Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ein Buch von Thilo Sarrazin: Sammlung aller wichtigen Pressemeldungen
RSS PI-News
26.07.2010, 21:40
Der ehemalige Berliner Finanzsenator schreibt ein Buch mit dem Titel “Deutschland schafft sich ab“. Es geht darin um die Kombination von Geburtenrückgang, problematischer Zuwanderung und wachsender Unterschicht. Da hört man doch schon im Vorfeld die Gutmenschen mit den Zähnen knirschen. Und obwohl der Mann weiß, dass ihm die politische und mediale Hinrichtung droht, schreibt er [...]
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Ein Buch von Thilo Sarrazin (http://www.pi-news.net/2010/07/ein-buch-von-thilo-sarrazin/)
http://www.pi-news.net/wp/uploads/2010/07/Thilo.Sarrazin-Deutschland-schafft-sich-ab.jpg (http://www.amazon.de/Deutschland-schafft-sich-unser-setzen/dp/3421044309/ref=wl_it_dp_o?ie=UTF8&coliid=I1JO2IEUUISFXV&colid=18CQA42FV5CUN)Der ehemalige Berliner Finanzsenator schreibt ein Buch mit dem Titel “Deutschland schafft sich ab (http://www.amazon.de/Deutschland-schafft-sich-unser-setzen/dp/3421044309/ref=wl_it_dp_o?ie=UTF8&coliid=I1JO2IEUUISFXV&colid=18CQA42FV5CUN)“. Es geht darin um die Kombination von Geburtenrückgang, problematischer Zuwanderung und wachsender Unterschicht. Da hört man doch schon im Vorfeld die Gutmenschen mit den Zähnen knirschen. Und obwohl der Mann weiß, dass ihm die politische und mediale Hinrichtung droht, schreibt er das Buch trotzdem. Das ist Zivilcourage!
Pleitebürger
26.07.2010, 21:49
Dieses Buch und das, der leider verstorbenen Richterin, würde ich auf den Schädeln unserer Multikulti-Politiker so lange hauen, bis das Gehirn wieder einsetzt. Bei Claudia Roth und ihrem Migrantenverein wird das jedoch auch nichts nutzen, ebensowenig wie ihr Versuch einen Beruf zu erlernen :-D
Vermin Exterminator
26.07.2010, 23:33
Dieses Buch und das, der leider verstorbenen Richterin, würde ich auf den Schädeln unserer Multikulti-Politiker so lange hauen, bis das Gehirn wieder einsetzt. Bei Claudia Roth und ihrem Migrantenverein wird das jedoch auch nichts nutzen, ebensowenig wie ihr Versuch einen Beruf zu erlernen :-D
Wenn Du denen das Buch auf die Rübe knallst, wirst Du einen hohlen Klang vernehmen. :nicken:nicken:nicken
das sind zwei bücher die ich mir unbedingt kaufen muss...
das sind zwei bücher die ich mir unbedingt kaufen muss...
dito :icon_tup:
Toranaga
27.07.2010, 09:34
Die Bücher von Heising und Sarrazin werde ich kaufen, lesen und weitergeben.
BerlinerKindl
27.07.2010, 09:57
Die 1.Auflage von Heisig (40.000) ist schon ausverkauft und wird neu gedruckt.Werde es wohl nicht kaufen,als Neuköllner weiß man ja schon was darin steht.Sarrazin interessiert mich eher.Werde aber im Bekanntenkreis mal hören wer die Bücher hat und ausleihen.Das klappt hier ganz gut.
Anakin Ulysses
27.07.2010, 10:15
Die Bücher von Heising und Sarrazin werde ich kaufen, lesen und weitergeben.
*in Liste eintrag* ;)
RSS PI-News
22.08.2010, 21:10
Thilo Sarrazin hat – wie wir bereits wissen (http://www.pi-news.net/2010/07/ein-buch-von-thilo-sarrazin/) – ein Buch geschrieben, das im Herbst erscheinen soll. Der SPIEGEL hat einen Vorabdruck gebracht, der die WELT zum Schäumen bringt. Wegen schlichter Wahrheiten und weil er kein moslemisches Deutschland will, wird Sarrazin kurzer Hand mit dem reaktionären Spießer Ekel Alfred in einen Topf geworfen.
Die schlichte Logik: Wer keine eingewanderten Nazis will, ist selbst einer.
Die WELT schreibt (http://www.welt.de/politik/deutschland/article9142989/Thilo-Sarrazin-will-Deutschland-vor-Muslimen-retten.html):
Einst hatte das Land Ekel Alfred, jetzt hat es Thilo Sarrazin. Wieder so ein Schnauzbart, der jedes noch so heilige Tabu für eine Pointe opfert. Den einen ist er schlicht ein Widerling, den anderen der letzte Aufrechte. Er ist ein Quotenkönig, dessen Sprüche über Migranten und Hartz-Empfänger legendär sind, der gehasst und zugleich verehrt wird wie kaum ein anderer.
(…)
„Ich möchte nicht, dass das Land meiner Enkel und Urenkel zu großen Teilen muslimisch ist, dass dort über weite Strecken Türkisch und Arabisch gesprochen wird, die Frauen ein Kopftuch tragen und der Tagesrhythmus vom Ruf der Muezzine bestimmt wird“, schreibt Sarrazin in einem Vorabdruck, den der „Spiegel“ veröffentlicht.
Eine Ansicht, die offenbar verboten ist. Wer der faschistischen Idiologie des Islam nicht alle Türen öffnet, ist höchst verdächtig.
Da kommt einer mit klaren Botschaften, aufgeschrieben in einer Sprache, die niemand missverstehen kann. „Demografisch stellt die enorme Fruchtbarkeit der muslimischen Migranten eine Bedrohung für das kulturelle und zivilisatorische Gleichgewicht im alternden Europa dar“, schreibt er und lässt mit diesem Satz ebenso wenig Fragen offen wie mit der folgenden Aussage über die Muslime in Deutschland: „Kulturell und zivilisatorisch bedeuten die Gesellschaftsbilder und Wertvorstellungen, die sie vertreten, einen Rückschritt.“
Tja – da hat er recht. Oder ist der Islam kein kultureller und zivilatorischer Rückschritt, mit der Stellung der Frau, mit seinen Zwangsheiraten, dem Abhacken von Körperteilen, Ehrenmorden? Und ist eine Sprache besser, die man missverstehen kann?
Natürlich hat Sarrazin auch Antworten auf die von ihm geschilderten Probleme. „Es reicht aus, dass Muslime unsere Gesetze beachten, ihre Frauen nicht unterdrücken, Zwangsheiraten abschaffen, ihre Jugendlichen an Gewalttätigkeiten hindern und für ihren Lebensunterhalt selbst aufkommen“. Wer möchte ihm da widersprechen? Nur leider fehlt bei Sarrazin jeder Hinweis darauf, dass die Mehrheit der in Deutschland lebenden Muslime sich an Recht und Gesetz hält.
Reicht es nicht, wenn die WELT und andere Medien ständig gebetsmühlenartig darauf hinweisen?
(Spürnasen: ArmySalamy und Ein Freund)
Weiterlesen... (http://anonym.to/?http://www.pi-news.net/2010/08/welt-schaeumt-ueber-sarrazins-buch/)
Meine Haltung zu Sarrazin ist nach wie vor ambivalent.
Den Dienstherren Wowereit hat er bereitwilligst bedient, großes Maul leistet er sich seit relativer Unabhängigkeit.
Auf Grund seiner Einsicht in das System und seiner recht schonungslosen Ausdrucksweisen ist er aber inzwischen glaubwürdig.
RSS Fakten_Fiktionen
23.08.2010, 02:24
Das neue Buch von Thilo Sarrazin “Deutschland schafft sich ab” erscheint am 30. August und kann längst vorbestellt werden. Ab heute bringt die BILD ein paar Vorabdrucke. Solche befreienden Sätze lassen das Allerbeste erhoffen:“In Deutschland arbeitet ein Heer von Integrationsbeauftragten, Islamforschern, Soziologen, Politologen, Verbandsvertretern und eine Schar von naiven Politikern Hand in Hand [...]
Weiterlesen... (http://fact-fiction.net/?p=4861)
RSS Fakten_Fiktionen
23.08.2010, 06:36
Das Buch ist offensichtlich ein Hammer! Und Thilo Sarrazin ist ein Held! Zur Vorsicht kopieren wir den ersten Vorabdruck aus BILD gleich:
Weiterlesen... (http://fact-fiction.net/?p=4862)
« Ab heute Vorabdruck Sarrazin-Buch in BILD! (http://fact-fiction.net/?p=4861)
Sarrazin in BILD I: Deutschland kleiner, ärmer und dümmer! (http://fact-fiction.net/?p=4862) 23.08.2010
Das Buch ist offensichtlich ein Hammer! Und Thilo Sarrazin ist ein Held! Zur Vorsicht kopieren wir den ersten Vorabdruck aus BILD gleich: (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/08/23/thilo-sarrazin/deutschland-immer-aermer-und-duemmer.html)
(http://www.bild.de/BILD/politik/2010/08/23/thilo-sarrazin/deutschland-immer-aermer-und-duemmer.html)
Alle politische Kleingeisterei besteht in dem Verschweigen und Bemänteln dessen, was ist. Ferdinand Lassalle (Mitbegründer der deutschen Sozialdemokratie, †1864)
In den wirtschaftlich und gesellschaftspolitisch sehr erfolgreichen Jahrzehnten seit dem Zweiten Weltkrieg wuchs in Deutschland der Stolz auf den Fleiß und die Tüchtigkeit seiner Bürger, auf den stetig steigenden Lebensstandard und den immer weiter ausgebauten Sozialstaat. Die Jahrzehnte des fast ungetrübten Erfolgs haben aber die Sehschärfe der Deutschen getrübt für die Gefährdungen und Fäulnisprozesse im Innern der Gesellschaft.
„Deutschland schafft sich ab?” – welch eine absurde Befürchtung, mögen viele denken, wenn sie dieses solide Land mit seinen 80 Millionen Einwohnern in der Mitte Europas betrachten. Ein Land aber ist das, was es ist durch seine Bewohner und deren lebendige geistige sowie kulturelle Traditionen.
Die Deutschen aber schaffen sich allmählich ab.
Eine Nettoreproduktionsrate (Töchter pro Frau, d. Red.) von 0,7 oder weniger, wie wir sie seit 40 Jahren haben, bedeutet ja nichts anderes, als dass die Generation der Enkel jeweils halb so groß ist wie die der Großväter. Die Geburtenzahl sank in Deutschland von über 1,3 Millionen jährlich in der ersten Hälfte der Sechzigerjahre auf 650 000 im Jahr 2009 ab.
Geht das so weiter – und warum sollte sich etwas ändern an diesem Trend, der schon über vier Jahrzehnte anhält –, dann wird in 90 Jahren die Zahl der Geburten in Deutschland bei rund 200 000 bis 250 000 liegen. Höchstens die Hälfte davon werden Nachfahren der 1965 in Deutschland lebenden Bevölkerung sein.
Die Deutschen hätten sich damit quasi abgeschafft. Manche mögen dieses Schicksal als gerechte Strafe empfinden für ein Volk, in dem einst SS-Männer gezeugt wurden – nur so lässt sich die zuweilen durchscheinende klammheimliche Freude über die deutsche Bevölkerungsentwicklung erklären.
Andere trösten sich damit, dass auch ein kleines Volk leben und überleben kann, und verweisen auf Dänemark mit seinen rund 5 Millionen Einwohnern. Deutschland wäre dann eben künftig ein Dänemark auf etwas größerer Fläche. Ginge das nicht auch? Was wäre daran so schlimm?
http://bilder.bild.de/BILD/politik/2010/03/15/thilo-sarrazin-spd-lehnt-partei-ausschluss/sarrazin-15374986-mfbq,templateId=renderScaled,property=Bild,width=2 27.jpg
Vernünftig diskutiert haben wir über die demografische Entwicklung in Deutschland in den letzten 45 Jahren nicht. Wer nicht mit im Strom der Beschwichtiger und Verharmloser schwamm, wer sich gar besorgt zeigte, der musste bald frustriert erkennen, dass er alleine stand, und nicht selten fand er sich in die völkische Ecke gestellt.
Über die Folgen des Geburtenrückgangs durfte man Jahrzehnte überhaupt nichts sagen, wenn man nicht unter völkischen Ideologieverdacht geraten wollte. Das hat sich inzwischen geändert, da die Generation der Achtundsechziger Angst um ihre Rente bekommen hat. Aber jetzt ist es 40 Jahre zu spät.
Die sozialen Belastungen einer ungesteuerten Migration waren stets tabu, und schon gar nicht durfte man darüber reden, dass Menschen unterschiedlich sind – nämlich intellektuell mehr oder weniger begabt, fauler oder fleißiger, mehr oder weniger moralisch gefestigt – und dass noch so viel Bildung und Chancengleichheit daran nichts ändert.
Es war tabu, darüber zu reden,
• dass man zwar 90 % der Schüler einer Jahrgangsstufe zur Hochschulreife führen kann, aber dennoch nicht einmal 10 % von diesen den Anforderungen eines Mathematikstudiums gewachsen sind
• dass wir als Volk an durchschnittlicher Intelligenz verlieren, wenn die intelligenteren Frauen weniger oder gar keine Kinder zur Welt bringen
• dass der Einzelne selbst für sein Verhalten verantwortlich ist und nicht die Gesellschaft.
„Wer nicht lernt, bleibt unwissend. Wer zu viel isst, wird dick.” Solche Wahrheiten auszusprechen, gilt als politisch inkorrekt, ja als lieblos und eigentlich unmoralisch – zumindest aber ist es unklug, wenn man in politische Ämter gewählt werden möchte.
Die Tendenz des politisch korrekten Diskurses geht dahin, die Menschen von der Verantwortung für ihr Verhalten weitgehend zu entlasten, indem man auf die Umstände verweist, durch die sie zu Benachteiligten oder gar zu Versagern werden:
• Kann ein Schüler dem Unterricht nicht folgen, so liegt das an der Bildungsferne des Elternhauses.
• Leiden Kinder aus einfachen Verhältnissen auffallend häufig an Übergewicht infolge Bewegungsmangel, so liegt das nicht an der Vernachlässigung durch die Eltern, sondern an der sozialen Notlage der Familie.
• Machen die Kinder von Alleinerziehenden in pädagogischer Hinsicht Schwierigkeiten, so ist dafür die Gesellschaft verantwortlich, die den Alleinerziehenden nicht genügend Unterstützung gewährt. Dabei wäre doch zu fragen, welche gesellschaftlichen Umstände und individuellen Dispositionen dazu führen, dass es so viele Alleinerziehende gibt, und was man dagegen tun kann.
• Sprechen türkische Migranten auch in der dritten Generation noch nicht richtig deutsch, so wird eine Integrationsfeindlichkeit des Umfeldes ausgemacht. Aber warum, so fragt man sich, beobachtet man diese Schwierigkeiten bei fast allen anderen Migrantengruppen nicht?
So wurde viel zu lange übersehen, dass die Alterung und Schrumpfung der deutschen Bevölkerung einhergeht mit qualitativen Veränderungen in deren Zusammensetzung. Über die schiere Abnahme der Bevölkerung hinaus gefährdet vor allem die kontinuierliche Zunahme der weniger Stabilen, weniger Intelligenten und weniger Tüchtigen die Zukunft Deutschlands.
http://bilder.bild.de/BILD/politik/2010/08/23/thilo-sarrazin/buch-sarrazin-17370632-mfbh,templateId=renderScaled,property=Bild,width=2 27.jpg
* „Deutschland schafft sich ab. Wie wir unser Land aufs Spiel setzen“, Deutsche Verlags-Anstalt, 464 S., 22,99 Euro. Ab 30. August im Handel
Das Realeinkommen des einzelnen Erwerbstätigen steigt schon seit 20 Jahren nicht mehr, spätestens in 10 Jahren wird es sinken, und das wird infolge der demografischen Verschiebungen ein nachhaltiger Trend sein.
Solche Prognosen scheinen nicht zu den aktuellen Exporterfolgen der deutschen Volkswirtschaft zu passen, nicht zur Exzellenzinitiative an den deutschen Universitäten und nicht zu den vielen guten Nachrichten, über die wir uns täglich freuen dürfen. Deutschland ist, wirtschaftlich gesehen, in der Spätphase eines Goldenen Zeitalters, das um 1950 begann und langsam zu Ende geht.
Doch das nutzt alles nichts, wenn wir die Grundlagen künftiger Wohlstandssteigerung aufzehren, und genau das tun wir, quantitativ und qualitativ:
• quantitativ, weil seit 45 Jahren jede neue Generation etwa ein Drittel kleiner ist als die vorhergehende, während gleichzeitig die Lebenserwartung steigt,
• qualitativ, weil sich die Bildungsfähigkeit und die Bildungsvoraussetzungen der Neugeborenen kontinuierlich verschlechtern und die Mentalität zu verkümmern scheint, die die Grundlage jeden produktiven Aufbruchs ist.
Wir nehmen als unvermeidlich hin, dass Deutschland kleiner und dümmer wird.
Wir wollen nicht darüber nachdenken, geschweige denn darüber sprechen. Aber wir machen uns Gedanken über das Weltklima in 100 oder 500 Jahren.
Mit Blick auf das deutsche Staatswesen ist das völlig unlogisch, denn beim gegenwärtigen demografischen Trend wird Deutschland in 100 Jahren noch 25 Millionen, in 200 Jahren noch 8 Millionen und in 300 Jahren noch 3 Millionen Einwohner haben. Warum sollte uns das Klima in 500 Jahren interessieren, wenn das deutsche Gesellschaftsprogramm auf die Abschaffung der Deutschen hinausläuft?
Sich um Deutschland als Land der Deutschen Sorgen zu machen, gilt fast schon als politisch inkorrekt.
Das erklärt die vielen Tabus und die völlig verquaste deutsche Diskussion zu Themen wie Demografie, Familienpolitik und Zuwanderung (http://fact-fiction.net/BILD/politik/2010/06/10/thilo-sarrazin/diskussion-bildung-einwanderer-machen-deutschland-duemmer.html). Ich glaube, dass wir ohne einen gesunden Selbstbehauptungswillen als Nation unsere gesellschaftlichen Probleme nicht lösen werden.
Morgen lesen Sie: „Wenn ich den Muezzin hören will, buche ich Urlaub im Morgenland“
RSS Fakten_Fiktionen
23.08.2010, 07:49
Hier der heutige Sarrazin-Vorabdruck im SPIEGEL! Allererste Sahne (Dank für Tipp an Willanders):
Weiterlesen... (http://fact-fiction.net/?p=4863)
Eigentlich sagt ja Sarrazin nichts Neues. Die Leute regen sich nur immer darüber auf, wie drastisch er es formuliert. Aber genau das ist nötig.
Ich freu mich schon auf den Artikel von Morgen.
FreeEurope
23.08.2010, 08:44
Unbedingt ganz lesen >>> http://img842.imageshack.us/img842/1263/sarrazinspiegel.jpg
Ich persönlich will sie nicht integrieren, ich will sie raus haben :nicken Samt ihren Mondgott http://2.bp.blogspot.com/_sr8qUCo8jys/S8H-Qr6APDI/AAAAAAAABhI/LEjXvcNHPig/s400/cast1_Mondgott+Allah_cast2.jpg
Meine Haltung zu Sarrazin ist nach wie vor ambivalent.
Den Dienstherren Wowereit hat er bereitwilligst bedient, großes Maul leistet er sich seit relativer Unabhängigkeit.
Auf Grund seiner Einsicht in das System und seiner recht schonungslosen Ausdrucksweisen ist er aber inzwischen glaubwürdig.
Sehe ich ähnlich. :icon_tup:
Liebe Leser, WELT ONLINE hat die Kommentarfunktion für diesen Artikel vorübergehend geschlossen. Wir bitten um Ihr Verständnis. (http://www.welt.de/politik/deutschland/article9142989/Thilo-Sarrazin-will-Deutschland-vor-Muslimen-retten.html)
Wen wundert es..... ! ;)
Cherusker
23.08.2010, 08:47
Es ist das Recht einer jeden Gesellschaft, selbst zu entscheiden, wen sie aufnehmen will, und jedes Land hat das Recht, dabei auf die Wahrung seiner Kultur und seiner Traditionen zu achten.
Aus gutmenschlicher Sicht gilt diese Selbstverständlichkeit für alle Gesellschaften und Länder, nur nicht für Deutschland, das immer mehr zum Spielball von Schmarotzern und Opportunisten wird.
Meine Haltung zu Sarrazin ist nach wie vor ambivalent.
Den Dienstherren Wowereit hat er bereitwilligst bedient, großes Maul leistet er sich seit relativer Unabhängigkeit.
Auf Grund seiner Einsicht in das System und seiner recht schonungslosen Ausdrucksweisen ist er aber inzwischen glaubwürdig.
Vielleicht mußte auch er erstmal eine Entwicklung durchmachen, die ihn zu diesen Erkenntnissen brachte?
Cherusker
23.08.2010, 09:03
Meine Haltung zu Sarrazin ist nach wie vor ambivalent.
Den Dienstherren Wowereit hat er bereitwilligst bedient, großes Maul leistet er sich seit relativer Unabhängigkeit.
Auf Grund seiner Einsicht in das System und seiner recht schonungslosen Ausdrucksweisen ist er aber inzwischen glaubwürdig.
Das ist eben das Problem.
Warum können Tatsachen und Fakten nicht als solche betrachtet werden?
Muß man immer wieder fragen, wer etwas gesagt hat, statt sich zuerst mit dem Wahrheitsgehalt der jeweiligen Aussage zu beschäftigen?
Ist etwas Richtiges oder Gutes nur dann richtig oder gut, wenn es nicht von einem schlechten Menschen gesagt bzw. getan wurde?
Sarrazin nennt Fehlentwicklungen unserer Gesellschaft beim Namen, nicht mehr und nicht weniger. Wir sollten uns mehr mit diesen Aussagen und weniger mit seiner Person auseinandersetzen.
Cherusker
23.08.2010, 09:14
Eigentlich sagt ja Sarrazin nichts Neues.
Eigentlich sagt er nichts Neues, aber viele Menschen in unserem Land wollen es gar nicht wissen.
Einem Teil der Bevölkerung verdirbt er den Spaß und einem anderen gefährdet er das Geschäft.
Und dann gibt es nach wie vor eine Gruppe, die beharrlich darauf besteht, daß nicht sein kann, was nicht sein darf. Ruhe sei die erste Bürgerpflicht!
FreeEurope
23.08.2010, 09:30
Morgen lesen Sie: „Wenn ich den Muezzin hören will, buche ich Urlaub im Morgenland“
Genau :gröhl:
Sehr Geiler ausschnitt , ich werde mir das Buch auch bestellen. Man sollte den Auszug ganz lesen ... es lohnt sich .
http://img842.imageshack.us/img842/1263/sarrazinspiegel.jpg
Hoffentlich hören wir noch mehr von ihm.
RSS - Jungefreiheit
23.08.2010, 10:11
BERLIN. Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin (SPD) hat seine Kritik am Umgang der deutschen Politik...
Weiterlesen... (http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display-mit-Komm.154+M567c4339c27.0.html)
BlackColla
23.08.2010, 10:52
ich vertraue keinem politiker.
und vorallem traue ich niemandem, der mit geschlossenem visier kämpft.
mögen seine worte beifall finden und so manchem die augen öffnen, ich für meinen teil werde mich niemals mit politikern gemein machen!
Cherusker
23.08.2010, 12:27
ich vertraue keinem politiker.
und vorallem traue ich niemandem, der mit geschlossenem visier kämpft.
mögen seine worte beifall finden und so manchem die augen öffnen, ich für meinen teil werde mich niemals mit politikern gemein machen!
Man muß doch nicht gleich einem Politiker vertrauen, wenn man dessen Argumente der eigenen Argumentation einverleibt.
Aber man kann so seinen Standpunkt festigen.
Austrittsforderungen "Sarrazins Thesen sind absurde Ergüsse"
http://www.tagesspiegel.de/images/heprodimagesfotos83120100824sarrazin-jpg/1909934.jpg;jsessionid=BBCCA48C85390FD02F6F6AD1D10 B521C?format=format1 (http://www.tagesspiegel.de/images/heprodimagesfotos83120100824sarrazin-jpg/1909934.html;jsessionid=BBCCA48C85390FD02F6F6AD1D1 0B521C?view=lightbox)Bild vergrößern (http://www.tagesspiegel.de/images/heprodimagesfotos83120100824sarrazin-jpg/1909934.html;jsessionid=BBCCA48C85390FD02F6F6AD1D1 0B521C?view=lightbox)
Auch der heimatliche Ortsverein geht auf Distanz zum Ex-Senator. - Foto: Thilo Rückeis
SPD-Landeschef Michael Müller kritisiert das Buch "Deutschland schafft sich ab" des Ex-Senators Thilo Sarrazin. Genossen fordern seinen Austritt aus der SPD.
In der Berliner SPD wächst der Druck auf den früheren Finanzsenator Thilo Sarrazin, das rote Parteibuch zurückzugeben. „Seine Positionen haben absolut nichts mit sozialdemokratischer Integrationspolitik oder überhaupt mit demokratischer Politik zu tun“, sagte der SPD-Landeschef Michael Müller dem Tagesspiegel. Die reine Lust an der Provokation treibe ihn zu „immer fragwürdigeren und menschenverachtenden Aussagen“. Anlass der Kritik ist ein Buch Sarrazins über muslimische Migranten, das Ende August erscheint. Der Titel: „Deutschland schafft sich ab“. SPD-Chef Müller sprach von „absurden Ergüssen“.
Für den Spandauer SPD-Kreischef Rahed Saleh gehört der Ex-Senator und Bundesbanker nicht in die SPD, sondern „zu den Rechtspopulisten von Pro Deutschland oder in die NPD“. Saleh, der in West-Jordanien geboren ist, sieht Sarrazins Positionen „völlig quer zur Sozialdemokratie“. Er grenze aus, stigmatisiere und schüre Vorurteile. Mit seinem Buch reihe er sich endgültig in die anti-islamische Hetze ein, die von Ultrarechten wie Geert Wilders oder Patrik Brinkmann europaweit angeheizt werde. Saleh erwartet vom SPD-Parteichef Sigmar Gabriel und Landeschef Müller, „dass sie Sarrazin auffordern, die SPD zu verlassen“.
Auch Robert Drewnicki, der die SPD-Abteilung Neu-Westend leitet, in der Sarrazin organisiert ist, forderte den Genossen „dringend auf, sein Parteibuch abzugeben“. Als gegen den Finanz- und Wirtschaftsexperten, der 1974 in die SPD eintrat, auf Betreiben der Spandauer und Pankower Sozialdemokraten 2009 ein Parteiordnungsverfahren eingeleitet wurde, hatte sich der Ortsverein noch zurückgehalten. Erst nachdem Sarrazin während eines Vortrags in Hessen die These vertreten hatte, dass Deutschland wegen der wachsenden Zahl der Muslime „durchschnittlich dümmer wird“, luden ihn die Charlottenburger Parteifreunde zur internen Diskussion ein. Aus Termingründen sagte er ab und verteidigte in einem kurzen Brief seine Positionen. „Die Abteilung forderte daraufhin ihr Mitglied Thilo Sarrazin auf, sich von seinen Äußerungen zu distanzieren oder zu überlegen, ob er die Partei nicht verlassen will“, sagte der Vorsitzende Drewnicki.
Die Abgeordnete Ülker Radziwill, die die SPD-Arbeitsgruppe „Migration“ leitet, warf Sarrazin am Montag eine „menschenverachtende Grundhaltung“ vor. Sein Weltbild über Muslime sei diffamierend und gefährlich. Wer Menschen allein nach ihrem wirtschaftlichen Mehrwert beurteile, habe in der Sozialdemokratie keine politische Heimat mehr.
Mehr zum Thema
Dokumentiert: "Wer in Deutschland einwandert, ist versorgt" (http://www.tagesspiegel.de/meinung/wer-in-deutschland-einwandert-ist-versorgt/1909020.html;jsessionid=BBCCA48C85390FD02F6F6AD1D1 0B521C)
Bildergalerie: Sarrazins Sprüche (http://www.tagesspiegel.de/mediacenter/fotostrecken/berlin/sarrazins-sprueche/1445990.html;jsessionid=BBCCA48C85390FD02F6F6AD1D1 0B521C)
Ob es ein neues Parteiordnungsverfahren geben wird, bleibt vorerst offen. Im März hatte das SPD-Landesschiedsgericht den Bundesbank-Manager von dem Vorwurf freigesprochen, sich rassistisch geäußert und gegen Grundsätze seiner Partei verstoßen zu haben. Aber der Genosse wurde verwarnt. Der Beschluss des Schiedsgerichts sei „kein Freifahrtschein für alle künftigen Provokationen“. Rundumschläge gegen weite Bevölkerungskreise seien „auf Dauer geeignet, parteischädigend zu sein“, und von einem Mitglied zu unterlassen, das auch in Zukunft die SPD als politische Heimat ansehe.
Der Vorsitzende der Linksfraktion, Udo Wolf, kritisierte Sarrazins neue Veröffentlichung als „unerträglich rechtspopulistisch“ und an der Grenze zur Volksverhetzung. Seine Thesen wirkten „gesellschaftszersetzend“. Auf den Internetseiten von Rechtsparteien hat Sarrazin inzwischen einen festen Platz. Pro Deutschland bemüht sich seit Jahresbeginn erfolglos darum, den SPD-Mann zur Abgeordnetenhauswahl 2011 als Zugpferd für die Rechtspopulisten abzuwerben. Die DVU lobt Sarrazins Thesen und nimmt ihn gegen „politisch korrektes Trommelfeuer“ in Schutz. Auch die NPD gemeindet Sarrazin in einem Papier „gegen die Islamisierung“ wohlwollend ein.
http://www.tagesspiegel.de/berlin/sarrazins-thesen-sind-absurde-erguesse/1909930.html
Marginalie: Ein Sarazene warnt vor dem Ruf der Muezzins
23.08.2010 | 19:04 | NORBERT MAYER (Die Presse)
Thilo Sarrazin polemisiert gegen Deutschlands Immigrationspolitik. „Spiegel“ und „Bild“ assistieren.
Berlin beheimatet ein interessantes Völkergemisch. Ehe dort die mittelalterliche Stadt Cölln entstand, zogen in Urzeiten germanische Stämme durch den Sand von Brandenburg, später wendische Zuzügler. Die slawische Silbe „Berl“ bedeutet „Sumpf“.
Auch Orientalisches bietet die Stadt. So wie das Telefonbuch Auskunft über Wiener Blut gibt, kann man auch aus Berliner Namen Schlüsse ziehen. Heißt man zum Beispiel Thilo Sarrazin, wie der streitbare Bundesbank-Vorstand und Ex-Finanzsenator, stammt man wahrscheinlich aus einer sabäischen Familie, die über Afrika und Spanien nach Frankreich gezogen war. Mit dem französische Wort „sarrasin“ (arabisch-syrische Stämme) wurde im Mittelalter auch die zugewanderte moslemische Bevölkerung bezeichnet.
Von Frankreich aber ist es nur ein kleiner Sprung ins tolerante Berlin. Der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm lud die Hugenotten 1685 ein, die Berliner Wirtschaft zu beleben. Den Herrschern in Preußen waren Ex-Nomaden ebenso willkommen wie die übrigen fleißigen Handwerker, die von der Reaktion aus Frankreich vertrieben wurden. Sie wussten auch: „Ex oriente lux“, selbst wenn das einen ziemlichen Umweg bedeutete. Die Sabäer stammten aus dem Jemen, sie handelten mit Weihrauch. Da kommt man viel herum. Wahrscheinlich hat Herr Sarrazin auch Verwandte bei den Ägyptern, Karthagern, Tuareg und Spaniern. Dass er von Karl dem Großen abstammt, scheint gewiss. Gilt das nicht für uns alle?
Nein, meint Thilo Sarrazin, und zieht in seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ eine klare Grenze. Für einen Vorabdruck aus dem brisanten Kapitel „Zuwanderung und Integration“ hat sich der sozialdemokratische Rebell das deutsche Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ ausgesucht. Unter dem radikalen leninistischen Titel „Was tun?“ werden dort die „Folgen einer missglückten Einwanderungspolitik“ debattiert. Im Massenblatt „Bild“, das ebenfalls am Montag eine Serie zum Vorabdruck begann, werden Sarrazins „drastische Thesen über unsere Zukunft“ viel plastischer angekündigt: „Deutschland wird immer ärmer und dümmer!“
Pardauz! Im Herbst 2009 hatte er noch das Literaturmagazin „Lettre International“ für seine Thesen benutzt und im Interview vor jener Gruppe von Einwanderern gewarnt, die „ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert“. Das war damals ein Skandal. Jetzt also „Bild“-Niveau. Er mag den Ruf der Muezzins nicht. Der Ton des Buches ist polemisch. Sarrazin hält die Einwanderung der Gastarbeiter für einen „gigantischen Irrtum“, kritisiert, „dass wir als Volk an durchschnittlicher Intelligenz verlieren, wenn die intelligenten Frauen weniger oder gar keine Kinder zur Welt bringen“.
Als Kontrast werden Frauen türkischer Herkunft genannt, sie haben eine doppelt so hohe Geburtenrate. Das stört einen, der meint, dass die Grenze Europas „ganz klar am Bosporus zu ziehen“ sei. Immerhin bis Stambul, das ist ein Fortschritt. Als erste Sarazenen sich nach Europa aufmachten, verlief die Grenze wohl noch mitten durch die Lausitz.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.08.2010)
http://diepresse.com/home/meinung/marginalien/589522/index.do
Integrationspolitik Sarrazin bringt SPD erneut gegen sich auf
Montag 23.08.2010, 19:34
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Der Provokateur: Thilo Sarrazin
"Zweimal Hausaufgaben nicht gemacht, Kindergeld um 50 Prozent gekürzt. Was meinen Sie, was auf einmal die Hausaufgaben gemacht werden.“
(Chef-Provokateur Thilo Sarrazin auf einer Diskussionsveranstaltung am 9. März 2010 in Wiesbaden)
"Kalt duschen ist doch eh viel gesünder. Ein Warmduscher ist noch nie weit gekommen im Leben.“
(Bundesbank-Vorstand und Ex-Senator Thilo Sarrazin, SPD, in der „Süddeutschen Zeitung“ vom 1. März 2010 zu Einsparmöglichkeiten von Hartz-IV-Empfängern)
Thilo Sarrazin verl�sst Berlin
"Der Haushalt ist objektiv verfassungsfeindlich“
Am kommenden Montag veröffentlicht Bundesbank-Vorstandsmitglied Thilo Sarrazin ein Buch über seine Ansichten zur deutschen Integrationspolitik. Die ersten Vorabdrucke bringen seine Gegner in der Berliner SPD schon jetzt zur Weißglut.
„Nun haben wir es schwarz auf weiß: Sarrazins Positionen sind diffamierend und gefährlich populistisch“, teilte die Partei-Arbeitsgemeinschaft Migration am Montag in Berlin mit. Kritik kam auch aus der Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus und vom Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration.
In vorab veröffentlichten Auszügen aus seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ warnt der 65-Jährige vor einer Überfremdung Deutschlands. Der Ökonom kritisiert, muslimische Einwandererfamilien profitierten überproportional von Sozialleistungen und leisteten keinen Beitrag zum Wohlstand. Sarrazin fordert hohe Hürden für die Zuwanderung und strenge Anforderungen an hier lebende Menschen mit ausländischen Wurzeln.
„Mediensüchtiger Besserwisser“
Die Migrationspolitiker der Berliner SPD warfen dem früheren Finanzsenator vor, Menschen allein nach ihrer wirtschaftlichen Verwertbarkeit zu beurteilen. „Für uns ist Sarrazin schon lange kein Sozialdemokrat mehr“, hieß es in einer Mitteilung. Linksfraktionschef Udo Wolf nannte Sarrazins Äußerungen unerträglich, rechtspopulistisch und an Volksverhetzung grenzend. „Der Ex-Senator beurteilt Menschen lediglich nach der Verwertbarkeit für sein persönliches Wohlbefinden.“
Der Sachverständigenrat acht großer deutscher Stiftungen, der sich mit Fragen der Integration und Zuwanderung beschäftigt, kritisierte: „Der Artikel von Thilo Sarrazin bringt dort, wo er Recht hat, nichts Neues und dort, wo er neu ist, meist eine groteske Mischung von statistisch verbrämten Halbwahrheiten, Vorurteilen, Unterstellungen und bösartigen Verallgemeinerungen.“ Das Gremium bezeichnete Sarrazin als „mediensüchtigen Besserwisser“.
Sarrazin war im März beinahe aus der SPD geflogen. Er hatte in einem Interview Arabern und Türken unterstellt, leistungs- und integrationsunwillig zu sein. Eine Landesschiedskommission urteilte, Sarrazin habe sich zwar „radikal und bis zum Tabubruch“ geäußert, allerdings nicht rassistisch, weil er auch Deutsche kritisiert habe. „Die SPD muss solche provokanten Äußerungen aushalten“, hieß es damals.
jba/dpa
http://www.focus.de/politik/deutschland/integrationspolitik-sarrazin-bringt-spd-erneut-gegen-sich-auf_aid_544496.html
Thilo Sarrazin: Neues Buch – „Deutschland schafft sich ab“
Sorgt mit seinen Thesen immer wieder für Debatten in Deutschland: Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin (65)
Klartext-Politiker Thilo Sarrazin Will ich den Muezzin hören, dann reise ich ins Morgenland
24.08.2010 - 00:04 UHR
Von Thilo Sarrazin
Naiv, gutmenschelnd, verlogen: So beschreibt SPD-Politiker Thilo Sarrazin (65) in „Deutschland schafft sich ab”* die deutsche Zuwanderungspolitik. BILD *dokumentiert das Buch vorab in Auszügen.
Ungesteuerte Zuwanderung konnte zu jeder Zeit staatliche Gebilde gefährden und die Stabilität einer Gesellschaft unterminieren. Das chinesische Kaiserreich hatte deshalb seine Chinesische Mauer, die Römer hatten ihren Limes. Zu keiner Zeit waren die Sicherung des Territoriums und die Regulierung von Zuwanderung trivial. Die um diese Fragen entstehenden Verwicklungen bedrohten Staaten und Gesellschaften häufig im Kern und prägten sie tief, und immer wieder waren sie begleitet von blutigen Orgien und Gewalt.
In deutschen Medien wird dies häufig ausgeblendet. Zuwanderungsfragen werden dort oft mit mahnend erhobenem Zeigefinger behandelt und mit einer Attitüde, die wohl am treffendsten charakterisiert wird durch das Sprüchlein: „Piep, piep, piep, wir haben uns alle lieb.” Dieser Ansatz ist so unhistorisch wie albern. Umso bedauerlicher ist es, dass sich die deutsche politische Klasse ihre Haltung zu Migrationsfragen weitgehend von Stimmen aus den Medien diktieren lasst. Sie läuft damit Gefahr, sich sowohl vom Kern der Probleme als auch vom Volk zu entfernen.
Der wachsende Zulauf, den rechte populistische Bewegungen in vielen europäischen Ländern zu verzeichnen haben – oder auch die Volksabstimmung zur Zulässigkeit von Minaretten, wie sie in der Schweiz durchgeführt wurde –, sind Folgen der überwiegend unhistorischen, naiven und opportunistischen staatlichen Migrationspolitik in Europa.
In allen betroffenen Ländern – ob England, Frankreich, Deutschland, Niederlande, Belgien, Dänemark oder Norwegen – macht man bei der Gruppe der muslimischen Migranten vergleichbare Beobachtungen, nämlich
• unterdurchschnittliche Integration in den Arbeitsmarkt
• überdurchschnittliche Abhängigkeit von Sozialtransfers
• unterdurchschnittliche Bildungsbeteiligung
• überdurchschnittliche Fertilität
• räumliche Segregation mit der Tendenz zur Bildung von Parallelgesellschaften
• überdurchschnittliche Religiosität mit wachsender Tendenz zu traditionalen beziehungsweise fundamentalistischen Strömungen des Islam
• überdurchschnittliche Kriminalität, von der „einfachen” Gewaltkriminalität auf der Straße bis hin zur Teilnahme an terroristischen Aktivitäten.
In Deutschland arbeitet ein Heer von Integrationsbeauftragten, Islamforschern, Soziologen, Politologen, Verbandsvertretern und eine Schar von naiven Politikern Hand in Hand und intensiv an Verharmlosung, Selbsttäuschung und Problemleugnung.
Besonders beliebt ist es, den Kritikern des Islam mangelnde Liberalität vorzuwerfen. Dabei geht ein wichtiger Unterschied unter: Liberal kann, ja muss man gegenüber Überzeugungen und Lebensformen sein, die sich von den eigenen unterscheiden. Diese Liberalität darf sich aber nicht auf jene erstrecken, die abweichende Überzeugungen und Lebensformen nicht dulden wollen. Der 18-jährige Mordschütze Ayham Sürücü, der im Februar 2005 in Berlin im Auftrag seiner strenggläubigen türkisch-kurdischen Großfamilie seine fünf Jahre ältere Schwester Hatun Sürücü erschoss, weil sie anders lebte, war streng religiös und Repräsentant einer breiten Meinungsrichtung unter Muslimen. Ist illiberal, wer solche Art von Religion mit einem Unwerturteil versieht, auch wenn sie nicht gleich zu einem Mord führt?
Dass das starke Wachstum einer muslimischen Minderheit in Europa Besorgnisse hervorruft, muss wahrhaftig nicht mit Fremdenhass erklärt werden.
Für die muslimischen Migranten in Deutschland lässt sich eine unterdurchschnittliche Erwerbsbeteiligung feststellen. Nur 33,9 Prozent von ihnen beziehen ihren überwiegenden Lebensunterhalt aus Berufs- und Erwerbstätigkeit. Bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund sind es 43 Prozent.
Häufig wird darauf verwiesen, dass besonders viele muslimische Migranten selbstständig tätig seien. So gibt es in Deutschland rund 80000 Selbstständige mit türkischem Migrationshintergrund, davon 40000 im Lebensmitteleinzelhandel. Allerdings liegt auch die Selbstständigenquote der muslimischen Migranten weit unter der der deutschen Bevölkerung und anderer Migrantengruppen – im Jahr 2007 bei nur 6,8 Prozent, im Vergleich zu Migranten aus EU-Staaten (12,4 Prozent), aus Südostasien (13,9 Prozent) und Selbstständigen ohne Migrationshintergrund (10,4 Prozent).
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„Deutschland schafft sich ab. Wie wir unser Land aufs Spiel setzen“
* „Deutschland schafft sich ab. Wie wir unser Land aufs Spiel setzen“, Deutsche Verlags-Anstalt, 464 S., 22,99 Euro. Ab 30. August im Handel
Relativ zur Erwerbsbevölkerung leben bei den muslimischen Migranten viermal so viel Menschen von Arbeitslosengeld und Hartz IV wie bei der deutschen Bevölkerung. Ganz anders stellt sich die Lage bei den Migranten aus den EU-Staaten dar. Deren Erwerbsquote ist mit 44,2 Prozent sogar noch etwas höher als die der einheimischen Deutschen.
Von den in Deutschland lebenden Menschen mit muslimischem Migrationshintergrund haben 30 Prozent überhaupt keinen Schulabschluss und nur 14 Prozent Abitur. Es ist aufschlussreich, dass die Migranten aus der EU sowie aus Süd- und Ostasien vergleichbare Probleme nicht haben. Die Kinder von Vietnam-Vertragsarbeitern aus der ehemaligen DDR machen sogar zu 80 Prozent Abitur, ein höherer Anteil als bei den Deutschen.
Diskriminierung scheidet als Grund für diese mangelhaften Erfolge der muslimischen Migranten aus, denn Migrantengruppen aus Fernost oder Indien, die eher noch fremdartiger aussehen als Türken und Araber, schneiden teilweise sogar besser ab als die Deutschen. Der relative Misserfolg kann wohl auch kaum auf angeborene Fähigkeiten und Begabungen zurückgeführt werden, denn er betrifft muslimische Migranten unterschiedlicher Herkunft gleichermaßen. Rätsel gibt auch auf, warum die Fortschritte in der zweiten und dritten Generation, soweit sie überhaupt auftreten, bei muslimischen Migranten deutlich geringer sind als bei anderen.
Ein Teil der Deutschen – auch der Elite – hat das Problem noch gar nicht verstanden. In deren Lebens-, Wohn- und Arbeitswelt kommen muslimische Migranten ja nur als Reinigungskräfte oder als fremdartige Kulisse beim gelegentlichen Besuch in Berlin-Kreuzberg vor. Ein Teil der Intellektuellen und der liberalen Presse scheint sogar eine klammheimliche Freude zu empfinden, dass muslimische Einwanderung die deutsche Gesellschaft untergräbt.
Was tat denn der amerikanische Staat für die Integration der einwandernden Deutschen, Juden, Iren oder Italiener? Die integrierten sich selbst, weil sie gar keine andere Wahl hatten, wenn sie nicht untergehen wollten. Da gab es keine Sozialhilfe für Importbräute. Die mangelnde Integration liegt an den Attitüden der muslimischen Einwanderer.
Ich möchte, dass auch meine Urenkel in 100 Jahren noch in Deutschlandleben können, wenn sie dies wollen. Ich möchte nicht, dass das Land meiner Enkel und Urenkel zu großen Teilen muslimisch ist, dass dort über weite Strecken türkisch und arabisch gesprochen wird, die Frauen ein Kopftuch tragen und der Tagesrhythmus vom Ruf der Muezzine bestimmt wird. Wenn ich das erleben will, kann ich eine Urlaubsreise ins Morgenland buchen.
Ich möchte nicht, dass wir zu Fremden im eigenen Land werden.
Morgen lesen Sie: Erziehung und Bildung scheitern in Deutschland nicht am Geld, sondern am Willen
http://www.bild.de/BILD/politik/2010/08/24/thilo-sarrazin/neues-buch-deutschland-schafft-sich-ab.html
RSS Fakten_Fiktionen
24.08.2010, 06:51
Hier gleich die zweite Folge von Thilo Sarrazin in BILD heute:
Weiterlesen... (http://fact-fiction.net/?p=4871)
Cherusker
24.08.2010, 08:48
In Deutschland arbeitet ein Heer von Integrationsbeauftragten, Islamforschern, Soziologen, Politologen, Verbandsvertretern und eine Schar von naiven Politikern Hand in Hand und intensiv an Verharmlosung, Selbsttäuschung und Problemleugnung.
Die Frage ist, ob diese Politiker wirklich so naiv sind, denn sie waren ja gewitzt genug, um es in der Parteieenhierarchie wenigstens bis zum "Lautsprecher" gebracht zu haben.
Vielleicht hofft mancher, viel mehr als nur "dreißig Silberlinge" zu gewinnen.
RSS - Jungefreiheit
24.08.2010, 11:40
BERLIN. Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin (SPD) hat seine Kritik am Umgang der deutschen Politik...
Weiterlesen... (http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display-mit-Komm.154+M567c4339c27.0.html)
Störungsmelder
Wir müssen reden. Über Nazis.
“Sarrazins Thesen sind absurde Ergüsse”
Von Störungsmelder 24. August 2010 um 10:49 Uhr
Ex-Senator Sarrazin erhält für sein neues Buch viel Applaus aus der rechten Szene © dpa
SPD-Landeschef Michael Müller kritisiert das Buch “Deutschland schafft sich ab” des Ex-Senators Thilo Sarrazin. Genossen fordern seinen Austritt aus der SPD.
Von Tagesspiegel-Autor Ulrich Zawatka-Gerlach
In der Berliner SPD wächst der Druck auf den früheren Finanzsenator Thilo Sarrazin, das rote Parteibuch zurückzugeben. „Seine Positionen haben absolut nichts mit sozialdemokratischer Integrationspolitik oder überhaupt mit demokratischer Politik zu tun“, sagte der SPD-Landeschef Michael Müller dem Tagesspiegel. Die reine Lust an der Provokation treibe ihn zu „immer fragwürdigeren und menschenverachtenden Aussagen“. Anlass der Kritik ist ein Buch Sarrazins über muslimische Migranten, das Ende August erscheint. Der Titel: „Deutschland schafft sich ab“. SPD-Chef Müller sprach von „absurden Ergüssen“.
Für den Spandauer SPD-Kreischef Rahed Saleh gehört der Ex-Senator und Bundesbanker nicht in die SPD, sondern „zu den Rechtspopulisten von Pro Deutschland oder in die NPD“. Saleh, der in West-Jordanien geboren ist, sieht Sarrazins Positionen „völlig quer zur Sozialdemokratie“. Er grenze aus, stigmatisiere und schüre Vorurteile. Mit seinem Buch reihe er sich endgültig in die anti-islamische Hetze ein, die von Ultrarechten wie Geert Wilders oder Patrik Brinkmann europaweit angeheizt werde. Saleh erwartet vom SPD-Parteichef Sigmar Gabriel und Landeschef Müller, „dass sie Sarrazin auffordern, die SPD zu verlassen“.
Auch Robert Drewnicki, der die SPD-Abteilung Neu-Westend leitet, in der Sarrazin organisiert ist, forderte den Genossen „dringend auf, sein Parteibuch abzugeben“. Als gegen den Finanz- und Wirtschaftsexperten, der 1974 in die SPD eintrat, auf Betreiben der Spandauer und Pankower Sozialdemokraten 2009 ein Parteiordnungsverfahren eingeleitet wurde, hatte sich der Ortsverein noch zurückgehalten. Erst nachdem Sarrazin während eines Vortrags in Hessen die These vertreten hatte, dass Deutschland wegen der wachsenden Zahl der Muslime „durchschnittlich dümmer wird“, luden ihn die Charlottenburger Parteifreunde zur internen Diskussion ein. Aus Termingründen sagte er ab und verteidigte in einem kurzen Brief seine Positionen. „Die Abteilung forderte daraufhin ihr Mitglied Thilo Sarrazin auf, sich von seinen Äußerungen zu distanzieren oder zu überlegen, ob er die Partei nicht verlassen will“, sagte der Vorsitzende Drewnicki.
Die Abgeordnete Ülker Radziwill, die die SPD-Arbeitsgruppe „Migration“ leitet, warf Sarrazin am Montag eine „menschenverachtende Grundhaltung“ vor. Sein Weltbild über Muslime sei diffamierend und gefährlich. Wer Menschen allein nach ihrem wirtschaftlichen Mehrwert beurteile, habe in der Sozialdemokratie keine politische Heimat mehr.
Ob es ein neues Parteiordnungsverfahren geben wird, bleibt vorerst offen. Im März hatte das SPD-Landesschiedsgericht den Bundesbank-Manager von dem Vorwurf freigesprochen, sich rassistisch geäußert und gegen Grundsätze seiner Partei verstoßen zu haben. Aber der Genosse wurde verwarnt. Der Beschluss des Schiedsgerichts sei „kein Freifahrtschein für alle künftigen Provokationen“. Rundumschläge gegen weite Bevölkerungskreise seien „auf Dauer geeignet, parteischädigend zu sein“, und von einem Mitglied zu unterlassen, das auch in Zukunft die SPD als politische Heimat ansehe.
Der Vorsitzende der Linksfraktion, Udo Wolf, kritisierte Sarrazins neue Veröffentlichung als „unerträglich rechtspopulistisch“ und an der Grenze zur Volksverhetzung. Seine Thesen wirkten „gesellschaftszersetzend“. Auf den Internetseiten von Rechtsparteien hat Sarrazin inzwischen einen festen Platz. Pro Deutschland bemüht sich seit Jahresbeginn erfolglos darum, den SPD-Mann zur Abgeordnetenhauswahl 2011 als Zugpferd für die Rechtspopulisten abzuwerben. Die DVU lobt Sarrazins Thesen und nimmt ihn gegen „politisch korrektes Trommelfeuer“ in Schutz. Auch die NPD gemeindet Sarrazin in einem Papier „gegen die Islamisierung“ wohlwollend ein.
http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2010/08/24/sarrazins-thesen-sind-absurde-ergusse_4404
Habs grade eben bestellt :D
Traurig ist meist ja nur, das fürLeute wie usn da nicht mehr viel erschreckendes drinsteht, was wir nicht schon wissen udn das usn schlaflos macht, aber es ist ein gutes Mittel das thema mal behutsam an verwandte und bekannte heran zu führen (wobei man vorher ruhig neutral zum thema agieren kann, die fakten sprechen für sich), damit diese auch die Wahrheit erkennen (hat bei mir dreimal gut funktioniert)! :icon_tup:
RSS - Jungefreiheit
24.08.2010, 15:11
BERLIN. Politiker von SPD, Linkspartei und Grünen sowie Vertreter von Einwandererverbänden haben...
Weiterlesen... (http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display-mit-Komm.154+M5fbd926e835.0.html)
RSS - Jungefreiheit
24.08.2010, 15:51
BERLIN. Politiker von SPD, Linkspartei und Grünen sowie Vertreter von Einwandererverbänden haben...
Weiterlesen... (http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display-mit-Komm.154+M5fbd926e835.0.html)
halal?nein_danke
24.08.2010, 16:24
http://www.blick.ch/news/schweiz/werden-auch-wir-immer-duemmer-und-aermer-153931
24.08.2010 Presseerklärung des Interkulturellen Rates in Deutschland
"Ein Rassist im Vorstand der Deutschen Bundesbank"
Bisher waren Thilo Sarrazin antimuslimische Vorurteile vorzuwerfen, wenn er z.B. davon sprach: ‚Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue Kopftuchmädchen produziert.’ In dem vom SPIEGEL am 23. August 2010 veröffentlichten Auszug aus dem Buch ‚Deutschland schafft sich ab’ geht Sarrazin einen Schritt weiter: Er befürwortet die gesetzliche Diskriminierung von Muslimen.
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Sarrazin will hierzu das deutsche Sozial- und Aufenthaltsrecht ändern: ‚Was vernünftig ist, ist stets auch möglich. Das Grundgesetz ist schon für weitaus unbedeutendere Fragen geändert worden.’ „Um Muslime diskriminieren zu können, ist Sarrazin offensichtlich auch zu einer Grundgesetzänderung bereit. Das ist Rassismus pur“, so Jürgen Micksch, der Vorsitzende des Interkulturellen Rates.
Seit den Wahlen im Mai 2010 in Nordrhein-Westfalen ist es um die antimuslimischen Kampagnen von NPD und pro NRW still geworden. Bei den Wahlen erreichten sie zusammen gerade einmal 2 Prozent. Sarrazin weist nun als Vorbild auf Länder wie Holland, Belgien und Dänemark hin, in denen ‚rechtsnationale Strömungen stärker an Boden gewonnen’ haben. „Damit macht er sich zum Fürsprecher rechtsextremistischer und rassistischer Parteien und Bewegungen“, erklärte Micksch weiter.
Besonders die SPD muss sich inhaltlich mit ihrem Mitglied Sarrazin auseinandersetzen. Dabei ist mehr erforderlich als ein Parteiausschlussverfahren. Denn das könnte zur Folge haben, dass Thilo Sarrazin in die Arme von NPD und pro Deutschland getrieben wird, die Sarrazin schon einige Zeit als Vorbild feiern und seit langem nach einer politischen Führungsperson suchen.
