PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gewinne Deine eigene Beerdigung - Kultur auf der Höhe ihres Tiefpunktes



Lehrer L
05.02.2011, 20:10
Letzte Worte? – Skurriler Rummel um Gewinnspiel

5. Februar 2011 16:57
Lebensversicherungen oder das traditionelle Testament: Viel dreht sich um die Frage, was im Fall des eigenen Lebensendes geregelt werden muss. Der Jugendsender „Radio Galaxy“ hat das Thema kürzlich in einem innovativen Gewinnspiel aufgegriffen.

Wer die „coolsten“ letzten Worte an den Sender schickt, gewinnt die Finanzierung seiner eigenen Beerdigung. Eine heikle Sache, wenn das in einer konservativen Region wie Bayern passiert. Sogar in progressiveren Kirchenmedien wird jetzt geschimpft: “Der Sender missbraucht das Thema Tod.”

Satte 3.000 Euro verlost „Radio Galaxy“ an die Zuhörerin oder den Zuhörer, der mit einer guten Idee für seine letzten Worte die Redakteure des Senders begeistern kann. Zweckgebunden und nicht übertragbar ist der Gewinn, mit der ein kreativer Kopf sich und seine Nächsten von einigen Lasten des zwangsläufigen Lebensendes befreien kann. Es ist eine ganz profane Sterbeversicherung. Für das Gewinnspiel wurde sogar in Zeitungen Werbung geschaltet.

Dabei reicht der Betrag kaum für eine pompöse Veranstaltung, in der die Angehörigen ein angemessenes Forum für ein ehrendes Gedenken des einstigen Freundes und Mitmenschen finden können. Denn die Kosten für eine Beerdigung können auch leicht das Doppelte betragen. Das potentielle Budget reicht also eher für einen feierlichen Abschied in protestantischer Sparsamkeit.

„Tabubruch on Air“, titelte jetzt trotzdem das Kirchenportal evangelisch.de und zitierte die Theologin Martina Plieth: „Der Sender verfolgt das selbstsüchtige Ziel der Werbung und missbraucht dafür das Thema Tod.“ Weiter heißt es, für „zarte Seelchen“ könnte eine solche Konfrontation mit dem Thema Tod verstörend oder sogar gefährlich werden. Plieth hofft, dass mehr Menschen mit ihr das Gespräch darüber suchen.
Grotesker geht es kaum, könnte man meinen. Immerhin ist die symbolische Fixierung des Todesmomentes des sagenumwobenen Jesus zentrales Zeichen dieser religiösen Strömung.

Und das „heilige Buch“ für viele der Menschen beschäftigt sich fast durchweg mit dem Thema Tod. Vom Anfang bis zum Ende ziehen sich zahllose höchst fragwürdige Ausführungen über dieses Ereignis. Es ist das “meistverkaufte” Buch der Welt und wird beworben wie kaum ein anderes Produkt.

Immer mehr Menschen sind allerdings der Auffassung, Bibel und viele kirchliche Lehren enthalten durchweg haltlose Ideen mit verstörender und gefährlicher Wirkung. Theologen versuchen deshalb mit aller Macht, das unter Kritikern oft als „Todeskult“ geschmähte Phänomen in eine „Botschaft der Freiheit und des Lebens“ umzudeuten.

Sogar der „Extra 3“-Moderator Tobias Schlegl musste schließlich versuchen, noch ein Kapital an Empörung aus der Aktion zu schlagen. Mit den letzten Worten in seiner Sendung stellte er eine entsprechende Anzeige dem Publikum vor und beurteilte die Aktion als so „unterirdisch“, dass „man am liebsten sofort tot umfallen möchte.“ Soviel zum pietätischen Umgang mit dem Thema Tod beim NDR.

Auch bei Facebook schimpften ein paar entsetzte Beobachter. „Sowas ist geschmacklos“, fand eine Lisa Greubel. Begründen kann sie ihre Meinung nicht, als die Redaktion fragt: „Warum?“

Für die Mehrheit der Benutzer scheint „Radio Galaxy“ mit dieser Idee allerdings den Nerv der Zeit getroffen zu haben, überwiegend gibt es Zuspruch. „Natürlich wird unser Gewinnspiel auch kontrovers diskutiert und das ist auch gut so“, heißt es von Seiten des Senders.

Die Redakteure finden auch, die Beschäftigung mit dem eigenen Lebensende sei ein total tabuisiertes Thema – eine unzutreffende Feststellung. Denn auch heute ist das Thema kein Tabu, wie regelmäßig die “Bild”-Zeitung und auch der “Spiegel” zeigten.

Verwaltet wird die ethische und moralische Deutungshoheit allerdings ganz überwiegend von den Amtskirchen, die sich auch hier als Monopolisten versuchen. Und das Monopol muss schließlich verteidigt werden. Verständnis gibt es dafür kaum.

„Hier wird keine Lifeübertragung einer Beerdigung oder gar ein Selbstmord gefordert, sondern lediglich eine ziemlich biedere Sterbegeldversicherung als Gewinn für einen blöden Spruch ausgelobt.

Ethisch verwerflich finde ich es, wenn sich Millionen Menschen dafür begeistern können, das Pseudopromimente in einem Dschungelknast Kakerlaken essen. Denn auch Prominente der B- oder C-Kategorie haben Menschenrechte“, stellte der bisher einzige Leserkommentar auf evangelisch.de fest. Der Einsendeschluss für das umstrittene Gewinnspiel ist am 4. März 2011, das Finale kann von interessierten Menschen ab 6. März verfolgt werden.
http://www.wissenrockt.de/2011/02/05/letzte-worte-skurriler-rummel-um-gewinnspiel-16176/
Und was schwafelt die EKD daher:


Weiter heißt es, für „zarte Seelchen“ könnte eine solche Konfrontation mit dem Thema Tod verstörend oder sogar gefährlich werden.Ach was?
Gewiss, solche Aktionen sind erlaubt, aber von der EKD hätte ich mir eine harte und unmissverständliche argumentative Gegenposition erwartet. Stattdessen bla, bla, bla ... und die zahlenden Schäfchen suchen das Weite. Gut so!

Egal, Gender ist wichtiger. :-D

Toranaga
06.02.2011, 09:21
Das sind die tollen neuen Medien die man uns versprochen hat ?

Die geistig-moralische Wende habe ich mir anderst vorgestellt. http://www.reconquista-europa.com/images/icons/icon4.gif

Cherusker
06.02.2011, 09:57
Das sind die tollen neuen Medien die man uns versprochen hat ?

Die geistig-moralische Wende habe ich mir anderst vorgestellt. http://www.reconquista-europa.com/images/icons/icon4.gif

Welche Wende?
Das ist wie bei einem Wendemantel.
Er ist von beiden Seiten zu tragen, hat aber selbst keinen Inhalt, wenn er an der Garderobe hängt.