Knapp ein Jahr nach EntführungDeutsche Geisel in Pakistan fleht in Video um Hilfe

Im Januar wurden ein Deutscher und ein Italiener in Pakistan verschleppt, seitdem fehlte jedes Lebenszeichen. Nun strahlt ein örtlicher Sender ein Geiselvideo aus: Der Deutsche bittet eindringlich, ihre Leben zu retten.
Fast ein Jahr nach der Entführung eines deutschen Entwicklungshelfers in Pakistan ist kurz vor Weihnachten erstmals ein Lebenszeichen der Geisel aufgetaucht. Der TV-Sender „Dunya News“ strahlte am Samstag ein 52 Sekunden langes Video aus. Darin bittet der Deutsche darum, sein Leben und das eines gemeinsam mit ihm entführten italienischen Kollegen zu retten.

„Bitte akzeptieren Sie die Forderungen der Mudschaheddin“, sagt der Entwicklungshelfer auf Englisch. „Sie können uns jederzeit töten.“ Die Deutsche Welthungerhilfe in Bonn, für die der Entführte in Pakistan tätig war, erklärte lediglich: „Wir kennen das Video.“ Ähnliche zurückhaltend gibt sich Berlin: „Dem Auswärtigen Amt ist der Fall bekannt“, sagte eine Ministeriumssprecherin, ohne näher darauf einzugehen.

Entführer fordern Freilassung von Taliban

Aus dem Video selber geht nicht hervor, wann die Aufnahme gemacht wurde. Aus der Redaktion von „Dunya News“ in Peshawar hieß es, man habe die Aufnahme über Quellen mit Verbindungen zum Terrornetz Al-Kaida erhalten. Diese Quellen hätten angegeben, dass das Video direkt nach der Aufnahme auf den Weg gebracht worden sei.

Der Deutsche und der Italiener waren am 19. Januar gemeinsam mit einem italienischen Kollegen aus ihrem Haus in der ostpakistanischen Stadt Multan in der Provinz Punjab verschleppt worden. Im Februar hatten die pakistanischen Taliban (TTP) mitgeteilt, die Europäer befänden sich in ihrer Gewalt. Früheren Medienberichten zufolge fordern die Entführer unter anderem die Freilassung von Taliban aus pakistanischen Gefängnissen.

Italiener nicht zu sehen


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