„Für die angesehene Deutsche Bundesbank ist es eine Schande, einen Rassisten im Vorstand zu haben. Offensichtlich war es keine gute Lösung, Herrn Sarrazin von Aufgaben zu entbinden und ihm damit die Zeit ließen, ein Buch zu schreiben und seine rassistischen Überzeugungen in Vorträgen zu verbreiten“, so Jürgen Micksch abschließend.
http://www.islamische-zeitung.de/?id=13646
24.8.2010
Eine „Schande“
Breite Kritik an Sarrazins Migrationsthesen
Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin erntet für seine neuerlichen Thesen zur Migration in Deutschland breite Kritik. Der Interkulturelle Rat in Deutschland nennt ihn einen Rassisten, Integrations-Staatsministerin Maria Böhmer seine Äußerungen polemisch, diffamierend und verletzend. Angezweifelt werden auch Sarrazins angeführte Statistiken.
* Interkultureller Rat
Der Interkulturelle Rat in Deutschland hat dem Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin vorgeworfen, ein Rassist zu sein. Der frühere Berliner SPD-Finanzsenator befürworte eine gesetzliche Diskriminierung von Muslimen und mache sich zum Fürsprecher rechtsextremistischer Parteien und Bewegungen, erklärte der Rat am Dienstag in Darmstadt.
Für die angesehene Deutsche Bundesbank sei es eine Schande, einen Rassisten im Vorstand zu haben. Zur Begründung verwies der Interkulturelle Rat auf einen in der neuesten Ausgabe des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ abgedruckten Auszug aus Sarazins Buch „Deutschland schafft sich ab“. Der Rat forderte die SPD auf, sich mit ihrem Mitglied Sarrazin inhaltlich auseinanderzusetzen. Es sei mehr erforderlich als ein Parteiausschlussverfahren. Dies nämlich könne zur Folge haben, dass Sarrazin in die Arme von NPD und pro Deutschland getrieben werde, die ihn schon seit einiger Zeit als Vorbild feierten und seit langem nach einer politischen Führungsperson suchten.
„Seine Positionen haben absolut nichts mit sozialdemokratischer Integrationspolitik oder überhaupt mit demokratischer Politik zu tun“, sagte der Berliner SPD-Landeschef Michael Müller dem Tagesspiegel. Die reine Lust an der Provokation treibe ihn zu „immer fragwürdigeren und menschenverachtenden Aussagen“. Der Vorsitzende der Linksfraktion, Udo Wolf, kritisierte Sarrazins neue Veröffentlichung als „unerträglich rechtspopulistisch“ und an der Grenze zur Volksverhetzung.
Staatsministerin Böhmer: Sarrazin polemisch und verletzend
Auch Integrations-Staatsministerin Maria Böhmer (CDU) hat die neuen Äußerungen Sarrazin als polemisch, „diffamierend und verletzend“ kritisiert. Die Thesen Sarrazins seien zudem wissenschaftlich nicht haltbar, erklärte Böhmer am Dienstag in Berlin. Keinerlei Studien belegten grundsätzliche mangelnde Integrationsbereitschaft der Muslime in Deutschland. Böhmer betonte, Integration sei keine Einbahnstraße. Beide Seiten müssten aufeinander zugehen. Wer dauerhaft in Deutschland leben wolle, müsse seinen Willen zur Integration deutlich machen.
Böhmer verwies auf eine am Montag vom Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung veröffentlichte Studie zur Bildung türkischstämmiger Migranten. Danach wechselten bei gleicher Leistung und ähnlichem sozialen Hintergrund türkische Kinder häufiger auf die Realschule oder das Gymnasium als deutsche Mädchen und Jungen. Das zeige den hohen Bildungsanspruch dieser Familien. Zugleich zeige sich, dass Bildungserfolge weniger eine Frage der ethnischen als der sozialen Herkunft seien. Die CDU-Politikerin verwies auch auf die frühere Zugehörigkeit Sarrazins zum Berliner Senat, der bei der speziellen Förderung von Schulen mit einem hohen Migrantenanteil versagt habe. „Wer selbst im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen“, meinte sie.
Integrationsdruck auf muslimische Migranten
Sarrazin hatte in dem Artikel und in seinem neuen Buch einen höheren Integrationsdruck auf muslimische Migranten gefordert. Man dürfe nicht zulassen, dass 40 Prozent der muslimischen Migranten von Transferleistungen lebten und ihnen jede Form von Integration „erspart“ werde, so Sarrazin. Integration müsse eine Bringschuld von Migranten sein. Wenn es um die Gestaltung der Zukunft Deutschlands gehe, müsse man auch darüber reden, welche Einwanderungsgruppen ökonomischen Nutzen oder ökonomische Belastungen mit sich bringen.
Bei künftigen Migranten müsse man wesentlich schärfere Maßnahmen anlegen. Deutschland sei dabei, sich abzuschaffen, indem jede Generation etwa ein Drittel kleiner sei als die vorhergehende. Muslimische Migranten bekämen im Durchschnitt doppelt so viele Kinder wie die übrige Bevölkerung. Die Fortsetzung dieses Trends würde dazu führen, dass die Mehrheit in einzelnen deutschen Städten oder Regionen, möglicherweise irgendwann aber auch in Deutschland insgesamt kippe, warnte Sarrazin.
(kna,dr,epd)
http://www.domradio.de/aktuell/66873/eine-schande.html
Kritiker werfen Sarrazin Hasstiraden vor
zuletzt aktualisiert: 24.08.2010 - 15:13
Berlin (RPO). Wegen seiner kritischen Anmerkungen über Migranten wird der frühere Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) heftig attackiert. Die Ausländerbeauftragte der Bundesregierung wirft ihm pauschale Polemik vor, die wissenschaftlich nicht haltbar sei. Andernorts ist von Hasstiraden die Rede. Sarrazin sei ein Rassist und eine Schande für die Bundesbank.
Die Ausländerbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), warf dem Bundesbanker am Dienstag "pauschale Polemik gegen muslimische Migranten" vor, die "diffamierend und verletzend" sei. Sarrazin wirft Migranten vor, sich nicht in die deutsche Gesellschaft integrieren zu wollen und mehr Kosten zu verursachen, als Nutzen zu bringen.
Böhmer sagte, Sarrazins Behauptungen seien wissenschaftlich nicht haltbar. So gebe es keine Studien, die eine grundsätzliche mangelnde Integrationsbereitschaft der Muslime in Deutschland belegten. Auch blende Sarrazin positive Entwicklungen komplett aus. So hätten seit 2005 mehr als 600 000 Migranten an Integrationskursen teilgenommen, um Deutsch zu lernen.
"Das Versagen ist offensichtlich"
Zudem habe eine Studie gezeigt, dass bei gleicher Leistung und ähnlichem sozialen Hintergrund türkische Kinder häufiger auf die Realschule oder das Gymnasium wechselten als deutsche Kinder. Das zeige den hohen Bildungsanspruch dieser türkischen Familien. Böhmer betonte, Sarrazin hätte als Berliner Finanzsenator die wichtige Aufgabe gehabt, Schulen mit einem hohen Migrantenanteil speziell zu fördern. "Das Versagen ist offensichtlich."
Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Fraktion, Volker Beck, warf Sarrazin gar "Hasstiraden" vor. Beck sagte: "Wem auf gesellschaftliche Herausforderungen in einer multikulturellen Demokratie nur Beschimpfungen der ohnehin schon Benachteiligten einfallen, hat nicht verstanden, dass Integration ein wechselseitiger Prozess ist."
Der Interkulturelle Rat in Deutschland warf dem Bundesbank-Vorstand vor, ein Rassist zu sein. Der frühere Berliner SPD-Finanzsenator befürworte eine gesetzliche Diskriminierung von Muslimen und mache sich zum Fürsprecher rechtsextremistischer Parteien und Bewegungen, erklärte der Rat am Dienstag in Darmstadt. Für die angesehene Deutsche Bundesbank sei es eine Schande, einen Rassisten im Vorstand zu haben.
Der Rat forderte die SPD auf, sich mit ihrem Mitglied Sarrazin inhaltlich auseinanderzusetzen. Es sei mehr erforderlich als ein Parteiausschlussverfahren. Dies nämlich könne zur Folge haben, dass Sarrazin in die Arme von NPD und pro Deutschland getrieben werde, die ihn schon seit einiger Zeit als Vorbild feierten und seit langem nach einer politischen Führungsperson suchten.
Sarrazin, der ein Buch zum Thema Integration veröffentlicht, sagte am Dienstag im Deutschlandradio Kultur, man dürfe nicht zulassen, dass 40 Prozent der muslimischen Migranten von Transferleistungen lebten und ihnen jede Form von Integration "erspart" werde.
Er fügte hinzu: "Für die Gesamtheit der muslimischen Einwanderung in Deutschland gilt die statistische Wahrheit: In der Summe haben sie uns sozial und auch finanziell wesentlich mehr gekostet, als sie uns wirtschaftlich gebracht haben." Sarrazin sagte weiter: "Die unqualifizierte Migration, die wir gegenwärtig haben, und die Migration des ungebildeten, unqualifizierten Familiennachzugs, das kann in dieser Form nicht weitergehen."
http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/Kritiker-werfen-Sarrazin-Hasstiraden-vor_aid_897772.html
Friedeman
24.08.2010, 17:12
Die Schweiz scheint schon deutlich früher einen bessen Weg eingeschlagen zu haben, in Deutschland ärgert man sich lieber über kleine Rückschläge und trauert verpassten Chancen nach.
Das führt zu nichts, Ärmel aufkempeln und tatkräftig mit der Integration ernst machen, zusammen sind wir stärker, als die Summe der einzelnen gesellschaftlichen Gruppen.
Die Schweiz sollte uns als Vorbild dienen, wenngleich das "Minarettverbot" doch ein kleiner Rückschritt ist, die Gesamtrichtung stimmt aber dort.
ich finds super das sich so viele leute aufregen. und der grund warum sie sich aufregen ist auch klar. jeder weiss das sarrazin recht hat. bei allen umfragen waren 80-90% der deutschen auf sarrazins seite.
wenn ich diesen satz von ströbele höre kriege ich das pure kotzen. integration muss von beiden seiten kommen. beide seiten müssen sich verändern.
jetzt stellt euch das mal vor:
da kommen gastarbeiter und bleiben ohne das sie das sollen! alle warten drauf das sie zurück gehen- statt dessen kommen zig hundert tausende nach (familien zuzug).
sie sprechen kein deutsch- gehen nicht arbeiten- schlagen und verachten die deutschen- bauen riesige moscheen- planen terrorakte (9/11 und sauerlandgruppe)- kriegen mittlerweile fast genauso viele kinder wie die einheimischen- beziehen überproportional sozialtransfers usw usw
und nun sollen wir uns ihnen anpassen???
für wie dumm soll der deutsche michel denn noch verkauft werden???
gott sei dank haben die meisten deutschen das durchschaut. nur leider gottes sehen sie sich nicht dazu berufen etwas zu ändern.
ich kann nur hoffen das sich möglichst schnell eine neue konservative rechte bildet der es gelingt sich nicht von der nazikeule erwischen zu lassen!!!
dann hätten wir eine echte chance- ansonsten sehe ich leider schwarz...
dann bliebe uns nur noch ein bürgerkrieg...
RSS - Jungefreiheit
24.08.2010, 17:30
BERLIN. Thilo Sarrazin hat mit seinen provokanten Thesen zur Zuwanderung erneut für politischen...
Weiterlesen... (http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display-mit-Komm.154+M56bdc92d583.0.html)
RSS PI-News
24.08.2010, 19:02
Der neueste Knaller von Maria Böhmer: Sarrazin verbreite Gerüchte und sei verletzend (http://www.bild.de/BILD/news/telegramm/news-ticker,rendertext=13732294.html). Angeblich gebe es keinerlei Studien, die grundsätzlich eine mangelnde Integrationsbereitschaft der Muslime in Deutschland belege, betonte die Integrationsbeauftragte. Nun, Frau Böhmer, wie wäre es mit etwas Islamkunde und einfach mal einen Blick in unsere Gefängnisse. (http://www.pi-news.net/2010/06/moslems-je-religioeser-desto-gewaltbereiter/)
Doch Böhmer ist nicht die einzige “Kluge”. Die Grünen sprachen etwa von “Hasstiraden” Sarrazins (http://www.welt.de/politik/article9172887/Kritiker-nennen-Sarrazin-Schande-fuer-Bundesbank.html). Ganz besonders intelligent tat sich Volker Beck hervor:
Die Grünen sprachen von Hasstiraden Sarrazins. Sie gefährdeten nicht die von Sarrazin „scheinbar so geliebte deutsche Volksgemeinschaft“, sondern Anstand, Vernunft und Menschlichkeit, so der Parlamentarische Geschäftsführer der Bundestagsfraktion, Volker Beck.
Wir wünschen einen angenehmen Spaziergang ohne Leibwächter als geouteter Schwuler durch die Moslemviertel Neuköllns.
Der Interkulturelle Rat in Deutschland nannte den Bundesbank-Vorstand einen Rassisten. Es sei “für die angesehene Deutsche Bundesbank eine Schande”, einen wie ihn im Vorstand zu dulden. Der Rat forderte die SPD auf, sich mit ihrem Mitglied Sarrazin inhaltlich auseinanderzusetzen.
Nein, eine inhaltliche Auseinandersetzung mit Sarrazin wird es nicht geben. Denn der hat ja recht. Es bleibt nur die Verunglimpfung.
(Spürnasen: expert und leser)
Weiterlesen... (http://anonym.to/?http://www.pi-news.net/2010/08/maria-boehmer-sarrazin-verbreitet-geruechte/)
Cherusker
24.08.2010, 19:02
"Für die Gesamtheit der muslimischen Einwanderung in Deutschland gilt die statistische Wahrheit: In der Summe haben sie uns sozial und auch finanziell wesentlich mehr gekostet, als sie uns wirtschaftlich gebracht haben.
Aber noch größer ist der kulturelle Schaden, den die "Sich-an-Deutschland-Bereicherer" angerichtet haben.
ryder hook
24.08.2010, 19:13
Ich sagte es doch " Der Stein rollt" !!!
Cherusker
24.08.2010, 19:14
Eigentlich sollte man sich nicht mehr um weitere Äußerungen dieser Gutmenschin kümmern.
Heutzutage sind selbst Märchen nicht mehr das, was sie sie früher waren.
Dennoch glauben Lebewesen wie Frau Böhmer unverzagt daran, daß ihre Erzählungen aus Tausendundeiner-Nacht Realität seien.
Kommentar unter dem Blick-Artikel:
Peter Corrodi, Zürich - 16:54 | 24.08.2010
» Das grosse Schlamassel hat begonnen als wir die Personenfreizügigkeit eingeführt haben. Heute werden wir von den Deutschen überrollt. Sie nehmen uns die Arbeitsplätze weg und die günstigen Wohnungen. Es gibt bereits Gegenden ( rechtes Zürichseeufer ) wo ein normaler Schweizer kein Platz mehr findet. Das ist doch nicht normal und hat sicher nichts mit Indelligenz zu tun. Deshalb müssen Sie den Fragebogen von der SVB über die Ausländerpolitik unbedingt ausfüllen damit wir Gegensteuer geben können.
Weia, sind wir die Schweizer Türken? :gröhl:
Aber noch größer ist der kulturelle Schaden, den die "Sich-an-Deutschland-Bereicherer" angerichtet haben.
Und weiter anzurichten gedenken!
ryder hook
24.08.2010, 19:20
wie war das noch mit den drei Affen ? Nix hören......
Wahrscheinlich sind deren Gene Böhmer mitgegeben worden :D
Kommentar unter dem Blick-Artikel:
Weia, sind wir die Schweizer Türken? :gröhl:
Für Schweizer ja, da wir dort eine der größten Einwanderergruppen stellen! ;)
halal?nein_danke
24.08.2010, 19:44
Für Schweizer ja, da wir dort eine der größten Einwanderergruppen stellen! ;)
Macht nix.Solange ihr nicht eure Schüler an unserem Pisa-Test teilnehmen lässt...:-D
Macht nix.Solange ihr nicht eure Schüler an unserem Pisa-Test teilnehmen lässt...:-D
Nie und nimmer bei euch klappt die Demorkatie noch, das will ich euch nie und nimmer nehmen durch Deppenzuzug und Unterschicthenimport, diese Deutschasozialen sidn unser Problem die bleiben (leider) auch in usnerm Haus! ;)
RSS PI-News
24.08.2010, 22:20
Sehr geehrte Damen und Herren Redakteure der WELT (http://www.pi-news.net/2010/08/welt-schaeumt-ueber-sarrazins-buch/), “Ich möchte nicht, dass das Land meiner Enkel und Urenkel zu großen Teilen muslimisch ist, dass dort über weite Strecken Türkisch und Arabisch gesprochen wird, die Frauen ein Kopftuch tragen und der Tagesrhythmus vom Ruf der Muezzine bestimmt wird”, schreibt Sarrazin. Wegen solcher Aussagen ziehen Sie also diesen Mann in den Dreck, der allein schon für den Mut, sich mit solch unpopulären Wahrheiten – die zudem seiner Karriere bereits geschadet haben – an die Öffentlichkeit zu trauen, höchsten Respekt verdient?
(Offener Brief von Le Waldsterben an die WELT-Redaktion)
Also ich jedenfalls möchte, dass das Land meiner Enkel und Urenkel zu großen Teilen agnostisch-christlich-atheistisch-jüdisch-oder-wie auch-immer ist, aber auf gar keinen Fall ein trauriges Opfer dieser grauenhaften Monokultur namens Islam, die bislang noch jedes Land, das sie beherrscht, auf einem erbärmlichen Steinzeitniveau hält – wirtschaftlich wie moralisch, und erst recht bezüglich der dort geltenden Menschenrechte.
Ich möchte, dass in dem Land meiner Enkel und Urenkel über weite Strecken Deutsch gesprochen wird. Hilfsweise gerne auch die Weltsprache Englisch. Ich kann sonst nicht verstehen, was man da spricht, und dies ist mein Heimatland. Sollte ich da nicht verstehen können, worüber gesprochen wird? Und wenn ich eines Tages in die USA auswandern sollte, was werde ich dann wohl tun? Werde ich mich bemühen, mein Englisch zu verbessern? Oder werde ich erwarten, dass die Amerikaner gefälligst endlich Deutsch lernen und “Rassismus” schreien, wenn es eine US-Behörde wagt, mir ein Formular in deren Landessprache vorzulegen?
Ich möchte, dass Frauen in dem Land meiner Enkel und Urenkel lange Röcke, kurze Hosen, Miniröcke, lange Hosen, Bikinis, Dirndl, von mir aus notfalls auch Hosenanzüge oder was immer ihnen sonst einfällt, tragen – aber zwei Dinge will ich keinesfalls an ihnen sehen, und zwar aus genau den gleichen Gründen: Hakenkreuzbinden und Kopftücher.
Und wenn die Muezzine rufen würden: “Liebe Migranten, kommt im Land an. Legt archaische Familienstrukturen ab. Integriert euch. Lernt die Landessprache. Schätzt die Bildung eurer Kinder. Nehmt die Möglichkeit wahr, euch selbst zu verwirklichen, egal was ihr anstrebt. Ihr dürft Frauen in Führungspositionen sein, statt am Herd zu stehen. Ihr dürft schwul sein statt vier Frauen zu heiraten. Und wenn es euch gefällt, eine deutsche Schlampe zu sein: das ist hier erlaubt. Sogar Männern.” … dann könnte ich diese Töne; die im Vergleich zu einer wohlklingenden Glocke doch eher an Geschrei erinnern, vielleicht sogar ertagen.
Aber der Muezzin ruft stattdessen: wagt ihr, auch nur ein einziges dieser Dinge zu tun, seid ihr des Todes.
Denn er ruft: Allah ist der Größte. Und der wiederum hat alles ausdrücklich verboten, was ich hier an Beispielen genannt habe. Und noch viel, viel, viel mehr.
Eigentlich alles, was eine freie Gesellschaft ausmacht.
Und ist auch noch stolz darauf, Verstöße in diesem “heiligen” Buch mit Strafen zu bedrohen, auf die selbst ein Psychopath nur mit Mühen käme.
Und deswegen würde ich an Sarrazins Stelle schreiben, wenn ich seinen Mut besitzen würde:
- ja, eben ganz genau das, was im ersten Absatz steht.
Und noch eins würde ich dazu schreiben: Lumpen wie Sie, die sich auch noch für Qualitätsjournalisten halten, soll der Teufel holen!
Weiterlesen... (http://anonym.to/?http://www.pi-news.net/2010/08/brief-an-die-welt-sarrazin-verdient-respekt/)
Savonarola
25.08.2010, 05:22
Natürlich reagieren sie empört, weil sie merken dass ihnen nichts besseres dazu einfällt und er eventuell doch Recht haben könnte mit dem was er sagt.
Trotzdem, Sarazin sollte jetzt den Mut haben aus der SPD auszutreten, da wird er ohnehin nicht mehr viele Freunde haben.
RSS PI-News
25.08.2010, 06:34
Bereits einmal ist der Versuch gescheitert, den fürchterlich rechts abgedriffteten Thilo Sarrazin ohne Abschiedsparty aus der SPD zu entfernen. Jetzt wagt der Vorsitzende der Genossen, Siegmar Gabriel (Foto), mit dem altbewährten Trick: “Ich kauf mir ein schickes Gutachten” vermutlich einen neuen Versuch.
Die Süddeutsche (http://www.sueddeutsche.de/h5g38x/3538372/Gabriel-prueft-Sarrazin-Buch.html) berichtet:
Der SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel hat angekündigt, das neue, umstrittene Buch des SPD-Politikers und Bundesbank-Vorstandsmitgliedes Thilo Sarrazin zu überprüfen. Er werde untersuchen, ob Sarrazin in seinem Buch Charakterurteile über Ausländer fällen würde. ‘Wenn er das macht, ist das eindeutig rassistisch’, sagte Gabriel in Worms. Zu einem Parteiausschlussverfahren wollte Gabriel sich jedoch nicht im Detail äußern. Eine solche Entscheidung müsse gerichtsfest sein. In seinem Buch zum Thema Integration wirft der frühere Berliner Finanzsenator Sarrazin vielen Migranten vor, sich nicht in die deutsche Gesellschaft integrieren zu wollen und mehr Kosten zu verursachen, als Nutzen zu bringen.
Im Frühjahr hatte er gesagt, Araber und Türken hätten ‘keine produktive Funktion, außer für den Obst- und Gemüsehandel’.
Da wird wohl Prof. Dr. Christian Pfeiffer (http://www.kfn.de/MitarbeiterInnen/WissenschaftlerInnen/Christian_Pfeiffer.htm) bald wieder einen gut dotierten Auftrag erhalten…
Weiterlesen... (http://anonym.to/?http://www.pi-news.net/2010/08/sigmar-gabriel-will-sarrazin-buch-pruefen-lassen/)
* 24.08.2010
die wahrheit
Die Rückkehr des Rechenritters Sarrazin
Deutschlands beliebtester Quartalsirrer Thilo Sarrazin ist zurück. Und diesmal begnügt er sich nicht damit, seine kruden Verschwörungstheorien mit Hilfe ... VON HARTMUT EL KURDI
... mit Hilfe eines monologischen Interviews ins Volk zu nuscheln. Diesmal hat er ein Buch geschrieben, das er von Spiegel und Bild auszugsweise vorabdrucken lässt, vermutlich weil ihm die Auflage der Jungen Freiheit zu gering ist.
Der Spiegel behauptet, Sarrazin versuche in diesem Buch seine bekannten Thesen "auf eine breite statistische Basis zu stellen". Beispiel: "Belastbare empirisch-statistische Analysen, ob die Gastarbeiter und deren Familien für Deutschland überhaupt einen Wohlstand erbracht haben oder erbringen werden, gibt es nicht". Mit anderen Worten: Nix Genaues weiß man nicht. Trotzdem steht vier Sätze später fest - ohne Zahlengrundlage wohlgemerkt: "In jedem Land Europas kosten die muslimischen Migranten aufgrund ihrer niedrigen Erwerbsbeteiligung und hohen Inanspruchnahme von Sozialleistungen mehr, als sie an wirtschaftlichem Mehrwert einbringen". Das nennt man dann wohl eine Gleichung mit drei Unbekannten: x + y = irgendwas.
Sehr interessant auch folgende Textaufgabe: Nur 33,9 Prozent der muslimischen Migranten bezögen ihren Lebensunterhalt aus Erwerbsarbeit, bei den Deutschen seien es 43 Prozent. Ergo: "Relativ zur Erwerbsbevölkerung leben bei den muslimischen Migranten viermal so viel Menschen von Arbeitslosengeld und Hartz IV wie bei der deutschen Bevölkerung". Soso: 66,1 Prozent sind also viermal so viel wie 57 Prozent. Diese Rechenschwäche überrascht selbst bei einem Bundesbanker und wird von Sarrazin in einem Nebensatz damit relativiert, dass die deutsche Urbevölkerung ja einen höheren Anteil von Rentnern habe. Rechnerisch nachvollziehbar wird die rassistische Zahlenmystik dadurch trotzdem nicht. Mal abgesehen davon, dass hirnschlichte Kosten-Nutzen-Rechnungen bei diesem Thema weder menschlich noch politisch greifen, selbst wenn sie mathematisch stimmen.
Fairerweise versucht der menschgewordene Rechenschieber Sarrazin aber auch gar nicht zu verheimlichen, welche paranoiden Bilder ihn wirklich umtreiben: "Ich möchte nicht, dass das Land meiner Enkel und Urenkel zu großen Teilen muslimisch ist, dass dort über weite Strecken Türkisch und Arabisch gesprochen wird, die Frauen ein Kopftuch tragen und der Tagesrhythmus vom Ruf des Muezzin bestimmt wird". Womit er anschaulich alle rechtsradikalen Klischees von Überfremdung und Durchrassung in einem Satz zusammenfasst.
Dass diese Propaganda mit der Realität nur entfernt etwas zu tun hat, stört Sarrazin genauso wenig wie der Applaus der NPD. Entlarvender als das Lob des Sprechers der NPD-Fraktion Sachsen kann Zustimmung gar nicht sein: "Die Äußerungen von Thilo Sarrazin gehören zu den wenigen konstruktiven Vorschlägen, die ein Angehöriger der politischen und ökonomischen Eliten der BRD in den vergangenen Jahren zur Lösung der mit der Zuwanderung verbundenen Probleme gemacht hat."
http://www.taz.de/1/wahrheit/artikel/1/die-rueckkehr-des-rechenritters-sarrazin/
Äußerungen über Ausländer
Gabriel legt Sarrazin SPD-Austritt nahe
Von Veit Medick (veit_medick@spiegel.de)
http://www.spiegel.de/images/image-123808-panoV9free-sshl.jpg (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bild-713605-123808.html) http://www.spiegel.de/static/sys/v9/icons/ic_lupe.png (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bild-713605-123808.html)
ddp
Bundesbank-Mann Sarrazin: Neues Buch - gewohnt kontroverse Aussagen
Sigmar Gabriel hat ein Problem - es heißt Thilo Sarrazin. Der SPD-Chef hält die jüngsten Migrationsthesen seines Genossen für "sprachlich gewalttätig" und fordert ihn indirekt zum Parteiaustritt auf. Das neue Buch des Bundesbank-Vorstands soll einer Rassismusprüfung unterzogen werden.
Worms - Ruhig gleitet die "MS Europa" in Richtung Worms. Es gibt Kuchen und Moselriesling. Sigmar Gabriels (http://www.spiegel.de/thema/sigmar_gabriel/) Sommertour-Tag in Rheinland-Pfalz könnte gerade ganz gelassen dem Abend entgegen gehen - da wird der SPD-Chef auf Thilo Sarrazin (http://www.spiegel.de/thema/thilo_sarrazin/) angesprochen. Auf dessen jüngste Thesen zur Migrationspolitik. Und plötzlich ist es vorbei mit der Gemütlichkeit.
http://adserv.quality-channel.de/RealMedia/ads/adstream_lx.ads/www.spiegel.de/politik/artikel/2058232574/Middle2/qc/ON25XEIGENXIPADCA/ON25XEIGENXIPADCA_07.html/35323634663535323463373461313430?_RM_EMPTY_
Grundsätzlich wolle er sich mit Sarrazins Thesen zur Einwanderung ja "intellektuell" auseinandersetzen, sagt Gabriel. Aber sie seien teilweise "sprachlich so was von gewalttätig", dass eine Auseinandersetzung schwer in Frage komme. "Wenn Sie mich fragen, warum der noch bei uns Parteimitglied sein will - das weiß ich auch nicht", sagt Gabriel. Die indirekte Botschaft des Vorsitzenden: Sarrazin, Sozialdemokrat, ehemaliger Berliner Finanzsenator und heutiger Bundesbank-Vorstand, soll sich bitte eine neue politische Heimat suchen.
Was ist genau passiert? Seit langem provoziert Sarrazin immer wieder mit umstrittenen Äußerungen zu Einwanderern. Zum Monatsende veröffentlicht er nun allerdings das Buch "Deutschland schafft sich ab. Wie wir unser Land aufs Spiel setzen", aus dem Auszüge vorab unter anderem im SPIEGEL an diesem Montag erschienen sind. Darin warnt der 65-Jährige vor einer Überfremdung Deutschlands: Muslimische Einwandererfamilien profitierten überproportional von Sozialleistungen und leisteten keinen Beitrag zum Wohlstand. Sarrazin fordert hohe Hürden für die Zuwanderung und strenge Anforderungen an hier lebende Menschen mit ausländischen Wurzeln. Außerdem kritisiert er eine unterschiedliche Vermehrung von Intelligenz - eine These, die schon Kritik provozierte, als er sie vor zwei Monaten auf einer Veranstaltung aufstellte. (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,700031,00.html)
"Wir werden auf natürlichem Wege durchschnittlich dümmer", sagte er damals und brachte dies in Zusammenhang mit Zuwanderern "aus der Türkei, dem Nahen und Mittleren Osten und Afrika". Diese wiesen weniger Bildung auf als Einwanderer aus anderen Ländern. Weil Einwanderer mehr Kinder als Deutsche bekämen, gebe es "eine unterschiedliche Vermehrung von Bevölkerungsgruppen mit unterschiedlicher Intelligenz". Denn Intelligenz werde zu fast 80 Prozent auf Kinder vererbt.
Gabriel fürchtet um das gute Verhältnis zu den Migranten
Am Dienstag wurde Sarrazin im Deutschlandradio Kultur auf diese Sätze angesprochen und distanzierte sich nicht davon (http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/1255423/) - sondern bekräftigte, man dürfe nicht zulassen, dass 40 Prozent der muslimischen Migranten von Transferleistungen lebten und ihnen jede Form von Integration "erspart" werde. "Für die Gesamtheit der muslimischen Einwanderung in Deutschland gilt die statistische Wahrheit: In der Summe haben sie uns sozial und auch finanziell wesentlich mehr gekostet, als sie uns wirtschaftlich gebracht haben."
Gabriel fürchtet angesichts solcher Sätze um das traditionell gute Verhältnis seiner Partei zu Einwanderern. Parteiausschlussverfahren steht er zwar skeptisch gegenüber. Angesichts der jüngsten Äußerungen will er nun aber Sarrazins Buch auf die Vereinbarkeit mit den Grundsätzen der Sozialdemokratie testen. "Ich will prüfen, ob er bestimmten Bevölkerungsgruppen Charaktereigenschaften zuweist", sagt Gabriel - eine Anspielung auf die Frage nach der Intelliganz bestimmter Migrantengruppen. Gabriel: "Das wäre für mich eindeutig rassistisch." Sollte der SPD-Chef zu einem solchen Ergebnis kommen, dürfte die Debatte um einen Parteiausschluss neu geführt werden.
Die Aufmerksamkeit für das Problem würde dadurch natürlich nicht geringer. Das ist das Riskante für Gabriel: Schon durch die indirekte Austrittsaufforderung wird Sarrazin aufgewertet - zumal seine Forderungen in größeren Teilen der Gesellschaft nicht unpopulär sind. Im Zweifelsfall muss die SPD bald einen internen Konflikt um ein soziales Reizthema austragen, das ihr gerade nicht gelegen kommt.
Der Druck von außen auf die SPD wird größer
Zur Erinnerung: Schon Ende 2009 hat Sarrazin in einem Interview türkischen und arabischen Einwanderern in Berlin vorgeworfen, sie hätten "keine produktive Funktion außer für den Obst- und Gemüsehandel" und produzierten "ständig neue kleine Kopftuchmädchen". Der SPD-Kreisverband Berlin-Spandau und die Abteilung Alt-Pankow forderten daraufhin ein Parteiausschlussverfahren und scheiterten im März vor der Landesschiedskommission (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,683704,00.html) - weil Sarrazin auch Deutsche kritisiert habe, handle es sich nicht um Rassismus. "Radikal" und "bis zum Tabubruch" sei das Gesagte, allerdings müsse "die SPD solche provokanten Äußerungen aushalten."
Eine Warnung an Sarrazin war das, aber auch ein Signal an seine Kritiker: Für ein hartes Vorgehen liegen die Hürden höher. Das macht die Lage für Gabriel nicht einfacher. Er weist jetzt ausdrücklich darauf hin, dass man für einen Parteiausschluss letztlich gerichtsfeste Beweise brauche.
Der Druck von außen auf die SPD, gegen Sarrazin vorzugehen, ist groß. Die Grünen warfen dem Politiker an diesem Dienstag "Hasstiraden" vor. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Fraktion, Volker Beck, sagte: "Wem auf gesellschaftliche Herausforderungen in einer multikulturellen Demokratie nur Beschimpfungen der ohnehin schon Benachteiligten einfallen, hat nicht verstanden, dass Integration ein wechselseitiger Prozess ist."
"Statistisch verbrämte Halbwahrheiten, Vorurteile, Unterstellungen"
http://adserv.quality-channel.de/RealMedia/ads/adstream_lx.ads/www.spiegel.de/politik/artikel/49096562/Middle3/qc/ON10XX5154XXPOL/ON10XX5154XXPOL_01.html/35323634663535323463373461313430?_RM_EMPTY_
Sarrazin befürworte "die gesetzliche Diskriminierung von Muslimen", kritisierte der Interkulturelle Rat in Deutschland, in dem neben Religionsgemeinschaften auch Gewerkschaften, Kommunen und Wissenschaftler vertreten sind. "Um Muslime diskriminieren zu können, ist Sarrazin offensichtlich auch zu einer Grundgesetzänderung bereit. Das ist Rassismus pur", sagte der Vorsitzende Jürgen Micksch. Die Berliner SPD-Arbeitsgemeinschaft Migration protestierte schon am Montag: "Nun haben wir es schwarz auf weiß: Sarrazins Positionen sind diffamierend und gefährlich populistisch. Für uns ist Sarrazin schon lange kein Sozialdemokrat mehr." Der Berliner Linksfraktionschef Udo Wolf nannte Sarrazins Äußerungen unerträglich, rechtspopulistisch und an Volksverhetzung grenzend. "Der Ex-Senator beurteilt Menschen lediglich nach der Verwertbarkeit für sein persönliches Wohlbefinden."
Der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration, der sich mit Fragen der Integration und Zuwanderung beschäftigt, kritisierte, Sarrazin bringe "dort, wo er Recht hat, nichts Neues und dort, wo er neu ist, meist eine groteske Mischung von statistisch verbrämten Halbwahrheiten, Vorurteilen, Unterstellungen und bösartigen Verallgemeinerungen". Das Gremium bezeichnete Sarrazin als "mediensüchtigen Besserwisser".
Mit Material von dpa, DAPD, ddp
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,713605,00.html
Klartext Politiker Thilo Sarrazin: Jeder Schüler sollte eine Uniform tragen!
http://bilder.bild.de/BILD/politik/fotos/2010/08/25/sarrazin/uniform-17391076-mbqf,templateId=renderScaled,property=Bild,height= 349.jpg
An der Realschule Haag in Oberbayern wurde eine einheitliche Schulkleidung vor vier Jahren eingeführt
Foto: ddp
25.08.2010 - 00:17 UHR
Von Thilo Sarrazin
Er legt den Finger in die Wunde – dort, wo es besonders wehtut. Er spricht eine Sprache, mit der er sich Feinde macht. Er bricht Tabus, wo andere beschönigen: Thilo Sarrazin (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/08/23/thilo-sarrazin/deutschland-immer-aermer-und-duemmer.html) (65, SPD) ist der Politiker (http://www.welt.de/politik/), der in Deutschland am meisten polarisiert. Jetzt hat er ein Buch geschrieben, in dem er schonungslos Missstände darstellt, die unsere Gesellschaft bedrohen: „Deutschland schafft sich ab“*. BILD veröffentlicht exklusive Auszüge daraus. Heute: Warum Bildung keine Frage des Geldes, sondern des Willens ist.
Aktuell
http://bilder.bild.de/BILD/politik/2010/08/24/thilo-sarrazin/thilo-sarrazin-15379293-mfbq,templateId=renderScaled,property=Bild,width=2 27.jpg (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/08/24/thilo-sarrazin/neues-buch-deutschland-schafft-sich-ab.html)
Thilo Sarrazin (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/08/24/thilo-sarrazin/neues-buch-deutschland-schafft-sich-ab.html)
Wir werden zu Fremden im eigenen Land (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/08/24/thilo-sarrazin/neues-buch-deutschland-schafft-sich-ab.html)
Thilo Sarrazin (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/08/23/thilo-sarrazin/deutschland-immer-aermer-und-duemmer.html)
Deutschland wird immer
ärmer und dümmer! (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/08/23/thilo-sarrazin/deutschland-immer-aermer-und-duemmer.html)
Volksverhetzung? (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/07/27/thilo-sarrazin-staatsanwalt-ermittelt-gegen/bundesbank-vorstand-wegen-volksverhetzung.html)
Staatsanwalt ermittelt
gegen Thilo Sarrazin (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/07/27/thilo-sarrazin-staatsanwalt-ermittelt-gegen/bundesbank-vorstand-wegen-volksverhetzung.html)
Thilo Sarrazin (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/06/12/thilo-sarrazin-kanzlerin-angela-merkel/mahnt-nach-peobel-attacke-dumm-und-nicht-weiterfuehrend.html)
Merkel nennt Pöbel-
Attacke „dumm“ (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/06/12/thilo-sarrazin-kanzlerin-angela-merkel/mahnt-nach-peobel-attacke-dumm-und-nicht-weiterfuehrend.html)
Als ich im Februar 1955 die Aufnahmeprüfung am Gymnasium Petrinum in meiner Heimatstadt Recklinghausen (http://www.recklinghausen.de/) ablegte, konnte ich fließend lesen (und zwar mit höherem Lesetempo als heute), hatte eine vollständig sichere Rechtschreibung, konnte schriftlich dividieren und multiplizieren, kannte die gesamte biblische Geschichte rauf und runter und hatte im regionalen Umfeld erdkundliches und historisches Orientierungswissen. Meine Schulklasse, die ein älterer Lehrer mit eiserner Disziplin führte, zählte fünfzig Kinder. Vier davon wurden zur Aufnahmeprüfung an weiterführenden Schulen angemeldet, von denen drei bestanden, darunter ich. Beim Diktat fiel durch, wer mehr als drei Fehler hatte. Interpunktionsfehler galten als volle Fehler, das wurde uns vor dem Diktat mitgeteilt.
Die Sexta (so hieß damals die fünfte Klasse am Gymnasium) war für mich ein Schock. Wir waren wiederum fünfzig Kinder, die der Klassenlehrer damit tröstete, dass es beim Abitur nur noch zwanzig sein würden, was dann auch zehn Jahre später (ein Jahr musste ich wiederholen) genau so eintraf.
Diese Aussichten schockierten mich aber gar nicht, vielmehr machte mir die Tatsache zu schaffen, dass ich bei subjektiv gleichem Leistungsvermögen nicht mehr zu den Besten gehörte, sondern unter lauter Besten nur noch Mittelmaß war. Diese narzisstische Kränkung, die sich mit meinem Selbstbild nicht vertrug, wirkte noch viele Jahre nach.
Oft frage ich mich, wo ich jetzt wäre, wenn ich statt mit „Grimms Märchen“, „Tausendundeine Nacht“ und der „Illustrierten Weltgeschichte“ die prägenden Kindheitsjahre mit dem Computerspiel „World of Warcraft (http://www.bild.de/BILD/digital/spiele/2010/news/07/12/blizzard/klarnamen-foren-starcraft-2-world-of-warcraft-spieler-protest.html)“ verbracht hätte.
Ich gehörte zu jenen Kindern, die, wie man so sagt, „nicht leicht zu lenken“ sind. 80 Prozent des Unterrichts gingen bei mir zum einen Ohr hinein und beim anderen direkt wieder hinaus – ich hörte einfach nicht zu.
Archiv
http://bilder.bild.de/BILD/politik/2010/03/15/thilo-sarrazin-spd-lehnt-partei-ausschluss/sarrazin-15374986-mfbq,templateId=renderScaled,property=Bild,width=2 27.jpg (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/03/15/thilo-sarrazin-spd-lehnt-partei-ausschluss/von-ex-skandal-senator-ab.html)
Kein Partei-Ausschluss! (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/03/15/thilo-sarrazin-spd-lehnt-partei-ausschluss/von-ex-skandal-senator-ab.html)
Sarrazin darf in
der SPD bleiben (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/03/15/thilo-sarrazin-spd-lehnt-partei-ausschluss/von-ex-skandal-senator-ab.html)
Migranten-Attacke (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/03/10/thilo-sarrazin-spd-berlin-poebelt-wieder/gegen-migranten-halbierung-kindergeld.html)
Thilo Sarrazin
pöbelt wieder (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/03/10/thilo-sarrazin-spd-berlin-poebelt-wieder/gegen-migranten-halbierung-kindergeld.html)
Schon wieder! (http://www.bild.de/BILD/regional/berlin/aktuell/2010/03/02/spd-thilo-sarrazin-ledert-wieder-gegen-hartz-iv-empfaenger/montag-wurde-wieder-ueber-seinen-parteiausschluss-verhandelt.html)
Sarrazin ledert gegen
Hartz-IV-Empfänger (http://www.bild.de/BILD/regional/berlin/aktuell/2010/03/02/spd-thilo-sarrazin-ledert-wieder-gegen-hartz-iv-empfaenger/montag-wurde-wieder-ueber-seinen-parteiausschluss-verhandelt.html)
(http://www.bild.de/BILD/news/leserreporter/bild-leser-scout/home/bild-leser-reporter-im-internet-und-tv.html)
Vor den Naturwissenschaften drückte ich mich, wo ich konnte, und nur die gemeinsame Energie verschiedener Mathematiklehrer bewirkte, dass ich trotz andauernden passiven Widerstandes die Schule mit recht fundierten Mathematikkenntnissen verließ.
Wenn der heutige Hauptschulabschluss nach zehnjähriger Schullaufbahn jenes Niveau an Leseverständnis und Grundschulmathematik sicherstellen würde, das man 1955 in einer fünfzigköpfigen Klasse mit Abschluss des vierten Schuljahres erwerben konnte, dann wäre man heute bildungspolitisch und in Bezug auf die Qualifikation für den Arbeitsmarkt wesentlich weiter.
Es ist alarmierend, dass zumindest an den Grund- und Hauptschulen in den letzten Jahrzehnten das Anforderungs- und Leistungsniveau in Mathematik und Lesen durchgehend gesunken ist.
Von welcher Seite man sich der Aufgabe auch immer nähert: Der Umgang mit den Bildungsfernen bleibt das Kernproblemeiner jeden Bildungspolitik. Die Mittel- und die Oberschichten helfen sich schon selbst.
Der Bezug von Transferleistungen für den Lebensunterhalt ist keineswegs mit Bildungsferne und Zugehörigkeit zur Unterschicht gleichzusetzen. Doch diese drei Größen haben erhebliche Schnittmengen.
Darum ist es alarmierend, dass in Deutschland rund 20 Prozent aller Kinder in Haushalten mit Transferbezug aufwachsen, in Berlin sind es sogar 35 Prozent aller Schulkinder, und auf diese Gruppe entfallen 40 Prozent aller Berliner Geburten. Bei unveränderten demografischen Trends wird der Geburtenanteil der Unterschicht bundesweit weiter zunehmen.
Am Geld scheitert die Erziehung der Kinder und Jugendlichen auch bei Transferbeziehern nicht. Nach dem Stand vom Sommer 2009 erhöht jedes Kind das sozioökonomische Existenzminimum, das der Staat bezahlt, um 322 Euro. Normalerweise gilt, dass Kinder seelisch reicher, aber materiell ärmer machen. Für Transferempfänger ist diese Regel außer Kraft gesetzt, denn je nachdem, wie sie ihre Kinder unterhalten, erhöht diese Unterstützung das frei verfügbare Budget der Eltern erheblich. Dies mag auch dazu beitragen, dass Transferempfänger überdurchschnittlich viele Kinder bekommen.
Aktuell
http://bilder.bild.de/BILD/politik/2010/07/22/auslaender-gewalt-terror-an-deutschen-schulen-jetzt/rektorin17075343mfb-quer,templateId=renderScaled,property=Bild,width=2 27.jpg (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/07/22/auslaender-gewalt-terror-an-deutschen-schulen-jetzt/spricht-die-direktorin-der-horror-schule-islam-parallelgesellschaften.html)
Terror an Schulen (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/07/22/auslaender-gewalt-terror-an-deutschen-schulen-jetzt/spricht-die-direktorin-der-horror-schule-islam-parallelgesellschaften.html)
Jetzt spricht die Rektorin
der Horror-Schule (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/07/22/auslaender-gewalt-terror-an-deutschen-schulen-jetzt/spricht-die-direktorin-der-horror-schule-islam-parallelgesellschaften.html)
Schock-Doku im TV (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/07/22/auslaender-terror-an-deutschen-schulen/ard-schock-dokumentation.html)
So werden Schüler von
Ausländern terrorisiert (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/07/22/auslaender-terror-an-deutschen-schulen/ard-schock-dokumentation.html)
Schüler Union fordert (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/03/06/deutsche-schueler-union-fordert/mehr-sicherheit-und-polizei-an-schulen-und-auf-schulhoefen.html)
Mehr Polizei an
deutschen Schulen (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/03/06/deutsche-schueler-union-fordert/mehr-sicherheit-und-polizei-an-schulen-und-auf-schulhoefen.html)
Mit Blick auf die Zukunft gilt es, das Transfersystem umzustellen: mehr Sachleistungen für die Kinder, weniger Geldleistungen für die Eltern.
• Der Kita-Besuch vom dritten, spätestens vierten Lebensjahr an wird bindend, er ist grundsätzlich auf Ganztagsbetreuung ausgerichtet. Fernsehen und andere moderne Medien soll es in Kitas nicht geben. Neben dem freien Spiel wird viel vorgelesen. Es wird regelmäßig gesungen, kleine Lieder können ruhig auswendig gelernt werden.
• Die Schule wird vom ersten Schuljahr an als Ganztagsschule (http://www.bild.de/BILD/hamburg/aktuell/2008/06/18/goetsch-tut-was-fuer-die-ganztagsschulen/mehr-lehrer-bessere-betreuung-kleinere-klassen.html) geführt. Hausaufgabenaufsicht und -betreuung werden von den Lehrern durchgeführt.
• Schuluniformen sollten obligatorisch sein.
• Ein Kind, das geistig gesund ist, muss unter allen Umständen bis Ende des zweiten Schuljahrs fließend lesen können, es sollte bis Ende des vierten Schuljahrs eine einwandfreie Rechtschreibung sowie die vier Grundrechenarten beherrschen. Damit verglichen ist es völlig gleichgültig, ob es ein paar Brocken Englisch kann oder nicht.
• Zumindest für die größeren Kinder muss die Ganztagsschule so aufgebaut sein, dass sie zu Hause neben dem Wochenende nur den Feierabend verbringen. Das ist die beste Methode, jenes Übermaß an Medienkonsum zu begrenzen, das für zusätzliche Benachteiligungen der Kinder aus bildungsfernen Schichten sorgt.
• Die Eltern werden für jede unentschuldigte Fehlzeit mit empfindlichen Geldbußen belegt. Diese werden mit den Transferzahlungen auch dann verrechnet, wenn dadurch das sozioökonomische Existenzminimum unterschritten wird.
Auch bei solch einem rigiden Programm wird es Schüler aus bildungsfernen Familien – und nicht nur aus diesen – geben, die nicht zu vertretbaren Schulleistungen und/oder einer lernbereiten Haltung geführt werden können. Es gibt Grenzen des Intellekts oder der Persönlichkeit, die eben nicht zu überwinden sind, und es gibt Deprivationen, die man durch staatliche Politik nur begrenzt ausgleichen kann.
Mehr zum Thema
Wer ist Thilo Sarrazin?
Thilo Sarrazin (65, SPD, Foto) ist promovierter Volkswirt, Bundesbank-Vorstand und Ex-Finanzsenator von Berlin. Seit 36 Jahren mit Ursula (Grundschullehrerin) verheiratet, zwei Söhne.
Wer ist Thilo Sarrazin? Thilo Sarrazin (65, SPD, Foto) ist promovierter Volkswirt, Bundesbank-Vorstand und Ex-Finanzsenator von Berlin. Seit 36 Jahren mit Ursula (Grundschullehrerin) verheiratet, zwei Söhne.Wer ist Thilo Sarrazin? Sarrazins deutliche Sprache („Bayerische Schüler ohne Abschluss können mehr als unsere in Berlin mit Abschluss“, „Dumm, dümmer – PDS“, „neue kleine Kopftuchmädchen“) löst regelmäßig Kontroversen aus – bis hin zu Ermittlungsverfahren.
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Die wirklich Tüchtigen lassen sich aber offenbar auch durch ungünstige Umstände nicht abschrecken – und das ist eine durchaus trostreiche Erkenntnis. Man muss letztlich also stets beim Willen und beim Ehrgeiz des Individuums ansetzen. Niemals darf man es dem Einzelnen durchgehen lassen, sich auf Gruppennachteile herauszureden.
Morgen lesen Sie: Warum der Islam Integration so schwer macht
http://www.bild.de/BILD/politik/2010/08/25/thilo-sarrazin/jeder-schueler-sollte-eine-uniform-tragen.html
Gabriel prüft Sarrazin-Buch
25.08.2010 05:00
Worms - Der SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel hat angekündigt, das neue, umstrittene Buch des SPD-Politikers und Bundesbank-Vorstandsmitgliedes Thilo Sarrazin zu überprüfen. Er werde untersuchen, ob Sarrazin in seinem Buch Charakterurteile über Ausländer fällen würde. 'Wenn er das macht, ist das eindeutig rassistisch', sagte Gabriel in Worms. Zu einem Parteiausschlussverfahren wollte Gabriel sich jedoch nicht im Detail äußern. Eine solche Entscheidung müsse gerichtsfest sein. In seinem Buch zum Thema Integration wirft der frühere Berliner Finanzsenator Sarrazin vielen Migranten vor, sich nicht in die deutsche Gesellschaft integrieren zu wollen und mehr Kosten zu verursachen, als Nutzen zu bringen.
Im Frühjahr hatte
er gesagt, Araber und Türken hätten 'keine produktive Funktion, außer für den Obst- und Gemüsehandel'. höl
http://www.sueddeutsche.de/h5g38x/3538372/Gabriel-prueft-Sarrazin-Buch.html
Thilo Sarrazins neues Buch: Offene Türen
Von Kai Pfundt
Zuspitzen, Vereinfachen, Provozieren: Wer in der deutschen Mediengesellschaft ein breites Publikum erreichen will, muss sich den Marktregeln unterwerfen. Im Wettbewerb um die breiteste Aufmerksamkeitsquote bedient sich Thilo Sarrazin derselben groben Methoden wie, zum Beispiel, Dieter Bohlen.
Der ehemalige Berliner Senator und heutige Bundesbankvorstand und, zum Leidwesen der Genossen, SPD-Mitglied, liest in seinem neuen Buch Deutschland die Leviten. Grundthese und Titel: Deutschland schafft sich selbst ab. Bildungsmisere, zu viele muslimische Zuwanderer, Geburtenrückgang. Das Land, meint Sarrazin, ist auf dem Weg ärmer und dümmer zu werden.
Kulturpessimisten finden in Deutschland immer ihr Publikum. Und Aussagen, die Widerspruch provozieren, sind Teil einer offenen Gesellschaft. Für schwerwiegende gesellschaftliche Probleme gibt es keine Tabuzonen.
Der vermeintliche Tabubrecher Sarrazin, der an der Rolle des einsamen Rufers offenbar Gefallen gefunden hat, rennt allerdings reihenweise sperrangelweit offene Türen ein. Dass bei Zuwanderung und Integration schwere Fehler gemacht wurden, leugnen nur noch die hartleibigsten Multikulti-Fantasten.
Das schwache Abschneiden deutscher Schulen und Unis, die Alterung der Gesellschaft? Seit Jahren bekannte und politisch bearbeitete Probleme. Natürlich lässt sich anprangern, dass zur Lösung zu wenig zu langsam geschieht. Mit der Methode Sarrazin kommen wir aber auch nicht weiter, im Gegenteil. Neue Gräben und durch Provokation gerissene Wunden behindern die ohnehin mühsame Kompromissfindungsarbeit.
Artikel vom 25.08.2010
http://www.general-anzeiger-bonn.de/index.php?k=news&itemid=10027&detailid=777818
KOMMENTAR · SARRAZIN: Der Ausblender
* Artikel
Thilo Sarrazin liebt die Provokation. Mit neuen Äußerungen zur Integration hat sich der Bundesbanker wieder in die Schlagzeilen gebracht. Sarrazin genießt die Rolle des Politisch-Unkorrekten, und er reizt sie aus - koste es, was es wolle. Und sei es die Wahrhaftigkeit.
Denn die Welt ist nicht so schwarz-weiß, wie Sarrazin sie zeichnet. Hier die Guten, die leistungsstarken Deutschen, die in Schule und Beruf Top-Ergebnisse bringen. Dort die unqualifizierten Einwanderer, die die Gemeinschaft vor allem kosten.
Die Wirklichkeit ist grau. Integration ist in Deutschland keine Erfolgsgeschichte. Massive Versäumnisse gibt es. Sie finden sich auf beiden Seiten. Das kehrt der frühere Finanzsenator von Berlin gerne unter den Tisch. Es gibt die Zugezogenen, die hier in Deutschland nicht ankommen können. Die in Denkstrukturen und Rollenmustern verharren, die einem Ein- und gesellschaftlichen Aufstieg im Wege stehen.
Doch es gibt auch eine andere Realität: Die unzureichende Förderung von Kindern aus Migrantenfamilien, ihre Benachteiligung beim Übertritt in weiterbildende Schulen, ihre Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt. Dass viele Zugezogene hierzulande weit unter ihrer Qualifikation arbeiten, hat auch mit Deutschland zu tun und nicht mit fehlendem Integrationswillen.
Sarrazin gefällt es, einen Teil der Wirklichkeit auszublenden. Dass er es nicht besser weiß, ist unwahrscheinlich. Dass er besseren Wissens dazu schweigt, schon eher. Das ist verwerflich. Es wird Zeit, den Provokateur in Schranken zu weisen. Auch von der Bundesbank. Ein solcher Vorstand schadet der angesehenen Institution. ELISABETH ZOLL
http://www.swp.de/metzingen/nachrichten/politik/art4306,605569
Die Schweiz sollte uns als Vorbild dienen, wenngleich das "Minarettverbot" doch ein kleiner Rückschritt ist, die Gesamtrichtung stimmt aber dort.
Hier sehe ich dringend Klärungsbedarf. Warum siehst Du das so?
