger Familien auseinandergesetzt. Dort hat die Ratsmehrheit eine überaus kluge Idee umgesetzt, um junge Familien zu fördern.
Die Vorgehensweise wurde unter dem Begriff „Dormagener Modell“ zusammengefasst. Sie sieht vor, dass dort, wo ein Neugeborenes das Licht der Welt erblickt hat, ein moderner Nach-fahre von Caspar, Melchior und Balthasar sich auf den Weg macht – diesmal nicht aus dem Morgenland kommend, sondern von der Verwaltung kommend – und bei der Familie des neuen Erdenbürgers guten Tag sagt, ein paar Geschenke mitbringt, auch Ratschläge im Gepäck hat und ansonsten einen Kontakt zu der jungen Familie herstellt.
Sinn und Zweck ist es zum einen, eine unmittelbare Beratung und Stütze zu geben, aber zum anderen auch, einmal zu schauen, unter welchen Umständen der neue Erdenbürger denn nun heranwächst.
In mehr als 99 Prozent aller Fälle, also in einer ganz überwiegenden Mehrheit, hat das überhaupt keine Folge, die für die Verwaltung in einen Handlungsbedarf einmündet. Vielmehr ist es im Regelfall so, dass diese Hilfestellung – das lehrt die Erfahrung in Dormagen – von den Familien sehr gerne angenommen wird. Viel-leicht gibt es den einen oder anderen nützlichen Tipp – gerade da, wo die Erfahrungen vielleicht noch nicht so vorhanden sind, weil die Familienstrukturen ja nicht immer uneingeschränkt intakt sind, sodass die Großmutter zur Stelle wäre, um die passenden Kenntnisse zu kommunizieren. Das wird dankend angenommen. Diese Hilfestellung wird in den Familien sehr positiv aufgefasst.
Es gibt eine winzig kleine Zahl von Ausnahmefällen, in denen ein solcher Besuch in den Verwaltungsapparat hinein Handlungsnotwendigkeiten kommuniziert. Wenn sich herausstellt, dass die Eltern überfordert sind, kann dann auch das Jugendamt in der entsprechenden Form tätig werden.
Ich stelle fest, dass nicht nur manche Eltern mit der Thematik überfordert sind, sondern auch manche Ratsmitglieder, die der Frage der Familienpolitik und der Situation der Familien im Lande offenbar die von Frau Gebauer hier schon attestierte sehr geringe Aufmerksamkeit zukommen lassen. Das sind wirklich schade, meine Damen und Herren. Von daher braucht man sich nicht zu wundern, dass die Familienpolitik in Deutschland heute da steht, wo sie nun einmal steht.
(Beifall von Bernd M. Schöppe [pro Köln])
Wir wollen hier ein gutes Modell, das in Dormagen funktioniert hat, auf Köln übertragen. Was sich in Dormagen bewährt hat, kann auch hier in Köln ein Stück weiterhelfen. Deshalb bitten wir Sie ganz herzlich um Zustimmung zu diesem Antrag, meine Damen und Herren.
(Beifall bei pro Köln)
Oberbürgermeister Fritz Schramma: Gibt es weitere Wortmeldungen, meine Damen und Herren? –
Wie ich sehe, ist das nicht der Fall.
Dann lasse ich abstimmen. Wer für den Antrag ist, den bitte ich um das Handzeichen. – Das ist die Fraktion pro Köln. Gibt es Enthaltungen? – Keine. Damit ist der Antrag abgelehnt.




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