Bitte hier bei SPON mitdiskutieren zu Sarrazin:
http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=19797
:icon_tup:
FreeEurope
25.08.2010, 08:34
Gäbe es mehr Leute wie Sarrazin und Buschkowsky in der SPD, könnte ich mich wieder voller Stolz zur Sozialdemokratie bekennen. Aber daraus wird wohl leider nichts mehr :confuse:
DIE WELT: 07:08|
Kommentar
Wir brauchen kluge Köpfe
Von Michael Stürmer
Deutschland hat Einwanderer, aber bisher meist die falschen: aus Mitleid, aus Opportunismus. Aber auch aus Entscheidungsschwäche und der Unfähigkeit, die unheilschwangeren Nachrichten der Demografie, obwohl sie doch seit vier Jahrzehnten im Klartext kamen, zu begreifen. Und so geht es heute mit dem Fachkräftemangel, der absehbar zum Engpass wird, namentlich in technisch-naturwissenschaftlichen Fachgebieten. Seltsam, dass aus der Wirtschaft, insbesondere dem Mittelstand, nicht mehr an konstruktiven Ideen und politischem Druck kommt. Ohne Zuwanderung von Experten geht es nicht und fällt das Land zurück.
Die Aktionszentren des wissenschaftlichen Fortschritts tun sich schwer gegen das politisch gewollte Mittelmaß. Deutsch ist nicht mehr Sprache der Wissenschaft. Dass technische Eliten abwandern, mehr als 100 000 pro Jahr, hat man jahrelang achselzuckend hingenommen, ohne je die Frage zu stellen, ob es einen Zusammenhang gibt mit dem deutschen Überperfektionismus, der Regelungswut in vielen Bereichen von Forschung und Entwicklung und dem wachsenden, oftmals populistisch verstärkten Misstrauen der staatlichen Instanzen gegenüber allen Leistungsträgern - Sportler ausgenommen. Thilo Sarrazin tut dem Lande einen Dienst, indem er regelmäßig Fehlsteuerungen der Sozial- und Einwanderungspolitik ungeschminkt beim Namen nennt.
Die Statistik der Beschäftigung erfasst nur begrenzt den EU-weiten Arbeits- und Studienmarkt, wo es so etwas wie freie Bewegung gibt. Aber auch jenseits der EU-Grenzen, hinter den sieben Bergen bei den sieben Zwergen, finden sich Begabungen, denen man alle Wege ebnen sollte. Stattdessen errichten unrealistische Einkommensnachweise Hürden für Tüchtige von weiter her. Eliten aber, die sich etwas abfordern, braucht ein sattes, sicherheitsbesessenes und unaufhaltsam alterndes Land wie Deutschland.
Demografie ist Schicksal, aber nicht jenseits aller Gestaltungsmacht, und allemal zu ernst, um sie Sozialpolitikern und Verbandsvertretern zu überlassen
http://www.welt.de/die-welt/politik/article9182993/Wir-brauchen-kluge-Koepfe.html
DIE WELT: 07:12 Drucken Versenden Bewerten
Scharfe Kritik an Sarrazins Thesen zu Migranten
Berlin - Integrations-Staatsministerin Maria Böhmer (CDU) hat die neuen Äußerungen von Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin gegen Muslume als polemisch, "diffamierend und verletzend" kritisiert. Die Thesen Sarrazins seien zudem wissenschaftlich nicht haltbar, erklärte Böhmer am Dienstag in Berlin. Keinerlei Studien belegten grundsätzliche mangelnde Integrationsbereitschaft der Muslime in Deutschland. Böhmer betonte, Integration sei keine Einbahnstraße. Beide Seiten müssten aufeinander zugehen. Wer dauerhaft in Deutschland leben wolle, müsse seinen Willen zur Integration deutlich machen.
Der 65-jährige Sarrazin kritisiert in seinem neuen Buch "Deutschland schafft sich ab" scharf die Sozial-, Bildungs- und Einwanderungspolitik. Ein Heer von Integrationsbeauftragten und Islamforschern bemühe sich um "Verharmlosung, Selbsttäuschung und Problemleugnung", so Sarrazin vorab im "Spiegel". Er will das Buch in der nächsten Woche in Berlin vorstellen. Bereits am Montag hatte der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen scharfe Kritik an dem früheren Berliner SPD-Finanzsenator geäußert. Am Dienstag wiesen auch der interkulturelle Rat und die Grünen Sarrazins Wertungen zurück.
Böhmer betonte gestern weiter, Bildungserfolge seien weniger eine Frage der ethnischen als der sozialen Herkunft. Die CDU-Politikerin verwies in diesem Zusammenhang auch auf die frühere Zugehörigkeit Sarrazins zum Berliner Senat, der bei der speziellen Förderung von Schulen mit einem hohen Migrantenanteil versagt habe. KNA
http://www.welt.de/die-welt/politik/article9183017/Scharfe-Kritik-an-Sarrazins-Thesen-zu-Migranten.html
SPD-Chef nennt Sprüche "dämlich"
Gabriel stellt Sarrazins Parteizugehörigkeit in Frage
zuletzt aktualisiert: 25.08.2010 - 07:12
Ludwigshafen (RPO). SPD-Chef Sigmar Gabriel hat die jüngsten Provokationen des früheren Berliner Finanzsenators Thilo Sarrazin (SPD) scharf kritisiert. Sarrazins Sprüche seinen zum Teil "dämlich" und die Sprache mitunter "gewalttätig" sagte Gabriel gestern auf seiner Sommerreise durch Rheinland-Pfalz.
Außerdem sprach Gabriel mit der Kindergartenleitung und der Stadt Ludwigshafen. Dabei ging es um frühkindliche Bildung.
In Worms trifft Gabriel auf den rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck (SPD). Die beiden Politiker unterhalten sich hinter einer Bronzeminiatur des Wormser Doms. In Worms nimmt Garbriel n einer Parteiratssitzung teil.
Schwerpunkt des zweiten Tags der Sommerreise wird das Thema Bildung sein. Am Mittwoch trifft Gabriel Bildungsministerin Doris Ahnen und besucht mit ihr eine Schule in Mainz. Dort soll über Bildungsreformen diskutiert werden.
Sigmar Gabriel auf Sommerreise
Der SPD-Vorsitzende kündigte an, er werde prüfen, ob Sarrazin mit seinen Äußerungen bestimmten Bevölkerungsgruppen bestimmte Charakterzüge zuweise. Dies wäre dann "rassistisch". Sollte der SPD-Chef zu diesem Ergebnis kommen, könnte die Debatte um einen Parteiausschluss Sarrazins erneut aufflammen. "Wenn Sie mich fragen, warum der noch bei uns Parteimitglied sein will - das weiß ich auch nicht", sagte Gabriel.
Berliner SPD auf Distanz
In Berlin reagierte die SPD und ging auf Distanz. "Ich kann auf solche Mitglieder als Kreisvorsitzender gut verzichten", sagt der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Christian Gaebler, der "tageszeitung". Gaebler ist auch Kreischef in Charlottenburg-Wilmersdorf, dem Kreisverband von Thilo Sarrazin.
Noch im Frühjahr hatte sich Gaeblers SPD-Verband zähneknirschend hinter Sarrazin gestellt. Damals hatte der ehemalige Finanzsenator und jetzige Bundesbankvorstand in einem Interview gesagt, Araber und Türken hätten "keine produktive Funktion, außer für den Obst- und Gemüsehandel".
Sarrazin, der Ende des Monats ein Buch zum Thema Integration veröffentlicht, sagte am Dienstag im Deutschlandradio Kultur, man dürfe nicht zulassen, dass 40 Prozent der muslimischen Migranten von Transferleistungen lebten und ihnen jede Form von Integration "erspart" werde.
Er fügte hinzu: "Für die Gesamtheit der muslimischen Einwanderung in Deutschland gilt die statistische Wahrheit: In der Summe haben sie uns sozial und auch finanziell wesentlich mehr gekostet, als sie uns wirtschaftlich gebracht haben." Sarrazin sagte weiter: "Die unqualifizierte Migration, die wir gegenwärtig haben, und die Migration des ungebildeten, unqualifizierten Familiennachzugs, das kann in dieser Form nicht weitergehen."
http://www.rp-online.de/politik/deutschland/Gabriel-stellt-Sarrazins-Parteizugehoerigkeit-in-Frage_aid_898081.html
Gabriel legt Sarrazin Parteiaustritt nahe
Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin hat wieder mit Äußerungen zum Thema Migration provoziert. SPD-Chef Gabriel fragt sich, warum der Ex-Senator noch in der Partei ist.
Er provoziert gern und häufig: der Bundesbank-Vorstand und Ex-Senator Thilo Sarrazin
Sigmar Gabriel distanziert sich in scharfer Form von seinem Parteikollegen, dem Bundesbank-Vorstandsmitglied Thilo Sarrazin, und legt ihm den Parteiaustritt nahe. Anlass sind erneute Äußerungen des früheren Berliner Finanzsenators über Ausländer und ihr Integrationsverhalten in Deutschland. Der SPD-Chef sagte während seiner Sommerreise nahe Worms, Sarrazin agiere in der Debatte mit "sprachlich gewalttätigen Aussagen" und fügte hinzu: "Wenn Sie mich fragen, warum der noch bei uns Mitglied sein will – das weiß ich auch nicht."
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Er wolle nun prüfen, ob Sarrazins Zuordnung von Charakterisierungen zu bestimmten Bevölkerungsgruppen wie Afrikaner oder Asiaten nicht rassistisch sei.
Sarrazin hatte zuletzt mit Forderungen nach einer strengeren Auswahl bei der Zuwanderung von Muslimen wieder einmal für heftige Reaktionen gesorgt. Aus den Reihen der Grünen wurden ihm "Hasstiraden" vorgeworfen, der Interkulturelle Rat in Deutschland kritisierte, Sarrazin befürworte "die gesetzliche Diskriminierung von Muslimen".
Der Hintergrund: Der Bankmanager und frühere Berliner Finanzsenator veröffentlicht Ende dieses Monats ein Buch zur deutschen Integrationspolitik, Passagen daraus wurden vorab unter anderem im Magazin Der Spiegel veröffentlicht.
Im Deutschlandradio Kultur hatte der Bundesbank-Vorstand zudem gesagt: "Die unqualifizierte Migration, die wir gegenwärtig haben, und die Migration des ungebildeten, unqualifizierten Familiennachzugs, das kann in dieser Form nicht weitergehen." Für die Gesamtheit der "muslimischen Einwanderung" in Deutschland gelte "die statistische Wahrheit: In der Summe haben sie uns sozial und auch finanziell wesentlich mehr gekostet, als sie uns wirtschaftlich gebracht haben."
Integration müsse deshalb eine Bringschuld von Migranten werden. "Wir müssen den Menschen, die bei uns leben, (...) alle Chancen geben, sich zu integrieren, wir müssen diese Chancen aber auch mit einem kräftigen Aufforderungscharakter verbinden", verlangte Sarrazin.
Ob die SPD aufgrund dieser und ähnlicher Äußerungen ein neues Parteiausschlussverfahren anstrengen wolle, ließ Gabriel offen. Ein solcher Schritt müsse im Zweifelsfall vor einem Gericht klar begründbar sein. Ein entsprechender Vorstoß war vor einiger Zeit bereits gescheitert.
Der Parteichef sagte weiter, er wolle aber auch die intellektuelle Auseinandersetzung über die Integrationspolitik.
http://www.zeit.de/politik/deutschland/2010-08/sarrazin-gabriel-spd
08:47|Integrationsdebatte
(http://www.welt.de/politik/article9180838/SPD-Chef-Gabriel-legt-Sarrazin-Parteiaustritt-nahe.html#writeComment)
SPD-Chef Gabriel legt Sarrazin Parteiaustritt nahe
Nach Sarrazins erneuter Attacke auf Muslime hat SPD-Chef Sigmar Gabriel dem Bundesbank-Vorstandsmitglied den Austritt aus der SPD nahegelegt.
Die Ansichten des Thilo Sarrazin
(http://www.welt.de/politik/deutschland/article1738982/Die_Ansichten_des_Thilo_Sarrazin.html)Foto: M. Lengemann WELT ONLINE stellt einige umstrittene Äußerungen des ehemaligen Berliner Finanzsenators und jetzigen Bundesbankvorstands Thilo Sarrazin vor. Im November 2002 sagte er zur Debatte über höhere Kita-Gebühren: "Es wird ja so getan, als ob der Senat die Kinder ins Konzentrationslager schicken wollte."
(http://www.welt.de/politik/deutschland/article1738982/Die_Ansichten_des_Thilo_Sarrazin.html)Foto: DDP Juni 2008: "Für fünf Euro würde ich jederzeit arbeiten gehen. Das wären 40 Euro pro Tag."
ngemann Im Februar 2002 über den Berliner Etat: "Der Haushalt ist objektiv verfassungsfeindlich."
SPD-Chef Sigmar Gabriel hat sich in scharfer Form von Bundesbank-Vorstandsmitglied Thilo Sarrazin (SPD) distanziert und ihm den Parteiaustritt nahegelegt. Anlass sind erneute Äußerungen des früheren Berliner Finanzsenators über Ausländer und ihr Integrationsverhalten in Deutschland. Bei einer Bootsfahrt nahe Worms sagte Gabriel auf seiner Sommerreise, er wolle genau prüfen, ob Sarrazins Zuordnung von Charakterisierungen zu bestimmten Bevölkerungsgruppen wie Afrikaner oder Asiaten nicht rassistisch sei.
Einstellungen zu Staat und Schule
http://www.welt.de/multimedia/archive/01107/ks_migranteneltern_1107570p.jpg (http://www.welt.de/politik/deutschland/article7845538/Einstellungen-zu-Staat-und-Schule.html) Foto: WELT INFOGRAFIK Migranten, deren Kinder zur Schule geben, haben größeres Vertrauen in deutsche Institutionen als die Deutschen selbst. Wenn ihre Kinder ...
http://www.welt.de/multimedia/archive/01107/ks_migranteneltern_1107571p.jpg (http://www.welt.de/politik/deutschland/article7845538/Einstellungen-zu-Staat-und-Schule.html) Foto: WELT INFOGRAFIK ... in der Schule nicht erfolgreich sind, suchen sie die Schuld zuerst bei sich selbst und nicht beid en Lehrern.
Sollten diese Charakterisierungen so erfolgt sein, dann wäre das für ihn „eindeutig“ rassistisch. Gabriel fügte bei der Veranstaltung hinzu: „Wenn Sie mich fragen, warum der noch bei uns Mitglied sein will – das weiß ich auch nicht.“
Sarrazin agiere in der Debatte mit „sprachlich gewalttätigen Aussagen“, sagte Gabriel weiter. Ein mögliches Parteiausschlussverfahren müsse aber im Zweifelsfall vor einem Gericht auch klar begründbar sein. Gabriel sagte weiter, er wolle aber auch die intellektuelle Auseinandersetzung über die Integrationspolitik.
Sarrazin hatte zuletzt mit Forderungen nach einer strengeren Auswahl bei der Zuwanderung von Muslimen erneut für heftige Reaktionen gesorgt. Aus den Reihen der Grünen wurden ihm „Hasstiraden“ vorgeworfen. Sarrazin veröffentlicht Ende dieses Monats ein Buch zur deutschen Integrationspolitik. Der Titel: „Deutschland schafft sich ab. Wie wir unser Land aufs Spiel setzen.“
Migranten in Deutschland
http://www.welt.de/multimedia/archive/01151/auslaenderdtl_DW_P_1151729p.jpg (http://www.welt.de/politik/deutschland/article8426072/Migranten-in-Deutschland.html) Foto: Infografik WELT ONLINE Die meisten in Deutschland lebenden Ausländer sind Türken (nicht in der Grafik). Außerdem leben hier besonders viele Italiener, Polen und Griechen. Viele Deutsche zieht es in die beiden Nachbarländer Schweiz und Österreich sowie nach Spanien
http://www.welt.de/politik/article9180838/SPD-Chef-Gabriel-legt-Sarrazin-Parteiaustritt-nahe.html
Thilo Sarrazins neues Buch: Offene Türen
Von Kai Pfundt
Zuspitzen, Vereinfachen, Provozieren: Wer in der deutschen Mediengesellschaft ein breites Publikum erreichen will, muss sich den Marktregeln unterwerfen. Im Wettbewerb um die breiteste Aufmerksamkeitsquote bedient sich Thilo Sarrazin derselben groben Methoden wie, zum Beispiel, Dieter Bohlen.
Der ehemalige Berliner Senator und heutige Bundesbankvorstand und, zum Leidwesen der Genossen, SPD-Mitglied, liest in seinem neuen Buch Deutschland die Leviten. Grundthese und Titel: Deutschland schafft sich selbst ab. Bildungsmisere, zu viele muslimische Zuwanderer, Geburtenrückgang.
Das Land, meint Sarrazin, ist auf dem Weg ärmer und dümmer zu werden.
Kulturpessimisten finden in Deutschland immer ihr Publikum. Und Aussagen, die Widerspruch provozieren, sind Teil einer offenen Gesellschaft. Für schwerwiegende gesellschaftliche Probleme gibt es keine Tabuzonen.
Der vermeintliche Tabubrecher Sarrazin, der an der Rolle des einsamen Rufers offenbar Gefallen gefunden hat, rennt allerdings reihenweise sperrangelweit offene Türen ein. Dass bei Zuwanderung und Integration schwere Fehler gemacht wurden, leugnen nur noch die hartleibigsten Multikulti-Fantasten.
Das schwache Abschneiden deutscher Schulen und Unis, die Alterung der Gesellschaft? Seit Jahren bekannte und politisch bearbeitete Probleme. Natürlich lässt sich anprangern, dass zur Lösung zu wenig zu langsam geschieht. Mit der Methode Sarrazin kommen wir aber auch nicht weiter, im Gegenteil. Neue Gräben und durch Provokation gerissene Wunden behindern die ohnehin mühsame Kompromissfindungsarbeit.
Artikel vom 25.08.2010
http://www.general-anzeiger-bonn.de/index.php?k=news&itemid=10027&detailid=777891
Sarrazin: eitel und provokativ Sarrazin wird als Denker gegen den Strom gefeiert, ist aber nur ein kleiner Ausländerfeind
Thilo Sarrazin setzt auf Aufmerksamkeit. Deswegen provoziert er auf Teufel kommt raus. Dem persönlichen Antrieb, in der Aufmerksamkeitsökonomie mit den immergleichen Themen zu punkten, scheint dem SPD-Mitglied, früheren Finanzsenators von Berlin und Bundesbank-Vorstandsmitglied ganz egal zu sein.
Jetzt hat er ein Buch mit dem katastrophischen Titel "Deutschland schafft sich ab. Wie wir unser Land aufs Spiel setzen" geschrieben, das muss zum Teufel komm raus beworben werden, wozu sich Sarrazin auch der Bild-Zeitung bedient, die für derartiges immer gut ist. Der Sozi sieht Deutschland von Muslimen und nebenbei auch von der Unterschicht bedroht, die dank der Transferleistungen darauf aus ist, möglichst viel Nachkommen zu erzeugen. Die Deutschen sterben aus, schaffen sich durch Zeugungsverzicht und vereinfachte Zuwanderung ab. Oje.
Dem Deutschlandfunk sagte (http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/1255423/) der aufrechte Kämpfer:
"Es geht nicht an, dass wir es zulassen, dass etwa 40 Prozent der muslimischen Migranten bei uns von Transferleistungen leben mit Einkommen, die viel höher sind als das Arbeitseinkommen da bei sich zu Hause wäre, und denen von daher jede Integration erspart wird. Und bei den Migranten, die künftig noch kommen, da schließe ich den Familienzuzug ausdrücklich ein, müssen wir wesentlich schärfere Maßstäbe anlegen. Natürlich kann überhaupt kein vernünftiger Mensch etwas dagegen haben, dass ein marokkanischer Ingenieur oder Arzt bei uns arbeiten kann, und der soll auch mit seiner Familie kommen dürfen. Aber die unqualifizierte Migration, die wir gegenwärtig haben, und die Migration des ungebildeten, unqualifizierten Familiennachzugs, das kann in dieser Form nicht weitergehen."
Vor allem geht es dem Politiker um Erregung der öffentlichen Meinung (http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31235/1.html). Dafür muss man arbeiten und sich in Szene setzen, mitunter ein ganzes Buch schreiben (lassen). Und natürlich hat man alles aus eigener Kraft geschafft, schon ganz früh, der Wille zählt, nicht die Umstände: "Als ich im Februar 1955 die Aufnahmeprüfung am Gymnasium Petrinum in meiner Heimatstadt Recklinghausen ablegte, konnte ich fließend lesen (und zwar mit höherem Lesetempo als heute), hatte eine vollständig sichere Rechtschreibung, konnte schriftlich dividieren und multiplizieren, kannte die gesamte biblische Geschichte rauf und runter und hatte im regionalen Umfeld erdkundliches und historisches Orientierungswissen."
So ist unser Sarrazin, zwar nicht ganz so fortpflanzungsfreudig wie die Muslime in seinen Augen, aber doch vorbildlich strebsam, wie es jeder sein sollte. Dafür ziehen die Muslime in Deutschland die Sozialleistungen an, denn sie wollen es sich bequem machen, richtige Schmarotzer eben. Und solche Ansichten machen Sarrazin angeblich zum "Denker", der gegen den Strom schwimmt, man sollte eher sagen, der mit dem Strom schwimmt und der die noch verbliebenen Bedenken mit Lust und Eigeninteresse wegräumt. Hartz-IV-Empfängern hatte er auch schon mal empfohlen, kalt zu duschen.
Sarrazins Feinde sind eigentlich nicht die Unterschichtsangehörigen und die Muslime, sondern die nicht nationalistisch und rechtsausgerichteten Intellektuellen, die für die Ideale der Aufklärung eintreten:
"In Deutschland arbeitet ein Heer von Integrationsbeauftragten, Islamforschern, Soziologen, Politologen, Verbandsvertretern und eine Schar von naiven Politikern Hand in Hand und intensiv an Verharmlosung, Selbsttäuschung und Problemleugnung."
Es hat lange gedauert, bis nun die SPD aufgewacht ist und sich traut, gegen den rechten und ausländerfeindlichen Sarrazin anzutreten. Der SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel droht zwar noch immer nicht mit einem Parteiausschlussverfahren wegen seiner rassistischen Äußerungen, meint aber: "Wenn Sie mich fragen, warum der noch bei uns Mitglied sein will - das weiß ich auch nicht." Allerdings gäbe es da noch mehr Kandidaten.
Auch Raed Saleh, der integrationspolitische Sprecher der Berliner SPD, wirft Sarrazin im Deutschlandfunk (http://www.dradio.de/) Rassismus, Intoleranz und inakzeptable Pauschalisierungen vor. Im Grunde vertrete er die Parolen von NPD oder Pro Deutschland und schüre bewusst Vorurteile. Er spreche sogar von "genetisch bedingter Dummheit". Dies sei eindeutig rassistisch. Auch was die von Sarrazin den Muslimen abgesprochene Integrationsfähigkeit betrifft, widerspricht Saleh seinem (Noch)Parteigenossen: "Wir haben in Deutschland eine Integration, die millionenfach gelungen ist und auch in Berlin eine Integration, die hundertfach gelungen ist."
Florian Rötzer25.08.2010http://www.heise.de/tp/blogs/6/148263
25.08.2010 · 07:50 Uhr
http://www.dradio.de/images/60120/landscape/133,0/ (http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/1256446/bilder/image_main/) Raed Saleh über Thilo Sarrazin: "Provokation rechtfertigt keinen Rassismus". (Bild: Deutschlandradio - Bettina Straub)
"Das ist in meinen Augen eindeutig rassistisch" (http://www.dradio.de/aod/?station=3&broadcast=1000300&datum=20100825&playtime=1282715462&fileid=e6d5b640&sendung=348714&beitrag=1256446&)
SPD-Politiker Raed Saleh zu den integrationspolitischen Thesen Thilo Sarrazins
Der integrationspolitische Sprecher der Berliner SPD, Raed Saleh, hat dem früheren Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) Rassismus geworfen.
Sarrazin schüre bewusst Vorurteile und bediene sich Pauschalisierungen, sagte Saleh zu den jüngsten Äußerungen des jetzigen Vorstandsmitglieds der Bundesbank. Sarrazin ordne bestimmten Volksgruppen und Religionsgemeinschaften pauschal bestimmte Charakterzüge zu und spreche sogar von "genetisch bedingter Dummheit". Dies sei eindeutig rassistisch, so Saleh über seinen Parteikollegen.
"Wir haben in Deutschland eine Integration, die millionenfach gelungen ist und auch in Berlin eine Integration, die hundertfach gelungen ist", widersprach Saleh den jüngsten Äußerungen von Sarrazin. Dieser spreche 90 Prozent der arabischstämmigen und 70 Prozent der türkischstämmigen Mitbürger jede Integrationsfähigkeit und jede Integrationswilligkeit ab. "Das ist eine Pauschalisierung, die nicht akzeptabel ist."
Der Kreisvorsitzende der SPD in Berlin-Spandau sagte weiter:
"Das wird die Debatte jetzt zeigen, dass auch im Buch die wesentlichen Kriterien, wenn er von den Türken spricht, den Arabern spricht, den Moslems spricht, im Grunde genommen nur als rassistisch deklariert werden können."
Saleh warf dem Finanzexperten vor, die eigentliche Wirklichkeit in Deutschland nicht zu kennen und warf ihm mangelnde Urteilskraft vor. "Man braucht eine Diskussion, die hilfreich ist", sagte er. "Rassismus und Intoleranz und, ich sag mal auch, im Grunde Sozialdarwinismus hilft in der Debatte nicht weiter. Dr. Sarrazin vertritt im Grunde Gedanken der NDP und von 'Pro Deutschland', nicht mehr und nicht weniger."
Gespräch mit Raed Saleh als MP3-Audio (http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/08/25/drk_20100825_0751_e6d5b640.mp3)
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/1256446/
Vermin Exterminator
25.08.2010, 10:53
Es ist vorauszusehen, daß die Gutachten, die man in Auftrag geben wird, von 'Hofschranzen' erstellt werden, die Sarrazin geistig nicht das Wasser reichen können.
Richard Wagner von Achgut meint dazu: (http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/politik_mit_sarrazin_oder_was_jenseits_der_integra tionsindustrie_ist/)
Politik mit Sarrazin oder Was jenseits der Integrationsindustrie ist (http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/politik_mit_sarrazin_oder_was_jenseits_der_integra tionsindustrie_ist/)
Auch im Stalinismus war es so: Was nicht sein durfte, gab es auch nicht. Es stand nicht in der Zeitung, und damit war die Sache in der Regel erledigt. Wenn aber, via Westen, über dessen Hass- und Störsender, ein Thema, das nicht zu sein hatte, und deshalb auch gar nicht existierte, trotzdem zu einem Thema wurde, weil man zwar die öffentliche Meinung gleich schalten konnte, aber nicht die Gerüchteküche, und auch nicht den politischen Witz, wurde die Angelegenheit umgehend dementiert.
Man dementierte etwas, was man gar nicht kannte, und das es offiziell gar nicht gab, aber die Dementierenden taten so, als ginge es um Leben und Tod. Sie warfen sich ins Zeug, und scheuten die markigen Worte nicht, bis alles wieder vorbei war, vergessen oder überrollt von anderen Sorgen, echten, die man zwangsläufig hatte.
Der Unterschied unserer Querelen zum Stalinismus ist riesig und geringfügig zugleich. Das zeigt sich am Beispiel Sarrazin. Vor dem Mann wird seit vielen Monaten gewarnt. Er sei ein Rassist. Ein Rechtspopulist. Ein Provokateur. Der Mann ist SPD-Mitlied und arbeitet im Vorstand der Bundesbank. Wegen der Vorwürfe gegen ihn hat man zwar schon gefordert, ihn aus der SPD auszuschließen, und auch im Vorstand der Bundesbank sollte er nicht mehr sein, man hat dort zumindest versucht seinen Einfluss zu minimieren, aber man wagte es dann doch nicht gegen ihn brachial vorzugehen. Dafür hätte jemand gerade stehen müssen. Das aber vermeiden unsere heldenhaften Verteidiger des Guten.
Wir stellen fest: Einem Finanzexperten werden wegen politischer Äußerungen Konsequenzen für sein Berufsleben angedroht. Äußerungen, die er im übrigen in keinem als rechtsradikal verschrieenen Blatt getan hat, sondern im vorbildlich korrekten, geradezu salonfähigen, feinen und unauffälligen kosmopolitischen Intellektuellen-Unternehmen „Lettre international“.
Nun ist ein Buch, das die Thesen Sarrazins bündelt, erschienen: „Deutschland schafft sich ab. Wie wir unser Land aufs Spiel setzen“. Das Interesse ist groß, aber auch die Nervosität. Die meisten haben es noch gar nicht gelesen, aber eine Meinung haben sie sich schon gebildet. Wie immer in solchen Fällen, aufgrund der Zitate, die ihnen ihre Mitarbeiter diskret auf den Morgenschreibtisch gelegt haben. So erfahren wir, dass der Grüne Ströbele wieder einmal entsetzt ist, und wundern uns nur noch darüber, wie er es fertig bringt, so viel an Entsetzen zu verkraften, ohne dabei auszusehen wie seine Parteifreundin Claudia Roth. Sein Kollege Volker Beck dagegen, der von Hasstiraden spricht, ist nicht nur entsetzt, er politisiert sein Entsetzen sogar.
Er sagt etwas Interessantes. Etwas, das sozusagen den Provokationen von Sarrazin zu Grunde liegt. Beck spricht von einer „multikulturellen Demokratie“ und behauptet die Integration sei ein „wechselseitiger Prozess“. Sollte es wirklich schon so weit sein?
Was ist denn bitte eine multikulturelle Demokratie? Ist das etwa die Ergänzung des Bürgerlichen Gesetzbuches durch die Scharia? Und wieso ist Integration ein wechselseitiger Prozess? Feiern wir demnächst Ramadan? Gehen wir ab jetzt freitags in die Moschee? Wird der Freitag zum Sonntag, oder wird der Sonntag bald auch nur noch ein Freitag sein?
Wer im Stalinismus etwas öffentlich dementierte, tat dies meistens aus Angst vor dem Gulag oder vor dem Genickschuss. Heute geschieht es aus kollektiv legitimierter Dummheit. Sie ist das Ergebnis der Angst davor, in die Wüste geschickt zu werden oder gar den sicheren Listenplatz für die nächste Landtagswahl zu verlieren.
Zu den Hauptvorwürfen gegen Sarrazin gehört der des Rechtspopulismus. Was aber ist Rechtspopulismus? Zunächst zum Populismus. Populistisch ist jemand, der dem Volk nach dem Munde redet, auch wider besseres Wissen. Das heißt zumindest, dass seine Aussagen populär sind, das heißt weit gehend von der Bevölkerung geteilt werden. Wenn also Sarrazins Ansichten populär sind, sollte man sich dann nicht nach den Ursachen erkundigen, anstatt sie bloß abzuqualifizieren?
Sarrazins Buch gehört bereits zu den meistgekauften in diesen Tagen, beim Internethändler amazon.de wird es zusammen mit Kirsten Heisigs „Das Ende der Geduld. Konsequent gegen jugendliche Gewalttäter“ und Jörg Schönbohms „Politische Korrektheit. Das Schlachtfeld der Tugendwächter“ angeboten.
Der Erfolg dieser Bücher zeigt das einschlägige Diskussionsbedürfnis der Bevölkerung. Dem sollte man Rechnung tragen, gerade als demokratisch gewählter Politiker. Gabriel, der SPD Vorsitzende, sollte nicht, zur Beruhigung seiner politisch korrekten Klientel, als Erstes ankündigen, er werde das Buch prüfen, sondern sich mit den Thesen seines Parteigenossen auseinandersetzen.
Das gilt für die Politik insgesamt, einschließlich für die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung Maria Böhmer (CDU) die Sarrazin „pauschale Polemik gegen muslimische Migranten“ vorwirft. So spricht heutzutage eine führende Politikerin der Christdemokraten. Das ist ihr Deutsch! Warum wundern wir uns, bei einer solchen Sprache, über alles andere?
RSS - Jungefreiheit
25.08.2010, 11:30
BERLIN. Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin (SPD) den...
Weiterlesen... (http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display-mit-Komm.154+M53dcb76db80.0.html)
Wer stoppt Thilo Sarrazin?
25. August 2010, 10:45 http://static.twoday.net/Spreegurke/images/stopp_1.gif[Ursula Pidun] Thilo Sarrazin, seineszeichen davon überzeugt, ein deutschstämmiger Gutmensch zu sein, wägt sich auf der sicheren Seite. Der Mann, der von seinen Mitbürgern seit 1975 großzügig gesponsert im Öffentlichen Dienst (http://www.bundesbank.de/aufgaben/aufgaben_vorstand.php) arbeitet, drängt sich bereits seit vielen Jahren auf geradezu penetrante Weise in den öffentlichen Vordergrund, um persönliche und in weiten Teilen krude bis brandgefährliche Thesen unter das Volk zu mischen.
Sarrazin analysiert nicht nur (http://www.sueddeutsche.de/politik/debatte-um-hartz-iv-sarrazin-warmduscher-sind-nie-weit-gekommen-1.9363) das Leben und das muntere und bunte Treiben um ihn herum. Vielmehr traut er sich, fundierte Klassifizierungen (http://www.n24.de/news/newsitem_6118569.html) seiner Mitmenschen vorzunehmen und weiß als Hobby-Soziologie Genaueres über Dummheit und Klugheit der Menschheit allgemein. Als neueste Variante seiner spektakulären Analysen verlässt er gedanklich deutsche Staatsgrenzen und wirft prüfende Blicke auf die vermeintliche geistige Enge der Menschen in anderen Staaten. Nach harscher Kritik hierzulande an Warmduschern und Nuchtstuern unter den sogenannten Hartz IV-Empfängern sowie faulen Beamten (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,653319,00.html), die sich träge in den Amtsstuben räkeln, malt er sich nun ein weiteres Horrorszenarium (http://www.welt.de/die-welt/politik/article9183017/Scharfe-Kritik-an-Sarrazins-Thesen-zu-Migranten.html) aus. Sarrazin sieht die frisch entdeckte Dummheit quasi von außen in unser heiliges Land hinein fluten. Er ist empört und findet in einem bekannten Verlag tatsächlich ein Sprachrohr, um seinen Ängsten im wahren Wortsinn Ausdruck zu verleihen.
Über Dummheit dozieren
So losgelassen, wettert er mit dumpfen Parolen und dümmlichem Populismus gegen den vermeintlichen Bildungsmangel, zu viele Muslime, die sich bei uns angeblich ein schönes Leben machen, den erschreckenden Geburtenrückgang und alles, was nicht den Vorstellungen von einem sauberen und tadellosen Deutschland à la Sarrazin entspricht. Jenseits jeglicher empathischer Empfindungen und stur, wie der berühmte Esel – der allerdings in Wahrheit ziemlich intelligent ist - diskreditiert er seine Mitmenschen nach persönlichem Gutdünken und setzt sie mit entwürdigen Bemerkungen zutiefst herab. Die neuen und tiefen Gräben, die er mit seinen unerträglichen Bemerkungen aufschüttet, zeugen von einer beachtlichen Kleingeisterei und haben mit Globalisierungsfaktoren und gelungen Integrationsmaßnahmen nichts zu tun. Ein echter Sarrazin befasst sich mit Jammern und Klagen, nicht jedoch mit Konzepten zur Realisierung gelungener gesellschaftlicher Eingliederung.
Mit der Aussage: "Wir werden auf natürlichem Wege durchschnittlich dümmer", die er in seiner aktuellen Publikation von sich gibt und damit auf unsere zunehmende Einwanderungsentwicklung abzielt, schießt das Mitglied des Vorstandes der Bundesbank in Sachen Vorurteile und Klassifizierung den Vogel ab. Dabei wird er kräftig gefördert, denn ein Buch muss ja erst einmal verlegt werden, bevor es auf die Menschheit losgelassen wird. Und Sarrazin, der es sich seit Mai 2009 bei der Deutschen Bundesbank bequem macht, hat Glück. Immerhin steht die Deutsche-Verlagsanstalt (http://www.randomhouse.de/dva/index.jsp) hinter ihm und seinen markigen Worten.
Verlage tragen Verantwortung
Den renommierten und alteingesessenen Verlag gibt es schon seit 1881. Nach einer wechselvollen Besitzer-Agenda, zu der eine Zeit lang auch die Frankfurter Allgemeine zählte, wird der Verlag heute vom Bertelsmann-Konzern (http://www.bertelsmann.de/bertelsmann_corp/wms41/bm/index.php?language=1)gesteuert und folgt vermeintlich der neuen Unsitte, ein Buch nicht aufgrund des exzellenten Inhalts zu vermarkten sondern nach dem Bekanntheitsgrad eines Autors, ganz gleich, womit er sich bekannt macht. Das kurbelt immerhin kräftig die Umsätze an. Ein verantwortungsbewusstes Handeln scheint dabei bei gerne einmal außen vor zu bleiben. Immerhin gibt es in Deutschland auch stattliche 65 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges eine latente, aber dennoch stark verfestigte Ausländerfeindlichkeit (http://www.focus.de/politik/deutschland/studie_aid_120975.html). Darüber muss diskutiert werden und nicht über Sarrazins dümmliche und falschen Erkenntnisse über Migranten. Wie besorgniserregend die in unserem Land tatsächlich vorhandenen Vorurteile gegen Einwanderer und Ausländer inzwischen sind, lässt sich auch anhand vieler, in Teilen extrem zynischer Kommentare (http://www.welt.de/channels-extern/ipad/debatte_ipad/article9182958/Thilo-Sarrazins-Provokationen-helfen-Deutschland.html)unter entsprechenden Sarazin-Artikeln verfolgen. Es kann und darf nicht Aufgabe von Verlagen sein, eine solche Stimmung weiter zu befördern, ob nun bewusst oder unbewusst, das sei dahingestellt.
Bisher haben weder Parteien und Politiker, noch Verlage oder sonstige einflussnehmende Instanzen ein Machtwort gesprochen und auch die Gesellschaft schweigt entweder oder applaudiert dem Propagana-Helden Sarrazin kräftig. Der Mann ist weiterhin SPD-Mitglied, bleibt beruflich unbehelligt, wird weiter großzügig von der Gesellschaft gesponsert und verbreitet fortwährend und ungehindert brandgefährliche Rhetorik. Wer also stoppt endlich Thilo Sarrazin?
http://spreegurke.twoday.net/stories/6481528/
Protest gegen Sarrazins Auftritt im Haus der Kulturen der Welt
Als Diskussionsgrundlage dokumentieren wir hier das Protestschreiben des Migrationsrats Berlin-Brandenburg gegen den Auftritt des früheren Berliner Senators Thilo Sarrazin im Berliner Haus der Kulturen der Welt.
Protestschreiben gegen den Auftritt von Thilo Sarrazin im Haus der Kulturen der Welt
Berlin, 24.08.2010
Am 25.09.2010, 18h soll Thilo Sarrazin sein neues Buch „Deutschland schafft sich ab. Wie wir unser Land aufs Spiel setzen“ (Erscheinungstermin: 30.08.2010, Deutsche Verlags-Anstalt) im Rahmen des Internationalen Literaturfestivals Berlin im Haus der Kulturen der Welt vorstellen. In dem Werbetext des Verlags heißt es: „Thilo Sarrazin beschreibt (...) die Folgen, die sich für Deutschlands Zukunft aus der Kombination von Geburtenrückgang, problematischer Zuwanderung und wachsender Unterschicht ergeben. Er will sich nicht damit abfinden, dass Deutschland nicht nur älter und kleiner, sondern auch dümmer und abhängiger von staatlichen Zahlungen wird.“
Wir protestieren dagegen, einem Politiker, der aufgrund seiner rassistischen Äußerungen bekannt geworden ist und seine Thesen nun in Buchform präsentiert, eine derartige Plattform im Haus der Kulturen der Welt zu bieten. Sarrazin beschreibt unter Rekurrierung auf eine „aggressive und atavistische Mentalität“ einen Großteil der „Araber“ und „Türken“ als „weder integrationswillig noch –fähig“ und unterteilt Menschen in vermeintlich „produktive“ und „nicht-produktive“ und damit erwünschte und unerwünschte Mitglieder dieser Gesellschaft. Seine Hetze mündet in apokalyptischen Bedrohungsszenarien, in denen insbesondere muslimische Migrant/innen und ihre Nachkommen zu einer Gefahr für das „Abendland“ stilisiert werden. So schreibt Sarrazin in seinem Buch: „Ich möchte nicht, dass das Land meiner Enkel und Urenkel zu großen Teilen muslimisch ist, dass dort über weite Strecken Türkisch und Arabisch gesprochen wird, die Frauen ein Kopftuch tragen und der Tagesrhythmus vom Ruf der Muezzine bestimmt wird. (...) Demografisch stellt die enorme Fruchtbarkeit der muslimischen Migranten eine Bedrohung für das kulturelle und zivilisatorische Gleichgewicht im alternden Europa dar.“
Mit der Akzeptanz der Propagierung einer solchen Weltsicht verliert der Gastgeber der geplanten Veranstaltung – das Haus der Kulturen der Welt – jegliche Glaubwürdigkeit in Bezug auf den Anspruch, den es im Namen führt.
Wir wollen nicht stumm dastehen und zusehen!
Wir sind pflichtbewusste Bürger/innen und möchten dieser rassistischen und gesellschaftspaltenden Hetze ein Ende setzen!
Deshalb fordern wir die Verantwortlichen im Haus der Kulturen der Welt und die Organisator/innen des Internationalen Literaturfestivals Berlin auf, Thilo Sarrazin aus ihrem Programm zu streichen, statt ihm bei der Verbreitung seiner menschenfeindlichen Thesen zu assistieren! Gleichzeitig rufen wir alle Autor/innen des Literaturfestivals auf, die Bühne nicht mit einem bekennenden Rassisten zu teilen!
Bitte unterzeichnen Sie dieses Protestschreiben, leiten Sie es weiter und sagen Sie NEIN zum salonfähigen Rassismus und deren Fürsprecher/innen!
Nuran Yigit (Vorstand)
Migrationsrat in Berlin-Brandenburg
Elena Brandalise (Geschäftskoordination)
http://www.tagesspiegel.de/berlin/protest-gegen-sarrazins-auftritt-im-haus-der-kulturen-der-welt/1910924.html
legt Sarrazin SPD-Austritt nahe
Ach.... mal wieder? *gääähn*
Wäre natürlich peinlich, wenn so eine Untersuchung Sarrazin auch noch bestätigen würde. :gröhl:
TomRossi
25.08.2010, 12:10
Ohne Worte - die SPD 2010.
M.E. ist die Partei aber schon seit den Achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts unwählbar.
Sarrazin und Bertelsmann womöglich vor bundesweiten Prozesswelle
Haben sich DVA und Thilo Sarrazin womöglich verspekuliert? Sollte das Buch des Bundesbank-Vorstands rufschädigende, herabsetzende oder diskriminierende Behauptungen enthalten, könnten Millionen von Hartz IV – Empfänger gegen den zu Bertelsmann gehördenden DVA-Verlag und den Autor Thilo Sarrazin klagen. Auch in Deutschland lebende Migranten könnten sich das Werk genau ansehen – und danach einen versierten Anwalt kontaktieren. Strafanzeigen allein konnten bislang Thilo Sarrazin nicht stoppen, im Gegenteil: DVA publiziert das Buch, obwohl die Staatsanwaltschaft wegen den Tatverdachts der Volksverhetzung gegen Sarrazin ermittelt.
http://www.lifegen.de/newsip/shownews.php4?getnews=2010-08-25-1511&pc=s02
x-Senator
Sarrazin provoziert wieder
Von Roland Mischke, aktualisiert am 25.08.2010 um 11:15
Sarrazin
Thilo Sarrazin Foto: dpa
Berlin - Der frühere Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin hat erneut mit umstrittenen Äußerungen auf sich aufmerksam gemacht. Er sieht in den Migranten eine zu hohe Belastung für Deutschland.
Sie sind dick, doof und schaukeln am liebsten in der sozialen Hängematte. Wenn Thilo Sarrazin, 65, viele Jahre Finanzsenator in Berlin (SPD) und heute Vorstand der Deutschen Bundesbank, über Muslime redet, grölt der Stammtisch. "Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert", sagte er vor einiger Zeit in einem Interview.
Nun legt er nach, schriftlich. "Deutschland schafft sich ab. Wie wir unser Land aufs Spiel setzen" heißt sein Buch, das am 31. August erscheint - mit viel Polemik gegen die angebliche Integrationsunwilligkeit arabischer und vor allem türkischer Zuwanderer. Durch seine missratene Einwanderungspolitik werde Deutschland immer dümmer, so die Hauptthese.
Die Einwandererschelte erregt die Öffentlichkeit, inzwischen soll es über ein Dutzend Strafanzeigen wegen Volksverhetzung gegen Sarrazin geben. Die Türkisch-Deutsche Unternehmervereinigung in Berlin, die zunächst den Autor zum Gespräch einlud, will nicht mehr mit ihm reden. Sarrazin sei, so Ekrem Özdemir, Vorstand der Vereinigung, "böswillig" in seinen Angriffen auf Migranten und Hartz-IV-Empfänger. Sarrazin weist die Anzeigen als absurd zurück.
Sein Buch ist sachlich im Ton, aber hart in der Sache. "Kleine Kopftuchmädchen" kommen nicht mehr vor, und auch andere Zuspitzungen hat er unterlassen. Aber Sarrazin kennt kein Pardon, wenn es um Einwanderer aus muslimischen Ländern geht. Sie seien eine "Bedrohung für das kulturelle und zivilisatorische Gleichgewicht im alternden Europa".
Er sorgt sich um den Geburtenrückgang der Deutschen, die sich innerhalb der nächsten Jahrzehnte abschaffen würden, und den nach seiner Meinung überbordenden Sozialstaat. Seine Forderungen gipfeln in der Aussage, der Weg in den deutschen Sozialstaat dürfe nicht mehr ohne "Wegezoll" möglich sein. Im Buch heißt es: "Die letzten Jahrzehnte haben gezeigt, dass die finanziellen und sozialen Kosten der muslimischen Einwanderung weitaus höher waren als der daraus fließende wirtschaftliche Ertrag. Wenn wir den Zuzug nicht steuern, lassen wir letztlich eine Veränderung unserer Kultur, unserer Zivilisation und unseres Volkscharakters in eine Richtung zu, die wir gar nicht wünschen. Ich möchte nicht, dass das Land meiner Enkel und Urenkel zu großen Teilen muslimisch ist, dass dort über weite Strecken Türkisch und Arabisch gesprochen wird, die Frauen ein Kopftuch tragen und der Tagesrhythmus vom Ruf der Muezzins bestimmt wird. Wenn ich das erleben will, kann ich eine Urlaubsreise ins Morgenland buchen."
Die Ausländerbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), warf dem Bundesbanker "pauschale Polemik gegen muslimische Migranten" vor, die "diffamierend und verletzend" sei. Sarrazins Behauptungen seien wissenschaftlich nicht haltbar. So gebe es keine Studien, die eine grundsätzliche mangelnde Integrationsbereitschaft der Muslime in Deutschland belegten. Auch blende Sarrazin positive Entwicklungen komplett aus. So hätten seit 2005 mehr als 600000 Migranten an Integrationskursen teilgenommen, um Deutsch zu lernen.
Zudem habe eine Studie gezeigt, dass bei gleicher Leistung und ähnlichem sozialem Hintergrund türkische Kinder häufiger auf Realschule oder Gymnasium wechselten als deutsche. Böhmer betonte, Sarrazin hätte als Berliner Finanzsenator die wichtige Aufgabe gehabt, Schulen mit einem hohen Migrantenanteil speziell zu fördern. "Das Versagen ist offensichtlich."
Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Fraktion, Volker Beck, warf Sarrazin gar Hasstiraden vor: "Wem auf gesellschaftliche Herausforderungen in einer multikulturellen Demokratie nur Beschimpfungen der ohnehin schon Benachteiligten einfallen, hat nicht verstanden, dass Integration ein wechselseitiger Prozess ist." Die Migrationspolitiker der Berliner SPD warfen dem früheren Finanzsenator vor, Menschen nur nach ihrer wirtschaftlichen Verwertbarkeit zu beurteilen. "Für uns ist Sarrazin schon lange kein Sozialdemokrat mehr", hieß es. SPD-Chef Sigmar Gabriel legte Sarrazin den Parteiaustritt nahe. "Wenn Sie mich fragen, warum der noch bei uns Mitglied sein will - das weiß ich auch nicht", sagte er bei einer Bootsfahrt nahe Worms.
http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.ex-senator-sarrazin-provoziert-wieder.1f8e2344-7341-40ee-8a85-0c8068cf83ba.html?page=1
Aussagen von Sarrazin (SPD) sind „dämlich“ und „gewalttätig“
Mittwoch 25.08.2010, 11:25
Der ehemalige Berliner Finanzsenator und Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazi (SPD) hat in einem Interview einen höheren Integrationsdruck auf muslimische Einwanderer in Deutschland gefordert. Kritik erntete der SPD-Politiker für seine Aussagen nun vom SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel. „Dämlich“ und „gewalttätig“ seien die Aussagen von Sarrazin.
Die SPD-Spitze ist über die jüngsten Äußerungen des früheren Berliner Finanzsenators und Bundesbank-Vorstandes Thilo Sarrazin verärgert. Sarrazins Aussagen seien zum Teil „dämlich“ und mitunter „gewalttätig“, sagte der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel am Dienstagabend auf seiner Sommerreise durch Rheinland-Pfalz. Er betonte zugleich, dass er „aber auch die intellektuelle Auseinandersetzung“ mit dem früheren Finanzsenator wolle. Denn neben vielen inakzeptablen Äußerungen spreche er auch Dinge an, über die ernsthaft nachgedacht werden müsse.
Gabriel kündigte darüber hinaus an, zu prüfen, ob Sarrazin mit seinen Aussagen bestimmten Bevölkerungsgruppen Charakterzüge zuweise, was rassistisch wäre. Zu weiteren Konsequenzen gegen den früheren Berliner Finanzsenator wollte sich der SPD-Chef nicht äußern.
Sarrazin will gutqualifizierte Einwanderer
Sarrazin hatte am Dienstag in einem Interview im Deutschlandradio Kultur einen höheren Integrationsdruck auf muslimische Einwanderer in Deutschland gefordert. Man dürfe nicht zulassen, dass 40 Prozent der muslimischen Migranten von Transferleistungen lebten und ihnen jede Form von Integration erspart werde. Integration müsse eine Bringschuld von Migranten sein. „Für die Gesamtheit der muslimischen Einwanderung in Deutschland gilt die statistische Wahrheit: In der Summe haben sie uns sozial und auch finanziell wesentlich mehr gekostet, als sie uns wirtschaftlich gebracht haben.“
Der Bundesbank-Vorstand forderte zudem, bei künftigen Migranten wesentlich schärfere Maßnahmen anzulegen. „Die unqualifizierte Migration, die wir gegenwärtig haben, und die Migration des ungebildeten, unqualifizierten Familiennachzugs, das kann in dieser Form nicht weitergehen.“
http://www.focus.de/politik/weitere-meldungen/spd-aussagen-von-sarrazin-spd-sind-daemlich-und-gewalttaetig_aid_545057.html
Reaktionen
Pressestimmen zu Thilo Sarrazin: "Polterer" und "Ausländerfeind"
25.08.2010 (http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Startseite/Suche/Kalender/costart,1_date,25.08.2010_regid,2_puid,2_pageid,11 634.html) 10:44 Uhr
Thilo Sarrazin: Mit seinem Thesen zu Muslimen (http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Politik/Artikel,-Sarrazin-muslime-240810-_arid,2226519_regid,2_puid,2_pageid,4290.html), Einwanderern und Hartz IV-Empfängern (http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Politik/Artikel,-Thilo-Sarrazin-Jetzt-nimmt-er-Hartz-IV-Emfaenger-ins-Visier-_arid,2227254_regid,2_puid,2_pageid,4290.html), die er in einem neuen Buch präsentiert, spaltet der Bundesbank-Vorstand Deutschland. Hier Reaktionen und Pressestimmen zu Sarrazin:
http://www.augsburger-allgemeine.de/pu_azportal/images/lupe.gif (http://www.augsburger-allgemeine.de/cms_media/module_bi/2451/1225825_1_org_Sarrazin.jpg)
http://www.augsburger-allgemeine.de/cms_media/module_bi/2451/1225825_1_mittel_Sarrazin.jpg (http://www.augsburger-allgemeine.de/cms_media/module_bi/2451/1225825_1_org_Sarrazin.jpg)
Thilo Sarrazin.
"Thilo Sarrazin ist ein unerträglicher Polterer, der sich gerne auf Kosten von Minderheiten profiliert. Das hat er mit seinen Tiraden gegen Muslime abermals bewiesen. Auch die jüngsten Ausfälle des früheren Finanzsenators sind kühl kalkuliert. Mit ihnen trommelt er für sein neues Buch. Das ist schäbig und wäre keiner Erwähnung wert, wenn Sarrazins Thesen nicht an ein hochsensibles Thema rührten: Integration ist immer noch ein Reizwort, das mit Ängsten und Vorurteilen besetzt ist." Neue Osnabrücker Zeitung (http://www.noz.de/neue-oz)
"Was Thilo Sarrazin von sich gibt, vor allem über Muslime, wird in der NPD und bei den Islamfeinden von Pro Deutschland gern gehört und ruck, zuck zu Munition verarbeitet. Die in Berlin tonangebenden linksliberalen Milieus reagieren allerdings auf solche Provokationen oft mit einem Reflex: Dresche für den Provokateur, Thema weitgehend abgebügelt. Das ist kurzsichtig. Kopf in den Sand." Frank Jansen, Tagesspiegel (http://www.tagesspiegel.de/meinung/auftrieb-fuer-parolen/1910696.html)
"Thilo Sarrazin tut dem Lande einen Dienst, indem er regelmäßig Fehlsteuerungen der Sozial- und Einwanderungspolitik ungeschminkt beim Namen nennt." Michael Stürmer, Die Welt (http://www.welt.de/die-welt/politik/article9182993/Wir-brauchen-kluge-Koepfe.html)
"Sarrazin gefällt es, einen Teil der Wirklichkeit auszublenden. Dass er es nicht besser weiß, ist unwahrscheinlich. Dass er besseren Wissens dazu schweigt, schon eher. Das ist verwerflich. Es wird Zeit, den Provokateur in Schranken zu weisen." Elisabeth Zoll, Südwest Presse (http://www.swp.de/metzingen/nachrichten/politik/art4306,605569)
"Im Wettbewerb um die breiteste Aufmerksamkeitsquote bedient sich Thilo Sarrazin derselben groben Methoden wie, zum Beispiel, Dieter Bohlen. Der vermeintliche Tabubrecher Sarrazin, der an der Rolle des einsamen Rufers offenbar Gefallen gefunden hat, rennt allerdings reihenweise sperrangelweit offene Türen ein. Dass bei Zuwanderung und Integration schwere Fehler gemacht wurden, leugnen nur noch die hartleibigsten Multikulti-Fantasten." Kai Pfundt, Generalanzeiger (http://www.general-anzeiger-bonn.de/index.php?k=news&itemid=10027&detailid=777891)
"Man kann die SPD nur bitten: Schmeißt Sarrazin endlich, endlich raus! Dann soll er plappern, soviel er will. Und keiner muss ihm mehr zuhören." Antje Lang-Lendorff, taz (http://www.taz.de/1/berlin/artikel/1/die-spd-muss-sich-abgrenzen/)
"Migranten sollen die Sprache und Kultur lernen, sie sollen sich an die Gesetze halten und, nun ja, sie sollen fleißig sein. Sarrazins Problem ist eigentlich, dass er seine Lärmerei für die Lösung hält und ihn die Mühen der Ebenen, wie es ein anderer Sozialdemokrat einmal genannt hat, bloß langweilen. Wieder einer dieser dutzendgesichtigen Weckrufer..." Christian Schlüter, Frankfurter Rundschau (http://www.fr-online.de/kultur/spezials/times-mager/der-rockstar/-/1838190/4582954/-/index.html)
"Sarrazin wird als Denker gegen den Strom gefeiert, ist aber nur ein kleiner Ausländerfeind. Jetzt hat er ein Buch mit dem katastrophischen Titel "Deutschland schafft sich ab. Wie wir unser Land aufs Spiel setzen" geschrieben, das muss zum Teufel komm raus beworben werden, wozu sich Sarrazin auch der Bild-Zeitung bedient, die für derartiges immer gut ist." Florian Rötzer, Telepolis (http://www.heise.de/tp/blogs/6/148263)
"Richtig ist, dass „politische Korrektheit“ zu viel verschwieg und verdeckte, was etwa bei der Integration aus dem Ruder lief, und z. B. zu „Parallelgesellschaften“ führte. Falsch aber, und für den gesellschaftlichen Frieden schädlich, ist Sarrazins zuspitzende, verzerrende, vereinfachende Art. Sie vertieft Gräben (...) die Sarrazin doch angeblich zuschütten will." Rolf Pottholf, Der Westen (http://www.derwesten.de/nachrichten/Sarrazin-der-Provokateur-id3599537.html)
(AZ)
http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Politik/Artikel,-Pressestimmen-zu-Sarrazin-Polterer-Auslaenderfeind-_arid,2227393_regid,2_puid,2_pageid,4290.html
Unsere Geißel
Warum wir zu Sarrazin am liebsten schwiegen, wieso Westerwelles Schwatzteufel nie schweigt, und wie Morgenthau doch noch siegt / Der Wochenrückblick mit Hans Heckel
Zeichnung: Mohr
Angela Merkels Integrationsstaatsministerin Maria Böhmer (CDU) ist außer sich: Das neue Sarrazin-Buch („Deutschland schafft sich ab“) sei „diffamierend und verletzend“. Sarrazins These sei nämlich wissenschaftlich nicht haltbar, weil „keinerlei Studien“ belegten, dass Muslime in Deutschland grundsätzlich weniger integrationsbereit seien als andere Einwanderergruppen. Ja, mehr noch: Eine neue Untersuchung belege vielmehr, dass Türkenkinder bei gleichem sozialen Hintergrund sogar häufiger auf Realschulen und Gymnasien wechselten als gleichbegabte Deutsche.
Studien sind wichtig bei der Argumentation. Sie setzen den eigenen Standpunkt auf den hohen Sockel unerschütterbarer wissenschaftlicher Evidenz. Man muss sie allerdings zielgerichtet lesen können. Die Untersuchung, auf die Böhmer anspielt, besagt vor allem: Obwohl türkische Kinder in keiner Weise diskriminiert werden und sogar heftiger auf Gymnasien und Realschulen drängen als ihre deutschen Schulkameraden, schaffen sie den Sprung deutlich seltener. Den Teil ließ Frau Böhmer lieber weg.
Eine andere Studie (vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen) ergab überdies, dass bei jungen Muslimen die Gewaltneigung bei wachsender Frömmigkeit zunimmt, während junge Christen umso friedlicher werden, je religiöser sie sind. Wie sagte Frau Böhmer noch? „Keinerlei Studien ...“.
Sarrazin ist eine Geißel für die Politik. Die meisten Politiker ziehen es daher vor, zu seinen Äußerungen lieber eisern zu schweigen, um sich nicht lächerlich zu machen wie Merkels Staatsministerin. Stilbildend für das neue Reaktionsmuster der Parteigranden ist die Kanzlerin selbst. Wir erleben die „Vermerkelung“ der Debattenkultur: Wenn den Politikern ein Thema nicht behagt, dann fordern sie nicht mehr lauthals ein „Ende dieser schädlichen Diskussion“. Nein, sie sagen schlicht gar nichts mehr dazu, selbst wenn die Leserkommentar-Spalten überquellen und die Sache für einen Großteil des Volkes von höchster Wichtigkeit ist.
Für Journalisten ist die Angelegenheit schwieriger. Wir müssen von Berufs wegen immer irgendwas sagen, sonst heißt es nachher, wir hätten das Thema verpasst. Was aber soll man zu Sarrazin sagen, ohne sich die Finger zu verbrennen? Das Perfide an dem Kerl ist ja, dass er kaum widerlegbare Fakten anbringt, die von den ganz eingefleischten Multikultis kaum noch jemand bestreiten mag, nur dass man sie öffentlich besser nicht zum Besten gibt. Was sollen denn die Leute denken?
Früher hatten wir Journalisten für solch knifflige Fälle eine recht schlichte Rezeptur zur Hand. Wir durchwirkten unseren Beitrag erstmal kräftig mit soziologen*deutschen Flos*keln, die dem Leser klarmachen sollen, dass die Immigrantenproblematik viel zu kompliziert für ihn ist: „Hier darf es keine einfachen Antworten geben!“ Dann fügten wir noch ein paar einfache Antworten aus dem Satzbaukasten der politischen Korrektheit an (Bereicherung!), und schon konnten wir beruhigt nach Hause gehen in dem Gefühl, dem „Populismus die Stirn geboten“ zu haben.
Das ging viele Jahre gut und war äußerst bequem. Irgendwann jedoch haben die Leute entdeckt, dass diese Tour eher billig als elegant ist – und noch dazu (mehr als nur ein bisschen) feige. Eine neue Taktik, sich aus dem Staub zu machen, musste her.
Sie wurde gefunden: Medienprofis von heute verlegen sich beim Sarrazin-Verprügeln bevorzugt aufs Geschmackliche. Vermutlich habe er ja Recht, gibt eine große Tageszeitung zu, doch Sarrazin gebe sich viel zu „überheblich“, weshalb es schwer sei, das zuzugeben. Ein bedeutendes Regionalblatt nennt den Ex-Senator „bissig, provokant, und vor allem: sehr eigen“. Mit solchen Tönen hat man beide Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Einerseits gibt man sich vor den Lesern, denen man immer weniger vormachen kann, keine Blöße als Multikulti- Spinner, andererseits hält man ausreichend Distanz zu dem Provokateur.
Indes: Bissig? Provokant? Eigen? Ältere erinnern sich an graue Vorzeiten, in denen diese Wörter als Attribute für guten, „kritischen“ Journalismus herumgereicht wurden. Die solchermaßen Titulierten nahmen sie wie Orden entgegen. Heute verwenden Journalisten diese Wörter als Etiketten für die eingeschränkte Salonfähigkeit eines Autoren. Wie sich Zeiten und Sitten doch ändern!
Das verwirrt uns manchmal, weshalb wir dankbar sind für jedes Stück Kontinuität, für Sachen und für Leute, die sich nicht immerzu ändern. Der Schwatzteufel im Kopf von Guido Westerwelle etwa bleibt uns stocktreu und lässt sich durch keine Ermahnung von seinem Weg abbringen. Selbst wenn die Ermahnung von Guido Westerwelle selbst kommt. „Wir sind entschlossen, aus der Erfahrung der ersten Monate zu lernen“, gelobte der FDP-Chef mit Hinblick auf das nervenaufreibende Hin und Her bei Schwarz-Gelb, so bei der Frage von Steuern und Staatsfinanzen.
Kurz vor der Sommerpause hatten sich Unionler und Liberale endlich darauf verständigt, jegliches Gerede über Steuersenkungen erstmal sein zu lassen. Wes*terwelle saß mit am Tisch und nick*te eifrig. Kaum aber war der Vizekanzler im Urlaub angekommen, schoss der Teufel wieder aus ihm heraus und plapperte von der Möglichkeit, die Steuern nun doch bald senken zu können.
Ja, so kennen wir ihn, so wollen wir ihn haben: Immer nochmal und nochmal bis zum Stillstand der Pupillen, damit bloß keine Debatte jemals ein Ende findet oder gar in eine Entscheidung mündet, die mehr als nur vorläufigen Charakter hat. So geht es auch mit der FDP nicht nur schwungvoll hin und her, sondern auch kräftig rauf und runter, vor der Wahl rauf, danach runter. Unter null kann eine Partei bei Umfragen aber nicht fallen, denkt sich Westerwelle und gibt sich entsprechend „optimistisch“, dass die miesen Werte für seine Partei nur eine „Momentaufnahme“ seien.
Manchen Liberalen werden die „Momente“ allerdings langsam knapp: Nächstes Jahr sind Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. In Hessen werden 2011 überdies neue Kommunalparlamente gewählt, daher rebelliert der dortige FDP-Landesvorsitzende Jörg-Uwe Hahn gegen seinen Bundeschef nun ganz offen. Westerwelle schert das nicht: Die FDP sei eben eine „diskussionsfreudige Partei“, grinst er zu Hahns Attacken.
Dieses Hobby teilt die FDP mit ihrem Koalitionspartner. Dem Volk fällt es indes zunehmend schwerer, dem wirbelnden Plapperfluss der Diskussionsfreudigen zu folgen. Haben Sie noch einen Überblick, was bei Atomsteuer, Restlaufzeiten etc. eigentlich geplant ist? Statt einer klaren Vorstellung versorgt uns die Bundesregierung nur mit Ahnungen, und die sind vor allem böse.
Selbst wirklich Mächtige bekommen es da mit der Angst. 40 von ihnen, darunter die Chefs von Deutscher Bank und Deutscher Bahn, aber auch Otto Schily, Wolfgang Clement (beide SPD) und Friedrich Merz von der CDU, haben sich in einem Appell an Angela Merkel gewandt. Die solle den Atomausstieg noch einmal überdenken. Der frühere Hamburger Umweltsenator und spätere Windkraft-Unternehmer Fritz Vahrenholt (SPD) bezeichnet die derzeitige Energiepolitik als „Morgenthau-Pläne“: Die Strompreise würden explodieren und die Industrie aus dem Land jagen.
Die Kanzlerin ficht das alles nicht an. Als der Aufruf kam, klimakanzlerte sie gerade durch Deutschland und träumte von ihrer energiepolitischen „Revolution“. Revolution kann viel bedeuten. Etwa, dass eine ideologische Avantgarde alle „rückständigen“ Elemente und Denkweisen radikal beiseite schiebt und der einzig gültigen Wahrheit zum Durchbruch verhilft. Das Ergebnis waren für gewöhnlich bettelarme Länder. Vahrenholts Morgenthau-Vision ist also gar nicht so abwegig.
Veröffentlicht am 25.08.2010
http://www.ostpreussen.de/zeitung/nachrichten/artikel/unsere-geissel.html
SPD-Politiker Raed Saleh wirft Sarrazin Rassismus vor
25.08., 11:45 Uhr
Der Integrationsexperte der Berliner SPD, Raed Saleh, hat dem früheren Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) Rassismus vorgeworfen. Sarrazin, der dem hauptstädtischen Landesverband angehört, schüre bewusst Vorurteile und bediene sich inakzeptabler Pauschalisierungen, sagte Saleh am Mittwoch im Deutschlandradio Kultur zu den jüngsten Äußerungen des jetzigen Vorstandsmitglieds der Bundesbank.
Sarrazin wirft in seinem Buch «Deutschland schafft sich ab» vor allem muslimischen Migranten vor, sich nicht in die deutsche Gesellschaft integrieren zu wollen und mehr Kosten zu verursachen, als Nutzen zu bringen.
Sarrazin ordne bestimmten Volksgruppen und Religionsgemeinschaften pauschal bestimmte Charakterzüge zu und spreche sogar von «genetisch bedingter Dummheit», rügte Saleh. Dies sei eindeutig rassistisch. Er vertrete «im Grunde Gedanken der NDP und von 'Pro Deutschland'». Ein von Berliner SPD-Mitgliedern angestrebter Parteiausschluss Sarrazins wegen früherer umstrittener Äußerungen war im Frühjahr gescheitert.
«Wir haben in Deutschland eine Integration, die millionenfach gelungen ist und auch in Berlin eine Integration, die hundertfach gelungen ist», sagte Saleh. Sarrazin spreche 90 Prozent der arabischstämmigen und 70 Prozent der türkischstämmigen Mitbürger jede Integrationsfähigkeit und jede Integrationswilligkeit ab. «Das ist eine Pauschalisierung, die nicht akzeptabel ist», betonte der Spandauer SPD-Kreischef.
Saleh warf Sarrazin vor, die Wirklichkeit in Deutschland nicht zu kennen. «Man braucht eine Diskussion, die hilfreich ist», sagte er und fügte hinzu: «Rassismus und Intoleranz und, ich sag mal auch, im Grunde Sozialdarwinismus helfen in der Debatte nicht weiter.»
© ddp
http://www.berlinonline.de/aktuelles/berlin/detail_ddp_1282729532.php
SPD-Multikultinazis auf der Jagd nach Sarrazin
25 August 2010, 9:32
Die Berliner SPD-Arbeitsgemeinschaft Migration protestiert gegen das neue Buch von Thilo Sarrazin (“Deutschland schafft sich ab, wie wir unser Land aufs Spiel setzen”). Dabei beweisen die SPD-Multikultis echte Toleranz gegenüber Andersdenkenden: ”Nun haben wir es schwarz auf weiß: Sarrazins Positionen sind diffamierend und gefährlich populistisch. Für uns ist Sarrazin schon lange kein Sozialdemokrat mehr.”
Naja, für uns sind Sozialdemokraten, die die Meinungsfreiheit mit Füßen treten und Andersdenkende am liebsten ausschließen wollen der beste Beweis für Thilo Sarrazins These, wonach die Deutschen “durchschnittlich dümmer” werden. Die SPD-Berufsmigranten krümmen sich im Angesicht von Sarrazin in Schmerzen, weil die Wahrheit einerseits weh tut und andererseits in der SPD noch nie viel zu suchen hatte.
Nebenbei ein Blick auf einige SPD-Ortsverbände in Köln, Berlin oder Hamburg, die mittlerweile von türkischen Verbänden (DITIB) dominiert werden und von radikalen Islamisten oder türkischen Nationalisten unterwandert sind. Chancen für Deutsche SPD-Mitglieder? Keine.
http://www.chefmixer.de/spd-multikultinazis-auf-der-jagd-nach-sarrazin/comment-page-1/#comment-1881
Cherusker
25.08.2010, 15:09
Allein die Menge der aus ihren Nestern aufgescheuchten gutmenschlichen Wespen beweist, daß Sarrazin wirklich "ins Schwarze" getroffen hat.
Besonders peinlich scheint der politischen Kaste zu sein, daß er der Meinung des "tumben Volkes" Ausdruck verleiht.
Jetzt wird es zunehmend schwieriger, die gängige Praxis des Verschweigens und des Unter-den-Teppich-Kehrens beizubehalten.
Hier sehe ich dringend Klärungsbedarf. Warum siehst Du das so?
Er hat sich vertan, er wollte großer Fortschritt schreiben! :icon_tup:
RSS - Jungefreiheit
25.08.2010, 17:50
BERLIN. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich in die Riege der Kritiker von Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin (SPD) eingereiht: „Das sind Äußerungen, die für viele Menschen in diesem Land nur verletzend sein können”, rügte Regierungssprecher Steffen Seibert namens seiner Chefin.
Sarrazin diffamiere und spitze „sehr, sehr polemisch” zu. Obwohl die Bundesbank über Deutschlands Grenzen hinaus anerkannt und unabhängig sei, ließen Sarrazins Äußerungen „die Bundesregierung und die Bundeskanzlerin nicht ganz kalt”, stellte Seibert fest.
Er betonte, der frühere Berliner Finanzsenator sei „überhaupt nicht hilfreich” bei der „großen nationalen Aufgabe”, mit der Integration voranzukommen. „Da müßte ein ganz anderer Ton angeschlagen werden“, meinte der Regierungssprecher.
„Dämliche Sprüche“
Zuvor hatte bereits der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel Sarrazin den Austritt aus seiner Partei nahegelegt und sich in scharfer Form von dessen jüngsten Äußerungen (http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display-mit-Komm.154+M567c4339c27.0.html) distanziert.
„Wenn Sie mich fragen, warum der noch bei uns Mitglied sein will – das weiß ich auch nicht“, meinte Gabriel laut Medienberichten während einer Wahlkampf-Tour in Rheinland-Pfalz am Dienstag.
Sarrazins Sprüche seien zum Teil „dämlich“ und die Sprache mitunter „gewalttätig“, sagte Gabriel. Der SPD-Chef kündigte an, er wolle genau prüfen, ob Sarrazins Zuordnung von Charakterisierungen zu bestimmten Bevölkerungsgruppen wie Afrikaner oder Asiaten nicht „eindeutig rassistisch“ sei.
„Ausländerfeindliche Parolen“
Ein mögliches Parteiausschlußverfahren müsse allerdings auch vor einem ordentlichen Gericht zweifelsfrei begründbar sein, betonte Gabriel. Auch er sehe jedoch die Notwendigkeit einer intellektuellen Auseinandersetzung über die Integrationspolitik.
Der Herausgeber des sozialdemokratischen Informationsdienstes Blick nach Rechts, Helmut Lölhöffel, behauptete unterdessen, Sarrazin sei zwar ein prominentes SPD-Mitglied, habe sich aber „mit seinen plumpen, üble Stimmung machenden ausländerfeindlichen Parolen schon längst ins rechtsextreme Spektrum begeben“. Seine Töne seien sonst in der JUNGEN FREIHEIT zu lesen. „Sarrazin schafft sich selbst ab“, schreibt Lölhöffel.
Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat Sarrazin empfohlen, von der SPD zur NPD zu wechseln. Dies mache die „Gefechtslage“ einfacher und sei eine Befreiung für die Sozialdemokraten, so Generalsekretär Stephan Kramer am Mittwoch gegenüber Handelsblatt Online. Kramer nannte es erfreulich, daß sich SPD-Chef Sigmar Gabriel unverzüglich von Sarrazin und seinen „ abwegigen Rassentheorien“ distanziert habe.
Kritischer Gegenpol
Unterdessen hat der Migrationsrat Berlin-Brandenburg gegen einen am 25. September geplanten Auftritt des SPD-Politikers beim Internationalen Literaturfestival im Berliner Haus der Kulturen der Welt protestiert.
Sarrazin entwerfe in seinem Buch „apokalyptische Bedrohungsszenarien“ und betreibe „Hetze gegen muslimische Migranten und Migrantinnen“. Laut Tagesspiegel wirft die Organisation dem Haus der Kulturen der Welt vor, es verliere andernfalls „jegliche Glaubwürdigkeit in Bezug auf den Anspruch, den es im Namen führt“.
Dessen Intendant Bernd Scherer betonte, er habe von Anfang an auf die „Anwesenheit eines kritischen Gegenpols zu Sarrazin auf dem Podium“ bestanden. Gedacht habe er dabei an „Persönlichkeiten wie Daniel Cohn-Bendit oder Joschka Fischer“. Sarrazins polemische Thesen stünden jedenfalls „völlig konträr zur Grundhaltung des Hauses“, so Scherer.
Mittlerweile gehen offensichtlich sowohl die Organisatoren des Literaturfestivals als auch Sarrazins Verlag DVA davon aus, daß die Veranstaltung nicht stattfinden wird. (vo)
Weiterlesen... (http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display-mit-Komm.154+M53dcb76db80.0.html)
RSS PI-News
25.08.2010, 18:12
Das hat gerade noch gefehlt: Die Kanzlerin schaltet sich in die Sarrazin-Diskussion ein. Sarrazins Bemerkungen ließen die Bundeskanzlerin “nicht ganz kalt”. Sie findet sie “überhaupt nicht hilfreich” für die Integration von Ausländern in Deutschland. “Da müsste ein ganz anderer Ton angeschlagen werden.” Nun, dann kann sie uns ja zeigen, wie man Moslems “richtig” integriert. Legt [...]
Weiterlesen... (http://anonym.to/?http://www.pi-news.net/2010/08/merkel-sarrazins-aeusserungen-sind-diffamierend/)
Vermin Exterminator
25.08.2010, 18:14
Wer vom Hosenanzug 'Rückgrat' erwartet, erwartet auch von einer Amöbe den aufrechten Gang.
Thilo Sarrazin hat der ganzen erbärmlichen Politiker-Clique nicht nur schlechthin ihr Versagen vorgehalten, sondern dieses auch noch mit Fakten und Zahlen belegt!
Er hat ins Hornissennest gestochen und ist in's Schlangennest getreten.
Das bringt Aufruhr in den Polit-Dschungel.
Moge GOTT ihn bewahren, daß es ihm nicht wie Richterin Kirsten Heisig ergeht.
FreeEurope
25.08.2010, 18:19
Nebenbei - der Name Sarrazin kommt von Leuten, die entweder eine Pilgerfahrt ins heilige Land gemacht oder an einem Kreuzzug teilgenommen haben... :zwink:
rauchmelder
25.08.2010, 18:51
Habe die beiden wichtigsten Bücher des Jahres heute bestellt. Weiteres nach dem lesen. ;)
RSS Fakten_Fiktionen
25.08.2010, 19:10
Keine Angst, bin noch da, habe aber technische Probleme, kann nicht sagen wo, aber es ist zum Davonlaufen im Haitek-Land Deutschland. In Berlin wird das Sarrazin-Buch übrigens bereits verkauft. Habe auch alles mitgekriegt, das Gequatsche von dem Kotzbrocken Gabriel (SPD) gestern und vom Ferkel (CDU) heute und vom Zentralrats-Goebbels Kramer*etc. etc.Hoffe, dass morgen alles wieder [...]
Weiterlesen... (http://fact-fiction.net/?p=4874)
Predator Girl
25.08.2010, 19:28
Merkel, dieser Zonentroll muss ja wieder mal den Gutmenschen in den Ar*** kriechen, weil sonst der häßliche Grottenolm politisch sein "Gesicht" verlieren würde...obwohl IM Erika ohne Gesicht wäre garnicht mal so schlecht...dann müsste man zunmindest ihre blöde Fratze glotzen-01 nicht mehr ertragen.
Auf Sarrazin wird nun von allen Seiten drauf gedroschen, auch der Zentralrat der Juden musste mal wieder in seiner typischen Manier gegen Menschen hetzen die die Wahrheit sagen, so solle Sarrazin sich doch der NPD anschließen ließ der ZdJ verkünden.
Das zeigt mal wieder was für ein Haufen :kack: im ZdJ sitzt, die nehmen sich sooooo wichtig und glauben sooooo schlau zu sein und alles besser zu wissen, aber dabei sind die sooooo dämlich das sie garnicht mitkriegen dass der ZdJ die Juden in Deutschland noch unsympathischer macht als sie es schon ohnehin sind.
Sarrazin ist ein Mann mit Eiern, alles was er sagt ist die Wahrheit, aber in unserer heutigen Zeit bei den ganzen dreckigen Polit-Verbrechern darf man nicht die Wahrheit sagen ohne verbal gesteinigt zu werden. :motz:
ob Sarrazins Zuordnung von Charakterisierungen zu bestimmten Bevölkerungsgruppen wie Afrikaner oder Asiaten nicht „eindeutig rassistisch“ sei.
Mal überlegen, was hat er noch gleich über Asiaten gesagt? Dass sie sich gut integrieren, fleißig sind, auf einen guten Schulabschluß achten und so gut wie nicht die Sozialkassen belasten. Stimmt, das ist eindeutig rassistisch. :gröhl:
Er betonte, der frühere Berliner Finanzsenator sei „überhaupt nicht hilfreich” bei der „großen nationalen Aufgabe”, mit der Integration voranzukommen. „Da müßte ein ganz anderer Ton angeschlagen werden“, meinte der Regierungssprecher.
Welcher Ton denn? Derselbe, der in den letzten Jahrzehnten auch schon nichts gebracht und die musl. Migranten höchstens zu Hohngelächter gebracht hat?
Persönlichkeiten wie Daniel Cohn-Bendit
Stimmt, nen Kinderf.icker braucht man da ganz dringend.
BERLIN. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich in die Riege der Kritiker von Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin (SPD) eingereiht: „Das sind Äußerungen, die für viele Menschen in diesem Land nur verletzend sein können”, rügte Regierungssprecher Steffen Seibert namens seiner Chefin.
O ... Ton in der CDU?! :icon_tdown:
Völlig desorientiert. Im Altenheim nennt man das dann Demenz oder Alzheimer.
So, bei mir ist das Buch heute eingetrudelt. :)
Die Vorabauszüge hatte ich ja schon gelesen. Jetzt bin ich auf die ganzen 400 Seiten gespannt. Sehr viel Neues so im Groben wird es für mich nicht sein. Aber (egal wie man vielleicht zu ihm stehen mag) es ist sehr gut, wenn es mal einer deutlich ausspricht, vorallem wenn er in der SPD ist. Das tut den Gutmenschen ja noch mehr weh!
Mein Buch kommt morgen an. *froi*
mein Buch is auch Bestellt ... Auch wenn nichts neues drinn stehen wird. Ich hoffe einfach das da Zahlen drinne stehen an die man so einfach nicht ran kommt . Wie es ja auch bei dem Buch von Frau Heisig ist.
Wir bekommen weitere Argumente die auch noch fachlich verpackt sind.
Was besseres als diese zwei Bücher so kurz hintereinander konnte uns eigentlich gar nicht passieren. Der träge Riese " Bevölkerung " wacht langsam auf.
TomRossi
25.08.2010, 22:05
IM Erika, die FDJ-Kanzlerin, hat sich des Themas angenommen.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,713730,00.html
Gut, dass ich kein CDU-Wähler bin, ich bekäme Schreikrämpfe ob dieser ostzonalen Tussi... .
ryder hook
25.08.2010, 23:01
Eigentlich sagt er nichts Neues, aber viele Menschen in unserem Land wollen es gar nicht wissen.
Einem Teil der Bevölkerung verdirbt er den Spaß und einem anderen gefährdet er das Geschäft.
Und dann gibt es nach wie vor eine Gruppe, die beharrlich darauf besteht, daß nicht sein kann, was nicht sein darf. Ruhe sei die erste Bürgerpflicht!
zumindest UNS sagt er nichts neues.Aber ich habs schon oft gesagt, wer hätte es vor 3-4 Jahren für möglich gehalten, das solche Bücher überhaupt erscheinen dürfen ???
Eigentlich läuft alles super. Durch das Rumgelaber der Politiker merkt das Volk noch mehr wie weit die von der Realität entfernt sind und überlegen sich bei den nächsten Wahlen vielleicht doch irgendwas anderes zu wählen.
Die Kommentare sind ja auf unserer Seite ... also alles latscho
RSS Fakten_Fiktionen
26.08.2010, 00:00
War heute morgen im KadeWe. Das Sarrazin-Buch ist erhältlich - nebenbei gesagt*eine Frechheit, wenn überall verbreitet wird, es sei erst ab 30. August zu kaufen! Aber das spielt keine Rolle, weil der Saupöbel von der alten Rotgrün-Kuh Dernbach bis zum mittelalten Ferkel Merkel *(CDU) keine einzige Zeile gelesen hat, aber*kritisert und sich distanziert. In der [...]
Weiterlesen... (http://fact-fiction.net/?p=4876)
Selbst im Spiegel sind die Kommentare ein Hammer:
http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=19845
Das Forum dort, liest sich zu diesem Thema fast wie PI.
Ick raff det nicht, im online-Spargel :??::-D
Wer das liest, ist dumm (http://www.readers-edition.de/2010/08/25/wer-das-liest-ist-dumm/)
Mittwoch, den 25. August 2010 um 17:45 Uhr von Holger Finn (http://www.readers-edition.de/autor?user_id=dustmustbust)
http://www.readers-edition.de/wp-content/uploads/2010/08/sarraz.jpg
Es gibt Bücher, die muss man lesen, und Bücher, die muss man nicht gelesen haben, jedenfalls nicht, wenn man darüber sprechen will. Eines von der letzten Art hat jetzt der frühere Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin geschrieben: “Deutschland schafft sich ab: Wie wir unser Land aufs Spiel setzen” ist noch nicht erschienen, aber schon überall als völlig missraten erkannt.
Drei vorabgedruckte Halbkapitel in einer Boulevardzeitung und die Bereitschaft eines ehemaligen Nachrichtenmagazins, dem längst als eiskalter Salonfaschist (http://www.politplatschquatsch.com/2010/07/wohlstand-weggefruhstuckt.html) enttarnten Sozialrevolutionär der Auflage wegen doch wieder ein Podium zu bieten, reichen sagenhaften 330 deutschen Zeitungen, (http://news.google.de/news/story?pz=1&cf=all&ned=de&cf=all&ncl=dEz30zr336Fmy3MyJvDEZ_2H6iLVM)Zeitschriften, Fernseh- und Radiosender, das volle Programm abzurufen. Dämlich”, “Hasstiraden” und “Polemik” schallt es aus allen Ecken. Wer das liest, ist dumm! Jeder, der nicht mehr als den erweiterten Klappentext des 464-Seiten-Buches kennt, hat eine Meinung zu dem, was er nicht gelesen hat, und wohl auch nicht lesen wird, wenn er seinen eigenen Empfehlungen folgt.
Der Arbeiterführer Sigmar Gabriel surft die Empörungswelle pflichtbewusst ganz vorn, nachdem die Parteizeitung “Vorwärts” bei der Nichtlektüre des Buches “plumpe, üble Stimmung machende ausländerfeindliche Parolen” entdeckte. Auch er hat natürlich weder das Buch selbst gelesen noch irgendetwas, was irgendwer geschrieben hat, der mehr als den Klappentext kennt. Aber er legt Sarrazin natürlich den Parteiaustritt nahe wie immer. Das kann Integrations-Staatsministerin Maria Böhmer nicht, denn die ist in der CDU, sonst aber einig mit Gabriel: “Scharfe Kritik an Sarrazins Thesen zu Migranten” ist immer geboten, auch wenn man die eine Woche vor Buchveröffentlichung in ihrer Gänze nicht kennen kann. Es reicht die Vermutung der immer hellwachen “Zeit”, die auch nichts gelesen hat, aber doch davon ausgeht, es könne sich bei “Sarrazins Thesen” um “absurde Ergüsse” (Zeit) handeln.
Jaja, “Thilo Sarrazin hat ein Buch geschrieben und muss es jetzt verkaufen”, gibt sich der Rezensent der Frankfurter Rundschau gelassen, der das Buch auch noch nicht kennt, aber doch irgendwie mit den anderen loshufen muss, um es rechtzeitig vor dem Erscheinen nicht zu empfehlen. Die ersten Single-Auskopplungen reichen natürlich allemal für einen Verriss, gäbe es sie nicht, würde man einfach was über Sarrazin ansich, seine Frisur oder seinen Hund schreiben. Selbst die paar aus den Vorabdrucken bekannten Zahlen und Fakten, auf die sich Sarrazin beruft, müssen deshalb gar nicht mehr geprüft werden. Egal, ob sie stimmen oder nicht, sagt der Berliner SPD-Landesvorsitzende Michael Müller: Sie hätten sowieso überhaupt nichts mit demokratischer Politik zu tun.
Recht hat, wer gehört wird!
Und Demokratie, “Was Du draus machst”. (http://www.politplatschquatsch.com/2010/07/demokratie-vor-dem-durchbruch.html) In dem Fall ist das die Legion der Sarrazin-Kritiker, denn auf die berufen sich die moralischen Instanzen der Republik, die das Buch selbst auch nicht gelesen haben. Der Zentralrat der Juden empfiehlt, Sarrazin solle in die NPD eintreten, der Migrationsrat Berlin-Brandenburg protestiert gegen einen geplanten Auftritt des Bundesbankers beim Internationalen Literaturfestival im Berliner Haus der Kulturen der Welt. Noch kenne man das Buch nicht, komme aber Sarrazin dennoch, um es vorzustellen, werde die ganze Lesung abgesagt.
Lest nicht bei denen, die anderer Ansicht sind!, fordert der Migrationsrats ein klares Bekenntnis zum Meinungsstreit ohne Andersdenkende. Vermutlich teile der ehemalige Finanzsenator die Gesellschaft in seinem Buch nämlich in „erwünschte“ und „unerwünschte” Mitglieder, auch gehe man zuversichtlich davon aus, dass er wohl „apokalyptische Bedrohungsszenarien“ entwerfe und „Hetze gegen muslimische Migranten und Migrantinnen” betreibe. Nur noch fünf Tage, dann ist das Buch des “bekennenden Rassisten” (Zitate aus dem Protestschreiben des Migrationsrates) wirklich zu haben. Jetzt schon steht einsam an der Spitze der Vorbestellungsliste bei Amazon.
Quelle: politplatschquatsch.com (http://www.politplatschquatsch.com/2010/08/wer-das-liest-ist-dumm.html)
http://www.readers-edition.de/2010/08/25/wer-das-liest-ist-dumm/
Reaktion auf Thilo Sarrazin Eine lausige Vorstellung der SPD
25.08.2010, 18:09 2010-08-25 18:09:10
Ein Kommentar von Constanze von Bullion
Die SPD ärgert sich zu Recht über Thilo Sarrazins Thesen, die absurder sind als je zuvor. Aber sie selbst hat wenig zu bieten in Sachen Integrationspolitik. Kein Wunder, dass ein Außenseiter das Feld bestellt.
Wenn sozialdemokratische Funktionäre über Einwanderung diskutieren, dann schlafen einem normalerweise die Füße ein. Wenn der Sozialdemokrat Thilo Sarrazin es tut, dann gibt es jedes Mal einen Aufschrei. Besonders laut schreit jetzt seine eigene Partei. Er hat da einen Nerv getroffen.
Gabriel legt Sarrazin Parteiaustritt nahe Bild vergrößern
Vertritt Thesen, die die SPD empören: Thilo Sarrazin (© dpa)
Sarrazin, lange Berliner Finanzsenator und jetzt Bundesbanker, hat ein Buch verfasst, in dem es, mal wieder, um Zuwanderer geht. Er schreibt, drei Generationen muslimischer Immigranten hätten im Land keinerlei "wirtschaftlichen Mehrwert" erbracht. Er fordert, Muslime mit finanziellen Sanktionen zu belegen, wenn sie sich nicht integrieren. Wer arbeitslos ist und unpünktlich, dem wird die Stütze gekürzt, so der Vorschlag. Wer sein Kind unentschuldigt im Kindergarten fehlen lässt, kriegt weniger Geld für Lebensmittel. Für alle nichtdeutschen Staatsbürger wird eine zentrale Datenbank eingerichtet, zur Überwachung.
Absurdere Thesen als je zuvor
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Sarrazins Thesen sind diesmal etwas sachlicher formuliert, inhaltlich aber absurder denn je. Warum will er die Daten in Deutschland lebender Briten, Japaner und Türken in einer zentralen Datei speichern? Weil sie alle irgendwie verdächtig sind? Und was macht man mit der christlichen Familie aus Böblingen, die ihr Kind nicht in den Kindergarten schickt, weil sie es zu Hause betreuen möchte? Wird ihr zur Strafe auch das Essensgeld gestrichen? Das gäbe ein Geschrei, vor allem im Westen der Republik und bei den Hütern altbackener Familienbilder.
Sarrazin mag vielen aus der Seele sprechen, gefällige Sprüche aber lösen die Riesenprobleme der Zuwanderungsgesellschaft nicht. Arbeitslosigkeit, Bildungsferne, Kriminalität - das sind klassische Unterschichtenphänomene. Sie sind im Kern sozialer, nicht religiöser Natur. Und eine ganze Religionsgemeinschaft, die Muslime, als quasi wertlos zu definieren, weil sie wirtschaftlich zu wenig abwirft, ist inakzeptabel.
Empört zu sein reicht nicht
Wenig hilfreich aber ist auch die Empörung, mit der die SPD auf Sarrazin eindrischt. In Berlin hat man versucht, ihn aus der Partei zu werfen. Eine Geste der Ratlosigkeit war das und zu Recht erfolglos. Jetzt ist Sigmar Gabriel aufgewacht und will prüfen, ob Sarrazins Gedanken parteigemäß sind. Das ist keine schlechte Idee - dann befasst sich wenigstens mal jemand mit der Sache.
Die Verwerfungen in den Zuwanderermilieus gehören zu den wichtigsten Zukunftsfragen des Landes, die SPD aber drückt sich ängstlich um Antworten herum. Sie will vom warmen Öfchen der Völkerfreundschaft nicht abrücken, spürt aber wachsendes Unbehagen - und schweigt.
Thilo Sarrazin "Durchschnittlich dümmer"
Klaus Wowereit, der als neuer SPD-Vize fürs Urbane zuständig sein will, schimpft in jeder Rede über Thilo Sarrazin, ohne eine eigene Idee zu entwickeln. Andrea Nahles, sonst Fürsprecherin der kleinen Leute, eiert verlegen herum, wenn es um Migranten geht. Die Performance der SPD-Spitze ist lausig. Kein Wunder, dass Außenseiter das Feld bestellen.
http://www.sueddeutsche.de/politik/reaktion-auf-thilo-sarrazin-eine-lausige-vorstellung-der-spd-1.992380
SPD-Problem Sarrazin
Der Thesenritter
Von Florian Gathmann
Bundesbank-Vorstand Sarrazin: Hat er sich um Kopf und Kragen geschrieben?
Bundesbank-Vorstand Sarrazin: Hat er sich um Kopf und Kragen geschrieben?
Ein Genosse entsetzt die SPD - und die CDU-Chefin greift an. Wegen seiner deutschtümelnden Ausländerthesen knöpft sich jetzt Angela Merkel den Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin vor. Die Sozialdemokraten haben in ihm ein Problem, das sie so schnell nicht loswerden.
Berlin - Er liebt die Provokation - das ist seit langem klar: Mal machte sich Thilo Sarrazin, damals noch als Berliner Finanzsenator, über übelriechende Beamte in der Hauptstadt lustig. Oder er riet Arbeitslosen, aus Kostengründen die Heizung zu drosseln und stattdessen Wollpullis anzuziehen. Dann wechselte der Sozialdemokrat in den Vorstand der Bundesbank und knöpfte sich die Migranten vor. Auch das verschaffte ihm wieder eine Menge Schlagzeilen - und lauten Widerspruch, auch aus der eigenen Partei.
Doch nun scheint Sarrazin, 65, eine rote Linie überschritten zu haben. Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel höchstpersönlich nahm sich den Provokateur am Mittwoch wegen seines neuen Buches "Deutschland schafft sich ab" vor. Ein bemerkenswerter Vorgang, da sie sich sonst nie zu Meinungen Einzelner äußert.
Als "äußerst verletzend, diffamierend und sehr polemisch zugespitzt" empfindet Merkel die kruden Äußerungen zu Migranten, ließ sie über ihren Regierungssprecher ausrichten. Sarrazins Einlassungen seien "überhaupt nicht hilfreich" für die Integration von Ausländern in Deutschland. "Da müsste ein ganz anderer Ton angeschlagen werden", sagte Merkels neuer Sprecher Steffen Seibert.
Die ungewöhnliche Intervention der Kanzlerin wirft die Frage auf, ob Sarrazin noch als Bundesbank-Vorstand tragbar ist. Offiziell heißt es aus der deutschen Zentralbank nur: "Das Buch ist eine private Angelegenheit von Herrn Dr. Sarrazin. Er äußert darin seine persönliche Meinung." Schon im vergangenen Oktober, als Sarrazin in einem Interview die angebliche Integrationsunwilligkeit und -unfähigkeit arabischer und türkischer Migranten geißelte, waren Forderungen nach einem Rausschmiss lautgeworden. Doch die Bundesbank entzog ihm lediglich einen wichtigen Geschäftsbereich. Praktisch ist der Banker laut gesetzlichen Regeln auch unkündbar (siehe Kasten).
BUNDESBANKER THILO SARRAZIN
Wie kam Sarrazin zur Bundesbank?
Alle Vorstandsmitglieder der Bundesbank ernennt der Bundespräsident. Die Kandidaten für das Amt des Präsidenten, des Vizepräsidenten und eines weiteren Vorstands schlägt die Bundesregierung vor. Die Vorschläge für die übrigen Mitglieder des Bundesbank-Vorstands kommen vom Bundesrat im Einvernehmen mit der Regierung. Im Falle Sarrazins hatten turnusgemäß die Länder Berlin und Brandenburg das Vorschlagsrecht im Bundesrat. 2009 trat er sein Amt an.
Könnte Sarrazin entlassen werden?
Wenn Sarrazin nicht freiwillig zurücktritt, gilt auch hier: Nur der Bundespräsident kann ein Vorstandsmitglied abberufen. Dazu muss es aber einen triftigen Grund geben: Entweder ist das Vorstandsmitglied krank und kann deswegen sein Amt nicht mehr ausüben, oder es begeht eine "weitreichende Verfehlung". Nach dem Verhaltenscodex für Bundesbanker müssen diese sich jederzeit in einer Weise verhalten, "die das Ansehen der Bundesbank und das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Bundesbank aufrechterhält". Um Sarrazin abzuberufen, müsste ein Drei-Stufen-Weg eingehalten werden: Zunächst müsste der Bundesbank-Vorstand mit Mehrheit gegen ihn stimmen. Danach müsste die Bundesregierung der Abberufung zustimmen und sie dem Bundespräsidenten vorschlagen. Erst dieser könnte Sarrazin dann entlassen.
Warum wäre eine Abberufung problematisch?
Bundesbank-Vorstände sind in der Regel acht Jahre im Amt, mindestens jedoch fünf. Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik ist ein Bundesbank-Vorstandsmitglied wegen Verfehlungen entlassen worden. Dass die Hürden für eine Abberufung so hoch liegen, hat einen guten Grund: Die Bundesbank soll vor politischer Einflussnahme geschützt werden. Die Geschichte zeigt, dass nur eine unabhängige Zentralbank eine stabile Währung garantieren kann - andernfalls wäre die Regierung immer wieder in Versuchung, das Geld abzuwerten, um so die Konjunktur anzukurbeln. Die Verantwortung für die Währung liegt mittlerweile zwar bei der Europäischen Zentralbank, das Prinzip der Unabhängigkeit gilt aber nach wie vor auch für die Bundesbank.
Mit seinem Buch, aus dem der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe Auszüge veröffentlichte, legt Sarrazin nach. Seine bekannten Migrationsthesen à la "Wir werden auf natürlichem Wege durchschnittlich dümmer" hat Sarrazin ausgewalzt und mit Zahlen unterlegt. Im Kern geht es um Sarrazins Angst vor einem Deutschland, das aus seiner Sicht immer weniger deutsch ist. Die Politik lasse "eine Veränderung unserer Kultur, unserer Zivilisation und unseres Volkscharakters zu, die wir gar nicht wünschen", beklagt der Autor. "Ich möchte, dass auch meine Urenkel noch in 'Deutschland' leben können", ist da zu lesen.
Die SPD ist außer sich
Vor allem seine eigene Partei ist über das Werk entsetzt. Viele Sozialdemokraten sind schon lange der Meinung, dass Sarrazin in der SPD nichts mehr zu suchen habe, schon nach seinen Migrationsäußerungen im Oktober startete ein Berliner Kreisverband ein Ausschlussverfahren. Diesmal rät Parteichef Sigmar Gabriel dem Nochmitglied Sarrazin unverhohlen zum Austritt. "Wenn Sie mich fragen, warum der noch bei uns Parteimitglied sein will - das weiß ich auch nicht", sagt Gabriel. Sarrazins Sprüche seien zum Teil "dämlich" und die Sprache mitunter "gewalttätig". Der Parteichef will das Buch nun einem Rassismus-Check unterziehen - also darauf prüfen, ob Sarrazin einzelnen Gruppen von Menschen bestimmte Charaktereigenschaften unterstellt. Das wird dauern, aber es wäre wohl die einzige Basis für ein Parteiausschlussverfahren, falls es dazu kommen sollte.
Fest steht: Die SPD wird das Problem nicht so schnell los. Und das ärgert sie. Auch der schleswig-holsteinische SPD-Landeschef Ralf Stegner legt Sarrazin den Parteiaustritt nahe. "Ich würde es begrüßen, wenn Thilo Sarrazin die Partei verlässt", sagte er der "taz".
In Sarrazins Kreisverband Charlottenburg-Wilmersdorf hat man ebenfalls die Geduld mit dem Problemmitglied verloren. Mit seinem Buch sei Sarrazin endgültig zu weit gegangen, findet der dortige SPD-Chef Christian Gaebler. Im Herbst bekam Sarrazin noch Rückendeckung von Gaebler und seinen Leuten, doch diesmal darf er bei einem Ausschlussverfahren nicht mehr darauf hoffen. Auch Landeschef Michael Müller ist sauer, er nennt Sarrazins Äußerungen "menschenverachtend".
Die politische Konkurrenz empört sich ebenfalls. Grünen-Chef Cem Özdemir, selbst ein Kind türkischer Einwanderer, sagte SPIEGEL ONLINE: "Thilo Sarrazin ist ein Stammeskrieger, wie ihn sich ein Bin Laden nur wünschen kann." Einmal mehr schüre dieser "die German Angst des Westens vor dem eigenen Untergang und bietet als Lösung nur Schutzwälle gegen Südosten an". Özdemir sagt: "Sarrazins ideologischer Rückzugsappell zum Blut- und Boden-Dogma bedeutet jedoch im Kern, die Moderne aufzugeben, für die er vorgeblich so vehement streitet." Sarrazin mache sich mit "denen gemein, die den Menschen nicht individuell nach seinen Weltanschauungen bewerten, sondern nach seiner kulturellen Herkunft", kritisiert der Grünen-Chef.
Buschkowsky: "Thilos Annahmen sind unhistorisch"
Auch die CDU greift Sarrazin an. Berlins Landeschef Frank Henkel sagte der "taz", Sarrazin sei ein "Narzisst, der mit den Ängsten der Menschen spielt, um sich an der öffentlichen Resonanz zu laben". Die CDU-Politikerin und Integrationsstaatsministerin Maria Böhmer kritisierte Sarrazin ebenfalls scharf.
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Und nicht einmal jene, die den kritischen Blick Sarrazins beim Thema Migration teilen, sind diesmal an seiner Seite. Heinz Buschkowsky, SPD-Bürgermeister des Berliner Problembezirks Neukölln und selbst gerne ein Mann steiler Thesen, wenn es um das Thema Einwanderung geht, sagt: "Thilos Annahmen sind unhistorisch." Sarrazins Szenario ignoriere die Anpassung des Bildungssystems an die zunehmende Anzahl von Kindern aus bildungsfernen Schichten, glaubt Buschkowsky.
Nur die NPD freut sich über Sarrazins jüngstes Werk - das Lob der Rechtsextremen sollte Sarrazin am meisten zu denken geben. "Hier hat jemand ein regelrechtes NPD-Buch geschrieben, das die Deutschen zum politischen und zivilen Widerstand gegen Landraub und Überfremdung aufruft", sagt der sächsische NPD-Landtagsabgeordnete Jürgen Gansel.
Die Empfehlung des Zentralrats der Juden, der Sarrazins Äußerungen als "rassistischen Hasstiraden" einordnet, klingt zumindest nicht unlogisch. Generalsekretär Stephan Kramer sagte Handelsblatt Online: "Ich würde Herrn Sarrazin den Eintritt in die NPD empfehlen, das macht die Gefechtslage wenigstens klarer und befreit die SPD."
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,713730,00.html
SPD diskutiert Parteiausschluss
Das Problem Sarrazin
Mit seinen neuesten Äußerungen zu Einwanderungsfragen bringt Thilo Sarrazin die Partei gegen sich auf. Ist es diesmal das letzte Mal? Die SPD ringt noch mit ihrem Kurs. VON GORDON REPINSKI
Kann ein entschlossen wirkender Thilo Sarrazin Mitglied in einer unentschlossenen SPD bleiben? Foto: dpa
BERLIN taz | Es war vor noch nicht einmal vor einem Jahr, da hat Thilo Sarrazin, einst Finanzsenator in Berlin unter Klaus Wowereit, mit einem Interview in dem Magazin Lettre International für erhebliche Unruhe gesorgt. Er müsse, bezogen auf Einwanderer in Berlin, "niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt […] und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert", holzte Sarrazin. Die SPD rümpfte die Nase und diskutierte. Doch sie ließ ihn gewähren.
Ein halbes Jahr später hatte Bundesbank-Vorstand Sarrazin einen Rat für Hartz-IV-Empfänger parat, die "kalt duschen" könnten, um Geld zu sparen. Und die SPD? Ließ ihn gewähren.
Jetzt, wieder ist ein halbes Jahr vergangen, könnte es damit zu Ende sein. Denn als Sarrazin nun die Integration sinngemäß als Verlustgeschäft bezeichnete und noch einmal seine alten Thesen unterstrich, ist SPD-Parteichef Sigmar Gabriel der Kragen geplatzt. "Wenn Sie mich fragen, warum der noch bei uns Parteimitglied sein will - das weiß ich auch nicht", sagte Gabriel auf seiner Sommerreise in Rheinland-Pfalz. Doch bisher hatte sich die SPD beharrlich darum gedrückt, das Problem Sarrazin offensiv zu lösen. Nach jedem seiner Ausbrüche schien die Hoffnung groß zu sein, dass er letztlich Ruhe gebe. Doch die SPD hat sich getäuscht.
Bereits am vergangenen Montag im Präsidium beriet die Parteispitze kurz über die Strategie gegenüber Sarrazin. Als Motto wurde ausgegeben: nicht zu hoch hängen, aber doch von den Äußerungen distanzieren. Immer noch ist die Angst vor einer endlosen öffentlichen Debatte und Widerständen bei einem möglichen Parteiausschlussverfahren groß.
Und wirklich entschlossen scheint man in der SPD immer noch nicht zu sein, wie mit Sarrazin umgegangen werden soll. "Die Äußerungen Sarrazins sind intellektuell hochmütig und in der Sprache primitiv und aggressiv", sagte der schleswig-holsteinische SPD-Landesvorsitzende Ralf Stegner der taz, "ich würde es begrüßen, wenn Thilo Sarrazin die Partei verlässt." Dies sei gegeben, "denn Toleranz ist uns in der SPD sehr wichtig", so das Präsidiumsmitglied. Jedoch: Mehr als ein Appell ist das auch nicht.
Als "kaum erträglich" bezeichnete die Integrationsbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Aydan Oezoguz, die Äußerungen. "Er macht unser Land lächerlich. Das dürfen wir nicht zulassen."
Und auch Bundeskanzlerin Angela Merkel ließen die Äußerungen nicht kalt, wie Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin sagte. Die Worte Sarrazins seien "äußerst verletzend, diffamierend und sehr polemisch zugespitzt", sagte Seibert.
Ob dies in der SPD nun dazu führt, das bisher wegen der öffentlichen Wirkung gefürchtete Parteiausschlussverfahren anzugehen, darf bezweifelt werden. Nur der Bundesvorsitzende der Jusos, Sascha Vogt, fasste sehr vorsichtig den Gedanken. "Wir müssen", sagte Vogt der taz, "über einen Parteiausschluss nachdenken."
http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/das-problem-sarrazin/
Zu Sarrazin: Für unser Land
„Ich möchte nicht, dass wir zu Fremden im eigenen Land werden.“ Dieser Infamie Sarrazins gilt es zu wehren.
Thilo Sarrazin. Schon wieder! Ja, schon wieder! Er schreibt: „Ich möchte nicht, dass wir zu Fremden im eigenen Land werden.“ Das verstehe ich gut. Das verstehen wir alle gut. Aber welches Ich spricht da? Wer sind wir alle? Dieses Wir ist eines, das sich stemmt gegen die anderen, die doch zu diesem Wir gehören. Ob sie vor dem großen bundesweiten Wir fliehen in eine Thule-Gemeinschaft, in einen West-Berliner Ashram oder in eine Moschee. Dieses Land ist niemandes eigenes Land.
Es ist unser aller Land. Wir müssen uns einigen oder Bürgerkrieg führen. Die Einigung ist nur dann eine, wenn alle, die hier leben, mitmachen bei dieser Einigung. Mitmachen dürfen, können und wollen. Zum Wollen gehört, dass man will, dass alle dabei beteiligt sind. Nur so ist Einigung möglich. Diese Einigung ist ein Prozess, in dem mal diese, mal jene übersehen werden. Kurz nach der Gründung des Deutschen Reichs tobte der Kulturkampf. Protestantisch-preußische Ultras sahen in jedem – was seinen Wertekanon anging – nach Rom orientierten Katholiken einen potenziellen Reichsfeind. Damals war der Katholik für ein paar Jahre der Moslem.
Das eigene Land, von dem Thilo Sarrazin spricht – er hat es nicht. Er muss es erwerben, um es zu besitzen. Erwerben heißt: Er muss den anderen etwas von sich geben. Auch dieser Austausch ist niemals zu Ende. Thilo Sarrazin hat von seinem Gesichtspunkt aus recht: Deutschland befindet sich tatsächlich „in der Spätphase eines goldenen Zeitalters, das um 1950 begann und langsam zu Ende geht“. Aber ich bezweifle, dass die Mehrheit der Bevölkerung der ehemaligen DDR das genauso sieht. Sarrazins Blick auf die Lage ist der eines zwar in Gera geborenen, aber in der alten Bundesrepublik sozialisierten Mannes. Die Bundesrepublik ist schon lange tot. Die Bundesrepublik gar, in der – wenn ich das so sagen darf – wir beide aufwuchsen, war schon vor der Wiedervereinigung tot.
Es war das vom NS-Staat ahnenpassrein gemordete Deutschland. Henryk M. Broder schrieb noch 1979 über Juden in Deutschland, sie seien „Fremd im eigenen Land“. Das von Sarrazin beschworene „goldene Zeitalter“ war niemals eines für alle seine Bewohner. Man kann Thilo Sarrazins Horizontverengung rührend bis grotesk finden, wenn man nicht gerade zu den Millionen gehört, von denen Sarrazin fürchtet, zu einem Fremden im eigenen Land gemacht zu werden. Die Wahrheit ist aber doch, dass sie die Fremden im eigenen Land sind. Nicht aber wir Sarrazins. Sie müssen sich rechtfertigen, dass sie hier sind. Wir tun so, als hätten wir immer dazugehört.
Man versetze sich wenigstens für zwei Minuten in die Köpfe der von Sarrazin angesprochenen Immigranten. Wie viel Kraft brauchte man, um diesen blind um sich schlagenden Hass cool über sich ergehen zu lassen? Wie viel Geduld, um immer wieder ruhig ertragen zu können, dass man ein Fremdkörper sei, einer, der hier nichts verloren habe, einer, den länger durchzufüttern Herr Sarrazin sich weigere. „Ich möchte nicht, dass wir zu Fremden im eigenen Land werden.“ Dieser Satz ist eine Infamie. Denn in Wahrheit geht es ihm darum, andere, denen das Land ebenso zu eigen ist wie ihm, zu Fremden zu machen.
Unser Land – das ist längst nicht mehr nur das Land der Sarrazins. Und es darf auch nicht nur das Land des goldenen Zeitalters der Sarrazins sein. So schaffte sich Deutschland ab. Wir werden es uns nicht nehmen lassen von den Sarrazins. Wir sollten eintreten für unser Land.
http://www.fr-online.de/politik/meinung/zu-sarrazin--fuer-unser-land/-/1472602/4588648/-/index.html
Scharfer Gegenwind für Sarrazin - auch aus der SPD
Berlin/Worms (dpa) - Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin ist wegen seiner Äußerungen über mangelnde Integrationsbereitschaft von Ausländern in die Kritik geraten.
Sowohl die Bundesregierung als auch Sarrazins Partei, die SPD, grenzten sich am Mittwoch in scharfer Form von dem früheren Berliner Finanzsenator ab. Die Grünen forderten, den 65-Jährigen von seinem Vorstandsposten abzuberufen.
Anlass sind vorab veröffentliche Passagen aus Sarrazins neuem Buch. Darin warnt der 65-Jährige davor, dass die Deutschen zu «Fremden im eigenen Land» werden. Er spricht Türken und Marokkanern einen Beitrag zum Wohlstand ab und kritisiert: «Aufgrund der üppigen Zahlungen des deutschen Sozialstaats ziehen wir eine negative Auslese von Zuwanderern an.» Sarrazin fordert eine strengere Auswahl sowie höhere Anforderungen an hier lebende Menschen mit ausländischen Wurzeln.
Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, die Äußerungen, die «für viele Menschen in diesem Land nur verletzend sein können», hätten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) «nicht ganz kalt gelassen». Sarrazin habe «sehr, sehr polemisch» zugespitzt. SPD-Chef Sigmar Gabriel legte Sarrazin den Parteiaustritt nahe. «Wenn Sie mich fragen, warum der noch bei uns Mitglied sein will - das weiß ich auch nicht.» Er wolle genau prüfen, ob Sarrazins Ausführungen rassistisch seien. Kritik kam am Mittwoch auch vom Zentralrat der Juden in Deutschland.
Grünen-Chefin Claudia Roth sagte «Handelsblatt Online», Sarrazins Abberufung sei überfällig. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) betonte, er würde sich schämen, wenn ein Mitglied seiner Partei solche Äußerungen von sich gäbe. «Das ist ein Problem, und darüber muss Herr Weber nachdenken.» Allerdings habe Axel Weber, der Präsident der Bundesbank, hier nur einen begrenzten Handlungsspielraum. Sarrazin hatte schon früher mit ähnlichen Äußerungen für Unmut der Bundesbanker gesorgt.
Der Bürgermeister des Berliner Bezirks Neukölln, Heinz Buschkowsky (SPD) räumte ein: «Die Probleme, die er benennt, die gibt es, keine Frage. Wir haben Parallelgesellschaften, wir haben Bildungsferne, wir haben Menschen, die sich im Sozialsystem eingerichtet haben, und wir haben Menschen, die das Sozialsystem als Lebensgrundlage benutzen und, ****** Deutsche sagen», sagte Buschkowsky im Deutschlandradio Kultur. Dies jedoch «als eine Art Marke allen Zuwanderern anzukleben», halte er für falsch. Eine Volkspartei wie die SPD müsse aber unbequeme und auch lästige Meinungen in sich dulden.
Schleswig-Holsteins SPD-Chef Ralf Stegner sagte der «taz» (Donnerstag): «Ich würde es begrüßen, wenn Thilo Sarrazin die Partei verlässt.» Im März war Sarrazin beinahe aus der SPD geflogen. Er hatte in einem Interview Arabern und Türken unterstellt, leistungs- und integrationsunwillig zu sein. Eine Landesschiedskommission urteilte, Sarrazin habe sich zwar «radikal und bis zum Tabubruch» geäußert, aber nicht rassistisch, weil er auch Deutsche kritisiert habe.
Das Berliner Haus der Kulturen der Welt will eine Diskussion mit Sarrazin absagen, wenn dabei keine politische Gegenstimme zu Wort kommt. Das Haus teilte am Mittwoch mit, Sarrazin und sein Verlag hätten die Einladung eines kritischen Gesprächspartners abgelehnt. «Bleibt es bei dieser Haltung, wird die Veranstaltung bei uns nicht stattfinden», sagte Intendant Bernd M. Scherer. Die Deutsche Verlags- Anstalt (DVA) widersprach der Darstellung. Das Literaturfestival Berlin habe mit dem Verlag vereinbart, dass die Veranstaltung eine Buchpräsentation mit einem moderierten Gespräch werde.
© sueddeutsche.de - erschienen am 25.08.2010 um 18:42 Uhr
http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1030963
Sarrazin provoziert Deutschland mit Texthäppchen
Thilo Sarrazins Buch regt auf. Doch eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Werk verhindern Verlag und Autor.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat entrüstet auf die neuen Thesen des Bundesbankvorstands Thilo Sarrazin reagiert. Mit Blick auf Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab“ sprach Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch von Darstellungen, „die die Bundesregierung, die Bundeskanzlerin nicht ganz kalt lassen“.
Beispiellose Intervention der Kanzlerin
Sarrazins Buch über eine Integrationsverweigerung von Migranten und eine drohende Majorisierung der Deutschen durch tendenziell ungebildete Muslime enthalte nach Meinung der Kanzlerin Formulierungen, „die für viele Menschen in diesem Land nur verletzend sein können, die diffamieren, die sehr, sehr polemisch zuspitzen und die überhaupt nicht hilfreich sind bei der großen nationalen Aufgabe in diesem Land, bei der Integration voranzukommen“, sagte Seibert. Eine derart scharfe Kritik der Kanzlerin an einem Buch, noch dazu von einem Vorstandsmitglied der Bundesbank, ist in der Geschichte von Merkels öffentlichen Interventionen ohne Beispiel.
Die Thesen von Thilo Sarrazin
Thilo Sarrazin
Foto: M. Lengemann WELT ONLINE stellt einige Äußerungen des ehemaligen Berliner Finanzsenators und jetzigen Bundesbankvorstands Thilo Sarrazin vor. Im Februar 2008: "Wenn man sich das anschaut, ist das kleinste Problem von Hartz-IV-Empfängern das Untergewicht."
Doch war Merkel beileibe nicht die einzige Kritikerin Sarrazins. Bereits am Dienstagabend legte der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel dem früheren Berliner Finanzsenator den Austritt aus der SPD nahe. „Ich weiß auch nicht, warum er noch in unserer Partei sein will“, sagte Gabriel während einer SPD-Veranstaltung bei Mannheim. Gabriel kündigte an, man werde sich das Buch „mal genauer anschauen, als wir es bisher getan haben“. Zu prüfen sei dabei vor allem, ob Sarrazin Afrikanern, Asiaten und Arabern bestimmte „Charaktereigenschaften zuschreibt“, sagte Gabriel. „Wenn er das macht, dann ist das für mich eindeutig rassistisch.“
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Bislang nur Passagen des Buches öffentlich – auf Wunsch des Verlags
Der Bundesvorsitzende der Grünen wiederum, Cem Özdemir, nannte auf „Spiegel Online“ Sarrazin einen „Stammeskrieger, wie ihn sich ein Bin Laden nur wünschen kann“, und Özdemirs Kollegin im Parteivorsitz, Claudia Roth, forderte im „Handelsblatt“ Sarrazins Abberufung aus dem Vorstand der Bundesbank. Der Zentralrat der Juden empfahl Sarrazin derweil den Eintritt in die NPD, deren hessischer Landesvorsitzender Jörg Krebs denn auch in einem Brief an Sarrazin schrieb, man würde sich „aufrichtig freuen, wenn man sich in einem Gespräch über die Möglichkeiten einer politischen Zusammenarbeit austauschen könnte.“
Freilich ist das Buch überhaupt noch nicht erschienen. Erst in der kommenden Woche wird es vorgestellt. Sarrazins Verlag DVA hat bislang nur kürzere Vorabdrucke einzelner Passagen in der „Bild“-Zeitung und dem „Spiegel“ gestattet, während es unter Androhung hoher Geldbußen verboten ist, den großen Rest von insgesamt 400 Seiten bis zum 30. August zu zitieren oder auch nur zusammenfassend wiederzugeben. Da fällt allgemeine Verurteilung natürlich genauso leicht wie die Gegenbehauptung, Sarrazin werde ungerechtfertigt angegriffen.
Literaturfestival lädt Sarrazin aus – Streit um Gesprächspartner
Wie heftig über das der Öffentlichkeit unzugängliche Buch gestritten wird, zeigte sich am Mittwoch an einer Auseinandersetzung zwischen dem Verlag und dem Internationalen Literaturfestival Berlin, wo nach bisheriger Planung Sarrazin am 25. September auftreten soll. Dazu wird es wohl nicht mehr kommen. Der Veranstalter des Festivals, das Berliner Haus der Kulturen der Welt, teilte mit, Sarrazin und der Verlag hätten es abgelehnt, dass bei Sarrazins Auftritt ein kritischer Gesprächspartner aufs Podium kommt. „Bleibt es bei dieser Haltung, wird die Veranstaltung bei uns nicht stattfinden“, sagte Intendant Bernd M. Scherer.
DVA konterte, dass „Herr Sarrazin und der Verlag selbstverständlich kritische Gesprächspartner akzeptieren“. Dies sei „schon durch die Tatsache evident, dass mit Christhard Läpple ein herausragender Fernsehjournalist als Moderator für die Veranstaltung gewonnen wurde“.
Laut DVA hat „das Haus der Kulturen der Welt eine lang geplante Buchpräsentation kurzfristig abgesagt“. Der Verlag lege „Wert auf die Feststellung, dass Thilo Sarrazin sich sehr wohl der Diskussion stellt“. Dies werde auch „ab dem 30. August in vielfältiger Weise geschehen“. Falls sich dann noch jemand für das Buch interessieren sollte, nachdem jetzt so ausgiebig darüber gezankt wird.
http://www.welt.de/politik/deutschland/article9198439/Sarrazin-provoziert-Deutschland-mit-Texthaeppchen.html
Proteste zur Buchvorstellung Sarrazins
(ND-Kröger). Der Widerstand gegen die äußerst umstrittenen Thesen des Bundesbankmanagers Thilo Sarrazin wächst. Für die am kommenden Montag in Berlin geplante Vorstellung des Buches »Deutschland schafft sich ab« ruft das Bündnis »Rechtspopulismus stoppen« zu einer Kundgebung vor den Räumlichkeiten der Bundespressekonferenz auf. Das Motto: »Kein Podium für geistige ›Brandstifter‹ im Haus der Bundespressekonferenz!« Nach Angaben des Bündnisses sei es kein Zufall, dass die »rassistische Stimmungsmache« des ehemaligen Berliner Finanzsenators und SPD-Mitglieds insbesondere bei extrem rechten Parteien wie Pro Deutschland oder der NPD beworben werden würde. An die Bundespressekonferenz appelliert der Zusammenschluss, in dem Parteien, Gewerkschaften, Jugendorganisationen und migrantische Verbände vertreten sind, der Veranstaltung keine Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen.
Der Zentralrat der Juden empfahl Sarrazin am Mittwoch den Eintritt in die rechtsextreme NPD. »Das macht die Gefechtslage wenigstens klarer und befreit die SPD«, sagte der Generalsekretär des Zentralrats, Stephan Kramer, dem »Handelsblatt Online«. Auch die Bundesregierung kritisierte Sarrazin in ungewöhnlich scharfer Form. Immer stärkerer Kritik ist der ehemalige Berliner Finanzsenator auch innerhalb der SPD ausgesetzt. Nachdem bereits vorgestern der Bundesvorsitzende der Sozialdemokraten, Sigmar Gabriel, Sarrazin einen Parteiaustritt aufgrund seiner antiislamischen Texte nahelegte, legten Landespolitiker gestern nach. Der Integrationsexperte der Berliner SPD, Raed Saleh, warf Sarrazin »Rassismus« vor. Er schüre bewusst Vorurteile und bediene sich inakzeptabler Pauschalisierungen, erklärte Saleh im Radiosender »Deutschlandradio Kultur«. Entgegen den kruden Thesen aus »Deutschland schafft sich ab«, nach denen sich muslimische Migranten in der Bundesrepublik per se nicht integrieren wollen, betonte Saleh: »Wir haben in Deutschland eine Integration, die millionenfach gelungen ist.«
Unterdessen hat der Intendant Bernd M. Scherer des Hauses der Kulturen der Welt angekündigt, eine Veranstaltung mit dem Bundesbank-Vorstand Sarrazin beim Internationalen Literaturfestival am 25. September in Berlin abzusagen, sollten Sarrazin und sein Verlag dabei bleiben, einen kritischen Gesprächspartner zu den umstrittenen Thesen auf dem Podium abzulehnen. »Bleibt es bei dieser Haltung, wird die Veranstaltung bei uns nicht stattfinden«, sagte Scherer.
http://www.neues-deutschland.de/artikel/178288.proteste-zur-buchvorstellung-sarrazins.html
Gewagte Thesen Bundesbank lässt Sarrazin gewähren
In der Bundesbank klammert man das Thema aus. Ändern kann man ohnehin nichts. Immerhin haben sich Präsident Axel Weber und der gesamte Vorstand mit dem ungeliebten Vorstandsmitglied Thilo Sarrazin auf eine Sprachregelung geeinigt.
Frankfurt am Main - In der Bundesbank klammert man das Thema aus. Ändern kann man ohnehin nichts. Immerhin haben sich Präsident Axel Weber und der gesamte Vorstand mit dem ungeliebten Vorstandsmitglied Thilo Sarrazin auf eine Sprachregelung geeinigt. Alles was der Ex-Finanzsenator aus Berlin zur Zuwanderungspolitik und zu ausländischen Mitbürgern von sich gibt, ist seine Privatsache. Auch sein neues Buch.
„Das Buch ist eine private Angelegenheit von Herrn Sarrazin, er äußert darin seine persönliche Meinung. Diese steht nicht im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit als Vorstandsmitglied der Bundesbank“, sagte am Mittwoch Bundesbanksprecherin Susanne Kreutzer. Mehr nicht.
Thilo Sarrazin sieht das mittlerweile ähnlich, wie aus der Bundesbank zu vernehmen ist. Er äußere sich in Sachen Politik und in seinem Buch als Privatmann. Gleichwohl ist es ein offenes Geheimnis, dass man in der Top-Etage der Notenbank auch ohne den unbequemen und störrischen Sozialdemokraten auskommen würde. Zumal die Notenbanker in der jüngsten Vergangenheit Wichtigeres im Kopf hatten als einen Disput mit Sarrazin: eine beispiellose Finanzkrise und ein Schuldenproblem, das den Euro und den gesamten Währungsraum in seiner Existenz bedrohte.
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte am Mittwoch über Sarrazins Vorstandsposten bei der Bundesbank: „Das ist ein Problem, und darüber muss Herr Weber nachdenken.“ Allerdings habe Axel Weber, der Präsident der Bundesbank, hier nur einen begrenzten Handlungsspielraum. An die Adresse der SPD ergänzte er: „Ich würde mich schämen, wenn ein Mitglied meiner Partei“ solche Äußerungen von sich gäbe.
Allerdings kann Weber Sarrazin nicht einfach abschieben. Nur der Bundespräsident kann auf Antrag des Vorstandes der Deutschen Bundesbank über eine Entlassung entscheiden und dies auch nur dann, wenn ein Bundesbank-Vorstand wegen einer Krankheit seine Aufgabe nicht mehr erfüllen kann oder wenn er sich schwere Verfehlungen hat zukommen lassen. Welche das sein könnten, sagt das Beamtenrecht: Hochgestellte Beamte können nur bei Straftatbeständen und entsprechenden Gefängnisstrafen entlassen werden.
Schon im vergangenen Jahr musste die Bundesbank-Spitze feststellen, dass sie wenig Handlungsspielraum hat. Immerhin: Als Sanktion und aus offensichtlicher Verärgerung beschnitt der Vorstand dem Volkswirt und promovierten Politologen Sarrazin die Kompetenzen. Das Ressort Bargeld musste Sarrazin abtreten. Heute ist der 65-Jährige im sechsköpfigen Vorstand noch für Informationstechnologie, Risiko-Controlling und Revision zuständig. Und dies vermutlich bis zum Ende seines bis Frühjahr 2014 laufenden Vertrages.
Möglicherweise droht Sarrazin gleichwohl noch Ungemach von anderer Seite. Zwar haben die Berliner Staatsanwälte das Ermittlungsverfahren gegen ihn wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung im November eingestellt. Dafür ermittelt seit Ende Juli die Staatsanwaltschaft Darmstadt wegen des Vorwurfs der Volksverhetzung.
In einer Rede bei einer Veranstaltung der Unternehmerverbände Südhessen hatte Sarrazin gesagt, die Deutschen würden wegen der Zuwanderung aus der Türkei, dem Nahen und Mittleren Osten und Afrika „auf natürlichem Weg durchschnittlich dümmer“. Einwanderer bekämen mehr Kinder als Deutsche. Damit gebe es eine unterschiedliche Vermehrung von Bevölkerungsgruppen mit unterschiedlicher Intelligenz. Daraufhin erstatteten mehrere Zuhörer Anzeige gegen Sarrazin. Rolf Obertreis
http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/bundesbank-laesst-sarrazin-gewaehren/1911464.html
Thilo Sarrazin Schreibt über den Islam
„Bei keiner anderen Religion ist der Übergang zu Gewalt und Terrorismus so fließend“
Sorgt mit seinen Thesen für Diskussionen in Deutschland: Thilo Sarrazin (65)
26.08.2010 - 00:24 UHR
Über seine harten Aussagen streitet Deutschland: Thilo Sarrazin (65, SPD) beschreibt in seinem neuen Buch „Deutschland schafft sich ab“, weshalb er glaubt, dass unser Land seine Zukunft aufs Spiel setzt.
BILD veröffentlicht exklusive Auszüge. HEUTE: Warum die Integration vieler muslimischer Migranten am Islam scheitert.
VON THILO SARRAZIN
Es reicht aus, dass Muslime unsere Gesetze beachten, ihre Frauen nicht unterdrücken, Zwangsheiraten abschaffen, ihre Jugendlichen an Gewalttätigkeiten hindern und für ihren Lebensunterhalt selbst aufkommen. Darum geht es.
Wer diese Forderungen als Zwang zur Assimilation kritisiert, hat in der Tat ein Integrationsproblem. Vielleicht sollte er einmal einen Gedanken daran verschwenden, weshalb es in ganz Europa Vorbehalte gegen Muslime gibt – mit guten Gründen:
• Keine andere Religion in Europa tritt so fordernd auf.
• Keine andere Immigration ist so stark wie die muslimische mit Inanspruchnahme des Sozialstaats und Kriminalität verbunden.
• Keine Gruppe betont in der Öffentlichkeit so sehr ihre Andersartigkeit, insbesondere durch die Kleidung der Frauen.
• Bei keiner anderen Religion ist der Übergang zu Gewalt, Diktatur und Terrorismus so fließend.
GEWALTBEREITE MÄNNLICHKEIT
Die zum großen Teil arbeitslosen männlichen Familienoberhäupter haben zwar zu Hause das Sagen, aber nach außen können sie gegenüber ihren Söhnen nicht mit dem Prestige des Ernährers aufwarten.
Umso eifriger vermitteln sie dem männlichen Nachwuchs übersteigerte Vorstellungen von einer tapferen, um der „Ehre” willen jederzeit gewaltbereiten Männlichkeit. Diese Rolle nehmen die jungen Männer umso eher an, je mehr ihre Erfolge im Schulsystem zu wünschen übrig lassen – und ihre Leistungen sind noch schlechter als die der muslimischen Mädchen.
Zum Schulfrust gesellt sich sexuelle Frustration, und beides trägt zum Aggressionsstau der jungen Männer bei, die in einer libertären, mit Sex und Porno allenthalben angereicherten Gesellschaft leben.
Die muslimischen Mädchen sind aber aus religiösen Gründen vor der Heirat sexuell nicht verfügbar, ja selbst harmlose vorsexuelle Annäherungen sind vielfach nicht möglich. Und die „besseren“ deutschen Mädchen lassen sich nicht auf jemanden ein, den sie im Bildungssystem als „Loser“ wahrnehmen.
Falsche Rollenvorbilder, mangelhafte Bildungserfolge und sexuelle Frustration können zu einer erhöhten Gewaltbereitschaft führen, die vornehmlich in Jugendgangs ausgelebt wird, der eigentlichen Heimat vieler junger muslimischer Migranten. Dort finden sie die Anerkennung, die sie suchen, wenn auch für das Falsche, nämlich Gesetzesbrüche, Diebstahle, Schlägereien.
In Berlin werden 20 Prozent aller Gewalttaten von nur 1000 türkischen und arabischen jugendlichen Tätern begangen, eine Bevölkerungsgruppe, die 0,3 Promille der gesamten Berliner Bevölkerung stellt. Aber im Integrationsbericht der Bundesregierung wird deren Kriminalität relativiert.
Es heißt dort: „Zumindest für die Gruppe junger Menschen gehen Kriminologen davon aus, dass bei einem Vergleich der Gruppe mit gleichen familiären, schulischen und sozialen Rahmenbedingen sowie übereinstimmenden Werteorientierungen eine höhere Belastung von Nichtdeutschen letztlich nicht mehr feststellbar“ sei. Bei diesem Geschwurbel wird offenbar empirische Wissenschaft mit politischer Theologie verwechselt.
Wem ist eigentlich geholfen, wenn man offenkundige Tatsachen unterdrückt, die selbst die einsichtigen Betroffenen nicht leugnen? Sicherlich weder der Wahrheit noch der Integration.
MUSLIME HEIRATEN UNTER SICH
Ein Gradmesser für die Integrationsbereitschaft ist das Heiratsverhalten. Es steuert zudem das Tempo der Auflösung von Parallelgesellschaften beziehungsweise verhindert, dass sie in größerem Umfang entstehen. Hier sieht es schlecht aus, denn nur drei Prozent der jungen Männer und acht Prozent der jungen Frauen mit türkischem Migrationshintergrund heiraten einen deutschen Partner, bei den Russlanddeutschen sind es dagegen 67 Prozent.
Die türkischen Migranten heiraten zu über 90 Prozent wiederum Türken; rund 60 Prozent der Ehen türkischer Staatsbürger in Deutschland werden mit einem Partner aus der Türkei geschlossen. Diese Importpartner weisen durchweg eine sehr niedrige Bildung auf. In Berlin sind zehn Prozent von ihnen Analphabeten, 28 Prozent haben eine Schule nur bis zum fünften Schuljahr besucht. Durchweg kommen die Importpartner aus dem regionalen Umfeld und häufig auch aus der engen Verwandtschaft der Familie, in die sie einheiraten. Häufig sind es Vettern und Cousinen. Ganze Clans haben eine lange Tradition von Inzucht und entsprechend viele Behinderungen.
Es ist bekannt, dass der Anteil der angeborenen Behinderungen unter den türkischen und kurdischen Migranten weit überdurchschnittlich ist. Aber das Thema wird gern totgeschwiegen. Man könnte ja auf die Idee kommen, dass auch Erbfaktoren für das Versagen von Teilen der türkischen Bevölkerung im deutschen Schulsystem verantwortlich sind.
DIE SCHARI’A HÄLT EINZUG
Der sichtbare Unterschied zwischen den muslimischen Migranten und der aufnehmenden Gesellschaft liegt nicht in der Hautfarbe und im Schnitt der Gesichter. Die meisten Araber und Türken könnten auch für Griechen oder Süditaliener, die Pakistani für Inder gehalten werden. Der sichtbare Unterschied, der ein Gefühl der Distanz schafft und wohl auch schaffen soll, besteht in der Kleidung der Frauen, vor allem im Kopftuch.
Die Sozialwissenschaftlerin Necla Kelek kritisiert: „Westliche Intellektuelle ermahnen gern zur Gelassenheit gegenüber solchen Kleiderfragen. Daran würde weder bei uns noch in der Türkei die Demokratie zugrunde gehen. Ich teile diese Meinung nicht, denn das Kopftuch ist die voranflatternde Fahne einer ganzen Ideologie, eines kollektivistischen und patriarchalischen Gesellschaftsbildes.“
Genau wie in der Türkei, wo mittlerweile 61 Prozent der Frauen ein Kopftuch tragen, nimmt die Verbreitung des Kopftuchs in Deutschland zu.
Wenn muslimische Mädchen, weil sie den Geboten der Eltern folgen, in der Schule ein Kopftuch tragen und die Schule dies duldet, erkennt eine staatliche Einrichtung an, dass Mädchen stärkeren Beschränkungen unterliegen und mindere Rechte haben als Jungen.
Es ist falsch, wenn staatliche Stellen solch ein Signal setzen. Die vom Bundesinnenminister einberufene Islamkonferenz hat aber ein solches Signal gesetzt, als sie vorschlug, das Tragen religiöser Kleidung in die Entscheidung der Eltern beziehungsweise der Erziehungsberechtigten zu stellen. Damit hat erstmals ein Gedanke der Schari’a Eingang in das deutsche staatliche Normengefüge gefunden.
http://www.bild.de/BILD/politik/2010/08/26/thilo-sarrazin/spd-politiker-schreibt-in-seinem-neuen-buch-ueber-den-islam.html
DIE WELT: 05:52 Drucken Versenden Bewerten
Heftiger Streit um Sarrazin-Lesung
Das Haus der Kulturen der Welt hat angekündigt, Sarrazin von einer lange geplanten Lesung aus seinem neuen Buch am 25.September auszuladen, sollte er sich weigern, einen "kritischen Gesprächspartner" neben sich auf dem Podium zu akzeptieren. "Die von uns gewünschte Form der Auseinandersetzung wird dadurch konterkariert", sagte Intendant Bernd Scherer: "Bleibt es bei dieser Haltung von Thilo Sarrazin und des Verlages, wird die Veranstaltung bei uns nicht stattfinden." Sarrazins polemische Thesen stünden "völlig konträr zur Grundhaltung des Hauses", sagte der Intendant. Zuvor hatte der Berliner Migrationsrat zu Protesten gegen das Haus der Kulturen aufgerufen, weil es "salonfähigem Rassismus" eine Bühne biete. Sarrazin selbst zeigte sich gestern empört über die Drohung des Intendanten. Das Haus der Kulturen werde mit Mitteln der Bundesregierung finanziert, sei eine öffentliche Einrichtung, betonte der frühere Berliner Finanzsenator. Er sei bekannt für seine Streitlust, setze sich jederzeit gerne mit kritischen Gesprächspartnern auseinander, sagte Sarrazin. Im Rahmen des Internationalen Literaturfestivals Berlin sei jedoch eine Lesung vorgesehen und nicht ein Streitgespräch, wie für rund 20 weitere Autoren auch. Der Auftritt werde vom ZDF-Journalisten Christhard Läpple moderiert, der sicherlich kritische Fragen stellen werde. Wenn man ihm einen Kritiker gegenüberstellen wolle, müsse das auch für die anderen Autoren des Festivals geschehen, sagte Sarrazin: "Ich lasse mich nicht unter ein Sonderrecht stellen." Dem Leiter des Festivals, Ulrich Schreiber, sei die Haltung des Hausherrn "peinlich gewesen".
Hinweise auf die Lesung im Haus der Kulturen waren gestern Abend von der Internetseite des HdKW und des Literaturfestivals verschwunden. Die Veranstaltung werde dort nicht stattfinden, sagte die Sprecherin des Festivals, Natascha Winkel. Die Organisatoren seien bemüht, einen anderen Ort zu finden. Es gebe mit dem Moderator einen kritischen Gesprächspartner, auch das Publikum soll diskutieren. "Wir glauben, dass das ein Rahmen für kritische Auseinandersetzung ist", so die Sprecherin. Sarrazins Verlag DVA erklärte, man lege Wert auf die Feststellung, dass Thilo Sarrazin sich sehr wohl der Diskussion stelle. Dies werde ab dem 30.August geschehen.
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http://www.welt.de/die-welt/regionales/article9203170/Heftiger-Streit-um-Sarrazin-Lesung.html
DIE WELT: 06:08
Kanzlerin empört über Sarrazin
Migranten-Thesen sind "verletzend, diffamierend und sehr polemisch"
Berlin - Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin hat mit seinen Äußerungen über muslimische Migranten eine Welle der Entrüstung ausgelöst. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) reagierte in scharfer Form. Sarrazins Sätze seien "äußerst verletzend, diffamierend und sehr polemisch zugespitzt", sagte gestern Regierungssprecher Steffen Seibert. Was Sarrazin über die mangelnde Integrationsbereitschaft schreibe, hätte die Kanzlerin "nicht ganz kalt gelassen". Der streitbare SPD-Politiker habe "sehr, sehr polemisch" zugespitzt.
SPD-Chef Sigmar Gabriel legte dem SPD-Politiker nahe, aus der Partei auszutreten. Er wisse auch nicht, warum Sarrazin noch Mitglied sein wolle, sagte Gabriel. Er kündigte eine Prüfung an, ob Sarrazin mit seinen Äußerungen bestimmten Bevölkerungsgruppen bestimmte Charaktereigenschaften zuweise. Dies wäre dann "rassistisch". Zu weiteren Konsequenzen für Sarrazin - etwa zu einem Parteiausschlussverfahren - äußerte sich Gabriel allerdings nicht.
Sarrazin behauptet in seinem am Montag erscheinenden Buch mit dem Titel "Deutschland schafft sich ab" unter anderem, die muslimische Einwanderung habe Deutschland mehr Kosten als Nutzen verursacht und spricht einem "Großteil der arabischen und türkischen Einwanderer die Fähigkeit und den Willen zur Integration" ab. Weil diese Menschen aber viele Kinder bekämen, werde Deutschland durch sie dümmer.
Der Zentralrat der Juden begrüßte, dass sich die SPD von ihrem Mitglied distanziere. "Ich würde Herrn Sarrazin den Eintritt in die NPD empfehlen, das macht die Gefechtslage wenigstens klarer und befreit die SPD", sagte Stephan Kramer, Generalsekretär des Zentralrats. Die NPD hatte erklärt, Sarrazins ausländerpolitische Aussagen atmeten "durch und durch den Geist nationaldemokratischer Überfremdungskritik".
Sarrazin selbst wollte sich nicht zu den Vorwürfen äußern. "Ich habe keinen Anlass zu einer Stellungnahme", sagte er.
http://www.welt.de/die-welt/politik/article9203224/Kanzlerin-empoert-ueber-Sarrazin.html
RSS Fakten_Fiktionen
26.08.2010, 07:50
Sorry für die Verspätung, hier Teil 3 kopiert:
Weiterlesen... (http://fact-fiction.net/?p=4878)
Ich habe mir bei Amazon die Rezessionen und deren Bewertungen angeschaut. Die decken sich mit der Bild Umfrage. 90% sind seiner Meinung ... es gibt doch noch Hoffnung :icon_tup:
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26.08.2010, 08:20
Die angeblich konservative FAZ ist unter Schirrmacher ein dümmliches Zeitgeist-Blatt geworden und lügt genauso wie der regierende Hosenanzug aus der DDR! Interessant sind dort nur noch die Leserkommentare zu Sarrazin, wie in den anderen Blättern übrigens auch. Hier ein paar Beispiele zur Dokumentation, alle von gestern:
Weiterlesen... (http://fact-fiction.net/?p=4879)
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26.08.2010, 09:01
Auch dieser Polenz hat das Sarrazin-Buch natürlich nicht gelesen, und was sagt er?„Sarrazin legt einen neuen Aufguss seiner islamfeindlichen und menschenverachtenden Tiraden gegen muslimische Migranten vor. Ich frage mich, wie lange die Deutsche Bundesbank dem noch tatenlos zuschauen will“, sagte der der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Ruprecht Polenz (CDU), der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ [...]
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« Sarrazin in der rotgrün linkspopulistischen FAZ (http://fact-fiction.net/?p=4879)
CDU-Polenz contra Thilo Sarrazin! Ein Charakterlump mehr! (http://fact-fiction.net/?p=4880)
26.08.2010 Auch dieser Polenz hat das Sarrazin-Buch natürlich nicht gelesen, und was sagt er (http://www.focus.de/politik/deutschland/sarrazin-thesen-union-sorgt-sich-um-deutsches-ansehen-im-ausland_aid_545378.html)?
„Sarrazin legt einen neuen Aufguss seiner islamfeindlichen und menschenverachtenden Tiraden gegen muslimische Migranten vor. Ich frage mich, wie lange die Deutsche Bundesbank dem noch tatenlos zuschauen will“, sagte der der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Ruprecht Polenz (CDU), der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ vom Donnerstag.
Der CDU-Außenpolitiker warf Sarrazin vor, durch rassistische Äußerungen Ressentiments gegen Migranten zu schüren. „Er macht nach, was der Rechtspopulist Geert Wilders in den Niederlanden vorgemacht hat“, sagte Polenz. „Als Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank bekleidet Sarrazin ein hohes nationales Amt. Wenn ein solch wichtiger Funktionsträger derart mit Vorurteilen, Unterstellungen und bösartigen Verallgemeinerungen operiert, wird auch das Bild Deutschlands im Ausland eingetrübt“, erklärte der Außenpolitiker. Es stimme nachdenklich, dass NPD und DVU besonders laute Loblieder auf Sarrazin anstimmten. „In der Union hätte Sarrazin keinen Platz. Latenter Rassismus ist mit christlichen Wertvorstellungen unvereinbar.“
Dieses linke Gesockse in der CDU wird noch die verdiente Abreibung kriegen! Die Moslems wählen die CDU nicht. Und die Deutschen nicht mehr! Weg mit diesem linkspopulistischen Haufen! Sarrazin soll eine neue Partei gründen. Ich hätte schon einen Namen: ”Sarrazin-Partei”! Sie hätte bei der nächsten Wahl mehr Prozente als die deutschenfeindliche Ferkel-Truppe! Wetten!
RSS PI-News
26.08.2010, 09:20
Islamkritik: Sarrazin auf Wilders’ Spuren (http://www.pi-news.net/2010/08/islamkritik-sarrazin-auf-wilders-spuren/)
http://www.pi-news.net/wp/uploads/2010/08/islamsarrazin.jpg (http://www.pi-news.net/2010/08/islamkritik-sarrazin-auf-wilders-spuren/)Thilo Sarrazin lässt sich nicht beirren. Ungeachtet des Aufschreis der selbsternannten GutBessermenschen spricht er Wahrheiten an, die der breiten Öffentlichkeit von verantwortungslosen Politikern und Medienvertretern, die vor lauter Toleranz und Verständnis ihre Augen vor dem Islam ve******ssen haben, viel zu lange vorenthalten wurden. Sarrazin schreibt heute in der BILD (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/08/26/thilo-sarrazin/spd-politiker-schreibt-in-seinem-neuen-buch-ueber-den-islam.html), warum die Integration vieler muslimischer Migranten am Islam scheitert.
Auszug:
Es reicht aus, dass Muslime unsere Gesetze beachten, ihre Frauen nicht unterdrücken, Zwangsheiratenabschaffen, ihre Jugendlichen an Gewalttätigkeiten hindern und für ihren Lebensunterhalt selbst aufkommen. Darum geht es.
Wer diese Forderungen als Zwang zur Assimilation kritisiert, hat in der Tat ein Integrationsproblem. Vielleicht sollte er einmal einen Gedanken daran verschwenden, weshalb es in ganz Europa Vorbehalte gegen Muslime gibt – mit guten Gründen:
• Keine andere Religion in Europa tritt so fordernd auf.
• Keine andere Immigration ist so stark wie die muslimische mit Inanspruchnahme des Sozialstaats und Kriminalität verbunden.
• Keine Gruppe betont in der Öffentlichkeit so sehr ihre Andersartigkeit, insbesondere durch die Kleidung der Frauen.
• Bei keiner anderen Religion ist der Übergang zu Gewalt, Diktatur und Terrorismus so fließend.
GEWALTBEREITE MÄNNLICHKEIT
Die zum großen Teil arbeitslosen männlichen Familienoberhäupter haben zwar zu Hause das Sagen, aber nach außen können sie gegenüber ihren Söhnen nicht mit dem Prestige des Ernährers aufwarten.
Umso eifriger vermitteln sie dem männlichen Nachwuchs übersteigerte Vorstellungen von einer tapferen, um der „Ehre” willen jederzeit gewaltbereiten Männlichkeit. Diese Rolle nehmen die jungen Männer umso eher an, je mehr ihre Erfolge im Schulsystem zu wünschen übrig lassen – und ihre Leistungen sind noch schlechter als die der muslimischen Mädchen.
Zum Schulfrust gesellt sich sexuelle Frustration, und beides trägt zum Aggressionsstau der jungen Männer bei, die in einer libertären, mit Sex und Porno allenthalben angereicherten Gesellschaft leben.
Die muslimischen Mädchen sind aber aus religiösen Gründen vor der Heirat sexuell nicht verfügbar, ja selbst harmlose vorsexuelle Annäherungen sind vielfach nicht möglich. Und die „besseren“ deutschen Mädchen lassen sich nicht auf jemanden ein, den sie im Bildungssystem als „Loser“ wahrnehmen.
Falsche Rollenvorbilder, mangelhafte Bildungserfolge und sexuelle Frustration können zu einer erhöhten Gewaltbereitschaft führen, die vornehmlich in Jugendgangs ausgelebt wird, der eigentlichen Heimat vieler junger muslimischer Migranten. Dort finden sie die Anerkennung, die sie suchen, wenn auch für das Falsche, nämlich Gesetzesbrüche, Diebstahle, Schlägereien.
In Berlin werden 20 Prozent aller Gewalttaten von nur 1000 türkischen und arabischen jugendlichen Tätern begangen, eine Bevölkerungsgruppe, die 0,3 Promille der gesamten Berliner Bevölkerung stellt. Aber im Integrationsbericht der Bundesregierung wird deren Kriminalität relativiert.
Es heißt dort: „Zumindest für die Gruppe junger Menschen gehen Kriminologen davon aus, dass bei einem Vergleich der Gruppe mit gleichen familiären, schulischen und sozialen Rahmenbedingen sowie übereinstimmenden Werteorientierungen eine höhere Belastung von Nichtdeutschen letztlich nicht mehr feststellbar“ sei. Bei diesem Geschwurbel wird offenbar empirische Wissenschaft mit politischer Theologie verwechselt.
Wem ist eigentlich geholfen, wenn man offenkundige Tatsachen unterdrückt, die selbst die einsichtigen Betroffenen nicht leugnen? Sicherlich weder der Wahrheit noch der Integration.
MUSLIME HEIRATEN UNTER SICH
Ein Gradmesser für die Integrationsbereitschaft ist das Heiratsverhalten. Es steuert zudem das Tempo der Auflösung von Parallelgesellschaften beziehungsweise verhindert, dass sie in größerem Umfang entstehen. Hier sieht es schlecht aus, denn nur drei Prozent der jungen Männer und acht Prozent der jungen Frauen mit türkischem Migrationshintergrund heiraten einen deutschen Partner, bei den Russlanddeutschen sind es dagegen 67 Prozent.
Die türkischen Migranten heiraten zu über 90 Prozent wiederum Türken; rund 60 Prozent der Ehen türkischer Staatsbürger in Deutschland werden mit einem Partner aus der Türkei geschlossen. Diese Importpartner weisen durchweg eine sehr niedrige Bildung auf. In Berlin sind zehn Prozent von ihnen Analphabeten, 28 Prozent haben eine Schule nur bis zum fünften Schuljahr besucht. Durchweg kommen die Importpartner aus dem regionalen Umfeld und häufig auch aus der engen Verwandtschaft der Familie, in die sie einheiraten. Häufig sind es Vettern und Cousinen. Ganze Clans haben eine lange Tradition von Inzucht und entsprechend viele Behinderungen.
Es ist bekannt, dass der Anteil der angeborenen Behinderungen unter den türkischen und kurdischen Migranten weit überdurchschnittlich ist. Aber das Thema wird gern totgeschwiegen. Man könnte ja auf die Idee kommen, dass auch Erbfaktoren für das Versagen von Teilen der türkischen Bevölkerung im deutschen Schulsystem verantwortlich sind.
DIE SCHARI’A HÄLT EINZUG
Der sichtbare Unterschied zwischen den muslimischen Migranten und der aufnehmenden Gesellschaft liegt nicht in der Hautfarbe und im Schnitt der Gesichter. Die meisten Araber und Türken könnten auch für Griechen oder Süditaliener, die Pakistani für Inder gehalten werden. Der sichtbare Unterschied, der ein Gefühl der Distanz schafft und wohl auch schaffen soll, besteht in der Kleidung der Frauen, vor allem im Kopftuch.
Die Sozialwissenschaftlerin Necla Kelek kritisiert: „Westliche Intellektuelle ermahnen gern zur Gelassenheit gegenüber solchen Kleiderfragen. Daran würde weder bei uns noch in der Türkei die Demokratie zugrunde gehen. Ich teile diese Meinung nicht, denn das Kopftuch ist die voranflatternde Fahne einer ganzen Ideologie, eines kollektivistischen und patriarchalischen Gesellschaftsbildes.“
Genau wie in der Türkei, wo mittlerweile 61 Prozent der Frauen ein Kopftuchtragen, nimmt die Verbreitung des Kopftuchs in Deutschland zu.
Wenn muslimische Mädchen, weil sie den Geboten der Eltern folgen, in der Schule ein Kopftuch tragen und die Schule dies duldet, erkennt eine staatliche Einrichtung an, dass Mädchen stärkeren Beschränkungen unterliegen und mindere Rechte haben als Jungen.
Es ist falsch, wenn staatliche Stellen solch ein Signal setzen. Die vom Bundesinnenminister einberufene Islamkonferenz hat aber ein solches Signal gesetzt, als sie vorschlug, das Tragen religiöser Kleidung in die Entscheidung der Eltern beziehungsweise der Erziehungsberechtigten zu stellen. Damit hat erstmals ein Gedanke der Schari’a Eingang in das deutsche staatliche Normengefüge gefunden.
Soweit Dr. Thilo Sarrazin in seinem neuen Buch “Deutschland schafft sich ab”. Und je lauter die verlogenen Heuchler aufheulen, desto mehr darf er sich bestätigt fühlen, dass seine Ausführungen richtig sind. Er legt den Finger in eine klaffende Wunde, und das schmerzt all diejenigen, die lieber wegschauen als behandeln. Zum Beispiel den Ober-Islamversteher der CDU, Ruprecht Polenz: (http://www.bild.de/BILD/Newsticker/news-ticker/2010/08/26/06-polzenz-sarrazin.html)
http://www.pi-news.net/wp/uploads/2010/08/polenz_dhimmi.jpg„Sarrazin legt einen neuen Aufguss seiner islamfeindlichen und menschenverachtenden Tiraden gegen muslimische Migranten vor. Ich frage mich, wie lange die Deutsche Bundesbank dem noch tatenlos zuschauen will.” Der CDU-Außenpolitiker warf Sarrazin vor, durch rassistische Äußerungen Ressentiments gegen Migranten zu schüren. „Er macht nach, was der Rechtspopulist Geert Wilders in den Niederlanden vorgemacht hat”, sagte Polenz.
Sarrazin macht nicht nur nach, er ist unser deutscher Geert Wilders. Er sollte am 2. Oktober zusammen mit diesem mutigsten Politiker Europas in Berlin auftreten. Anschließend freiwillig diese rückgratlose und realitätsferne Partei verlassen, der er noch angehört, und mit anderen Unzufriedenen in diesem Land eine neue, unverbrauchte, frische Kraft gründen. So, wie es das Volk will. Die Kommentarbereiche in den Online-Ausgaben der Zeitungen sprechen Bände. Sie müssen reihenweise geschlossen werden, da die Zustimmung für Sarrazin überwältigend ist. In Umfragen sind über 90% der Leser mit seinen Thesen einverstanden (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/08/23/thilo-sarrazin/deutschland-immer-aermer-und-duemmer.html). Dieser Mann könnte mit einer neuen Partei aus dem Stand 20% holen (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,708377,00.html). Mit Sicherheit. Und das Ruder vor dem drohenden Zerfall Deutschlands noch herumreißen. Es wird allerhöchste Zeit.
Weiterlesen... (http://anonym.to/?http://www.pi-news.net/2010/08/islamkritik-sarrazin-auf-wilders-spuren/)
Excalibur
26.08.2010, 09:59
Falls Herr Sarazin eine neue Partei gründen sollte, würde ich nach vielen Jahren Wahlverweigerung erstmals wieder zur Wahlurne schreiten und ihm meine Stimme geben.
Und die „besseren“ deutschen Mädchen lassen sich nicht auf jemanden ein, den sie im Bildungssystem als „Loser“ wahrnehmen.
Schön wäre es. Aber soviel Stolz scheinen viele von diesen Dummtussis nicht zu haben.
Ich sag euch, würde Sarrazin eine eigene Partei gründen, wäre der Zulauf enorm.
RSS - Jungefreiheit
26.08.2010, 10:20
Das Buch ist eine Bombe. Der Titel ist ein Alarmruf: „Deutschland schafft sich ab“. Es ist Thilo Sarrazins Rede zur Lage der Nation – und es ist eine Brandrede mit brisanten Thesen, deren Schärfe kaum zu überbieten ist. Entgegen der mittlerweile auch von großen Teilen der bürgerlichen Parteien widerstandslos geteilten Idee einer multikulturellen Gesellschaft zieht Sarrazin ernüchternd Bilanz zur Lage Deutschlands, das einem schon Jahrzehnte währenden Zangengriff aus demographischer Krise (dramatischer Geburtenrückgang) und Zuwanderung in die Sozialsysteme ausgesetzt ist.
„Aus heutiger Sicht war die Gastarbeitereinwanderung in den sechziger und siebziger Jahren ein gigantischer Irrtum.“ Und: „Belastbare empirisch-statistische Analysen, ob die Gastarbeiter und deren Familien für Deutschland überhaupt einen Beitrag zum Wohlstand erbracht haben oder erbringen werden, gibt es nicht.“
Es bleibt nicht bei der Analyse: Sarrazin formuliert aufgrund seiner jahrelangen Praxiserfahrung als Berliner Finanzsenator, die ihn in der verschuldeten Hauptstadt die deutsche Misere wie in einem Brennglas wahrnehmen ließ, nüchtern und realitätsnah drakonische Maßnahmen, um das Problem arbeitsunwilliger und -unfähiger Einwanderer einzuschränken. Er fordert die rigorose Kürzung von So-zialbeiträgen für Integrationsunwillige, die scharfe Begrenzung des Familiennachzugs und das weitgehende Stoppen der Heiratsmigration. Man darf gespannt sein, wer im politischen Betrieb Berlins den Mut hat, sich Sarrazins vernünftige und plausible Vorschläge zu eigen zu machen. Zweifel sind angebracht.
Allerhöchste Eisenbahn
„In Deutschland ist es üblich, jeden Versuch, das ‘Ausländerproblem’ zu politisieren, mit den Waffen der ‘Vergangenheitsbewältigung’ niederzuschlagen.“ Das schrieb ahnungsvoll der konservative Soziologe Robert Hepp in seinem Buch „Die Endlösung der deutschen Frage“, das er schon vor 22 Jahren vorlegte und in dem er zu denselben Ergebnissen kam wie der Sozialdemokrat Sarrazin.
Hepp wurde wegen seiner Thesen tatsächlich aus dem publizistischen und wissenschaftlichen Diskurs ausgeschlossen. Sarrazin erklärt, warum: „Vernünftig diskutiert haben wir über die demographische Entwicklung in Deutschland in den letzten 45 Jahren nicht. Wer nicht mit dem Strom der Beschwichtiger und Verharmloser schwamm, wer sich gar besorgt zeigte, der mußte bald frustriert erkennen, daß er alleine stand, und nicht selten fand er sich in die völkische Ecke gestellt.“
Kann man jetzt über solche Thesen frei debattieren? Wir müssen es, auch wenn der Widerstand enorm ist. Sarrazin, der bei „einem Teil der Intellektuellen und der liberalen Presse“ sogar „klammheimliche Freude“ ausgemacht hat, „daß muslimische Einwanderung die deutsche Gesellschaft untergräbt“, ist ein großer Vorstoß gelungen, der dies möglich machen könnte. Es ist allerhöchste Eisenbahn für unsere Nation. Doch wer wird seine Forderungen politisch umsetzen?
Weiterlesen... (http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display-mit-Komm.154+M5dfacfd9621.0.html)
Vermin Exterminator
26.08.2010, 10:25
Die Reihe der Sarrazin-Kritiker formiert sich zu einer großen Kanaillen- und Luschen-Parade. Da ist nicht ein Einziger, der mit sachlichen Gegen-Argumenten aufwarten könnte - es gibt keine!
Nullpfeifen - denen beim Sich-empören einer abgeht.
mich wundert hier wirklich was...
die deutschen politiker verkaufen sich doch immer- sind immer auf wähler stimmen aus.
warum stimmen kaum welche sarrazin ÖFFENTLIC zu?
bei jeder umfrage rockt er die 80 bis 90%
das passt doch was nicht zusammen...
hat deutschland nur deutschlandhassende politiker?
oder wollen sie ihre früheren fehler nicht eingestehen???
naja was auch immer- ich hoffe das sarrazin sich aus der spd verabschiedet und eine eigene partei für deutschland gründet.
leute wie stadtkewitz und roland koch, necla kelec und evtl hendrik broder (auch wenn broder wahrscheinlich nie in die politik gehen würde)- das wärs
die deutschen politiker verkaufen sich doch immer- sind immer auf wähler stimmen aus.
Nur scheinen sie zu blöd zu sein, zu begreifen, dass sie auf diese Weise Wählerstimmen verlieren.
Toranaga
26.08.2010, 11:42
Sarrazins Thesen: So wird Deutschland dumm (http://www.faz.net/s/RubBE163169B4324E24BA92AAEB5BDEF0DA/Doc%7EEE2D543295E12432A8CFFBDA3CE51C3D2%7EATpl%7EE common%7EScontent.html) [/URL]
FAZ - Frankfurter Allgemeine Zeitung - Vor 16 Minuten
Thilo Sarrazin hat ein antimuslimisches Dossier verfasst. Das Buch erscheint am Montag und will elementare Lebenszusammenhänge auf den Punkt bringen. Die Botschaft ist klar: Die islamische Immigration nach Deutschland muss gestoppt werden - aus ...
[URL="http://de.reuters.com/article/domesticNews/idDEBEE67P07E20100826"]Union fordert Bundesbank zum Handeln gegen Sarrazin auf (javascript:void(0);) Reuters Deutschland
Nahles: Sarrazin missbraucht Namen der SPD (http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1031379) sueddeutsche.de
AFP (http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5hcbF-xZkixkmTDPblK6Z4ex7ekvA) - Deutsche Welle (http://www.dw-world.de/dw/function/0,,12356_cid_5945396,00.html) - FOCUS Online (http://www.focus.de/politik/deutschland/sarrazin-thesen-union-sorgt-sich-um-deutsches-ansehen-im-ausland_aid_545378.html) - WELT ONLINE (http://www.welt.de/die-welt/politik/article9203804/Migranten-Thesen-Auch-Merkel-gegen-Thilo-Sarrazin.html)
Angefangen hat die Dummheit bei den Politikerinnen und Politikern.
Cherusker
26.08.2010, 12:05
Irgendwie erinnert mich das an die Ballsaalszene in "Tanz der Vampire", als man die "normalmenschlichen" Eindringlinge entdeckte: es gab ein ungeheueres Aufheulen und Zähneblecken.
Nur ist man jetzt statt untot einfach nur unkritisch.
Wir dürfen es uns aber nicht gefallen lassen, daß es Schluß heißt: "Und so kam der Islam über die Welt!"
Cherusker
26.08.2010, 12:32
Der Zentralrat der Juden begrüßte, dass sich die SPD von ihrem Mitglied distanziere.
Da faßt man sich doch an den Kopf.
Gerade diese Organisation müßte doch wissen, was sie am Islam hat.
RSS - Jungefreiheit
26.08.2010, 15:50
BERLIN. Der Berliner Landesverband der SPD prüft die Möglichkeit eines neuen...
Weiterlesen... (http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display-mit-Komm.154+M53dcb76db80.0.html)
Die SPD kann doch froh sein, dass sie überhaupt noch Mitglieder hat.
Es gibt doch tatsächlich noch zig tausend Träumer, die glauben dass die SPD eine Arbeiterpartei sei:icon_tdown:
Deutschland schafft sich ab, weil den LinksGrünen wegen Drogenkonsums der Durchblick fehlt!
RSS PI-News
26.08.2010, 16:22
Spiegel Online titelte gestern „Gabriel im Sozi-Märchenland“ über einen Besuch des SPD-Chefs in Mainz. Treffender könnte man die Realitätsferne des sozialdemokratischen Traumtänzers nicht beschreiben, der dort auf ein Stück Wirklichkeit trifft, die sich jenseits seiner ideologisch zurechtgezimmerten Wolkenkuckucksheime befindet. Eine Schülerin erklärt Gabriel, wie negativ sich die Zusammenlegung von Haupt- und Realschule auswirkt. Seine Reaktion [...]
Weiterlesen... (http://anonym.to/?http://www.pi-news.net/2010/08/gabriel-entsetzliches-menschenbild/)
RSS - Jungefreiheit
26.08.2010, 16:22
BERLIN. Die CDU-Politiker Robbin Juhnke und Hans-Jürgen Irmer haben eine Auseinandersetzung mit...
Weiterlesen... (http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display-mit-Komm.154+M508655ba450.0.html)
Themen wie Zuwanderung und Integration seien zu wichtig, um sie mit pauschalen Angriffen auf Sarrazin vom Tisch zu wischen. „Diejenigen, die ihn jetzt mit Nazi-Vorwürfen überhäufen, wollen sich vor einer inhaltlichen Auseinandersetzung nur drücken“, kritisierte Juhnke.Eine Diskussion über das Thema "Integrationsprobleme" fordern, aber Stadtkewitz aus der Partei werfen:??:
Passt das zusammen:denken:
Wo ist die versteckte Kamera?
Damit hat sich Gabriel ein Eigentor geschossen!
Ich bin mal gespannt, wann einem seine Aussage als "Fehlinterpretation" ausgelegt wird.
Grundsätzlich wolle er sich mit Sarrazins Thesen zur Einwanderung ja "intellektuell" auseinandersetzen, sagt Gabriel.
Allein, es fehlt ihm am notwendigen Intellekt. :D
Wundert mich, dass er die Schülerin nicht gleich als Rassistin oder Nazi beschimpft hat.
Cherusker
26.08.2010, 17:58
Natürlich muß die SPD Sarrazin aus der Partei jagen.
Sarrazin hat sich Gedanken um und über Deutschland gemacht.
Damit kann die SPD nichts anfangen.
Toranaga
26.08.2010, 18:35
Islam-Debatte Sarrazin gießt weiter Öl ins Feuer (http://www.focus.de/politik/deutschland/islam-debatte-sarrazin-giesst-weiter-oel-ins-feuer_aid_545510.html) [/URL]
FOCUS Online - Vor 5 Stunden
In weiteren Auszügen aus seinem Buch über den Islam unterstellt Thilo Sarrazin speziell Türken eine „Tradtion von Inzucht und Behinderungen“. ...
[URL="http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Politik/Artikel,-Sarrazins-Abrechnung-Islam-_arid,2228414_regid,2_puid,2_pageid,4290.html"]Sarrazins Abrechnung mit dem Islam (javascript:void(0);) Augsburger Allgemeine
Islam-Kritiker: Die Kanzlerin distanziert sich von Thilo Sarrazin (http://www.welt.de/politik/deutschland/article9193567.html) WELT ONLINE
Sarrazin wettert gegen den Islam (http://www.open-report.de/artikel/Sarrazin+wettert+gegen+den+Islam/74553.html) Nachrichten-Magazin | Internetzeitung | OPEN-REPORT.de
Spiegel Online (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,713878,00.html) - Ad-Hoc-News (Pressemitteilung) (http://www.ad-hoc-news.de/affaere-macht-sarrazin-buch-zum-bestseller--/de/News/21568672)
Toranaga
26.08.2010, 18:39
Islam-Debatte Sarrazin gießt weiter Öl ins Feuer (http://www.focus.de/politik/deutschland/islam-debatte-sarrazin-giesst-weiter-oel-ins-feuer_aid_545510.html) [/URL]
FOCUS Online - Vor 5 Stunden
In weiteren Auszügen aus seinem Buch über den Islam unterstellt Thilo Sarrazin speziell Türken eine „Tradtion von Inzucht und Behinderungen“. ...
[URL="http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Politik/Artikel,-Sarrazins-Abrechnung-Islam-_arid,2228414_regid,2_puid,2_pageid,4290.html"]Sarrazins Abrechnung mit dem Islam (javascript:void(0);) Augsburger Allgemeine
Islam-Kritiker: Die Kanzlerin distanziert sich von Thilo Sarrazin (http://www.welt.de/politik/deutschland/article9193567.html) WELT ONLINE
Sarrazin wettert gegen den Islam (http://www.open-report.de/artikel/Sarrazin+wettert+gegen+den+Islam/74553.html) Nachrichten-Magazin | Internetzeitung | OPEN-REPORT.de
Spiegel Online (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,713878,00.html) - Ad-Hoc-News (Pressemitteilung) (http://www.ad-hoc-news.de/affaere-macht-sarrazin-buch-zum-bestseller--/de/News/21568672)
Cherusker
26.08.2010, 18:50
Irgendwie ist es erfrischend, wie Sarrazin dieser Schlafmützenrepublik den Schlaf raubt.
Der blauäugige Michel hat jetzt nicht nur blaue Augen, sondern inzwischen sicher tiefe Ränder unter denselben.
Ich bin gespannt, wann es zu der ersten hysterischen Fehlreaktion des Gutmenschenclubs kommt.
Alle Gutmenschen kotzen sich derzeit über Sarrazin aus, obwohl sie
1. Das Buch gar nicht gelesen haben
und
2. keine sachlichen Gegenargumente haben.
Hauptsache, die Rassismus- und Nazikeule kommt zum Einsatz...:confuse:
Im Spiegel Forum verlangen allen Ernstes Gutis, Sarrazin möge doch Lösungsvorschläge bringen....
Wie soll denn das gehen, wenn selbst das Nennen der Probleme (sic!) nicht möglich ist?
Ich kann derzeit gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte :schlecht:
Aber ein gutes ist dran: Das Thema ist in der breiten Öffentlichkeit!
Natürlich muß die SPD Sarrazin aus der Partei jagen.
Sarrazin hat sich Gedanken um und über Deutschland gemacht.
Damit kann die SPD nichts anfangen.
Wohl getroffene Worte Cherusker! :icon_tup:
also ich bin dem herrn wirklich zu dank verpflichtet und ich setze ehrlich gesagt eine große hoffnung in ihm.
selbst wenn er selber keine partei gründet und aus der politischen landschaft rausfliegen sollte, hat er jetzt schon die diskussionen angeheizt wie kein zweiter. und die politiker sehen das bei jeder umfrage knappe 85% für ihn sind. und so wie ich unsere politiker kenne werden sie versuchen sich nen stückchen vom wählerkuchen auf diese weise abzuschneiden (natürlich erst dann wenn der große trubel um sarrazin vorbei ist).
eine sorge habe ich dennoch. irgendwie habe ich das gefühl sarrazin könnte unser theo van gogh werden...
Im Spiegel Forum verlangen allen Ernstes Gutis, Sarrazin möge doch Lösungsvorschläge bringen....
Wie soll denn das gehen, wenn selbst das Nennen der Probleme (sic!) nicht möglich ist?
Ich kann derzeit gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte :schlecht:
Aber ein gutes ist dran: Das Thema ist in der breiten Öffentlichkeit!
Hab ich auch gelesen. Und welch Wunder, Kirsten Heisig benennt Probleme und liefert Lösungsansätze gleich dazu. - Die will scheinbar keiner hören - genau darum scheint man dieses Buch totzuschweigen. Welch Doppelmoral. Von wegen Gut-Menschen. Das sind Charakterschweine. Nichts anderes. :icon_tdown:
Übrigens hat mein Sohn das Buch "Das Ende der Geduld" auch gelesen und meinte gleich, dass es zudem auch noch pädagogisch wertvoll ist. Hat er gut erkannt. Mam sich gefreut....:)
Predator Girl
26.08.2010, 19:38
also ich bin dem herrn wirklich zu dank verpflichtet und ich setze ehrlich gesagt eine große hoffnung in ihm.
selbst wenn er selber keine partei gründet und aus der politischen landschaft rausfliegen sollte, hat er jetzt schon die diskussionen angeheizt wie kein zweiter. und die politiker sehen das bei jeder umfrage knappe 85% für ihn sind. und so wie ich unsere politiker kenne werden sie versuchen sich nen stückchen vom wählerkuchen auf diese weise abzuschneiden (natürlich erst dann wenn der große trubel um sarrazin vorbei ist).
eine sorge habe ich dennoch. irgendwie habe ich das gefühl sarrazin könnte unser theo van gogh werden...
Über 80% der deutschen Bürger stehen hinter Sarrazins Aussagen, da sieht man mal dass es doch noch Hoffnung gibt, aber die dreckigen Polit-Verbrecher :kack: auf Uns!
Das Volk hat in Deutschland nichts zu melden und nichts zu sagen, was wir wollen und gut finden interessiert keinen dieser DreckSchwein-Schwein , die würden und werden uns lieber verrecken lassen als ein einziges mal zu sagen "Das Volk hat recht wir müssen was tun".
Wenn es sowas wie einen Gott gibt dann möge er Sarrazin vor allen Übergriffen schützen, also vor körperlichen Angriffen, denn es ist schon ein Kopfgeld auf Sarrazin ausgesetzt.
ryder hook
26.08.2010, 20:38
Ich habe mir bei Amazon die Rezessionen und deren Bewertungen angeschaut. Die decken sich mit der Bild Umfrage. 90% sind seiner Meinung ... es gibt doch noch Hoffnung :icon_tup:
In der Tat !!! Selten war ein Volk umfassender anderer Meinung wie seine "Führungselite"
Das ist schon fast grotesk wie sich die Politiker aller Lager so verhalten. Rumpelstilzchen könnte es nicht besser machen ....
ryder hook
26.08.2010, 20:53
Ein haarespaltendes langwiedriges Ausschlußverfahren könnte die SPD Ruck Zuck wieder die neu "gewonnenen" Stimmenanteile kosten !!!
:D
Sarrazin sollte selber austreten. Er ist zu mutig und zu wahrhaftig, um dort noch dazuzugehören.
RSS PI-News
26.08.2010, 23:40
In einem Interview mit dem RBB hat Thilo Sarrazin heute (22.45-23 Uhr) zu den Inhalten seines Buches “Deutschland schafft sich ab” Stellung bezogen. Dabei bekräftigte der frühere Berliner Finanzsenator seine Sorge um die demographische Entwicklung Deutschlands. “Ich möchte nicht, dass Deutschland muslimisch wird”, so der Bundesbank-Vorstand. Hier das Video zum RBB-Interview: » Dresdner Neue Nachrichten: [...]
Weiterlesen... (http://anonym.to/?http://www.pi-news.net/2010/08/video-rbb-interview-mit-thilo-sarrazin/)
RSS PI-News
27.08.2010, 01:16
Kurz nachdem Thilo Sarrazin mit seinem Buch “Deutschland schafft sich ab” den Finger mal wieder in die Wunde gelegt und alle Gutmenschen in helle Aufruhr versetzt hat, bringt jetzt Udo Ulfkotte sein neues Buch “Kein Schwarz. Kein Rot. Kein Gold. Armut für alle im ‘Lustigen Migrantenstadl’” heraus. In seinem Buch bestätigt Udo Ulfkotte die Thesen [...]
Weiterlesen... (http://anonym.to/?http://www.pi-news.net/2010/08/was-uns-die-thesen-von-thilo-sarrazin-kosten/)
Thilo Sarrazin
Ein Mann mit Mission
Thilo Sarrazin schreibt ein Buch außerhalb seines Fachgebiets. Als Berliner Finanzsenator genoss er Respekt und Popularität. Als Bundesbank-Vorstand wechselte er zur schwarzen Pädagogik. Ein Portrait.
Von Mechthild Küpper, Berlin
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Thilo Sarrazin, zuständig im Vorstand der Deutschen Bundesbank für die Bereiche Bargeld, Informationstechnologie und Risiko-Controlling.Thilo Sarrazin, zuständig im Vorstand der Deutschen Bundesbank für die Bereiche Bargeld, Informationstechnologie und Risiko-Controlling.
26. August 2010
Thilo Sarrazin macht wieder Furore, abermals außerhalb seines angestammten Fachgebiets. Am Montag stellt der 65 Jahre alte Sozialdemokrat in Berlin das Produkt seiner neuen Leidenschaft vor: „Deutschland schafft sich ab. Wie wir unser Land aufs Spiel setzen“ heißt sein Buch. Sein Thema ist nicht die Finanzkrise, er schreibt nicht über Haushaltspolitik. Nein, das Mitglied des Vorstands der Bundesbank und ehemalige Berliner Finanzsenator schreibt über „die Folgen, die sich für Deutschlands Zukunft aus der Kombination von Geburtenrückgang, problematischer Zuwanderung und wachsender Unterschicht ergeben. Er will sich nicht damit abfinden, dass Deutschland nicht nur älter und kleiner, sondern auch dümmer und abhängiger von staatlichen Zahlungen wird“. So fasst es sein Verlag zusammen. Zwischen den Buchdeckeln selbst liest es sich knalliger.
Als er noch Berliner Finanzsenator war, hielten verständige Bürger in den Konflikten, die er mit Fleiß suchte, meistens zu ihm. Man wusste eben, was gemeint war, wenn er sagte, vor Haushaltsberatungen entwichen öfter mal gefährliche Mörder aus dem Gefängnis. Er genoss Popularität und Respekt, weil er es vermochte, mit seinen „Benchmarks“ und Tortengrafiken Finanzpolitik - und ihre Erfolge - anschaulich darzustellen. Als Finanzpolitiker war Sarrazin ein klassischer Vertreter der weißen Pädagogik: Er sorgte für einvernehmliche Senatsbeschlüsse, die jedes einzelne Mitglied später davor bewahrten, Ressortinteressen zu egoistisch zu verteidigen. Das erwies sich rasch als erfolgreich: Wer Ausgaben begrenzt und mit etwas Glück Einnahmen steigert, kann bald anfangen, seine Schulden abzuzahlen.
Eindrucksvolle Geschichten aus der Wirklichkeit
Aus dem reichen Erfahrungsschatz seiner Frau, die in Berlin als Lehrerin arbeitet, erzählte Senator Sarrazin gern eindrucksvolle Geschichten aus der Wirklichkeit, wie man sie nicht gern wahrhaben möchte. Seit er 2009 zur Bundesbank wechselte, verarbeitet er diese Erfahrungen in Aufsätzen und Büchern zur Integrationspolitik. Dazu wechselte er zur schwarzen Pädagogik. In dunklen Farben und trostloser Perspektive zeichnet er sein Bild der muslimischen Einwanderer in Deutschland. Seinen Sinn für Humor und Selbstironie scheint er dabei verloren zu haben. Er tritt auf als Mann mit einer Mission. Seit ihm nach Veröffentlichung eines umstrittenen Aufsatzes in der Bundesbank ein Teil seines Arbeitsgebiets entzogen worden ist, hat er dafür noch mehr Zeit.
Noch bevor er sein Buch vorgestellt hat, haben ihn schon viele verdammt. Es wird ihn amüsieren, dass ausgerechnet die Linkspartei, die unter Hinweis auf kommunistische Usancen niemanden aus der Partei ausschließt, sondern die Kandidaten dafür lieber befördert, seinen Rauswurf aus der Bank und aus der SPD verlangt. Der andere Berliner Sozialdemokrat, der in der SPD oft aneckt, Heinz Buschkowsky, Bürgermeister von Neukölln, hat erklärt, was Sarrazin treibt: „Der braucht das“, sagte er im Bayerischen Rundfunk.
http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E5EBD7180C8EC464AAAFC4208C130C507~ATpl~Ecommon ~Scontent.html
Thilo Sarrazin
Der Westentaschen-Wilders
Von Yassin Musharbash
Thilo Sarrazin: Ex-Senator, Sozialdemokrat, Bundesbanker
Thilo Sarrazin beschwört eine muslimische Gefahr - und macht sich damit zur Galionsfigur der Islamophoben in Deutschland. Die Erfahrung in anderen westlichen Demokratien zeigt, was für eine Herausforderung dieses Gedankengut für etablierte Parteien bereithält.
Berlin - Was Thilo Sarrazin denkt, ist jetzt klar. Spätestens seit weite Teile seines demnächst erscheinenden Buches "Deutschland schafft sich ab" durch Vorabdrucke bekannt sind, weiß jeder, den es interessiert: Der Bundesbanker hält Muslime für eine Bedrohung der abendländischen Kultur, der deutschen Intelligenz, der kommunalen Sozialkassen und der persönlichen Sicherheit.
Die andere Frage ist: Hat Thilo Sarrazin eigentlich eine politische Heimat? Seine Partei, die SPD, für die er einst das Amt des Berliner Finanzsenators versah, zeigt Abwehrbewegungen. SPD-Chef Sigmar Gabriel erklärte, er wisse auch nicht, warum Sarrazin noch bei den Sozialdemokraten Mitglied sei. Bislang hat Sarrazin, derzeit Vorstand bei der Bundesbank, nicht angedeutet, dass er sich von der SPD trennen will.
Es könnte aber sein, dass die Frage der politischen Heimat für Sarrazins Ressentiments in den kommenden Wochen und Monaten, vielleicht sogar Jahren ein Dauerthema der deutschen Politik wird - jedenfalls ist das die Erfahrung, die andere westliche Demokratien gemacht haben oder noch machen, die Niederlande etwa mit dem Islamhasser und Rechtspopulisten Geert Wilders oder die Österreicher mit der FPÖ. In den USA zeichnet sich Vergleichbares ab. Der Streit um die Errichtung eines Islamischen Zentrums nahe Ground Zero hat etwa den Republikaner Newt Gingrich dazu angestachelt, Muslime mit Nazis gleichzusetzen. Er weiß dabei viele Amerikaner hinter sich. Schon fragt das "Time"-Magazin: "Ist Amerika islamophob?"
Islamophobe sehen sich als Liberale
Thilo Sarrazin mag weniger vulgär argumentieren als Gingrich oder Wilders, aber er zapft ein ähnliches Milieu an - und auch er kann sich sicher sein, für eine kleine, aber keineswegs verschwindend kleine Minderheit zu sprechen.
Doch so offensichtlich es ist, dass die Frage des Zusammenlebens von muslimischen Migranten und Mehrheitsbevölkerung in den vergangenen Jahren mit Macht auf die Tagesordnungen der westlichen Demokratien drängt, so schwer ist das Lager der durch diese Konflikte aufblühenden Islamophoben zu fassen.
Es beginnt damit, dass die meisten Leitfiguren der Islamophoben, die sich selbst im Übrigen lieber "Islamkritiker" nennen, sich als Liberale definieren. Geert Wilders, der heute in den Niederlanden den Koran verbieten will, spaltete sich einst von einer konservativ-liberalen Partei ab. Die FPÖ in Österreich, die 2006 "Daham statt Islam" dichtete und deren Lokalpolitiker die Immigration von Muslimen pauschal beenden wollen, bezeichnen sich als "freiheitlich" und beanspruchen dadurch ebenfalls Anteil am liberalen Erbe.
"Je niedriger die Schicht, umso mehr Geburten"
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Berliner Schüler, unmotivierte Arbeitslose, übel riechende Beamte: Vor Thilo Sarrazins harschem Urteil ist niemand sicher - lesen Sie seine umstrittensten Zitate
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Natürlich gibt es in beiden Fällen Anknüpfungspunkte zum Rechtsextremismus. Aber auch deutliche Unvereinbarkeiten. Viele Islamophobe sind nicht generell ausländerfeindlich; auch Sarrazin singt ja das Loblieb auf die "intelligenteren" jüdischen Einwanderer aus Osteuropa, was bei der NPD auf wenig Gegenliebe stoßen dürfte. Anders als die Rechtsextremisten sind sehr viele Islamophobe zudem ausgesprochen USA-freundlich.
Testfall Niederlande
Das liberale Erbe schmeckt durchaus nach, wird aber letztlich gegen Muslime gewendet: Die Islamophoben sagen zum Beispiel, es sei die Intoleranz "der Muslime" gegenüber Schwulen oder die Schlechterstellung "der Frau" im Islam, die sie so empöre. Sie sehen sich selbst als extrem tolerant - und ziehen die Grenze gegenüber jenen, die sie als unabänderlich intolerant ansehen, nämlich der Summe aller Muslime. Das ist ein wenig differenzierter Blick, aber er verfängt offenbar.
Was bedeuten solche Positionen für eine Einordnung in die bestehenden Parteiensysteme? In den Niederlanden quälen sich die beiden großen Parteien der Mitte gerade genau damit ab. Wilders' Partei errang 15,5 Prozent bei den Parlamentswahlen. Im Raum steht nun ein Modell, nach dem er eine Minderheitsregierung tolerieren würde. Welche Zugeständnisse man dem Populisten machen müsste, ist noch nicht ausverhandelt. Es wird ein Testfall für Europa sein, falls die Regierungsbildung auf diese Weise zustande kommt. Dann hätte Wilders' Partei es geschafft, der Regierung einen Teil ihrer Agenda aufzuzwingen.
In Deutschland ist die SPD nun wegen der Mitgliedschaft Sarrazins als erste mit der Frage konfrontiert, ob sie Ausgrenzungsrhetorik und Simplizismus dieser Art dulden kann und will - oder gar muss. Schließlich scheiterte ein erstes Parteiausschlussverfahren gegen den Bundesbanker bereits.
Sarrazin adressiert ein verschwommenes Milieu
Aber auch auf CDU und FDP wird diese Debatte zukommen. Die bisherigen Reaktionen, nicht zuletzt von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), zeigen klar, dass Sarrazins Ausfälle als nicht akzeptabel und jenseits des Konsenses der etablierten Parteien bewertet werden. Aber das ist nur ein vorläufiges Ergebnis. Man muss Sarrazin ja auch nicht aufnehmen, um einige seiner Thesen ins Parteiprogramm zu schmuggeln.
Tatsächlich spricht Sarrazin ein höchst diffuses Milieu von Misstrauischen, Genervten und für simple Wahrheiten Empfänglichen quer durch das politische Spektrum an. Wie viele Menschen diese Gruppe in der Summe umfasst, ist kaum einzuschätzen. Mit seinen lauten Interviews, populistischen Auftritten und nun eben dem Buch hat Sarrazin sich selbst als Leitfigur dieses Milieus etabliert. Wer sein Buch genau liest, kann außerdem den Kern eines politischen Programm herauslesen: faktische Beendigung des Familienzuzugs, Maßnahmen zur zwangsweisen Integration, Zuwanderung nur noch für Höchstqualifizierte und so weiter. Plant er, seine Thesen in Zukunft auch als Politiker und nicht nur als Privatperson zu vertreten?
Noch hat er keine Ambitionen in diese Richtung erkennen lassen. Aber was würde passieren, wenn Sarrazin zum Beispiel beschließen sollte, sich der im Entstehen begriffenen, knallhart islamfeindlichen Partei "Pro Deutschland" (PD) anzuschließen? Deren Vorsitzender ließ bereits ausrichten, er würde hocherfreut seinen Hut nehmen und Sarrazin als Nachfolger vorschlagen - der dann in Wahlen das gesamte PD-Potential ausschöpfen könne, das seiner Ansicht nach bei bis zu 20 Prozent der Wähler liegt.
Sarrazin, Referenzpunkt der Islamophoben
Völlig absurd ist die Phantasie des PD-Chefs nicht. Und fünf Prozent würden ja schon reichen, um die Dinge durcheinander zu wirbeln. Wahrscheinlich ist es trotzdem nicht. PD ist eine entschieden unappetitliche Truppe. Sie wird laut Zeitungsberichten vom Verfassungsschutz beobachtet, was PD freilich bestreitet. Sarrazin, der sich als Intellektueller betrachtet, wird einen Bogen um sie machen.
Aber letztlich ist es womöglich egal, ob Sarrazin nun die Partei wechselt, eine neue gründet, in der SPD verbleibt oder ohne Parteibuch weiteragiert. Das Entscheidende ist, dass die Islamophoben sich künftig vor allem auf ihn berufen werden. Deutschland hat jetzt seinen eigenen Westentaschen-Wilders. Und die etablierten Parteien müssen sich entscheiden, ob sie diesem ans offen Rassistische grenzenden Populismus eine Heimat bieten oder eine klare Absage erteilen wollen.
Wenn es dafür Lehren aus jenen Ländern gibt, die sich schon länger mit Hetzern dieser Art auseinandersetzen müssen, sind es wohl am ehesten diese: Auf jeden Fall darf man ihnen nicht gestatten, sich zu Märtyrern und Tabubrechern zu stilisieren. Und auf der anderen Seite spricht nichts dagegen, die Themen aufzugreifen, die Wilders und Co. auf die Tagesordnung bringen. Einige von ihnen gehören dahin. Es geht um die Art und Weise, wie mit den Problemen - und den Muslimen - umgegangen wird.
Hinweis der Redaktion: In einer ersten Fassung dieses Artikels hieß es, Pro Deutschland werde vom Verfassungsschutz beobachtet. Das lässt sich nicht belegen und wird von Pro Deutschland bestritten. Allerdings werden laut Zeitungsberichten Pro NRW und Pro Köln vom nordrheinwestfälischen Verfassungsschutz observiert. Wir haben den Fehler korrigiert und bitten unsere Leser um Entschuldigung.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,713878,00.html
Debatte um umstrittene Äußerungen: Grüne wollen Sarrazin als Bundesbank-Vorstand abberufen
Im Zuge der Debatte um die als fremdenfeindlich kritisierten Äußerungen des Bundesbank-Vorstands Thilo Sarrazin (SPD) fordern die Grünen neue Regeln zur Abberufung von Bundesbank-Vorständen.
Im Zuge der Debatte um die als fremdenfeindlich kritisierten Äußerungen des Bundesbank-Vorstands Thilo Sarrazin (SPD) fordern die Grünen neue Regeln zur Abberufung von Bundesbank-Vorständen. Die Fraktionsvorsitzende Renate Künast kündigte am Donnerstag in Berlin an, die Bundesregierung demnächst mit einem Antrag im Bundestag aufzufordern, ein entsprechendes Verfahren einzurichten.
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Die Äußerungen Sarrazins widersprechen nach Künasts Ansicht dem Verhaltenskodex der Bundesbank. Danach dürfe ein Banker das Ansehen der Bundesbank und das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Institution nicht beschädigen. Dies habe Sarrazin getan. Es gebe aber keine klare Regelung, um ihn seines Amtes zu entheben. "Ich glaube, dass man ein dreistufiges Verfahren finden muss. Beschluss der Vorstands der Bundesbank, Beschluss der Bundesregierung, Abberufung durch den Bundespräsident", sagte Künast.
Die Fraktionschefin betonte, die Grünen wollten sich nicht vor einer Integrationsdebatte drücken. Diese müsse aber mit Respekt und Würde geführt werden. "Insofern glaube ich, dass Thilo Sarrazin auf eine sehr perfide Art und Weise vielleicht den Umsatz seines Buches steigert aber er hat der Sache der Integration mehr als geschadet."
Auch die Linke forderte die Abberufung Sarrazins. Der Bundesbank-Vorstand müsse dies bei der Bundesregierung beantragen. "Ein Spitzenbeamter, der Menschen aufhetzt, ist nicht akzeptabel", sagte die Parteivorsitzende Gesine Lötzsch. Sollten die "Selbstreinigungskräfte" der Bundesbank nicht ausreichen, "dann müssen wir ernsthaft darüber nachdenken, ob die Unabhängigkeit der Bank wirklich so weit gehen kann, dass man an der Spitze ungestraft solche Thesen vertreten darf", sagte Lötzsch.
Hintergrund der Debatte sind die Äußerungen des früheren Berliner Finanzsenators in seinem Buch "Deutschland schafft sich ab". Darin wirft er einem Teil muslimischer Migranten vor, sich nicht integrieren zu wollen. In einem Interview sagte er zudem, die Einwanderung von Muslimen habe Deutschland mehr gekostet, als sie gebracht hätte. Die Einwanderung unqualifizierter Migranten könne "in dieser Form nicht weitergehen".
http://www.stern.de/politik/deutschland/debatte-um-umstrittene-aeusserungen-gruene-wollen-sarrazin-als-bundesbank-vorstand-abberufen-1597243.html
Buchvorstellung
Sarrazins Abrechnung mit dem Islam
26.08.2010 14:38 Uhr
Über Thilo Sarrazins Thesen streitet derzeit ganz Deutschland. Im heutigen Teil seiner Bild-Serie zu seinem neuen Buch "Deutschland schafft sich ab", widmet sich Sarrazin dem Islam. Die Überschrift gibt die Schlagrichtung gleich vor: "Bei keiner anderen Religion ist der Übergang zu Gewalt und Terrorismus so fließend."
Thilo Sarrazin
DPA
Über Thilo Sarrazins Thesen streitet derzeit ganz Deutschland. Dessen ungerührt stellt Sarrazin weiter sein neues Buch vor. Heute knöpft sich der Bundesbank-Vorstand den Islam vor.
Dabei sagt der SPD-Mann und Bundesbank-Vorstand gleich zu Beginn, was ihm als Integrationsleistung von Muslimen reichen würde. Nämlich, "dass Muslime unsere Gesetze beachten, die Frauen nicht unterdrücken, Zwangsheiraten abschaffen, ihre Jugendlichen an Gewalttätigkeiten hindern und für ihren Lebensunterhalt selbst aufkommen". Für Sarrazin sind dies selbstverständliche Forderungen. Wer diese als Zwang zur Anpassung kritisiere, habe selbst ein Integrationsproblem.
Über die Erläuterung eines falschen Stolzes, vom Elternhaus geprägter Gewalt und sexueller Frustration spannt Sarrazin in der Bild einen Bogen zur Kriminalität unter muslimischen Jugendlichen: "In Berlin werden 20 Prozent aller Gewalttaten von etwa nur 1000 türkischen und arabischen jugendlichen Tätern begangen, eine Bevölkerungsgruppe, die 0,3 Promille der gesamten Berliner Bevölkerung stellt." Der Integrationsbericht, so Sarrazins Vorwurf, relativiere und verharmlose die Gewalt aber konsequent. So fragt sich der mittlerweile höchst umstrittene Thilo Sarrazin, wem geholfen sei, wenn diese "offenkundigen Tatsachen" unterdrückt werden.
Als Gradmesser für die Integrationsbereitschaft identifiziert Sarrazin das Heiraten. Denn die Hochzeit löse, so sie interkulturell stattfinde, am schnellsten Parallelgesellschaften auf, beziehungsweise lasse diese erst gar nicht entstehen. Die Zahlen, die Sarrazin präsentiert, zeigen jedoch in eine andere Richtung: "Nur drei Prozent der jungen Männer und acht Prozent der jungen Frauen mit türkischem Migrationshintergrund heiraten einen deutschen Partner." Bei den Russlanddeutschen sind es 67 Prozent.
Türkische Migranten hingegen heiraten zu 90 Prozent wiederum Türken. Knapp zwei Drittel der Ehen türkischer Staatsbürger heiraten Partner direkt aus der Türkei. "Diese Importpartner weisen durchweg eine sehr niedrige Bildung auf", schreibt Thilo Sarrazin. Analphabetentum und eine kurze Schullaufbahn fänden sich in vielen Lebensläufen wider.
Am Freitag will er sich in der Bild diesem Thema widmen: "In Deutschland wächst eine funktions- und arbeitslose Unterklasse heran."
Sarrazins Thesen haben in den vergangenen Tagen bundesweit Empörung ausgelöst. SPD-Chef Sigmar Gabriel riet ihm zum Austritt aus der Partei, Kanzlerin Angela Merkel sprach von "verletztenden" Äußerungen. Der Zentralrat der Juden legte Sarrazin gar einen Übertritt zur NPD nahe. AZ
http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Politik/Artikel,-Sarrazins-Abrechnung-Islam-_arid,2228414_regid,2_puid,2_pageid,4290.html
Berliner SPD erwägt neues Ausschlussverfahren gegen Sarrazin
Bundesbanker wegen Äußerung zu Ausländern unter Druck
Die Berliner SPD erwägt ein neues Parteiausschlussverfahren gegen den umstrittenen Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin. Sarrazin vertritt in seinem auszugsweise vorab veröffentlichten Buch "Deutschland schafft sich ab. Wie wir unser Land aufs Spiel setzen" die These, dass muslimische Einwandererfamilien überproportional von Sozialleistungen profitierten und keinen Beitrag zum Wohlstand leisteten.
Nach seinen neuen Äußerungen über Ausländer in Deutschland gerät Bundesbank-Vorstandsmitglied Thilo Sarrazin immer stärker unter Druck. SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles warf Sarrazin im "Hamburger Abendblatt" vor, er missbrauche den Namen der SPD, und legte ihm den Parteiaustritt nahe. Die Berliner SPD erwägt ein neues Parteiausschlussverfahren gegen den früheren SPD-Finanzsenator.
"Sarrazin ist ein unterbeschäftigter Bundesbanker mit ausgeprägter Profilneurose - das allein wäre noch nicht bemerkenswert, aber er missbraucht den Namen der SPD", kritisierte Nahles. Wer einzelne Bevölkerungsgruppen pauschal verächtlich mache und gegeneinander aufbringe, "treibt ein perfides, vergiftetes Spiel mit Ängsten und Vorurteilen" und habe mit den Werten und Überzeugungen der SPD "rein gar nichts mehr zu tun".
Auch SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte Sarrazin bereits den Austritt nahegelegt. Der amtierende SPD-Fraktionschef im Bundestag, Joachim Poß, sagte den Dortmunder "Ruhr Nachrichten", nach allem was geschehen sei, "wäre es eine logische Konsequenz, wenn er sein Parteibuch zurückgeben würde".
Die Berliner SPD prüft, ob es möglicherweise neue Anhaltspunkte für einen Parteiausschluss von Sarrazin gibt, wie Landes- und Fraktionschef Michael Müller im Sender RBB sagte. Die Landesschiedskommission der SPD hatte im Frühjahr wegen früherer Äußerungen Sarrazins einen Parteiausschluss gegen den früheren Berliner SPD-Finanzsenator abgelehnt, zugleich aber betont, dies sei "kein Freifahrtschein für alle künftigen Provokationen".
Sarrazin vertritt in seinem auszugsweise vorab veröffentlichten Buch "Deutschland schafft sich ab. Wie wir unser Land aufs Spiel setzen" die These, dass muslimische Einwandererfamilien überproportional von Sozialleistungen profitierten und keinen Beitrag zum Wohlstand leisteten.
Der CDU-Politiker Ruprecht Polenz warf Sarrazin vor, er schüre durch rassistische Äußerungen Ressentiments gegen Migranten und schade dem deutschen Ansehen. Er frage sich, "wie lange die Deutsche Bundesbank dem noch tatenlos zuschauen will", sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Die Linkspartei forderte den Vorstand der Bundesbank auf, die Abberufung von Sarrazin zu beantragen. Die Grünen forderten als Konsequenz ein neues Ernennungsverfahren für Bundesbank-Vorstände.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich am Mittwoch von den Äußerungen Sarrazins deutlich distanziert.
Erschienen am 26.08.2010
http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/DEUTSCHLAND/7457237.php
Pro und ContraThilo Sarrazin - Provokante Thesen zu muslimischen Einwanderern
Positionen aus dem Hauptstadtstudio Berlin
http://www.swr.de/-/id=6809434/property=detail/width=256/height=144/pubVersion=1/1d557ow/index.jpg (http://www.swr.de/swr1/rp/programm/-/id=446640/vv=zoomNoJs/nid=446640/did=6815886/14s24hg/index.html)
http://www.swr.de/-/id=2090758/property=normalIcon/width=21/height=16/pubVersion=3/38yujf/index.gifThilo Sarrazin (http://www.swr.de/swr1/rp/programm/-/id=446640/vv=zoomNoJs/nid=446640/did=6815886/14s24hg/index.html)
Der Spalter der Nation hat wieder zugeschlagen. Thilo Sarrazin provoziert einmal mehr mit Thesen zu muslimischen Einwanderern. In seinem neuen Buch warnt der Bundesbankvorstand: Die Deutschen drohten zu Fremden im eigenen Land zu werden. Sarrazin bewertet die Einwanderer nach ihrem Beitrag zum Wohlstand. Darf er solche Thesen weiter verbreiten? Noch dazu als SPD-Mitglied? Ein Pro und Contra aus dem SWR-Hauptstadtstudio:
Standpunkt Pro
Von Hans-Jürgen Maurus, Hörfunkkorrespondent Berlin
Ja, der Mann provoziert, doch hetzt er auch? Ja, es droht ihm ein Parteiausschlussverfahren - doch wofür? Dass er Klartext redet, überzieht, Steilvorlagen für rechtsextreme Gruppen schlägt oder primär, weil er unbequem ist, politisch nicht korrekt?
Der Bundesbanker Tilo Sarrazin polemisiert, regelmäßig. Kritiker machen mobil: politisch instinktlos sei er, diffamierend, polemisch, dämlich, ja mitunter gewalttätig. Sogar Rassismus wird ihm vorgeworfen. Das kann man so sehen - muss man aber nicht.
Im übrigen: radikale Formulierungen kann man als solche entlarven, doch es geht auch um Inhalte, um Fakten und um Perzeption. Wenn Sarrazin das aussprechen sollte, was so mancher in diesem Land denkt und umtreibt - möglicherweise nicht nur in rechtsradikalen Kreisen oder am Stammtisch, dass Integrationspolitik nicht nur ein wichtiges Thema ist, sondern eklatante Defizite aufweist - dann ist eine differenzierte Debatte längst überfällig. Und zwar nachhaltig. Vogel-Strauß-Politik, helle Empörung oder gar Parteiausschluss sind der falsche Weg. Sie würden nur denen helfen, die ohnehin nur auf Verschwörungstheorien setzen und auf ihre Zeit warten.
Standpunkt Contra
Von Mark Kleber, Hörfunkkorrespondent Berlin
Ist die Multi-Kulti-Seligkeit vieler Linker gescheitert? Ja.
Gibt es Migranten, die in Parallelwelten leben statt sich zu integrieren? Ja.
Darf man deshalb eine Debatte führen wie Thilo Sarrazin es tut? Nein.
Denn Sarrazin geht es weniger um Fakten, als vielmehr darum, seine provokativen Thesen an den Mann zu bringen. Für die vermischt er einige richtige Fragen mit vielen Klischees und fragwürdigen Schlussfolgerungen. Kultur, Religion, Genetik – bei Sarrazin ein großer Brei. Das soll helfen, die gigantischen Probleme mit der Integration zu lösen? Quatsch. Und Sarrazin ist auch kein einsamer mutiger Mahner. Er setzt nur auf dieselbe Strategie wie die Rechtspopulisten: Die stempeln auch alle, die sie kritisieren, als zu naiv oder als Lügner ab. Mit seinen Kampfbegriffen ist Sarrazin gefährlich nah am Kulturrassismus. Ungefähr so, als würde man jedem Katholiken unterstellen, er sei Kinderschänder. Absurd! Sarrazins Provokationen helfen allenfalls den Verkaufszahlen seines neuen Buches, sonst aber bringen sie nichts. Auch nicht die Debatte voran. Ihn aus der SPD zu werfen, wäre übrigens zu viel der Ehre. Es würde ihm bei seiner gnadenlosen Selbstinszenierung nur helfen.
http://www.swr.de/swr1/rp/programm/-/id=446640/nid=446640/did=6815996/lzb3hy/
Sarrazin bringt Bundesbank mit neuem Buch in Bredouille
Donnerstag, 26. August 2010, 17:47 Uhr
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Berlin (Reuters) - Mit schrillen Tönen in der Ausländerdebatte bringt sich der umstrittene Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin immer mehr in die Schusslinie.
Der CDU-Politiker und Chef des Auswärtigen Ausschusses, Ruprecht Polenz, forderte Sarrazins Dienstherren am Donnerstag auf, etwas gegen "die islamfeindlichen und menschenverachtenden Tiraden" des Bundesbankers zu unternehmen: "Ich frage mich, wie lange die Deutsche Bundesbank dem noch tatenlos zuschauen will", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Die Grünen und die Linke forderten, Sarrazin aus der Vorstandsetage der mächtigsten Notenbank der Euro-Zone abzuberufen.
Wenige Tage vor der Veröffentlichung des Sarrazin-Buchs "Deutschland schafft sich ab", versucht die Bundesbank jedoch zunächst die Wogen zu glätten: "Das ist eine private Angelegenheit von Herrn Sarrazin, er äußert darin seine persönliche Meinung." Das Buch birgt jedoch erheblichen Sprengstoff. In der bereits in Auszügen bekannten Schrift geißelt der 65-jährige Notenbanker die deutsche Einwanderungspolitik und warnt vor Überfremdung. "Ich möchte nicht, dass das Land meiner Enkel und Urenkel zu großen Teilen muslimisch ist", heißt es darin. Zudem behauptet der Autor, "eine lange Tradition von Inzucht" führe dazu, dass der Anteil der angeborenen Behinderungen unter türkischen und kurdischen Migranten weit überdurchschnittlich sei.
Diese Wortwahl hat auch den Zentralrat der Juden in Deutschland alarmiert: "Das ist brandgefährlich, was er tut. Sarrazin diffamiert Bevölkerungsgruppen, insbesondere Muslime", sagte der Generalsekretär des Rats, Stephan Kramer, dem Sender N24. Sarrazin verwahrte sich in einem Interview mit dem Wochenblatt "Die Zeit" gegen die Kritik an seiner Person: "Ich bin kein Rassist." Mangelnden Bildungserfolge muslimischer Migranten erklärten sich "aus dieser Gruppe selbst" heraus. Äußere Benachteiligungen besonderer Art gebe es nicht.
KÜNAST: SARRAZIN HETZT AUF
Die Grünen halten Sarrazin jedoch nicht mehr für tragbar: "Er schadet dem Ansehen der Bundesbank und er hetzt auf, deshalb glaube ich, dass die Kanzlerin und die Bundesregierung Konsequenzen ziehen müssen", sagte Grünen-Fraktionschefin Renate Künast. Bereits im Vorjahr hatte der Bundesbank-Vorstand Sarrazin nach umstrittenen Äußerungen über Migranten die Kompetenzen beschnitten. Er ist seither nur noch für das Risiko-Controlling und für Informationstechnologie zuständig. Ob Sarrazin vorzeitig gehen muss, ist keineswegs ausgemachte Sache. Entlassen kann ihn nur Bundespräsident Christian Wulff auf Antrag des Bundesbankvorstandes. Der müsste einen solchen Schritt mit "schweren Verfehlungen" begründen. Dieses Szenario gilt jedoch derzeit als unwahrscheinlich.
Für Bundesbankchef Axel Weber kommt die Affäre zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Er hegt Ambitionen auf die Nachfolge von EZB-Chef Jean-Claude Trichet Ende nächsten Jahres und kann negative Schlagzeilen über sein Haus nicht gebrauchen. Die Ausländerschelte seines Intimfeindes Sarrazin wertete Weber bereits 2009 als "Reputationsschaden" für die Bundesbank. Sarrazins Vertrag läuft bis 2014. Auf einen freiwilligen Rückzug des kantigen Geldpolitikers setzt in seinem Haus kaum jemand: "Dafür ist er nicht der Typ", heißt es.
© Thomson Reuters 2010 Alle Rechte vorbehalten.
http://de.reuters.com/article/domesticNews/idDEBEE67P0EZ20100826
Stimmt das? Sarrazin im Fakten-Check
Thilo Sarrazin
Ob man Sarrazin zustimmt oder nicht, ist die eine Sache. Aber entsprechen seine Behauptungen der Wahrheit? Die AZ hat nachgeprüft:
Seine Äußerungen sorgen für Wirbel, er eckt an.
Sarrazin: „Es ist bekannt, dass der Anteil der angeborenen Behinderungen unter türkischen und kurdischen Migranten weit überdurchschnittlich ist. Ganze Clans haben eine Tradition von Inzucht.“
Markus Kurth, Sprecher für Behindertenpolitik der Grünen: „Respektlos, wie Sarrazin mit dem Thema umgeht. Die Behauptung ist Kokolores. In Statistiken sind Behinderungen durch Inzucht überhaupt nicht erhoben. Der allergrößte Teil der Behinderungen entsteht im Laufe des Lebens.“
Sarrazin: „Von den in Deutschland lebenden Migranten mit muslimischem Migrationshintergrund haben 30 Prozent überhaupt keinen Schulabschluss und nur 14 Prozent Abitur.“
Bildungsforscher Klaus Klemm: „Dazu kenne ich keine Studie, es würde mich auch wundern, wenn es so spezielle Daten gibt. Dass der Anteil von Ausländern, die die Schule ohne Abschluss verlassen mit etwa 16 Prozent höher ist als bei Deutschen (6 Prozent), ist aber bekannt.“
Sarrazin: „Beim gegenwärtigen demografischen Trend wird Deutschland in 100 Jahren noch 25 Millionen, in 200 Jahren noch 8 Millionen und in 300 Jahren noch 3 Millionen Einwohner haben.“
Steffen Kröhnert vom Institut für Bevölkerung und Entwicklung: Als Berechnung halte ich das für plausibel. Die Frage ist aber, ob es sinnvoll ist, so weit in die Zukunft zu denken. Wie sich die Bevölkerung entwickelt, hängt von Entwicklungen wie zum Beispiel der Einwanderung ab.
Viele der Thesen sind nicht explizit falsch, aber statistisch oder verbal so hingetrickst, dass die Wahrheit zumindest manipuliert wurde:
„Nur drei Prozent der jungen Männer und acht Prozent der jungen Frauen mit türkischem Migrationshintergrund heiraten einen deutschen Partner, bei den Russlanddeutschen sind es 67 Prozent.“
Davon abgesehen, dass er die Quelle für seine Behauptungen schuldig bleibt: Die meisten Russlanddeutschen haben einen deutschen Pass – klar fließen sie in diese Statistik damit als „Deutsche“ ein, auch wenn Russlanddeutsche untereinander heiraten.
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* Sarrazin gerät immer stärker unter Druck
* "Dämlich": SPD-Chef Gabriel kritisiert Sarrazin
„Die Schari’a hält Einzug.“ Beleg: Die Islamkonferenz hat vorgeschlagen, „dass Eltern über das Tragen religiöser Kleidung“ entscheiden sollen.
Wie er daraus den Einzug des islamischen Rechtssystems in Deutschland ableitet, erklärt er nicht. Wenn andersrum jemand verfügen würde, Eltern dürften nicht mehr über die Kleidung der Kinder entscheiden, sondern sollten dies dem Staat überlassen, wäre das Geschrei groß.
„Die zum großen Teil arbeitslosen männlichen Familienoberhäupter“...
Die Arbeitslosenquote der Türken liegt bei 25 Prozent. Das ist höher als im Bevölkerungsdurchschnitt – ein Problem. Aber wenn ein Bundesbank-Vorstandsmitglied ein Viertel als „zum großen Teil“ bezeichnet, sollte er seine mathematischen Qualifikationen überprüfen.
Dazu (mangelhafte Bildungserfolge) „gesellt sich sexuelle Frustration“ (bei türkischen jungen Männern): Ah ja. Wenn er das weiß. cl/tan
http://www.abendzeitung.de/politik/208262
Sarrazin Keine Einigung zwischen Haus der Kulturen und Festivalleitung
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Das Haus der Kulturen der Welt in Berlin. - Foto: dpa
Im Streit um die geplante Buchvorstellung von Thilo Sarrazin bleiben die Akteure bei ihren Positionen. Der Migrationsrat kündigt weitere Proteste an.
Die Diskussion um den Auftritt des ehemaligen Finanzsenators Thilo Sarrazin im Haus der Kulturen der Welt scheint beendet: Sarrazin wird nach Aussagen des Intendanten des Hauses, Bernd Scherer, und des Festivalleiters Ulrich Schreiber definitiv nicht im Rahmen des Internationalen Literaturfestivals Berlin im Haus der Kulturen auftreten.
Scherer hatte gestern nach Protesten des Migrationsrates Berlin-Brandenburg damit gedroht, Sarrazin wieder auszuladen, sofern kein kritischer Gesprächspartner die Bühne mit ihm teile. Den Vorschlag der Festivalleitung, den ZDF-Journalisten Christhard Läpple als Moderator zu engagieren, wurde mit der Begründung abgelehnt, es handele sich nicht um eine Gegenstimme "auf Augenhöhe". Schreiber wehrte sich empört gegen den Vorwurf, das Literaturfestival sei nicht an einer kritischen Konterkarierung von Sarrazins Thesen interessiert. Vielmehr halte man es für wichtig, "die Position des Andersdenkenden" in einem kulturpolitischen Forum zu diskutieren. "Wir dürfen dieses Terrain nicht den Rechten überlassen," so der Festivalchef am Mittwoch.
Nun teilte Schreiber mit, man werde sich nach einem anderen Ort für die Veranstaltung umsehen. Das Haus der Kulturen der Welt käme nicht mehr in Frage. "Das Thema ist durch. Das HKW hat sich weder vom Stil her noch in der Sache adäquat verhalten".
Auch das Haus der Kulturen rückt nicht von seiner Position ab. "Wenn Herrn Sarrazin kein politisches Gegengewicht zur Seite gestellt wird, wird die Veranstaltung nicht bei uns realisiert". Läpple als Moderator akzeptiere man weiterhin nicht. "Wir müssen sicher stellen, dass der Ruf des Hauses auch durch Veranstaltungen von Dritten nicht beschädigt wird," begründete Scherer seine Entscheidung. Er wolle sich allerdings noch heute mit Schreiber treffen, um die gegenseitigen Positionen zu erörtern. Eine Änderung der Situation erwartet der Festivalchef sich davon nicht.
Der Migrationsrat Berlin-Brandenburg reagiert erwartungsgemäß positiv auf die Entscheidung des HDW, Sarrazin auszuladen. "Wir begrüßen, dass unser kritischer Protestbrief das Haus der Kulturen offenbar zum Nachdenken gebracht hat, und es sich nicht der Komplizenschaft mit Rassimus schuldig macht," so die Sprecherin des Migrationsrates, Nuran Yigit. Dennoch würde man die Proteste gegen Sarrazins Auftritt im Rahmen des Literaturfestivals fortsetzen. Schreibers Argument, man müsse der Migrationsdebatte eine andere Plattform bieten, kann Yigit nicht nachvollziehen: "Das Literaturfestival würde ja auch keinen NPD-Funktionär einladen, um sich kritisch mit ihm auseinanderzusetzen". Für Montag wolle man sich zudem einer Demonstration gegen die für Montag geplante Buchvorstellung im Tagungshaus des Bundespresseamts anschließen.
http://www.tagesspiegel.de/berlin/keine-einigung-zwischen-haus-der-kulturen-und-festivalleitung-/1911794.html
Aylin Selcuk verklagt Sarrazin
Kein Kopftuchmädchen
Die Deutschtürkin Aylin Selcuk verklagt Thilo Sarrazin wegen Volksverhetzung. Der habe den Rassismus salonfähig gemacht, sagt die Zahnmedizinstudentin.
Es ist 9 Uhr morgens, und Aylin Selcuk ist schon wütend. Sie sitzt auf einer weichen Lederbank in einem Café im Berliner Hauptbahnhof und blickt düster auf ihren Cappuccino. Ihre Oberlippe ist zu einem kleinen Strich geschrumpft – im Bruchteil einer Sekunde hat sich das weiche, offene Gesicht der Studentin in die harte, grimmige Miene der Aktivistin verwandelt. Verursacht hat den Wandel die Erwähnung eines einzigen Namens: Thilo Sarrazin.
Mit seinen umstrittenen Äußerungen über Migranten hat der Bundesbank-Vorstand viele verärgert, aber nur wenige haben so konsequent reagiert wie Aylin Selcuk. Gemeinsam mit fünf weiteren Klägern hat die 21-Jährige Sarrazin im Juni wegen Volksverhetzung angezeigt.
Inzwischen hat Sarrazin mit seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“, das am Montag erscheint, nachgelegt. „Man könnte ja auf die Idee kommen, dass auch Erbfaktoren für das Versagen von Teilen der türkischen Bevölkerung im deutschen Schulsystem verantwortlich sind“, schreibt der 65-Jährige.
Aylin Selcuk war lange bereit gewesen, Sarrazin zu ignorieren. Als er erstmals ausholte, um gegen Einwanderer zu wettern, blieb die Deutschtürkin ruhig. „Es gibt immer ein paar Idioten, die sich falsch ausdrücken“, dachte sie. Sie wollte Sarrazin nicht noch mehr Öffentlichkeit verschaffen.
Zur Person
Aylin Selcuk, 21, wuchs in Berlin als Tochter türkischer Eltern auf. Sie machte ihr Abitur an einem Grunewalder Gymnasium. Nachdem sie durch ihre Abiturarbeit auf die Probleme deutsch-türkischer Jugendlicher aufmerksam geworden war, gründete sie 2007 die „Deukische Generation“.
Der Verein will die Interessen türkischstämmiger Jugendlicher in der Öffentlichkeit vertreten und die Integration fördern. Die Vereinsgründung sorgte für ein relativ großes Medienecho. Der britische Economist sah die Vereinsvorsitzende Selcuk sogar schon als eine mögliche erste türkischstämmige Bundeskanzlerin.( kess)
Doch als er erklärte, dass das Bildungsniveau türkisch- und arabischstämmiger Migranten der deutschen Gesellschaft schade, riss ihr der Geduldsfaden. Für sie ist das nicht nur rassistische Hetze, sondern eine persönliche Beleidigung.
Die Geschichte von Aylin Selcuks Familie passt nicht zu Sarrazins Thesen, türkische Einwanderer, sorgten nicht vernünftig für die Ausbildung ihrer Kinder und produzierten „ständig neue kleine Kopftuchmädchen“. Selcuks Großväter kamen als Analphabeten nach Deutschland und brachten sich Lesen und Schreiben selbst bei. Jedes Kind musste eine Ausbildung machen, besser noch studieren. Aylin Selcuks Mutter ist heute Leiterin einer Bankfiliale in Berlin, der Vater Journalist der Zeitung Hürriyet. Bildung war den Eltern so wichtig, dass sie aus dem Problembezirk Moabit nach Wilmersdorf zogen, als Aylin ins schulfähige Alter kam. Aylin schrieb ein Einser-Abitur. Es lief alles so gut, dass sie sich wenig Gedanken machte über die Kinder anderer türkischer Einwanderer, über Schulabbrecher oder Hauptschüler, die ihr Lehrer „Prügeltürken“ nannte. „Ich hatte damals selbst Vorurteile“, gibt Aylin Selcuk zu. Manchmal verleugnete sie sogar ihre Herkunft. Sie sagte, sie sei Italienerin. Das war für sie einfacher.
Wenn Aylin Selcuk über diese Zeit spricht, zieht sie ihre gelbe Strickjacke über die Hände, so als wolle sie sie verbergen. Sie redet noch schneller als sonst. Es wirkt so, als wäre es ihr peinlich, dass sie damals so dachte.
Als Aylin Selcuk für ihre Abiturarbeit recherchierte, änderte sie ihre Meinung. Sie schrieb über die Integration von türkischen Jugendlichen in Berlin und lernte, dass Hauptschüler dieselben Bedürfnisse und Träume haben wie sie, aber wenig Hoffnung und kaum Selbstvertrauen. „Mir haben sich so viele Türen geöffnet – und die trauten sich nicht einmal, eine einzige aufzumachen.“ Um Türen zu öffnen und der Generation von deutsch-türkischen Jugendlichen eine Stimme zu geben, gründete Aylin Selcuk einen Verein mit dem Namen „Deukische Generation“.
Die 50 Mitglieder wollen helfen, Vorurteile zwischen Einwanderern und der Mehrheitsgesellschaft abzubauen. Sie sind Vermittler zwischen den Welten. Aylin Selcuk spricht mit Lehrern, damit diese ihren Unterricht verständlicher machen und so die Zahl der Schulschwänzer verringern. Oder sie überzeugt türkische Familienväter, ihre Töchter doch zum Schwimmunterricht zu schicken. Gelegentlich bittet sie deshalb ihren Großvater um Hilfe. Er ist Imam und weiß, wie man konservative Moslems überzeugt.
Nach vier Jahren als „Deukisch“-Chefin ist Aylin Selcuk eine Art Immigranten-Star geworden. In der türkischen Gemeinde wird sie bewundert, weil sie Zahnmedizin studiert und es „geschafft hat“. Bundespolitiker debattieren gerne mit ihr, weil sie meinen, sie hätten endlich Zugang zur künftigen Einwanderer-Generation. Selbst Angela Merkel hat sich schon mit ihr getroffen. Aylin Selcuk ist mittlerweile ein Kommunikationsprofi geworden.
Drohungen per SMS
Doch es gibt auch Momente, da belasten sie die Erwartungen. Dieser Tage schreibt die Zahnmedizinstudentin ihr Physikum. „Was, wenn ich eine schlechte Note erhalte und alle enttäusche?“ Sie fürchtet, als Vorbild zu scheitern. Manchmal ist ihr auch bange, wenn sie morgens ihr Handy einschaltet. „Selten so gelacht. Ich habe doch immer gewusst, dass ihr Türken-Kanaken ein Volk von überwiegend unverbesserlichen Idioten seid. (…)Der überwiegende Teil der deutschen Bevölkerung kann euch so gut leiden wie eine schlimme Krankheit…“, schreibt einer. Seit der Klage gegen Sarrazin erhält Selcuk täglich solche Botschaften. Die einen sind drohend, andere etwas freundlicher geschrieben, aber immer mit der einen Aussage: Verschwinde!
Aylin Selcuk gibt sich tapfer, aber ihre Enttäuschung kann sie nicht verbergen. Sarrazin habe den Rassismus salonfähig gemacht. Allein deshalb müsse das Thema an die Öffentlichkeit. Ob sie mit ihrer Klage Erfolg haben wird, ist ungewiss. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt ermittelt noch. Einige der Mitkläger wollen bis vor den europäischen Gerichtshof ziehen. Aylin Selcuk möchte zumindest, dass Sarrazin seine Behauptung von der genetischen Dummheit der Einwanderer zurücknehmen muss, um einer Klage zu entgehen. Das wäre ihr eine kleine Genugtuung.
http://www.fr-online.de/panorama/kein-kopftuchmaedchen/-/1472782/4592000/-/index.html
26.08.10|
Liberale Agenda
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Was die FDP von Thilo Sarrazin lernen könnte
Westerwelle ist bei weitem nicht das einzige Problem der FDP. Es fehlen liberale Ideen zur Gestaltung der Migrationsgesellschaft.
kombo thilo sarrazin, guido westerwelle
Foto: dpa Thilo Sarrazin spricht Themen an, mit denen sich auch die FDP beschäftigen sollte. Doch die ist gefangen in ihrem Führungsstreit
Von Günther Lachmann
Ein Jammern und Wehklagen ist ausgebrochen bei den Liberalen. Da stehen sie nun ängstlich vor der Fünf-Prozent-Hürde und zetern über ihren Vorsitzenden Guido Westerwelle. Ihm allein geben sie die Schuld an ihrer ach so großen Furcht, bei den kommenden Wahlen an dieser Marke scheitern zu können. Und schon wagen sich in Hessen, dem Saarland und Berlin die ersten vor, die seinen Kopf fordern. Er soll als Parteichef zurücktreten.
Berlins Landes- und Fraktionschef Christoph Meyer stellte seinem Chef jetzt gar ein Ultimatum. Bis Ende Oktober müsse Westerwelle eine Stimmungswende einleiten: „Wie Westerwelle das in seinen Funktionen als Außenminister, Vizekanzler und Parteivorsitzender intern für sich organisiert, ist zunächst ihm überlassen“, sagte Meyer im „Handelsblatt“. „Sollte aber ein Jahr nach dem Start der Bundesregierung keine messbare Stimmungswende eintreten, müssen wir über eine Neustrukturierung der Aufgabenverteilung sprechen.“
Die Thesen von Thilo Sarrazin
Sarrazin
Foto: dpa Das Buch des ehemaligen Berliner Finanzsenators und jetzigen Bundesbankvorstands Thilo Sarrazin sorgt für Empörung. WELT ONLINE stellt einige seiner Äußerungen vor. Im Juni 2010 erklärt er "Wir werden auf natürlichem Wege durchschnittlich dümmer" und bringt dies in Zusammenhang mit Zuwanderern "aus der Türkei, dem Nahen und Mittleren Osten und Afrika".
Thilo Sarrazin
Foto: dpa Ende 2009 hält Sarrazin türkischen und arabischen Einwanderern vor, sie hätten "keine produktive Funktion außer für den Obst- und Gemüsehandel" und produzierten "ständig neue kleine Kopftuchmädchen".
Zimperlich im Umgang mit einander waren sie noch nie, darüber sollten die vielen Nadelstreifen und Goldknöpfe an den Sakkos nicht hinwegtäuschen. Und Westerwelle selbst kann sowohl austeilen als auch einstecken. Aber krankt die FDP allein an ihm, dem ehemaligen Spaßvogel der Bonner Republik, der es doch tatsächlich geschafft hat, der unpopulärste Außenminister der Bundesrepublik zu werden?
Mitnichten. Die FDP krankt an sich selbst, an ihrer programmatischen Auszehrung, ihrer inhaltlichen Begrenztheit und an dem Fehlen überzeugender, charismatischer Führungspersönlichkeiten. Die Partei Thomas Dehlers, der einst Intellektuelle wie Ralf Dahrendorf angehörten, ist heute nur noch ein Schatten ihrer selbst. Sie ist, auch wenn die Liberalen dies freilich nicht hören wollen, zur Steuer-Partei degeneriert, die vornehmlich die Interessen von Freiberuflern, Mittelständlern und Vermögenden vertritt.
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FDP hat das Gefühl für politischen Liberalismus verloren
Über die Jahre hat die FDP sich selbst verloren, weil ihr das Verständnis für die Herausforderungen des politischen Liberalismus abhanden kam. Zweifellos trägt Guido Westerwelle daran eine Mitschuld. Aber er ist eben nur einer von vielen Schuldigen, und der Prozess, der zum heutigen Erscheinungsbild führte, begann weit vor ihm.
In der Endphase der sozial-liberalen Koalition verabschiedeten sich die Liberalen 1979 mit den sogenannten „Kieler Thesen“ von ihrer breiten gesellschaftlichen Ausrichtung, die sie erst 1971 mit den „Freiburger Thesen“ eingeschlagen hatte. Unter dem Eindruck der Ereignisse um 1968 begab sich die FDP damals mit den „Freiburger Thesen“ auf den Weg des „Sozialen Liberalismus“.
Die Partei forderte eine „Reform des Kapitalismus“ und eine „Demokratisierung der Gesellschaft“. Die FDP verstand sich als „Partei für Menschenwürde durch Selbstbestimmung“ und wurde so zur maßgeblichen politischen Kraft in breiten gesellschaftlichen Debatten wie etwa um den Paragraphen 218. Der FDP lag die Freiheit der Wirtschaft ebenso am Herzen wie die Freiheitsrechte und die soziale Absicherung der Bürger.
FDP-Politik konzentriert sich auf wirtschaftliche Interessen
Mit den „Kieler Thesen“ stellte sie die Weichen für eine einseitig auf wirtschaftliche Interessen ausgerichtete Politik. Politischer Liberalismus aber ist mehr, er ist die Erkenntnis, dass es wirtschaftliche Freiheit nicht ohne politische Freiheit geben kann, die wiederum nur durch die Freiheit des Individuums in einer sozialen Gesellschaft gewährleistet wird. Heute steht die Gesellschaft vor großen Herausforderungen.
Durch den Zuzug von Millionen Menschen aus anderen Ländern und Kulturen sucht das Land seit Jahren nach einem neuen nationalen Verständnis, nach einem breiten gesellschaftlichen Konsens über das Miteinander in einer Migrationsgesellschaft. Es sucht nach Lösungen gegen die Segregation, gegen religiös motivierte Konflikte und soziale Verwerfungen.
Breiter könnte das Arbeitsfeld für liberale Politiker also kaum sein. Doch die FPD wagt sich nur sporadisch an diese Themen, die ihre ureigensten sein müssten. Sie überlässt es Leuten wie dem Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin, gesellschaftliche Missstände anzuprangern ohne die geringste Anstrengung zu unternehmen, diese Diskussion in vernünftige Bahnen zu leiten.
FDP-Anhänger wollen Engagement der Partei beim Thema Integration
Dabei wünschen sich dies auch und gerade die Anhänger der Liberalen, dass die FDP zu diesen Themen laut und verständlich Stellung bezieht. Auf der Internetseite der Liberalen werden Sarrazins Thesen lebhaft diskutiert. In dem anmeldpflichtigen Forum „myfdp“ schreibt etwa „freeworldmember“ (hier) : „Wann wacht Berlin auf? Wann werden wir die Ausländerproblematik offen und ehrlich diskutieren? Deutschland ist nicht ausländerfeindlich, und Herr Sarrazin auch nicht. Doch wenn wir was ändern wollen, müssen wir erst mit der Wahrheit beginnen. Fast kein Land lässt jeden Zuwanderer kommen und füllt ihm noch die Taschen mit nicht erarbeitetem Geld. Wer hier leben will, muss integrations- und arbeitswillig sein. Wer uns seine Ideale aufzwingen will oder nicht Fuß fassen kann, soll bleiben wo er herkommt.“
Sarrazin habe „tief in die polemische Kiste“ gegriffen, notiert der Schreiber weiter, um dann festzustellen: „ Anders kann man Berlin nicht mehr aufwecken. Der Skandal ist nicht Sarrazin, sondern die konsequenten Verleugner eines offensichtlichen Problems.“ Zweifellos zählt der Betreffende auch und gerade die FDP zu diesem Problem.
Ein „heinzwernerhübner“ (hier) schreibt: „Wie kann es sonst vorkommen, dass Herr Sarrazin von fast allen Seiten mit dümmlich-arroganten Adjektiven belegt wird, ohne dass sich jemand die Mühe macht, konkret auf seine Argumentation einzugehen? Davor scheut man sich in politischen Gutmenschen-Kreisen und Spinner-Klubs, denn es fehlen die Gegenargumente.“
Offizielle Stellungsnahme der FDP zur Migration bleibt aus
Vernehmbar hat sich bislang nur Frank Schäffler, Finanzexperte der FDP-Bundestagsfraktion, zu Sarrazin geäußert. „Sarrazin spricht die Integrationsprobleme in Deutschland zwar überspitzt an, das muss aber nicht falsch sein, um eine Diskussion über den richtigen Weg zu führen“, sagte er. Wie die FPD dazu steht, wie sie die gesellschaftliche Situation und damit auch die Stimmung im Land verbessern will, das sagt er ebenso wenig wie der gesamte Rest der Partei.
Und dort, wo der Bürger um das Recht freier Selbstbestimmung kämpft, wo er eine Politik korrigieren will, die die Mehrheitsmeinung ihrer Wähler einfach ignoriert, da ergreifen die Liberalen dann auch noch Partei für die Ignoranz der Macht. Als Reaktion auf den Protest Tausender Menschen gegen den Abriss des denkmalgeschützten Stuttgarter Bahnhofs sagte der FDP-Fraktionschef im baden-württembergischen Landtag, Hans-Ulrich Rülke, der Abriss sei „ein gutes Signal“. Einer solchen FDP ist, unabhängig davon, wer gerade Vorsitzender ist, nicht zu helfen.
http://www.welt.de/politik/deutschland/article9212036/Was-die-FDP-von-Thilo-Sarrazin-lernen-koennte.html
Ein Mann fürs Grobe aus der SPD
(Die Presse)
Er liebt das Golfspiel, markige Sprüche und Kontroversen. Jetzt hat Thilo Sarrazin ein Buch geschrieben, das die roten Granden erbost.
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Aus dem Archiv:
Als Finanzsenator wurde Thilo Sarrazin (SPD) mit Anzeigen eingedeckt. Der Ökonom, der mehreren Finanzministern kompetent gedient hatte, wurde 2002 als Sanierer ins marode Berlin geholt. Dort fiel er nicht nur durch unkonventionelle Maßnahmen auf, sondern auch mit provokanten Sprüchen. Er würde jederzeit um fünf Euro in der Stunde arbeiten, brüskierte er die eigene Partei. „Dumm, dümmer, PDS“, höhnte er gegen den Koalitionspartner. Wer sich im Winter das Heizen nicht leisten könne, solle eben dicke Pullis tragen.
Schließlich kam er 2009, bereits im Vorstand der Bundesbank, zum Thema, das ihn allgemein bekannt machte. Er warnte vor der hohen Geburtenrate nicht integrierter Immigranten: „Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchtmädchen produziert.“ In der SPD forderte man seinen Parteiausschluss – ohne Erfolg.
Die Debatte wiederholt sich nun: Sarrazins Pamphlet „Deutschland schafft sich ab“ unterstellt, dass Muslime dümmer seien als Deutsche. Bereits vor Erscheinen des Buches ist die SPD-Spitze erzürnt. Generalsekretärin Andrea Nahles ortet einen „unterbeschäftigten Bundesbanker mit ausgeprägter Profilneurose“. Ob das aber auch die Leser der „Bild“-Zeitung so sehen? Seit Montag sind dort zündende Vorabdrucke zu lesen. norb
("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.08.2010)
http://diepresse.com/home/meinung/imsucher/590325/index.do
Magazin für junge Humanistinnen und Humanisten - 27. August 2010
Noch ist Thilo Sarrazin SPD-Mitglied. Für seine Positionen hat er bei Spitzenpolitikern wenig Sympathie. Foto: Deutsche Bundesbank
„Der Kampf der Kulturen (…) lässt sich nicht dadurch meistern, dass man seine Existenz leugnet. Wie nicht nur der sog. ‚Karikaturenstreit’ gezeigt hat, befinden wir uns bereits inmitten eines sehr realen, globalen Kulturkampfes.“ Was der Philosoph Michael Schmidt-Salomon im Nachwort zur zweiten Auflage vom „Manifest des evolutionären Humanismus“ feststellte, äußert sich derzeit hoch aktuell.
Der Auslöser für eine heftige Debatte ist Thilo Sarrazin, ehemaliger Berliner Finanzsenator und Bundesbanker. Denn schon Auszüge seines in Kürze erscheinenden Buchs spalten die Gemüter der Deutschen. Politische Spitzen äußerten scharfe Kritik, Entsetzen oder derben Spott. SPD-Chef Sigmar Gabriel legte Sarrazin den Parteiaustritt nahe. Und doch steht der provokante Sozialdemokrat Sarrazin nicht allein auf seinen Positionen, denn auch Befunde abseits von rechtspopulistischen Randfiguren untermauern seine Ansichten.
Fertilitätsrate, negative Auslese, Völker Europas. Die Lektüre der umstrittenen Auszüge aus Sarrazins Buch kann vielfältige Gefühle hervorrufen. Und das gesamte Werk kennt bisher kaum jemand. Doch erinnert die Begriffswahl schon jetzt an eine Sprache, die als Mischung aus technokratischen Erörterungen soziologischer Befunde und eindringlichen politischen Aufrufen mit Bezug auf Migranten und deutsche Kultur auch in den Fundstücken und erhaltenen Dokumenten dunkelster deutscher Gesichte vorhanden ist. Diese Sprache bei so einem Thema kann schockieren. Warum sie schockiert, hat unterschiedliche Gründe.
Aber was der Autor damit bezweckt, macht er gleich am Anfang klar: „Für mich ist es wichtig, dass Europa seine kulturelle Identität als europäisches Abendland und Deutschland seine als mit deutscher Sprache wahrt“, so Sarrazin. Für ihn ist Deutschland ein Land in Europa, vereint mit seinen Nachbarn. „Dieses Europa“, so Sarrazins Forderung, „ist säkular, demokratisch und achtet die Menschenrechte.“ So aber klingt kein Nachfolger Adolf Hitlers, kein Erbe Joseph Goebbels. Und doch schlägt ihm teilweise eine vergleichbare Verachtung entgegen.
Weniger wortgewaltig formuliert, aber inhaltlich in eine ähnliche Richtung zielte dabei eine andere jüngst erschienene Stellungnahme: „Es gibt zudem in Deutschland zugewanderte Menschen die nie vorhatten, sich einzufügen, sondern schon immer in einer parallelen, in einigen Fällen rein kriminell ausgerichteten Struktur gelebt haben und aus meiner Sicht weitgehend beabsichtigen, damit fortzufahren.“ Die Jugendrichterin Kirsten Heisig äußerte sich kurz vor ihrem Tod ausführlich in ihrem eigenen Buch „Das Ende der Geduld“ über die Einblicke in die Parallelgesellschaft Neuköllns, die geprägt ist von kriminellen Großfamilien rivalisierender Clans – in der Regel mit muslimischem Hintergrund. Innerhalb vieler Jahre hatte sich die engagierte Juristin mit der Berliner Wirklichkeit auseinandergesetzt. Der SPIEGEL druckte Auszüge. Es sind unbequeme Feststellungen.
„Das in diesem Zusammenhang nahezu reflexartig vorgebrachte weitere Argument von ‚vierzig Jahren verfehlter Integrationspolitik’ verfängt allmählich nicht mehr. Integration ist ein Vertrag auf Gegenseitigkeit“, so Kirsten Heisig weiter. „Wer hierfür plädierte, wurde jedoch schnell der ‚Zwangsgermanisierung’ bezichtigt. Wer mahnte, dass es nicht förderlich sei, die Ballung von Zuwanderergruppen in bestimmten Bezirken zuzulassen, stand ebenfalls gleich in der ‚rechten Ecke’. So zauderten die Regierungen, egal welcher Couleur von einer Legislaturperiode in die nächste.“
Am Ende des veröffentlichten Auszugs schreibt sie: „Was gegenwärtig geschieht, ist, wie in so vielen Bereichen, blankes Wegsehen und Herumlavieren.“ Das hatte Kirsten Heisig satt, sie war am Ende der Geduld. So nun wohl auch Thilo Sarrazin, ebenfalls von vielen Jahren Berliner Wirklichkeit geprägt. Verfolgt man die Leserkommentare zur überwiegend kritischen Berichterstattung über Sarrazins Buch geht es vielen Menschen ähnlich. Das kann auch Sigmar Gabriel nicht leugnen.
Thilo Sarrazin wird noch konkreter: „Es reicht aus, dass Muslime unsere Gesetze beachten, ihre Frauen nicht unterdrücken, Zwangsheiraten abschaffen, ihre Jugendlichen an Gewalttätigkeiten hindern (zunächst muss einmal die innerfamiliäre Gewalt beendet werden) und für ihren Lebensunterhalt selbst aufkommen. Darum geht es. Wer diese Forderung als Zwang zur Assimilation kritisiert, hat in der Tat Integrationsprobleme.“
Einen Maßnahmekatalog fügte Sarrazin an, auch Kirsten Heisig äußerte klare Vorschläge. Manche ähneln sich sehr. Und ebenfalls Heisig mahnte: „Wenn der deutsche Staat diese Familien weiterhin im Land belässt und sie jahrzehntelang ohne jede Gegenleistung unterstützt, obwohl sie die Gesellschaft hemmungslos schädigen, blamiert er sich aufs Äußerste und lädt zur Nachahmung ein.“ War es nur der Respekt vor einer Toten, der Kirsten Heisig von der gegenwärtigen gegenüber Sarrazin anschwellenden Kritik ausnahm? Fehlte ihren Worten Pathos, Polemik oder eignete sie sich nur nicht so exzellent als polarisierende Figur?
Die Integration von Muslimen mit Blick auf Religion sowie Einstellungen zu Demokratie, Rechtsstaat und politisch-religiös motivierter Gewalt zu untersuchen war Ziel einer vom Bundesministerium des Inneren geförderte Studie der Fakultät für Rechtswissenschaft an der Universität Hamburg rund vier Jahren zuvor. In vier Großstädten, wieder lag der Fokus auch auf Berlin, wurden repräsentative Untersuchungen und Erhebungen durchgeführt.
Diese ergaben, dass sich muslimische Migranten zum Großteil zwar in Deutschland wohl fühlen. Der ebenfalls stark überwiegende Großteil fühlte sich jedoch eher oder ausschließlich dem Herkunftsland verbunden. Bei mehr als 40 Prozent der Jugendlichen wurden deutliche Defizite in der sprachlich-sozialen Integration festgestellt.
Deutlich wurde auch, dass über 80 Prozent der Einwanderer mit muslimischem Hintergrund starke religiöse Bindungen hatten und Religion eine enorm hohe Bedeutung hat. Fundamentale Orientierungen und pauschale Abwertungen westlicher, christliche geprägter Kulturen besitzen eine enorme Verbreitung. Und gerade bei jüngeren Menschen gibt es ein besonderes politisches und religiöses Radikalisierungspotenzial.
Schließlich plädierten die Autoren, dass ein integrativer Dialog „von Seiten der Aufnahmegesellschaft Gesprächspartner benötigt, die einerseits den Islam nicht a priori ausgrenzen sondern Muslimen tatsächlich auf gleicher Höhe begegnen, die aber andererseits dem Islam und Muslimen nicht mit einer Haltung der Beliebigkeit gegenübertreten. Für einen solchen Verständigungsprozess werden vielmehr Gesprächspartner benötigt, die sich selber über ihre grundlegenden Werte im Klaren sind, die insofern glaubhaft auf einem festen Fundament stehen, ‚starke’ und zugleich offene Dialogpartner sind.“
Deutschlands Bevölkerung besteht in dieser Hinsicht vor allem aus Christen, Muslimen und den sogenannten Konfessionslosen. Doch auf welchem festen Fundament kann die deutsche Integrationspolitik der stark muslimisch-religiös geprägten Mehrheit unter den Muslimen gegenüberstehen, wenn ihre obersten Entscheidungsträger bei jeder Gelegenheit die Bedeutung der eigenen (christlichen) Religion in den Status quo der modernen Bundesrepublik hineininterpretieren? Wie kann Integrationspolitik gelingen, wenn die christlichen Religionsgemeinschaften die Integration ihrer eigenen Kinder verhindern – etwa durch nach Religion differenzierenden Unterricht oder Bekenntnisschulen mit höchst fragwürdigen Lehrinhalten?
Michael Schmidt-Salomon befand deshalb zum jetzt wieder offener ausgetragenen Kampf der Kulturen, welcher nach Sarrazins Überzeugung von Muslimen weltweit nicht nur über Politik und Dialog sondern auch über höhere Geburtenraten ausgetragen wird: „Die Fronten verlaufen „keineswegs allein zwischen der ‚Welt des Islam’ und der des ‚christlichen Abendlandes’ (…) sondern parallel auch zwischen jenen, die immer noch an archaischen Glaubensgewissenheiten festhalten möchten, und jenen, die sich konsequent zu den Werten von Humanismus und Aufklärung bekennen.“
Nur so ist das Ziel einer aufgeklärten und friedlichen Gesellschaft erreichbar. „Weder die konservative Wiederbelebung der Idee einer ‚christlichen Festung Europa’ noch die postmoderne Beschwichtigungspolitik gegenüber religiösen und esoterischen Strömungen werden das Projekt einer ‚offenen Gesellschaft’ voranbringen“, so Schmidt-Salomon damals. Der Richterin Kirsten Heisig vergleichbar kritisierte er, „Multikulti-Illusionen hätten zulang den Blick dafür getrübt, dass sich auch in unseren Breitengraden religiöse Parallelgesellschaften herausgebildet haben, die es darauf anlegen, selbst die fundamentalsten rechtsstaatlichen Prinzipien zu negieren.“
Gerade bei den jüngeren Menschen führe religiös getrennte Bildung, statt etwa ein allgemeinverbindlicher Ethikunterricht, weniger zu „weltanschaulicher Vielfalt, sondern bloß potenzierter Einfalt.“ Und Michael Schmidt-Salomon bilanzierte ebenfalls nüchtern: „Wenn wir heute vor dem Scherbenhaufen einer gescheiterten Integrationspolitik stehen, dann nicht zuletzt deshalb, weil die demokratiefeindlichen Potentiale der Religionen (hier: insbesondere des Islam) maßlos unterschätzt wurden.“
Die kritische und rationale Auseinandersetzung um die Interessenvertretung deutscher und europäischer Kultur drängt also immer stärker auf den Plan. Noch wird die Debatte mit den Worten von Thilo Sarrazin angeführt. SPD-Spitze und breite Teile der sozialdemokratischen Basis reiten jedenfalls voran, wenn es nun um seine parteipolitische Ausgrenzung geht. Medien arbeiten daran, ihn auch gesellschaftlich ins Abseits zu stellen. Wahr ist jedenfalls, dass Sarrazins Texte deutlich einfacher zu verdauen sind als viele Reden bedeutender Persönlichkeiten unter Menschen muslimischer Ethnie. Und sollte er schließlich doch all zu inakzeptabel sein stellt sich die Frage: Warum nur bemüht sich niemand der Empörten darum, Thilo Sarrazin wieder zu integrieren?
http://www.wissenrockt.de/2010/08/26/sarrazin-und-das-ende-der-geduld/
Zentralrat der Juden rät Sarrazin zum NPD-Eintritt
von Birgit Baumann aus Berlin | 26. August 2010, 18:38
Mit der anfänglichen Zurückhaltung ist es in der SPD endgültig vorbei. Thilo Sarrazin sei ein "unterbeschäftigter Bundesbanker mit ausgeprägter Profilneurose", der den Namen der SPD missbrauche, schimpft SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles über den Genossen Sarrazin, der von 2002 bis 2009 Berliner Finanzsenator war.
Sein Buch Deutschland schafft sich ab (Deutsche Verlagsanstalt) erscheint zwar erst am Montag, Sarrazins Thesen über Muslime (hauptsächlich anpassungsunwillig, bringen mehr Kosten als Nutzen, unterwandern die deutsche Gesellschaft) sorgen jedoch schon jetzt für Aufregung. Ein "perfides, vergiftetes Spiel mit Ängsten und Vorurteilen" nennt es Nahles.
Entsetzt ist auch der Zentralrat der Juden in Deutschland, er fordert Sarrazin auf, zur rechtsextremen NPD zu wechseln. Zwar seien Sarrazins "rassistische Hasstiraden" nicht neu, erklärt der Generalsekretär des Zentralrats, Stephan Kramer. Dennoch: "Ich würde Herrn Sarrazin den Eintritt in die NPD empfehlen, das macht die Gefechtslage wenigstens klarer und befreit die SPD."
In der NPD ist man ohnehin sehr von Sarrazins Buch angetan. "Thilo Sarrazin schreibt ein regelrechtes NPD-Buch. Mit seiner Kernaussage 'Ich möchte nicht, dass wir zu Fremden im eigenen Land werden' vertritt Sarrazin eine jahrzehntealte, lupenreine NPD-Position", lobt der sächsische NPD-Abgeordnete Jürgen Gansel. Besonders angetan haben es Gansel diese Passagen aus dem Werk: "Wenn ich den Muezzin hören will, buche ich eine Reise ins Morgenland." Und: "Ich möchte, dass auch meine Urenkel noch in 'Deutschland' leben können".
Großes Unbehagen hingegen herrscht in CDU. Nach der ungewöhnlich scharfen Kritik der deutschen Kanzlerin Angela Merkel an Sarrazins Aussagen, stellt nun Ruprecht Polenz (CDU), der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Sarrazins Verbleib im Vorstand der Bundesbank infrage: "Ich frage mich, wie lange die Deutsche Bundesbank dem noch tatenlos zuschauen will."
Sarrazin bekleide ein "hohes nationales Amt". Wenn ein so wichtiger Funktionsträger mit Vorurteilen und "bösartigen Verallgemeinerungen" operiere, "wird auch das Bild Deutschlands im Ausland eingetrübt".
Abberufung schwierig
Auch Grüne und Linke fordern Sarrazins Entlassung aus der Bundesbank. Doch das ist nicht so einfach. Vorstandsmitglieder der Bundesbank können nur vom Bundespräsidenten abberufen werden. Den entsprechenden Antrag muss der Bundesbank-Vorstand stellen. Dafür gelten jedoch strikte Regeln.
Einerseits können Vorstände entlassen werden, wenn die Voraussetzungen für die Ausübung ihres Amtes nicht mehr erfüllt sind, wenn sie also zum Beispiel schwer krank sind. Der zweite Grund sind "schwere Verfehlungen", die nicht näher ausgeführt werden. In der Bundesbank heißt es zum umstrittenen Buch: "Das ist eine private Angelegenheit von Herrn Sarrazin, er äußert darin seine persönliche Meinung."
Nach ähnlich abfälligen Äußerungen Sarrazins 2009 (siehe Zitiert) hat ihn die Bundesbank zumindest entmachtet. Er musste die Zuständigkeit für den wichtigen Bereich "Bargeld" abgeben.
Sarrazin selbst sagt in der Zeit: "Ich bin kein Rassist." Das Berliner Haus der Kulturen der Welt (eine Art Multikulti-Zentrum in der deutschen Hauptstadt) hat eine geplante Lesung mit ihm abgesagt, da Sarrazin sich weigerte, einen "kritischen Gesprächspartner" auf dem Podium zu akzeptieren. Dies könne man nicht tolerieren. (Birgit Baumann, DER STANDARD, Printausgabe 27.8.2010)
http://derstandard.at/1282273696051/Zentralrat-der-Juden-raet-Sarrazin-zum-NPD-Eintritt
Der Hetzer von der Bundesbank
Der schon wieder: Thilo Sarrazin und sein neues Buch sorgen für heftige Debatten. Schäuble schämt sich, die SPD ist ratlos und die NPD jubelt. Aber gestoppt werden kann er nur schwer
Er treibt viele zur Weißglut – aber stoppen können sie ihn nicht: Thilo Sarrazin beherrscht mit dem Neu-Aufguss seiner Anti-Ausländer-Thesen die Debatte im ausgehenden Sommerloch. Zustimmung kommt öffentlich nur von der NPD, doch Konsequenzen braucht der Provokateur nicht zu fürchten: Schon bei den letzten Eklats haben SPD und Bundesbank lernen müssen, dass sie ihn so leicht nicht loswerden. Also hat er nun sein Buch geschrieben, und die Aufregung darum ist für ihn die perfekte Vermarktung: Schon vor Erscheinen am Montag erreichen die Bestellungen Rekordhöhen. Thema des Buches: Wie Deutschland durch die Überfremdung gefährdet ist. Die muslimischen Einwanderer würden Deutschland wirtschaftlich nichts nutzen.
Die Ultra-Rechte freut sich: „Hier hat jemand ein regelrechtes NPD-Buch geschrieben“, so Jürgen Gansel, NPD-Abgeordneter in Sachsen. NPD-Landeschef Jörg Krebs: „Er vertritt genau unsere Positionen. Treten Sie doch bei uns ein!“ Auch der Zentralverband der Juden in Deutschland forderte Sarrazin auf, in die NPD zu gehen: „Das macht die Gefechtslage klar und befreit die SPD“, so Generalsekretär Stephan Kramer.
Die SPD hat in der Tat ein Problem mit Sarrazin. „Ich würde mich schämen, wenn ich so jemanden in der Partei hätte“, sagt Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) über den Bundesbank-Vorstand – und wurde damit in US-Wirtschaftszeitungen zitiert. Parteichef Sigmar Gabriel ist ratlos: „Ich weiß auch nicht, warum der noch bei uns Mitglied sein will“, sagt er. Die Sätze von Sarrazin seien „dämlich“ bis „gewalttätig“. Er kündigte eine Prüfung an, ob in dem neuen Werk offen rassistische Äußerungen dabei sind – dann könnte man ihn vielleicht doch rauswerfen. Ein erstes Parteiausschlussverfahren im Frühjahr scheiterte. SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles: „Er ist ein unterbeschäftigter Bundesbanker mit Profilneurose.“
Unterbeschäftigt ist Sarrazin durchaus: Nach den letzten Eklats hatte man ihm wichtige Kompetenzen weggenommen (Kasten). Die Grünen fordern nun, wenigstens die Ernennung zum Bundesbank-Vorstand neu zu regeln.
Das Kopfschütteln ist in allen Parteien groß. Selbst die Kanzlerin, die sonst Einzelpersonen in der Regel unkommentiert lässt, rügte Sarrazins Thesen als „verletzend, diffamierend und polemisch“. Selbst Politiker, die selbst oft Integrationsprobleme ansprechen, wie der Berliner Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD), warfen ihm Einseitigkeit vor. „Er braucht das, er provoziert eben gerne.“
In der Bevölkerung, in vielen Online-Foren oder Stammtischen ist der Beifall für die Thesen Sarrazins allerdings groß. Deswegen könnte es ihm selbst dann noch reicht sein, wenn SPD oder Bundesbank doch noch einen Weg finden, ihn rauszuwerfen: Dann würde er zum Märtyrer und könnte mit diesem Etikett eine neue Partei gründen. tan
http://www.abendzeitung.de/politik/208183
Sarrazin will kein „Fremder im eigenen Land“ sein
Nachrichten, 26.08.2010, Wilhelm Klümper
Thilo Sarrazin (SPD), Vorstandsmitglied der Bundesbank und ehemaliger Finanzsenator Berlins, hat ein neues Buch geschrieben: „Deutschland schafft sich ab“. Foto: ddp
Thilo Sarrazin (SPD), Vorstandsmitglied der Bundesbank und ehemaliger Finanzsenator Berlins, hat ein neues Buch geschrieben: „Deutschland schafft sich ab“. Foto: ddp
Essen. In seinem Buch schreibt er, warum Deutschland sich „abschaffen“ würde, und was man dagegen tun soll.
Thilo Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab” hat bereits vor Erscheinen für hitzige Debatten gesorgt. Bundeskanzlerin Merkel reagierte empört auf seine „polemischen” Zuspitzungen, SPD-Parteichef Gabriel nannte seine Äußerungen „dämlich”. Noch heftiger als nach der umstrittenen Darmstädter Rede wird Sarrazin derzeit angegriffen – jener Rede, in der er gesagt haben soll, Deutschland werde dümmer, weil Intelligenz erblich sei und weil Zuwanderer nicht so gebildet seien. Erneut werden nun Schlagworte, Passagen bekannt – aber was steht wirklich im Buch?
Der warme Pullover als Heizkostenbremse und sein Preiswert-Speiseplan für Hartz IV-Empfänger haben Thilo Sarrazin heftige Kritik eingehandelt. „Es hat mich erschreckt, welche Flut von hasserfüllten Mails ich empfing, sobald ich ganz konkret vorführte, dass Eigenverantwortung und Selbstbestimmung möglich und vor allem notwendig sind“, schreibt Sarrazin in seinem heute erscheinenden Buch.
Der Geburtenrückgang, die Zuwanderung der Falschen und eine wachsende Unterschicht hätten ihn zum Schreiben des Buches veranlasst, so Sarrazin.
Fehlanzeige beim Aufstiegswillen
Da die Deutschen immer weniger, die hier lebenden Menschen mit Migrationshintergrund dafür aber umso mehr Kinder zur Welt bringen, fürchtet Sarrazin bald „Fremder im eigenen Land“ zu werden. Während sich Inder und Asiaten problemlos integrierten, sich um Jobs und Aufstieg bemühten, bildeten vor allem die muslimischen Zuwanderer aus dem ehemaligen Jugoslawien, der Türkei, den arabischen und afrikanischen Ländern den Kern des Integrationsproblems. „Wirtschaftlich brauchen wir die muslimische Migration in Europa nicht“, so Sarrazin. Denn diese belasteten durch hohe Arbeitslosigkeit und Sozialleistungen die Staatskasse.
Die Kriminalität sei in der Gruppe der muslimischen Jugendlichen besonders hoch. In Berlin würden 20 Prozent aller Gewalttaten von nur 1000 türkischen und arabischen jugendlichen Tätern begangen, eine Bevölkerungsgruppe, die nur 0,3 Promille der Berliner Bevölkerung stellten. Fehlanzeige hingegen beim Aufstiegswillen durch Bildung und Ausbildung.
Die Töchter brauchen nicht zu lernen
In den geschlossenen Ausländer-Siedlungen, wo man per Satellitenschüsseln rund um die Uhr Fernsehprogramme aus der Heimat empfangen könne, bestünde überhaupt keine Notwendigkeit, neben der Muttersprache sorgfältig Deutsch zu lernen. „Die Töchter brauchen nicht zu lernen, weil sie heiraten und Kinder bekommen sollen, und den Söhnen wird in autoritären Strukturen ein Männlichkeitsbild vorgegeben.“ Auch die vielgelobte Rolle der türkischen Selbstständigen im über Obst- und Gemüsehandel sei nur Ausdruck mangelhaften Bildungsaufstiegs. Eine schonungslose Debatte über diese unbequemen Wahrheiten wird nach Sarrazins Meinung von interessierter Seite, von „Islamforschern, Soziologen, einer Schar von naiven Politikern“, systematisch unterdrückt.
Auch die einheimischen Bezieher von Sozialleistungen bekommen bei Sarrazin ihr Fett weg. Die Armutsdiskussion sehe die Betroffenen als Opfer und spreche ihnen jegliche Eigenverantwortung ab. Materiell hätten es Hartz IV-Bezieher nicht nötig, sich an den bundesweit aus dem Boden sprießenden Tafeln mit Lebensmitteln einzudecken. „Hier wird Fehlverhalten bestätigt, anstatt seine Ursachen zu bekämpfen. Ungefestigte Menschen, die nicht planen, nicht mit Geld umgehen, nicht kochen können und denen es an Willensstärke fehlt, die brauchen Suppenküchen.“ Das dort eingesparte Geld werde fürs Rauchen, für Alkohol und Unterhaltungselektronik ausgegeben.
Kindergartenpflicht
Sarrazin klagt nicht nur provokativ an, sondern schreibt im Kapitel „Was tun?“, wie Deutschland noch zu retten sei. Demnach muss jeder arbeitsfähige Bezieher von Sozialleistungen gemeinnützige Arbeit leisten. Für Kinder ab dem dritten Lebensjahr besteht Kindergartenpflicht. Die sprachlichen Voraussetzungen für den Erwerb der Staatsbürgerschaft müssen verschärft werden. Die Zuwanderung mit Ausnahme hochqualifizierter Experten gehört generell beendet.
Der umstrittene Sozialdemokrat beansprucht für sich eine Werthaltung der bürgerlichen Mitte: „Eine in Deutschland verbreitete angebliche Liberalität in der Tradition der Achtundsechziger findet jede Art von Bevölkerungspolitik anrüchig und jedweden Zuzug erst einmal gut. Zudem gilt es als Ausdruck dumpfer Nationalgefühle, den deutschen Charakter Deutschlands bewahren zu wollen.”
http://www.derwesten.de/nachrichten/Sarrazin-will-kein-Fremder-im-eigenen-Land-sein-id3610997.html
Parteiausschluss Sarrazin bringt SPD in die Zwickmühle
Ist Thilo Sarrazin der Martin Hohmann der SPD? Sagen wir es so: Die Angelegenheit entwickelt sich in diese Richtung. Doch nicht nur innerhalb der SPD, sondern vor allem in der CDU mehren sich die Stimmen, die erneut nach einem Parteiausschluss Sarrazins rufen.
Es war nicht ganz einfach, ging dann aber schnell. Am 3. Oktober 2003 hielt der CDU-Bundestagsabgeordnete Martin Hohmann seine berüchtigte „Tätervolk“- Rede. Sechs Wochen später war er aus der Unionsfraktion ausgeschlossen, neun Monate später aus der Partei. Wo ein Wille ist, ist eben doch meist ein Weg.
Für die umstrittenen Passagen in seiner Rede hatte Hohmann sich zwar entschuldigt, er habe nie die Einzigartigkeit des Holocaust leugnen wollen. Die Behauptung, er hätte die Juden als Tätervolk bezeichnet, darf aufgrund eines Gerichtsurteils nicht mehr verbreitet werden. Und in seiner Partei war Hohmann durchaus beliebt. Es gab diverse Solidaritätsbekundungen. Genützt aber hat ihm das alles nichts. In der Urteilsbegründung zu seinem Parteiausschluss hieß es, es komme nicht darauf an, wie er seine Rede gemeint habe, sondern wie sie vom durchschnittlichen Bürger verstanden werde.
Ist Thilo Sarrazin der Martin Hohmann der SPD? Sagen wir es so: Die Angelegenheit entwickelt sich in diese Richtung. Das freilich wäre für die Führung der sozialdemokratischen Partei fatal. Sehr viele Deutsche teilen Sarrazins Thesen oder meinen zumindest, dass er sie verbreiten dürfen muss. Nach Vorbestellungen steht sein neues Buch beim größten Internetbuchhändler Amazon bereits auf dem ersten Platz. Der mit Abstand beliebteste Sozialdemokrat, Helmut Schmidt, hat Sarrazin während der letzten Kontroverse um dessen Interview in „Lettre International“ demonstrativ unterstützt. Überdies hat der ehemalige Berliner Finanzsenator und heutige Bundesbank-Vorstand ein Parteiausschlussverfahren bereits überstanden. „Die SPD muss solche provokanten Äußerungen aushalten“, hatte die Schiedskommission im Frühjahr erst entschieden.
Doch nicht nur innerhalb der SPD, sondern vor allem in der CDU mehren sich die Stimmen, die erneut nach einem Parteiausschluss rufen. In der SPD ist das Motiv klar: Selbstreinigung. Bei der CDU ist die Lage komplizierter. Ist je ein Bundeskanzler oder die amtierende Kanzlerin den Autor eines noch gar nicht erschienenen Buches derart hart angegangen, wie es jetzt Angela Merkel mit Sarrazin tat („Formulierungen, die diffamieren, die sehr, sehr polemisch zuspitzen“)? Man darf Merkel eine ehrliche, tief empfundene Empörung nicht absprechen. Doch weil sie im Chor mit anderen Unionisten singt, drängt sich der Verdacht auf, die SPD solle bewusst in eine Zwickmühle gebracht werden.
Finanzminister Wolfgang Schäuble sagt, er würde sich schämen, wenn ein Mitglied seiner Partei solche Äußerungen von sich gäbe. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Ruprecht Polenz, wird deutlicher: „In der Union hätte Sarrazin keinen Platz. Latenter Rassismus ist mit christlichen Wertvorstellungen unvereinbar.“ Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer, meint, die Sozialdemokraten müssten „in den eigenen Reihen für Ordnung sorgen“. Bei alledem schwingt mit: Unseren „Fall Hohmann“ haben wir rasch gelöst, der SPD scheint das mit Sarrazin nicht zu gelingen.
Sarrazins Thesen sind nicht neu. Er vertritt sie seit Jahren, und seit Jahren stoßen sie auf die immergleichen Proteste. Daher geht es längst nicht mehr allein um die Frage, ob sie wahr oder falsch, rassistisch oder nicht rassistisch sind. Sondern es geht auch um die politische Instrumentalisierung der allgemeinen Erregung. Falls die SPD gezwungen werden kann, sich durch ein erneutes Parteiausschlussverfahren inhaltlich mit Sarrazin und seinen Thesen auseinandersetzen zu müssen – und zwar über Wochen und Monate in aller Öffentlichkeit –, nur um am Ende einen Sieger oder Märtyrer geschaffen zu haben, hätte die Partei ein Riesenproblem. Anzunehmen, dass Merkel, Schäuble und die anderen sarrazinkritischen Unionisten das nicht wissen, wäre naiv.
Für die indes ist ein allzu hartes Eindreschen auf Sarrazin ebenfalls nicht ungefährlich. Warum positioniert sich unsere Kanzlerin beim Themenkomplex Integration-Ausländer-Muslime plötzlich derart vehement?, wird manch konservativer Christdemokrat fragen, dem die Identitätsneutralität seiner Partei ohnehin Kopfschmerzen bereitet. Diese Klientel schmerzt, dass eine der spärlichen moralischen Äußerungen ihrer Parteivorsitzenden sich ausgerechnet antiislamkritisch interpretieren lässt. Der kurzzeitige Triumph, damit die SPD in die Bedrouille zu bringen, tröstet die Sarrazin-Sympathisanten innerhalb der CDU kaum.
http://www.tagesspiegel.de/meinung/sarrazin-bringt-spd-in-die-zwickmuehle/1912080.html
BERLIN
Muss Sarrazin gehen?
Heftige Kritik an Äußerungen zu Zuwanderern
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Thilo Sarrazin
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(dpa) Die Forderungen nach rascher Abberufung von Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin sowie seinem SPD-Ausschluss reißen nicht ab. „Bei Thilo Sarrazin handelt es sich um eine Art Dauerdelikt“, sagte Grünen-Fraktionschefin Renate Künast am Donnerstag in Berlin zu dessen Äußerungen über die angeblich fehlende Integrationsbereitschaft von Zuwanderern.
Im Bundestag wollen die Grünen ein Verfahren vorschlagen, bei dem zunächst Bundesbank und dann die Bundesregierung eine Abberufung vorschlägt und der Bundespräsident sie dann vornimmt. Die Linke forderte die Bundesbank-Spitze auf, Sarrazin unverzüglich zu entfernen.
Berlins SPD-Landeschef Michael Müller schließt ein neues Parteiausschlussverfahren gegen den früheren Finanzsenator nicht aus. Im März hatte Sarrazin einen drohenden Rauswurf überstanden. Nach Ansicht von SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles missbraucht Sarrazin „den Namen der SPD“. Wer Bevölkerungsgruppen pauschal verächtlich mache und gegeneinander aufbringe, treibe ein „perfides, vergiftetes Spiel mit Ängsten und Vorurteilen“, sagte Nahles.
Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) sprach am Donnerstag von „unerträglichen und wirren“ Thesen des Spitzenbankers.
http://www.mainpost.de/nachrichten/politik/zeitgeschehen/Muss-Sarrazin-gehen-;art16698,5704935
Umstrittener Bundesbanker
Sarrazin muss weg
Leitartikel Wahrscheinlich wäre es das Beste, man könnte Thilo Sarrazins eifernden Tonfall ignorieren und einfach dazu übergehen, seine Thesen inhaltlich zu debattieren. Doch das wäre verfehlt.
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Sarrazin ist nun einmal kein Privatmann, der sich im Ton vergreift. Er ist nicht einmal einfach nur ein SPD-Politiker, der Provokation zur Stilform erhoben hat. Sarrazin ist Vorstand der Deutschen Bundesbank, einer bedeutenden und ansonsten angesehenen Institution. Und genau das ist sein Problem: Er ist der falsche Mann für diesen Posten.
Thilo Sarrazin Thilo Sarrazin
Die unglückliche, politisch jedoch durchaus beabsichtigte Konstruktion des Bundesbankgesetzes hindert seinen Chef Axel Weber daran, das zu tun, was ein verantwortungsbewusster Vorgesetzter in dieser Lage eigentlich tun müsste: den Mann entlassen, bevor er noch mehr Schaden anrichtet.
Denn Schaden richtet er an. Selbst wenn man Sarrazin zugesteht, dass manche seiner Thesen durchaus sinnvolle Denkanstöße liefern, dass er auf 400 Buchseiten die eine oder andere Wahrheit ausspricht, die manche nicht laut zu sagen wagen - selbst dann bleibt er für die Bundesbank ein Problem. Seine immer offener muslimfeindlichen Tiraden schaden der Diskussion um die künftige Integrations- und Zuwanderungspolitik in Deutschland, indem sie plumpe Vorurteile nähren. Und sein brachialer Stil schadet der Bundesbank als Institution.
Sarrazin könnte damit den Anstoß geben, ein Tabu zu brechen - allerdings anders, als er beabsichtigt hat: das Tabu, ans Bundesbankgesetz zu rühren. Denn die rein politisch motivierte Besetzungspraxis führt bisher dazu, dass Kandidaten zum Zug kommen, die nicht auf den Job passen. Ein Problem, das nicht erst bei Sarrazin auftaucht.
Die Bundesregierung könnte diesen Konstruktionsfehler jetzt korrigieren. Statt einer vereinfachten Abberufung sollte sie den Vorstand verkleinern und der Bundesbank mehr Mitspracherechte einräumen. Das wäre dann keine "Lex Sarrazin", sondern eine längst überfällige Operation.
http://www.ftd.de/politik/deutschland/:umstrittener-bundesbanker-sarrazin-muss-weg/50161675.html
Profilneurose
Sarrazin unter Dauerbeschuss
erstellt 26.08.10, 20:00h, aktualisiert 26.08.10, 20:14h
BERLIN/APN/DPA. Die Kritik an den Äußerungen des Bundesbank-Vorstandmitglieds Thilo Sarrazin (SPD) wird immer lauter. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger wies die Thesen von Sarrazin über eine angeblich mangelnde Integrationsbereitschaft von Ausländern scharf zurück. "Es ist unerträglich, was Herr Sarrazin mit seinen wirren sozio-biologischen Annahmen über die Intelligenz von Migranten zum wiederholten Male der Öffentlichkeit zumutet", sagte die FDP-Politikerin. Es müsse ganz klar sein, dass solche Überlegungen nicht ansatzweise Auffassung der im Bundestag vertretenen Fraktionen seien.
Jeder wisse, dass der wirtschaftliche Aufschwung der Bundesrepublik von den zahlreichen Migranten mit geschaffen worden sei. Seit Jahren werde über eine moderne Einwanderungspolitik diskutiert, von der das Land nicht nur ökonomisch, sondern auch kulturell profitiere. "Deutschland ist ein Einwanderungsland. Und auf die Liberalität und Offenheit unserer Gesellschaft können wir stolz sein", betonte die Ministerin.
SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles erhöhte den Druck auf den früheren Berliner Finanzsenator, die Partei zu verlassen. Sarrazin sei ein "unterbeschäftigter Bundesbanker mit ausgeprägter Profilneurose" und missbrauche den Namen der SPD, sagte Nahles dem "Hamburger Abendblatt". Wer Bevölkerungsgruppen pauschal verächtlich mache und gegeneinander aufbringe, treibe "ein perfides, vergiftetes Spiel mit Ängsten und Vorurteilen" und habe mit den Werten und Überzeugungen der SPD nichts zu tun.
Der Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln, Heinz Buschkowsky (SPD), warf seinem Parteikollegen indes Einseitigkeit vor. "Es gibt Menschen, die brauchen den Zoff, und Sarrazin provoziert unheimlich gern. Der braucht das", sagte Buschkowsky im Bayerischen Rundfunk. Buschkowsky selbst hatte im Februar nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zu Hartz-IV-Sätzen mit der Bemerkung eine Debatte ausgelöst, zusätzliches Geld käme in "bildungsfernen Milieus nicht den Kindern zu Gute", sondern fließe eher ins Pay-TV, in Zigaretten, an die Tanke oder in sonstige Suchtmittel wie Alkohol.
http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1277474049577&openMenu=1013016724320&calledPageId=1013016724320&listid=1018881578370
Thilo Sarrazin
Rufe nach Sarrazin-Rauswurf werden immer lauter
26. August 2010, 21:07 Uhr
Berlin/Hamburg. Dauerthema Thilo Sarrazin: Durch die politischen Lager hindurch zieht sich die Kritik. „Bei Thilo Sarrazin handelt es sich um eine Art Dauerdelikt“, sagte die Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, Renate Künast. Sie bezog sich dabei auf Sarrazins Äußerungen zu fehlender Integrationsbereitschaft von Einwanderern und zu ihrem angeblich zu geringen wirtschaftlichen Nutzen für Deutschland.
Die Kritik entzündet sich an einem 464 Seiten starken Buch Sarrazins, das am Montag in Berlin vorgestellt wird und derzeit nur in einzelnen wenigen Presseauszügen bekannt ist. Die Deutsche Verlags-Anstalt (München) gab das Buch nun aber schon am Donnerstag mit dem Argument für die gesamte Presse frei, zur Versachlichung der Debatte beitragen zu wollen.
Im Bundestag wollen die Grünen ein Verfahren vorschlagen, bei dem zunächst die Bundesbank und dann die Bundesregierung eine Abberufung vorschlägt und der Bundespräsident sie dann vornimmt. Die Linke forderte die Bundesbank-Spitze auf, Sarrazin unverzüglich zu entfernen. „Ein Spitzenbeamter, der Menschen aufhetzt, ist nicht akzeptabel“, meinte Parteichefin Gesine Lötzsch. Nach Ansicht von SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles missbraucht Sarrazin „den Namen der SPD“. Wer Bevölkerungsgruppen pauschal verächtlich mache und gegeneinander aufbringe, treibe ein „perfides, vergiftetes Spiel mit Ängsten und Vorurteilen“, sagte sie dem Abendblatt
+++ Mehr zu dem Interview mit Andrea Nahles lesen Sie hier +++
Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) sprach von „unerträglichen und wirren“ Thesen des Spitzenbankers. „Deutschland ist ein Einwanderungsland. Und auf die Liberalität und Offenheit unserer Gesellschaft können wir stolz sein.“
Die Schiedskommission der Berliner SPD hatte im März geurteilt: „Die SPD muss solche provokanten Äußerungen aushalten.“ Eine Neuauflage gilt als aussichtslos, solange Sarrazin nur frühere Thesen wiederholt und keine Verfehlungen hinzukommen. Berlins SPD-Landeschef Michael Müller hält ein neues Parteiausschlussverfahren gegen den früheren Finanzsenator jetzt für möglich. Müller verwies im RBB-Inforadio auf das Urteil der SPD- Schiedskommission, wonach weiter geprüft werden müsse, wie sich der 65-jährige Sarrazin verhalte. Es werde geprüft, „ob es da vielleicht neue Anhaltspunkte gibt und man sich dann auch juristisch auf diesem Wege trennt“. Einen Parteiaustritt hatte Sarrazin damals ausgeschlossen. Müller bekräftigte seine Kritik an den Äußerungen des früheren Finanzsenators über Zuwanderer. Sarrazin spreche nicht davon, dass Menschen „Kinder bekommen“, sondern dass sie „Kopftuchmädchen produzieren“. Dies sei eine herabwürdigende Wortwahl über Mitbürger, die teilweise seit Jahrzehnten hervorragend integriert seien.
Sein neues Buch, in dem er davor warnt, dass die Deutschen zu „Fremden im eigenen Land“ werden könnten, will Sarrazin von kommender Woche an auch auf einer Lesereise vorstellen, unter anderem am 9. September im Potsdamer Waschhaus. Der für den 25. September vorgesehene Auftritt im Berliner Haus der Kulturen beim Berliner Literaturfestival ist nach einer Absage des Hauses geplatzt. Das Literaturfestival will Sarrazin nun an einem anderen Ort zu Worte kommen lassen. Der Migrationsrat Berlin-Brandenburg hatte zuvor zu Protesten aufgerufen und auch mit Boykottaufrufen gedroht. Proteste werden auch erwartet, wenn der Bundesbanker und sein Verlag das Buch am kommenden Montag im Haus der Bundespressekonferenz am Schiffbauerdamm vorstellen.
+++ Sarrazin fordert mehr Druck auf muslimische Migranten +++
Aus Sicht des innenpolitischen Sprechers der CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, Robbin Juhnke, sind es einige von Sarrazins Forderungen wert, diskutiert zu werden. „Unabhängig davon, ob Sarrazin recht hat, ist es wichtig, sich mit seinen Argumenten auseinanderzusetzen“, sagte Juhnke der rechtskonservativen Wochenzeitung „Junge Freiheit“. „Es sollte selbstverständlich sein, dass wir von Zuwanderern Integrationsleistungen einfordern. Und es spricht auch nichts dagegen, darüber nachzudenken, wer uns als Zuwanderer nützt und wer nicht“, zitiert das umstrittene Blatt den CDU-Politiker. Vielen Politikern gelten Interviews mit der „Jungen Freiheit“ als tabu. Sie sehen das Blatt in der Nähe zum Rechtsextremismus.
http://www.abendblatt.de/politik/deutschland/article1612316/Rufe-nach-Sarrazin-Rauswurf-werden-immer-lauter.html
Weiter Theater um Sarrazin Während Sarrazins seine Anschauungen weiter über Bild verbreitet, gibt es Streit über angemessene Reaktionen. Update
Der Boulevard hat sein Vergnügen am Aufreger Sarrazin, [Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank]. "Wirft die Bundesbank Sarrazin jetzt raus?", fragt (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/08/26/thilo-sarrazin-debatte/wirft-die-bundesbank-sarrazin-nach-migranten-schelte-raus.html) die Bild-Zeitung heute. Ruprecht Polenz von der CDU hatte dies gefordert (http://www.welt.de/politik/deutschland/article9208160/Sarrazin-CDU-fordert-Bundesbank-zum-Handeln-auf.html): "Ich frage mich, wie lange die Deutsche Bundesbank dem noch tatenlos zuschauen will." Auch in der SPD drängen einige auf den Parteiaustritt Sarrazins - allerdings (noch?) beeinträchtigt von juristischen Schwierigkeiten (http://www.welt.de/politik/deutschland/article9208160/Sarrazin-CDU-fordert-Bundesbank-zum-Handeln-auf.html), hinreichende Gründe für ein neues Parteiausschlussverfahren zu finden. Dass Sarrazin fallen könnte, ist klasse Kasse für den Kiosk.
Und die Blattmacher können sich auf die Schulter klopfen, weil sie mit Sarrazin wieder mal ein Thema setzen, das die Republik querdurch aufnimmt: "Über seine harten Aussagen streitet Deutschland" (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/08/26/thilo-sarrazin/spd-politiker-schreibt-in-seinem-neuen-buch-ueber-den-islam.html). Bis auf Sarrazin:
Nach Angaben des Internationalen Literaturfestivals Berlin haben Thilo Sarrazin und sein Verlag einen kritischen Gesprächspartner auf dem Podium einer im Haus der Kulturen der Welt geplanten Buchvorstellung abgelehnt. 'Das können wir nicht tolerieren', erklärt Bernd Scherer, Intendant des Hauses. 'Die von uns gewünschte Form der Auseinandersetzung wird dadurch konterkariert. Bleibt es bei dieser Haltung von Thilo Sarrazin und des Verlages, wird die Veranstaltung bei uns nicht stattfinden." Statement des Hauses der Kulturen der Welt zu Thilo Sarrazin (http://www.hkw.de/de/top/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung_50915.php)
Ergänzung
Wie sich nach Angaben (http://www.tagesspiegel.de/berlin/sarrazin-auftritt-keine-einigung-zwischen-haus-der-kulturen-und-festivalleitung-/1911794.html) des Tagesspiegel herausstellt, gab es internen Streit zwischen der Leitung des Internationalen Literaturfestivals und dem Intendanten des Hauses der Kulturen der Welt darüber, wer geeigneter Widerpart für Sarrazin bei dessen Buchvorstellung sei. Der Vorschlag von Festivalchef Schreiber, den ZDF-Journalisten Christhard Läpple als Moderator zu engagieren, wurde demnach "mit der Begründung abgelehnt, es handele sich nicht um eine Gegenstimme 'auf Augenhöhe'". Von einer Einmischung seitens des Verlages oder Sarrazins selbst ist im Bericht nicht die Rede.
Tatsächlich dürfte sich Sarrazin mit seinen Thesen, welche die Bild-Zeitung heute in der nächsten Folge zeitgleich mit den Spekulationen über seinen Absturz präsentiert, kaum gegen kritische Gesprächspartner mit einiger Kompetenz auf einem Forum durchsetzen können. Zwar betonte der Verlag DVA in einer Pressemitteilung, dass die Aussage des Hauses der Kulturen "unwahr" sei und dass man "selbstverständlich kritische Gesprächspartner akzeptieren" würde, eine entsprechende Veranstaltung, die dies unternauern würde, steht aber noch aus.
Auch in seinem heutigen Beitrag für die Bild lockt (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/08/26/thilo-sarrazin/spd-politiker-schreibt-in-seinem-neuen-buch-ueber-den-islam.html) Sarrazin wieder mit einem dicken Brocken aus seinem Gedankensteinbruch, der gezielt auf Provokation aus geschrieben ist: "Warum die Integration vieler muslimischer Migranten am Islam scheitert."
Zunächst beginnt Sarrazin mit einer Art Captatio benevolentiae (http://de.wikipedia.org/wiki/Captatio_benevolentiae), in der er den Leser mit "Common sense" schmeicheln will und sich selbst als bescheiden in seinen Forderungen darstellt:
"Es reicht aus, dass Muslime unsere Gesetze beachten, ihre Frauen nicht unterdrücken, Zwangsheiraten abschaffen, ihre Jugendlichen an Gewalttätigkeiten hindern und für ihren Lebensunterhalt selbst aufkommen. Darum geht es."
Dass die überwältigende Mehrheit der Muslime in Deutschland allem Anschein nach genau so lebt - mit Abweichungen, die auch anderskonfessionelle Familien "ohne Migrationshintergrund" kennen - , interessiert Sarrazin aber nicht. Sein Adressat sind auch nicht die Muslime und ihre realen Lebensverhältnisse (siehe dazu Sarrazin: eitel und provokativ (http://www.heise.de/tp/blogs/6/148263)) , sondern jene, die "diese Forderungen als Zwang zur Assimilation kritisieren".
Als ob jemand ernsthaft solche Binsenforderungen kritisieren würde - aber gleichwohl, dieser unbekannte Pappkamerad, einmal von Sarrazin geschaffen, "hat in der Tat ein Integrationsproblem". Das ist nun die Überleitung zu den "guten Gründen", weshalb es "in ganz Europa Vorbehalte gegen Muslime" gebe. Damit geht es nun gegen die Religion als solche.
Keine andere würde in Europa so fordernd auftreten, weiß Sarrazin, im Unklaren lassend, welche Forderungen er meint. Moscheen mit Minaretten? Anerkennung als Religionsgemeinschaft? Ist es nicht so, dass die Reaktion auf solche Vorschläge diese erst zu bedrohlichen "Forderungen" ummünzen; davon abgesehen, dass sie völlig legitim sind.
In dem Stil des pars pro toto geht es weiter, einzelne Auffälligkeiten werden für die ganze Religion als identitätsbildend bzw. konstitutiv dargestellt: Keine Gruppe würde in der Öffentlichkeit so sehr ihre Andersartigkeit, insbesondere durch die Kleidung der Frauen, betonen wie Muslime. Als ob es keine Jugendmoden gebe und keine jüdisch Orthodoxen, keine Bayern in Tracht, keine Sikhs, keine Schwestern des christlichen Glaubens, keine Berliner Nerdster. Schließlich zementiert Religionsexperte Sarrazin noch seine fragwürdigen Annahmen von der besonders starken Inanspruchnahme des Sozialstaats und Kriminalität durch muslimische Immigranten mit der Überzeugung, dass "bei keiner anderen Religion (..) der Übergang zu Gewalt, Diktatur und Terrorismus so fließend" sei. Als ob Europas Geschichte nicht anderes erzählen könnte.
"Durch die Art und Weise, wie man in der Öffentlichkeit über Ausländer, Flüchtlinge, Arbeitsmigranten und ethnische Minderheiten, aber auch die Möglichkeit eines gedeihlichen Zusammenlebens mit ihnen spricht, entscheidet sich tatsächlich, ob eine Ausgrenzung von "Fremden" um sich greift." Christoph Butterwegge, Migrationsberichterstattung als Stimmungsmache (http://de.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-468/_nr-844/i.html)
Thomas Pany26.08.2010http://www.heise.de/tp/blogs/6/148273
Die Bundesbank lässt Sarrazin gewähren
"Politik ist seine Privatsache".
FRANKFURT. In der Bundesbank klammert man das Thema aus. Ändern kann man ohnehin kaum etwas. Immerhin haben sich Präsident Axel Weber und der gesamte Vorstand mit dem ungeliebten Vorstandsmitglied Thilo Sarrazin auf eine Sprachregelung geeinigt. Alles was Berlins Ex-Finanzsenator zu ausländischen Mitbürgern von sich gibt, ist seine Privatsache, auch sein neues Buch. "Das Buch ist eine private Angelegenheit von Herrn Dr. Sarrazin. Er äußert darin seine persönliche Meinung. Diese steht nicht im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit als Vorstandsmitglied der Bundesbank," sagt die Sprecherin der Notenbank Susanne Kreutzer. Mehr nicht. Anfragen wegen Sarrazin gibt es dort kaum noch, zumal der Name Bundesbank selten fällt, wenn Sarrazin wieder Kritiker auf den Plan ruft.
Sarrazin sieht das mittlerweile ähnlich, ist aus der Bundesbank zu vernehmen. Er äußere sich in Sachen Politik und in seinem Buch als Privatmann. Gleichwohl ist es ein offenes Geheimnis, dass man in der Topetage der Notenbank ohne den unbequemen und störrischen Sozialdemokraten auskommen würde. Zumal man in Zeiten einer beispiellosen Finanzkrise, der bislang größten Gefahr für den Bestand der Eurozone sowie dem Ringen um neue Auflagen für die Banken Wichtigeres im Kopf hat als den Disput mit Sarrazin. Aber, und das weiß Bundesbank-Chef Weber sehr genau: Man kann den Ex-Finanzsenator nicht einfach abschieben. Letztlich kann nur der Bundespräsident auf Antrag des Vorstandes der Bundesbank über eine Entlassung entscheiden und dies auch nur dann, wenn ein Vorstand wegen einer schweren Krankheit seine Aufgabe nicht mehr erfüllen kann oder wenn es schwere Verfehlungen gab. Was das sein könnte ist nicht genau definiert, aber Vorgabe könnte das Beamtenrecht sein. Hochgestellte Beamten können nur bei Straftatbeständen und entsprechenden Gefängnisstrafen entlassen werden. Bereits 2009 musste dies die Bundesbankspitze feststellen. Als Sanktion und aus Verärgerung hat der Vorstand dem Volkswirt und promovierten Politologen allerdings die Kompetenzen beschnitten. Das Ressort Bargeld musste Sarrazin abtreten. Heute ist der 65-Jährige im sechsköpfigen Vorstand noch für Informationstechnologie, Risikocontrolling und Revision zuständig – vermutlich bis zum Ende seines bis Frühjahr 2014 laufenden Vertrages.
Möglicherweise droht Sarrazin gleichwohl noch Ungemach von anderer Seite. Zwar haben die Berliner Staatsanwälte das Ermittlungsverfahren gegen ihn wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung im November eingestellt. Dafür ermittelt seit Juli die Staatsanwaltschaft Darmstadt wegen des Vorwurfs der Volksverhetzung. In einer Rede bei einer Veranstaltung der Unternehmerverbände Südhessen hatte er gesagt, die Deutschen würden wegen der Zuwanderung aus der Türkei, dem Nahen und Mittleren Osten und Afrika "auf natürlichem Weg durchschnittlich dümmer". Einwanderer bekämen mehr Kinder als Deutsche. Damit gebe es eine unterschiedliche Vermehrung von Bevölkerungsgruppen mit unterschiedlicher Intelligenz.
http://www.badische-zeitung.de/nachrichten/wirtschaft/die-bundesbank-laesst-sarrazin-gewaehren--34794490.html
Klartext-Politiker Thilo Sarrazin über Hartz IV „Es wächst eine weitgehend funktions- und arbeitslose Unterklasse heran“
27.08.2010 - 00:11 UHR
Von Thilo Sarrazin
Falsche Anreize im deutschen Sozialstaat binden Menschen an die Unterschicht – das beschreibt Thilo Sarrazin in „Deutschland schafft sich ab“*. BILD veröffentlicht Auszüge aus dem Buch, das in Deutschland schon hitzige Diskussionen verursacht, bevor es überhaupt im Handel ist.
„Die wollen ja alle, aber sie hatten die Chance nicht.“ Dieser Satz ist für manche richtig und für viele falsch. Im Übrigen ist das mit dem „Wollen“ so eine Sache.
Als 13-jähriger Schüler wollte ich schon gerne Latein lernen, ich wollte auch jeden Tag eine Seite Vokabeln in der Wortkunde üben, ich tat es nur nicht, trotz vieler Ermahnungen von Eltern und Lehrern. Am Ende blieb ich sitzen, unter anderem mit einer Fünf in Latein, die ich zu Recht bekam.
Das war mir eine Lehre; ein für allemal hatte ich begriffen, dass niemand mir die Vokabeln einfach in den Kopf tut. Bei mir hat die Sanktion und die Furcht, es nicht zu schaffen, gewirkt (sie wirkt übrigens bis heute) und die weitere Bildungslaufbahn befördert.
Wären meine Eltern bildungsfern und Hartz-IV-Empfänger gewesen, so wäre ich diesen Weg wahrscheinlich auch gegangen, was weiß man schon mit 13 Jahren!
Wer keinen Ehrgeiz hat und keine Not fürchtet, der kann kaum motiviert und gar nicht sanktioniert werden.
In Deutschland beobachten wir schon seit vielen Jahren die allmähliche Verfestigung und das beständige Wachstum einer weitgehend funktions- und arbeitslosen Unterklasse. Ein relativ hohes garantiertes Grundeinkommen treibt diese weniger Leistungsstarken in die Nichtbeschäftigung und bindet sie dort.
Der moderne Sozialstaat speziell deutscher Prägung tut aber obendrein einiges dafür, dass die weniger Qualifizierten und weniger Tüchtigen tendenziell fruchtbarer sind als die Qualifizierteren und Tüchtigeren: Die materielle Sorge für die Kinder wird ihnen vollständig abgenommen.
Für jedes Kind erhalten die Eltern 322 Euro monatlich als vom Staat garantiertes soziales Existenzminimum. Dies ist ein maßgeblicher Grund dafür, dass die Unterschicht deutlich mehr Kinder bekommt als die mittlere und obere Schicht. Für einen großen Teil dieser Kinder ist der Misserfolg mit ihrer Geburt bereits besiegelt:
Sie erben 1. gemäß den Mendelschen Gesetzen die intellektuelle Ausstattung ihrer Eltern und werden 2. durch deren Bildungsferne und generelle Grunddisposition benachteiligt.
Die Probleme einer verfestigten und nicht ausreichend in den produktiven Kreislauf integrierten Unterschicht überlagern sich zudem mit den ungelösten Integrationsproblemen eines großen Teils der Migranten aus der Türkei, Afrika sowie dem Nahen und Mittleren Osten.
Wir lesen in der Presse immer wieder von Hartz-IV-Karrieren und Schicksalen. Eine besonders anschauliche Geschichte erschien im Mai 2009 im „Spiegel“.
Sie spielt in Gelsenkirchen, wo die Arbeitslosenquote knapp 16 Prozent erreicht. Dirk S., der stellvertretende Leiter der Gelsenkirchener Arbeitsvermittlung, sagt: „Wenn Sie Arbeit wollen, dann finden Sie hier in 15 Minuten einen Job.“ Stolz führt er den neuen Job Point vor und erläutert: „Hier ist ein Ort, wo es wirklich Arbeit gibt.“ Über den Monitor laufen währenddessen 427 Arbeitsangebote in Gelsenkirchen und Umgebung.
Carola G. ist seit vielen Jahren arbeitslos, ebenso ihr Mann. Das Ehepaar und seine achtjährige Tochter bekommen 1400 Euro im Monat. Carola G. hat einen Ein-Euro-Job bei der Essensausgabe der Gelsenkirchener Tafel. Sie war einmal im Job Point mit dem Ergebnis: „Für mich war da nichts dabei.“ Während der vergangenen vier Jahre wurden ihr von der Agentur für Arbeit sechs Jobs angeboten, sie wollte keinen davon. Arbeitsvermittler S. sagt, dass in Gelsenkirchen alle 20 Minuten ein Arbeitsvertrag abgeschlossen werde, die Arbeitslosigkeit sei nicht statisch.
Er verwaltet viele Aktivierungsmöglichkeiten, aber es gelang ihm dennoch nicht, Carola G. mit ihren 46 Jahren in reguläre Arbeit zu bringen. Bekämen Carola G. und ihre Kleinfamilie nicht monatlich 1400 Euro vom Staat, würde sie wohl längst einer bezahlten Arbeit nachgehen.
Es gibt Millionen Carola G.s im System.
Millionen grundsätzlich arbeitsfähige Menschen von 30, 40 und 50 Jahren werden dem Staat noch für weitere 30 bis 50 Jahre auf der Tasche liegen, während ihre Fähigkeiten mehr und mehr verkümmern.
Sie werden Kinder bekommen, und zwar deutlich mehr als der Durchschnitt der Bevölkerung, sie werden ihre Lebenseinstellung an diese weitergeben und diese damit zu Hartz-IV-Empfängern der Zukunft heranziehen.
Es scheint, dass der gewaltige Transferapparat nicht zu stoppen ist. Gutmenschen ringen die Hände, und staatliche Sachbearbeiter schreiben stoisch ihre Bescheide. Es wird noch ein Aktivierungsprogramm und noch ein Aktivierungsprogramm aufgelegt. In Berlin gibt der Senat mittlerweile für 7000 Stellen auf dem sogenannten Zweiten Arbeitsmarkt die absurde Summe von jährlich 170 Millionen Euro aus, was bei 600 000 Menschen, die allein in Berlin von Grundsicherung leben, sowieso nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist – abgesehen davon, dass der Zweite Arbeitsmarkt eine teure Sackgasse ohne Perspektive ist.
Was könnte man ändern?
Nach dem Empfinden der meisten Menschen sollte jemand, der Leistungen der Allgemeinheit in Anspruch nimmt, das ihm Mögliche tun, eine Gegenleistung zu erbringen.
Es kann nicht ungerecht sein, alle erwerbsfähigen Empfänger von Grundsicherung zu einer Gegenleistung zu verpflichten. Wer gar nicht oder unregelmäßig erscheint, wer nicht pünktlich ist, wer eine zumutbare Leistung nicht erbringt, der fällt aus dem Transferbezug heraus.
Insbesondere bei jugendlichen und jüngeren Beziehern von Transferleistungen wird dies Wunder wirken.
Auf jeden Fall muss vermieden werden, dass sich jemand unbeaufsichtigt und unbemerkt über Monate und Jahre hinweg mehr und mehr von den Sozialisationsbedingungen des realen Lebens entfernt.
http://www.bild.de/BILD/politik/2010/08/27/thilo-sarrazin/es-waechst-eine-arbeitslose-unterklasse-heran.html
Das Dilemma mit Sarrazin
Bild vergrößern Das Dilemma mit Sarrazin
Muslime als Gefahr? (epa) Bild: (epa)
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Wieder erregt Thilo Sarrazin die Öffentlichkeit. Die SPD überlegt nun, den deutschen Bundesbank-Vorstand aus der Partei auszuschließen.
Am Montag erscheint das neue Buch des Sozialdemokraten Sarrazin. Titel: „Deutschland schafft sich ab“. Denn – so Thilo Sarrazin – die meisten Kinder bekämen muslimische Zuwanderer, und diese verhießen kein „besonderes qualifikatorisches oder intellektuelles Potenzial“. Im Interview mit dem Deutschlandradio-Kultur sagte er, kein vernünftiger Mensch könne etwas dagegenhaben, wenn ein marokkanischer Ingenieur oder Arzt hier arbeite. „Aber die unqualifizierte Migration, die wir gegenwärtig haben, und die Migration des ungebildeten, unqualifizierten Familiennachzugs, das kann in dieser Form nicht weitergehen.“
Nicht nur die Sozialdemokraten sind empört. Ihr Chef Sigmar Gabriel kündigte an, den rassistischen Gehalt der Aussagen Sarrazins zu prüfen, ein Ausschlussverfahren müsse „gerichtsfest“ sein. „Wenn Sie mich fragen, warum der noch bei uns Mitglied sein will – das weiß ich auch nicht“.
Auch die SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles legte Sarrazin den Austritt nahe. „Wer einzelne Bevölkerungsgruppen pauschal verächtlich macht und gegeneinander aufbringt, treibt ein perfides, vergiftetes Spiel mit Ängsten und Vorurteilen und hat mit den Werten und Überzeugungen der SPD rein gar nichts mehr zu tun“, sagte sie und bezeichnete den Genossen als „unterbeschäftigten Bundesbanker mit ausgeprägter Profilneurose“.
Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nannte Sarrazins Aussagen „äußerst verletzend und diffamierend“. Linke und Grüne fordern die Ablösung Sarrazins.
Schäuble: „Ein Problem“
Entlassen kann Thilo Sarrazin aber nur vom deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff und auch nur auf Antrag des Bundesbankvorstandes werden. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sprach vor der Auslandspresse indessen von einem „Problem“, über das die deutsche Bundesbank noch nachdenken müsse.
http://www.nachrichten.at/nachrichten/politik/aussenpolitik/art391,449799
Bundesbank: Präsident Weber und seine Kollegen könnten gut ohne den störrischen Vorstand auskommen
Die "Privatsache" des Thilo Sarrazin
Von unserem Korrespondenten Rolf Obertreis
Frankfurt. In der Bundesbank klammert man das Thema aus. Ändern kann man ohnehin nichts. Immerhin haben sich Präsident Axel Weber und der gesamte Vorstand mit ihrem ungeliebten Vorstandsmitglied Thilo Sarrazin auf eine Sprachregelung geeinigt. Alles was der Ex-Finanzsenator aus Berlin zur Zuwanderungspolitik und zu ausländischen Mitbürgern von sich gibt, ist seine Privatsache, auch sein neues Buch. "Das Buch ist eine private Angelegenheit von Herrn Dr. Sarrazin, er äußert darin seine persönliche Meinung. Diese steht nicht im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit als Vorstandsmitglied der Bundesbank", sagt Pressesprecherin Susanne Kreutzer.
Mehr nicht. Anfragen wegen Sarrazin gibt es bei der Bank kaum noch, zumal der Name Bundesbank nur selten fällt, wenn der Ex-Finanzsenator wieder einmal Kritiker auf den Plan ruft. Thilo Sarrazin sieht das mittlerweile ähnlich, ist aus der Bundesbank zu vernehmen. Er äußere sich in Sachen Politik und in seinem Buch als Privatmann.
Offenes Geheimnis
Gleichwohl ist es ein offenes Geheimnis, dass man in der Top-Etage der Notenbank ohne den unbequemen und störrischen Sozialdemokraten gut auskommen würde. Zumal die Bundesbank wegen Finanz- und Eurokrise gegenwärtig Wichtigeres im Kopf hat als den Disput mit Sarrazin.
Aber, und das weiß Bundesbank-Chef Weber sehr genau, man kann den Ex-Finanzsenator nicht einfach abschieben. Letztlich kann nur der Bundespräsident auf Antrag des Vorstandes der Bundesbank über eine Entlassung entscheiden und dies auch nur dann, wenn ein Bundesbank-Vorstand wegen einer schweren Krankheit seine Aufgabe nicht mehr erfüllen kann oder wenn er sich schwere Verfehlungen hat zukommen lassen.
Was das sein könnte, ist nicht genau definiert, aber Vorgabe könnte das Beamtenrecht sein. Hochgestellte Beamten können nur bei Straftatbeständen und entsprechenden Gefängnisstrafen entlassen werden. Schon im vergangenen Jahr musste dies die Bundesbank-Spitze feststellen. Als Sanktion und aus offensichtlicher Verärgerung hat der Vorstand dem Volkswirt und promovierten Politologen allerdings die Kompetenzen beschnitten. Das Ressort Bargeld musste Sarrazin abtreten. Heute ist der 65-Jährige noch für Informationstechnologie, Risiko-Controlling und Revision zuständig. Und dies vermutlich bis zum Ende seines bis 2014 laufenden Vertrages.
Möglicherweise droht Sarrazin Ungemach von anderer Seite. Zwar haben die Berliner Staatsanwälte das Verfahren gegen ihn wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung im November eingestellt, dafür ermittelt seit Ende Juli die Staatsanwaltschaft Darmstadt wegen des Vorwurfs der Volksverhetzung. In einer Rede hatte er gesagt, die Deutschen würden wegen der Zuwanderung aus der Türkei, dem Nahen Osten und Afrika durchschnittlich dümmer. Einwanderer bekämen mehr Kinder als Deutsche. Damit gebe es eine unterschiedliche Vermehrung von Bevölkerungsgruppen mit unterschiedlicher Intelligenz. Daraufhin erstatteten einige Zuhörer Anzeige.
http://www.morgenweb.de/nachrichten/politik/20100827_mmm0000000463152.html
Schäfer-Gümbel nennt Sarrazin «bösartig»
Bundesbank-Vorstand polarisiert mit einem Buch über mangelnde Bildungsbereitschaft von Muslimen
Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin eckt an. Foto: ddp Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin eckt an. Foto: ddp
Diesmal ist Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin mit seiner Migrantenschelte möglicherweise zu weit gegangen: Auch Unions-Politiker verlangen seine Abberufung aus der Notenbankführung.
Frankfurt. Der hessische SPD-Landeschef Thorsten Schäfer-Gümbel fordert seinen Parteikollegen Thilo Sarrazin wegen dessen umstrittenen Äußerungen über Zuwanderer zum Rücktritt auf. «Sarrazin würde sich und anderen einen großen Gefallen tun, wenn er sich ins Privatleben zurückziehen würde», sagte Schäfer-Gümbel gestern dem Radiosender HR1. Der Schaden in der SPD sei groß, weil Sarrazins Formulierungen inakzeptabel seien. «Aber leider ist es so, dass Dummheit und Bösartigkeit kein Ausschlussgrund aus der SPD sind», fügte der SPD-Landeschef hinzu.
Berlins SPD-Chef Michael Müller, in dessen Landesverband Sarrazin Mitglied ist, hält jedoch nach dem gescheiterten ersten Anlauf im Frühjahr ein neues Parteiausschlussverfahren für möglich. SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles sagte, Sarrazin missbrauche «den Namen der SPD». Er treibe «ein perfides, vergiftetes Spiel mit Ängsten und Vorurteilen». Fraktionsvize Joachim Voß legte ihm den Rücktritt nahe.
Sarrazin war von 2002 bis 2009 Finanzsenator in Berlin und sitzt inzwischen im Vorstand der Bundesbank. Er hatte zuletzt mit Interviews und veröffentlichten Passagen seines neuen Buches «Deutschland schafft sich ab» für Empörung gesorgt. So moniert Sarrazin unter anderem, die muslimische Einwanderung nach Deutschland habe den Staat «sozial und auch finanziell wesentlich mehr gekostet», als sie «wirtschaftlich gebracht» habe.
Schäfer-Gümbel sagte, die SPD müsse jetzt sehr laut und deutlich erklären, dass die Aussagen von Sarrazin weder die Position der SPD seien, noch es jemals sein werden. Solche diskriminierenden und in Teilen auch rassistischen Äußerungen seien weder akzeptabel noch mehrheitsfähig in der Sozialdemokratie, betonte Schäfer-Gümbel.
Der Bürgermeister des Berliner Bezirks Neukölln, Heinz Buschkowsky (SPD), ist gegen einen Parteiausschluss Sarrazins. Allerdings befürchtet Buschkowsky, dass Sarrazin nicht ungestraft davonkommen. Buschkowsky sagte auf N24: «Er wird es wohl diesmal nicht überleben, obwohl ich glaube, dass viele, die im Moment über ihn schimpfen, nicht eine Seite von dem Buch gelesen haben.» Der Bürgermeister meint, dass eine Volkspartei wie die SPD «auch ärgerliche und falsche Diskussionen ertragen» müsse und solchen Debatten nicht ausweichen dürfe.
Latenter Rassismus
Auch wenn Sarrazin für die SPD nur schwer zu ertragen ist – andere Parteien wollen ihn auch nicht haben. «In der Union hätte Sarrazin keinen Platz», sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Ruprecht Polenz. «Latenter Rassismus ist mit christlichen Wertvorstellungen unvereinbar.» Der Unions-Außenpolitiker befürchtet Schaden für das Ansehen Deutschlands: «Ich frage mich, wie lange die Deutsche Bundesbank dem noch tatenlos zuschauen will.» Als Vorstandsmitglied bekleide Sarrazin ein hohes nationales Amt. Auch Grüne und Linke sprachen sich für seine Abberufung aus dem Führungsgremium der Notenbank aus. Der Grünen-Finanzexperte Schick forderte eine Reform des Ernennungsverfahrens für Bundesbank-Vorstände. ddp/apn ddp/apn
Artikel vom 27. August 2010, 03.24 Uhr (letzte Änderung 27. August 2010, 05.10 Uhr)
http://www.fnp.de/fnp/welt/politik/schaeferguembel-nennt-sarrazin-boesartig_rmn01.c.8112564.de.html
DIE WELT: 06:11 Drucken Versenden Bewerten
Sarrazin ist bei der Bundesbank fast unkündbar
Die Grünen haben jetzt eine neue Idee
Berlin - Heinz Buschkowsky, der Bezirksbürgermeister von Neukölln ist selbst ein anerkannter Fachmann für Migration, er kennt Sarrazins Thesen seit Jahren, doch diesmal geht es ihm zu weit. Obwohl der Bürgermeister gegen einen Parteiausschluss des ehemaligen Finanzsenators ist, glaubt er, dass es nun eng wird für den jahrelangen Provokateur mit SPD-Parteibuch. "Er wird es wohl diesmal nicht überleben", sagte Buschkowsky gestern.
Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) hat "kein Verständnis" für seinen früheren Senatskollegen. "Es ist gefährlich, was er macht", sagte Zöllner WELT KOMPAKT. Das Problem sei doch, dass der Erfolg eines Kindes stark mit der Bildung zusammenhänge und der Bildungserfolg wiederum stark vom Umfeld des Kindes abhängig sei. "Wenn Sarrazin jetzt aber einen Zusammenhang zwischen Bildungserfolg und ethnischer Zuordnung herstellt, dann ist das falsch."
Es geht in dieser heftigen, von Sarrazin gesuchten Auseinandersetzung auch wieder um sein eigenes politisches und berufliches Überleben. Die SPD, allen voran Parteichef Sigmar Gabriel, fordert Sarrazin auf, sein Parteibuch zurückzugeben.
SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles legte ihm gestern ebenfalls den Austritt nahe. Dass es sich um eine Bitte handelt, kommt nicht von ungefähr. Ein Rauswurf aus der Partei ist nur schwer möglich. Erst im März war ein Versuch von Berliner Genossen gescheitert, Sarrazin aus der Partei zu entfernen. Ein Parteischiedsgericht votierte für Sarrazin. Ein parteischädigendes Verhalten war ihm nicht nachzuweisen - bei aller Aufregung um ein damaliges Interview im Magazin "Lettre International". Sarrazin war selbst zur Verhandlung in der Weddinger Müllerstraße erschienen, wo die Berliner SPD ihre Landeszentrale hat. Denn der streitbare Ex-Senator sucht die Auseinandersetzung, will argumentieren. Aufgeben, klein beigeben - das ist nicht Sarrazins Sache. Und auch nicht jetzt, unmittelbar vor Erscheinen seines Buchs. Stattdessen nutzt er Interviews, um seine Positionen republikweit zu verteidigen.
In der Berliner SPD gibt es nun Überlegungen, einen zweiten Versuch zu wagen. Der Landes- und Fraktionschef Michael Müller verweist auf das Urteil der hauptstädtischen SPD-Schiedskommission, wonach weiter geprüft werden müsse, wie sich Sarrazin in der Partei verhalte und eventuell weitere Thesen formuliere. Dabei hatte die Berliner SPD gehofft, mit Sarrazins Wegloben hin zur Bundesbank sei man das leidige Thema los.
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Der CDU-Politiker und Chef des Auswärtigen Ausschusses, Ruprecht Polenz, forderte sogar Sarrazins Dienstherren auf, etwas gegen "die islamfeindlichen und menschenverachtenden Tiraden" des Bundesbankers zu unternehmen: "Ich frage mich, wie lange die Deutsche Bundesbank dem noch tatenlos zuschauen will." Doch auch hier gibt es für ein Entfernen aus dem mit jährlich etwa 350 000 Euro dotierten und bis 2014 laufenden Vorstandsjob hohe Hürden. Entlassen kann ihn nur der Bundespräsident auf Antrag des Bundesbankvorstands. Der müsste einen solchen Schritt mit "schweren Verfehlungen" begründen. Dieses Szenario gilt jedoch derzeit als unwahrscheinlich. Entsprechend hieß es aus der Bundesbank zum umstrittenen Buch: "Das ist eine private Angelegenheit von Herrn Sarrazin, er äußert darin seine persönliche Meinung."
Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Renate Künast, regte gestern an, angesichts des wiederholten Ärgers über Sarrazins Äußerungen grundsätzlich den Weg für die Abberufung aus dessen Amt frei zu machen. "Bei Thilo Sarrazin handelt es sich um eine Art Dauerdelikt", sagte sie. Sarrazin schade dem Ansehen der Bundesbank. "Er hetzt in Wahrheit wirklich auf." Aber es gebe keine klaren Regeln für die Abberufung eines Vorstands. In einem Bundestagsantrag wollen die Grünen nun ein dreistufiges Verfahren vorschlagen, bei dem zunächst die Bundesbank und dann die Bundesregierung entsprechende Beschlüsse fassen müssen und der Bundespräsident die Abberufung dann vornimmt. Ob das für Sarrazin gelten kann, ist aber fraglich.
http://www.welt.de/die-welt/vermischtes/article9226704/Sarrazin-ist-bei-der-Bundesbank-fast-unkuendbar.html
DIE WELT: 06:10 Drucken Versenden Bewerten
Der Provokateur
Thilo Sarrazins Buch liefert Altbekanntes, viele Thesen sind haltlos
Von Matthias Kamann
Das Problem dieses Buches besteht darin, dass die Lektüre nicht weiter hilft. Dabei liegt in der aufgeheizten Debatte über Thilo Sarrazin und sein neues Werk "Deutschland schafft sich ab" (DVA) ja nichts näher als der Griff zum Buch: Wenn alle sich empören, ohne dass der dicke Band schon erschienen wäre, wenn ohne Zitat-Nachweise die Bundeskanzlerin ihren Sprecher von "diffamierenden" Formulierungen Sarrazins sprechen lässt und führende Sozialdemokraten dem SPD-Mitglied Sarrazin den Parteiaustritt nahe legen, wenn Grünen-Chef Cem Özdemir ihn einen "Stammeskrieger" nennt und die Bundesjustizministerin ihm "wirre sozio-biologische Annahmen" vorwirft - dann erhofft man sich von der Lektüre die Möglichkeit zur beruhigenden Konzentration auf die Argumente. Doch dabei muss man feststellen, dass dies aus den Empörungsschleifen nicht heraus hilft. Denn die Eigenleistung dieses Autors, das Originelle an ihm, ist tatsächlich die unhaltbare Provokation.
Was der frühere Berliner Finanzsenator und heutige Bundesbankvorstand auf mindestens der Hälfte der 463 Seiten schreibt, ist völlig unproblematisch. Längst gehört zum Mainstream, was Sarrazin über die Alterung der Gesellschaft und den Mangel an qualifiziertem Nachwuchs schreibt, über falsche Anreize durch staatliche Transferzahlungen oder über die Notwendigkeit verpflichtender Kindergartenjahre. Das Einzige, was sich hier kritisch fragen lässt, ist, warum Sarrazin das noch einmal schreiben muss.
Das gilt auch für das, was er auf weiteren hundert Seiten ausbreitet, nämlich eine entschiedene Kritik muslimischer Migrantengruppen. Autorinnen wie Necla Kelek, Seyran Ates oder Kirsten Heisig haben längst alles gesagt über die Gewalttätigkeit vieler Jugendlicher aus diesen Milieus, über Frauenunterdrückung, dogmatische Religiosität und miserable Deutschkenntnisse. Sarrazin schreibt denn auch das meiste ab bei diesen Frauen oder beim Neuköllner Bürgermeister Heinz Buschkowsky - die ja in vielem schlicht Recht haben.
Kritisch einzuwenden gegen Sarrazin ist da allenfalls, dass es ihm beim Thema Migranten fast ausschließlich um Problembezirke vieler Großstädte geht, kaum einmal um die gelungene Integration türkischer Facharbeiter in Süddeutschland. Das hat zur Folge, dass Sarrazin nicht würdigt, wie sehr ein günstiges ökonomisches Umfeld die Integration fördert, während er bei den kaum integrierten Türken in den Armutsquartieren der Metropolen dazu neigt, deren Selbstverschulden zu überschätzen.
Doch diese Überschätzung dürfte kein Zufall sein. Denn Sarrazin benötigt dies als Ausgangspunkt für sein einziges neues Argument: Dass es bei muslimischen Migranten eine grundsätzliche Verweigerungshaltung gebe, weshalb man deren weitere Ausbreitung unterbinden müsse.
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Sarrazin geht aus von dem empirisch gesicherten Befund, dass auch im Vergleich mit anderen Migrantengruppen "Muslime in Deutschland eine unterdurchschnittliche Beteiligung am Arbeitsmarkt haben, unterdurchschnittliche Erfolge im Bildungswesen und eine überdurchschnittliche Quote von Transferleistungen sowie eine überdurchschnittliche Beteiligung an der Gewaltkriminalität". Dies verhärtet sich bei ihm zu der Position, dass die Kultur und der Glaube der Muslime, sowie ihre Herkunft aus Unterschichtmilieus ihrer Heimat, eine Integration nur dann denkbar machen, wenn sie sich von ihren Prägungen lösen. Man müsse von ihnen nicht nur erwarten, dass sie Deutsch lernen, Bildungsehrgeiz entwickeln und ihren Lebensunterhalt selbst verdienen, sondern auch, "dass ihr euch an die Sitten und Gebräuche Deutschlands anpasst und dass ihr mit der Zeit Deutsche werdet - wenn nicht ihr, dann spätestens eure Kinder".
Da er diese Bereitschaft hierzu aber bei den Muslimen vermisst, befürchtet er zum anderen, dass "Deutschland sich abschafft", dass also seine Nachfahren nicht mehr "in einem Deutschland leben, in dem die Verkehrssprache Deutsch ist und die Menschen sich als Deutsche fühlen, in einem Land, das seine kulturelle und geistige Leistungsfähigkeit bewahrt und weiterentwickelt hat". Dass es so weit kommen könnte, vermutet er, weil die Geburtenrate der Migranten und der Unterschicht deutlich höher sei als die der deutschen Bildungsbürger (wobei er neueste Untersuchungen zur sinkenden Geburtenrate auch bei Migrantinnen noch nicht kennen konnte). Dies lässt ihn nicht nur fürchten, dass Deutschland in hundert Jahren mehrheitlich muslimisch wird, sondern auch, dass es dümmer wird. Denn in der Unterschicht sei man nun einmal weniger gebildet, damit werde auch die Intelligenz weniger gefördert - und das setze sich durch die Generationen hindurch fort, weil Intelligenz "zu 50 bis 80 Prozent vererbt" werde.
Freilich stützt sich Sarrazin zum Beleg seiner höchst unscharfen These von der Vererbung ("50 bis 80 Prozent" sind eine große Spannbreite) stets nur auf Untersuchungen zur Intelligenzvererbung von den Eltern auf die Kinder, also zwischen zwei Generationen. Wie sich längerfristig die Intelligenz einer Bevölkerungsgruppe entwickelt, ist völlig unklar. Zwar führt er ein Beispiel an, die europäischen Juden, bei denen vor dem Krieg ein durchschnittlich höherer IQ gemessen wurde. Doch dieses Beispiel ist untauglich. Zum einen wurden bei den IQ-Messungen Millionen von ärmlichen Land-Juden ausgeblendet, die Daten sind also nicht aussagekräftig. Zum andern würden die Juden gerade nach Sarrazins Argumentation seinen Thesen widersprechen. Denn die vermeintlich höhere Intelligenz der Juden leitet er daraus ab, dass sie unter einem hohen "Selektionsdruck" (Sarrazin) gestanden hätten, der sie in geistig anspruchvolle Berufe gepresst habe, so dass sie ihre Intelligenz ausbilden mussten. Übertragen auf muslimische Migranten würde dies aber heißen: Fördert sie nur, dann werden sie schlauer. Damit wäre Sarrazins These von der vererbten Dummheit hinfällig.
Zwar hält sich Sarrazin fern von eugenischen Plänen, die im 19. und 20. Jahrhundert zur zwangsweisen Geburtenbeschränkung in der Unterschicht entworfen wurden. Doch argumentativ steht er in einer Tradition, die von Malthus über die Sozialdarwinisten bis zu Geburtenbeschränkungen für die Unterschicht in Schweden reichen: Die Hochkulturen ziehen die Barbaren an, diese vermehren sich ungebremst, während die Klugen dekadent aussterben, weshalb man bevölkerungspolitisch umsteuern muss. Es bleibt dabei Thilo Sarrazins Geheimnis, warum er sich nicht fragt, was an diesen Thesen dran ist, wenn sie vor rund 150 Jahren Verfallsprognosen für etwa 1950 erstellten, die dann nicht eintraten.
Vielleicht ist es aber doch kein Geheimnis: Sarrazin muss jene kühnen Thesen von der generativen Vererbungsspirale der Dummheit aufstellen, um nicht ins Fahrwasser dessen zu geraten, was langweiligerweise von "Gutmenschen" gefordert wird: in einer Mischung aus Fördern und Fordern die muslimischen Migranten bei der Integration zu unterstützen. Würde Sarrazin das propagieren, wäre es wohl um seine Originalität geschehen, die im Provozieren besteht. In einem Provozieren, dass ihm derart heftige Reaktionen einträgt, dass er sich neuerlich bestärkt sieht in seiner Rolle als Provokateur.
http://www.welt.de/die-welt/vermischtes/article9226701/Der-Provokateur.html
Wieder Streit um Thilo Sarrazin
"Nicht länger tatenlos zusehen"
Martin Dowideit, veröffentlicht am 27.08.2010
Berlin - Die Kritik an dem früheren Berliner Finanzsenator und derzeitigem Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin (SPD) wird schärfer. Aus allen Bundestagsparteien hagelte es am Donnerstag Kritik an vermeintlich migrations- und islamkritischen Äußerungen, die der 65-Jährige in einem Buch vertritt, das bisher nur in Auszügen aus einem Vorabdruck bekannt ist. Der CDU-Abgeordnete und Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Ruprecht Polenz, forderte in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" die Bundesbank auf, nicht länger tatenlos das Verhalten Sarrazins zu akzeptieren. Das Bild Deutschlands im Ausland werde dadurch eingetrübt. Die Grünen wollen im Bundestag auf ein Gesetz dringen, das die Abberufung von Bundesbankvorständen neu regeln soll.
Siehe auch
Trotz Migrantenschelte Sarrazin darf in SPD bleiben »
Sarrazin-Interview Mitarbeiter rieten zu Interview »
Kommentar Falsche Tonlage »
Nach Äußerungen über Migranten Sarrazin muss Macht abgeben »
Kommentar zum Sarrazin-Interview Zündler überall »
Zentralrat der Juden "Sarrazin macht Hitler Ehre" »
Provokateur Thilo Sarrazin Ein schwerer Fall von Ruhestörung »
Bei der Bundesbank ist die offizielle Position, dass es sich bei den Äußerungen Sarrazins um private Aussagen handelt und diese nicht im Zusammenhang mit seinem Amt stünden. Im Kodex für Bundesbankvorstände heißt es, dass "schriftstellerische ... Tätigkeiten von Vorstandsmitgliedern ... allgemein genehmigt sind". Die Mitglieder des Gremiums müssten deutlich machen, die Werke "als Privatperson" verfasst zu haben. Allerdings heißt es in dem 2004 verabschiedeten Papier auch: Vorstände "verhalten sich jederzeit in einer Weise, die das Ansehen der Bundesbank und das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Bundesbank aufrechterhält und fördert". Gegen diesen Passus verstößt Sarrazin nach Ansicht vieler Politiker. Der Beauftragte für gute Behördenführung (Corporate Governance) der Bundesbank ist bisher nicht auf das Thema angesprochen worden. "Ich bin in meiner Funktion nicht in Anspruch genommen worden", sagte Uwe Schneider, der im Hauptamt Wirtschafts- und Arbeitsrecht in Darmstadt lehrt, zur Stuttgarter Zeitung. Er bezweifele zudem, ob er "überhaupt zuständig wäre".
Die Bundesbank ist von politischer Einflussnahme unabhängig
Denn schon einmal hatte Bundesbankpräsident Axel Weber versucht, Sarrazin aus dem Amt zu drängen, weil er den Ruf der Institution gefährdet sah. Ausgerechnet in der muslimisch geprägten Türkei weilte Weber im Herbst 2009, als Sarrazin zum ersten Mal mit vermeintlich islamkritischen Äußerungen Aufregung in der Bundesbank verursachte. Weber legte seinem Vorstandskollegen damals den Rücktritt nahe, was anderen Mitgliedern des sechsköpfigen Spitzengremiums zu weit ging. Am Ende verlor Sarrazin die Zuständigkeit für das Bargeldressort in der Bundesbank und ist seitdem im Wesentlichen nur noch für Informationstechnik zuständig.
Die Unabhängigkeit der Bundesbank von politischer Einflussnahme macht die Abberufung eines Vorstandsmitglieds generell schwierig. Die Entscheidung muss zunächst der Vorstand durch Mehrheitsentscheid fällen und darf dies nur, wenn etwa Unfähigkeit infolge schwerer Krankheit oder schwere Verfehlungen vorliegen. Den Maßstab für schwere Verfehlungen legt der Vorstand selbst fest. Die Entlassung aus dem Amt muss dann letztlich der Bundespräsident vornehmen.
Sarrazin wiederholt im Buch seine umstrittenen Thesen
Dieser Weg ist in der Geschichte der Bundesbank noch nie begangen worden. Zweimal jedoch nahm der Bundespräsident Rücktrittsgesuche von Bundesbankpräsidenten entgegen: 1991 von Karl-Otto Pöhl, der sich über den politisch festgelegten Wechselkurs zwischen D-Mark und Ostmark aufgeregt hatte, und 2004 von Ernst Welteke, der sich großzügig von der Dresdner Bank hatte einladen lassen.
Nach dem heftig umstrittenen Interview in "Lettre International" im vergangenen Jahr hatte Sarrazin sich entschuldigt und mitgeteilt, er habe nicht die Absicht gehabt, "einzelne Volksgruppen zu diskreditieren". Gleichzeitig versprach er, sich künftig zurückzuhalten. Doch nun schreibt er in seinem Buch unter anderem, dass "Staat und Gesellschaft im Laufe weniger Generationen von den Migranten übernommen" würden, sollten sich deren Geburtenraten nicht ändern. Die Antwort, wie das zu seinem früheren Versprechen der Zurückhaltung passt, ist Sarrazin bisher schuldig geblieben. In einem Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit" versuchte Sarrazin nun die massiven Vorwürfe zu relativieren. Sein Buch ziele "nirgends auf ethnische, sondern auf kulturelle Abgrenzungen". Beim Online-Buchhändler Amazon steht das Werk bereits vor seiner Veröffentlichung auf dem ersten Verkaufsrang.
http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2607122_0_9223_-wieder-streit-um-thilo-sarrazin-nicht-laenger-tatenlos-zusehen-.html
FreeEurope
27.08.2010, 07:40
Blödvolk aufgepasst - die ARD erklärt uns die Welt...
ZRBEXT3QMXk
RSS Fakten_Fiktionen
27.08.2010, 09:00
Der heutige Ausschnitt aus dem Sarrazin-Buch in BILD:
Weiterlesen... (http://fact-fiction.net/?p=4884)
Möglicherweise droht Sarrazin Ungemach von anderer Seite. Zwar haben die Berliner Staatsanwälte das Verfahren gegen ihn wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung im November eingestellt, dafür ermittelt seit Ende Juli die Staatsanwaltschaft Darmstadt wegen des Vorwurfs der Volksverhetzung. In einer Rede hatte er gesagt, die Deutschen würden wegen der Zuwanderung aus der Türkei, dem Nahen Osten und Afrika durchschnittlich dümmer. Einwanderer bekämen mehr Kinder als Deutsche. Damit gebe es eine unterschiedliche Vermehrung von Bevölkerungsgruppen mit unterschiedlicher Intelligenz. Daraufhin erstatteten einige Zuhörer Anzeige.
Bedeutung des sozialen Umfelds
Richard Lewontin argumentiert, dass die Meinung, Intelligenz sei zum Großteil erblich **und Umwelteinflüsse seien nicht innerhalb der Familie zu suchen, durch falsche Interpretation von Adoptionsstudien zustande gekommen sei. Bei richtiger Interpretation der Studien sei es offensichtlich, dass die von Geschwistern geteilte familiäre Umwelt eine große Rolle spiele.[39]
Lewontin erklärt diese These mit einem Gleichnis:
Man stelle sich vor, man habe einen Sack voll Weizenkörner. Man teile diesen Sack rein zufällig in zwei Hälften. Die eine Hälfte säe man auf einem fruchtbaren Boden, den man gut wässert und düngt. Die andere Hälfte werfe man auf einen kargen Acker.
Wenn man nun das erste Feld betrachtet, wird einem auffallen, dass die Weizenähren verschieden groß sind. Man wird dies auf die Gene zurückführen können, denn die Umwelt war für alle Ähren gleich.
Wenn man das zweite Feld betrachtet, wird man die Variation innerhalb des Feldes auch auf die Gene zurückführen können.
Doch es wird auch auffällig sein, dass es große Unterschiede zwischen dem ersten Feld und dem zweiten Feld gibt. Auf dem ersten Feld sind die Unterschiede zu 100 % genetisch, auf dem zweiten Feld sind die Unterschiede zu 100 % genetisch, doch das heißt nicht, dass die Unterschiede von Feld 1 und Feld 2 auch genetisch sind.
Ebenso sieht Lewontin es mit dem sozialen Umfeld: Die IQ-Unterschiede innerhalb einer Schicht können zu einem gewissen Prozentsatz genetisch sein, doch dies würde nicht zur Folge haben, dass die Unterschiede zwischen zwei Schichten ebenfalls genetisch sein müssten. Als Beweis nennt er Adoptionssstudien, zum Beispiel die von Skodak und Skeels oder die Minnesota Transracial Adoption Study.
Als Analogie nennt er auch die Körpergröße, von der bekannt ist, dass sie zum Großteil genetisch bedingt ist. Diese Ursache kann jedoch nur innerhalb einer Schicht als ausreichend angesehen werden, zwischen verschiedenen sozialen Schichten entsteht trotzdem ein Unterschied, der heutzutage mit drei bis vier Zentimetern angegeben wird. Mit zunehmend wirtschaftlichem Wohlstand steigt auch die Körpergröße ganzer Nationen.
** Intelligenz zum Großteil erblich. Soziale & kulturelle Faktoren sorgen dann dafür, ob & wie sich Intelligenz entwickeln kann. Das ist in allen Ethnien dasselbe. http://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenz
Intelligenz vererbbar - oder ein Produkt des sozialen Umfelds?
- Einige Aspekte -
• H.GODDARD untersucht 1921 eine weitverzweigte Familie, die auf einen
Stammvater zurückging. Dieser Mann hatte aus einer Beziehung mit einem
schwachsinnigen Mädchen und aus seiner Ehe mit einer normal intelligenten Frau
mehrere Kinder. Von den 189 eruierbaren Nchkommen der schwachsinnigen
Frau waren nicht weniger als 143 intellektuell unterbegabt, von den 496
Nachkommen der Ehefrau zeigt kein einziger einen Schwachsinnsdefekt.
Begabung und Intelligenz vererbbar!?
http://www.create.sriedmann.com/psycho/Intelligenz.pdf
Intelligenzverteilung für Menschen zwischen zehn und sechzig Jahren:
* 2,20% der Menschen erreichen bei Tests nur einen Intelligenzquotienten von 62 und weniger (extrem niedrige Intelligenz);
* 6,72% haben einen IQ von 63 – 78 (sehr niedrige Intelligenz);
* 16,13% erreichen 79 – 90 (niedrige Intelligenz)
* 50,00% liegen bei IQ 91 – 109 (durchschnittliche Intelligenz);
* 16,13% erreichen 110 – 117 (hohe Intelligenz)
* 6,72% schaffen sogar 118 – 126 (sehr hohe Intelligenz);
* 2,20% der Menschen haben sogar > 127
http://www.pflegewiki.de/wiki/Oligophrenie
Womit klar zu erkennen ist, das Sarrazin's These von Kultur & Bildung durchaus stimmig ist - wenn auch eher unglücklich ausgedrückt.
Was mich an Sarrazin stört, ist seine Unglaubwürdigkeit. Die darin begründet liegt, dass er selbst in vielen Jahren seiner politischen Tätigkeit nichts dazu beigetragen hat, etwas an den Zuständen zu ändern. Sondern erst jetzt - im Alter - fängt er an, die Klappe aufzureißen. Wobei er sich das jetzt eben leisten kann - denn es geht ja nicht an Eingemachte. :icon_tdown:
Toranaga
27.08.2010, 10:16
Sarrazins Glück: Er ist nahezu unkündbar (http://www.welt.de/die-welt/politik/article9227120/Sarrazins-Glueck-Er-ist-nahezu-unkuendbar.html) [/URL]
WELT ONLINE - Vor 2 Stunden
Von Martin Greive Die Beziehung zwischen Bundesbank-Präsident Axel Weber und Thilo Sarrazin war von Anfang an ein großes Missverständnis. ...
[URL="http://www.welt.de/die-welt/vermischtes/article9226704/Sarrazin-ist-bei-der-Bundesbank-fast-unkuendbar.html"]Sarrazin ist bei der Bundesbank fast unkündbar (javascript:void(0);) WELT ONLINE
SPD-Problem Sarrazin: Der Thesenritter (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,713730,00.html) Spiegel Online
Die Sarrazin-Hasser werden auf sein Dienstende warten müssen !
Toranaga
27.08.2010, 10:19
Sarrazin ist bei der Bundesbank fast unkündbar
Die Grünen haben jetzt eine neue Idee
Berlin - Heinz Buschkowsky, der Bezirksbürgermeister von Neukölln ist selbst ein anerkannter Fachmann für Migration, er kennt Sarrazins Thesen seit Jahren, doch diesmal geht es ihm zu weit. Obwohl der Bürgermeister gegen einen Parteiausschluss des ehemaligen Finanzsenators ist, glaubt er, dass es nun eng wird für den jahrelangen Provokateur mit SPD-Parteibuch. "Er wird es wohl diesmal nicht überleben", sagte Buschkowsky gestern.
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Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) hat "kein Verständnis" für seinen früheren Senatskollegen. "Es ist gefährlich, was er macht", sagte Zöllner WELT KOMPAKT. Das Problem sei doch, dass der Erfolg eines Kindes stark mit der Bildung zusammenhänge und der Bildungserfolg wiederum stark vom Umfeld des Kindes abhängig sei. "Wenn Sarrazin jetzt aber einen Zusammenhang zwischen Bildungserfolg und ethnischer Zuordnung herstellt, dann ist das falsch."
Es geht in dieser heftigen, von Sarrazin gesuchten Auseinandersetzung auch wieder um sein eigenes politisches und berufliches Überleben. Die SPD, allen voran Parteichef Sigmar Gabriel, fordert Sarrazin auf, sein Parteibuch zurückzugeben.
SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles legte ihm gestern ebenfalls den Austritt nahe. Dass es sich um eine Bitte handelt, kommt nicht von ungefähr. Ein Rauswurf aus der Partei ist nur schwer möglich. Erst im März war ein Versuch von Berliner Genossen gescheitert, Sarrazin aus der Partei zu entfernen. Ein Parteischiedsgericht votierte für Sarrazin. Ein parteischädigendes Verhalten war ihm nicht nachzuweisen - bei aller Aufregung um ein damaliges Interview im Magazin "Lettre International". Sarrazin war selbst zur Verhandlung in der Weddinger Müllerstraße erschienen, wo die Berliner SPD ihre Landeszentrale hat. Denn der streitbare Ex-Senator sucht die Auseinandersetzung, will argumentieren. Aufgeben, klein beigeben - das ist nicht Sarrazins Sache. Und auch nicht jetzt, unmittelbar vor Erscheinen seines Buchs. Stattdessen nutzt er Interviews, um seine Positionen republikweit zu verteidigen.
In der Berliner SPD gibt es nun Überlegungen, einen zweiten Versuch zu wagen. Der Landes- und Fraktionschef Michael Müller verweist auf das Urteil der hauptstädtischen SPD-Schiedskommission, wonach weiter geprüft werden müsse, wie sich Sarrazin in der Partei verhalte und eventuell weitere Thesen formuliere. Dabei hatte die Berliner SPD gehofft, mit Sarrazins Wegloben hin zur Bundesbank sei man das leidige Thema los.
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http://ww251.smartadserver.com/call/pubi/10034/(archiv_story)//1282896977361/ (http://ww251.smartadserver.com/call/pubjumpi/10034/(archiv_story)//1282896977361/)
Der CDU-Politiker und Chef des Auswärtigen Ausschusses, Ruprecht Polenz, forderte sogar Sarrazins Dienstherren auf, etwas gegen "die islamfeindlichen und menschenverachtenden Tiraden" des Bundesbankers zu unternehmen: "Ich frage mich, wie lange die Deutsche Bundesbank dem noch tatenlos zuschauen will." Doch auch hier gibt es für ein Entfernen aus dem mit jährlich etwa 350 000 Euro dotierten und bis 2014 laufenden Vorstandsjob hohe Hürden. Entlassen kann ihn nur der Bundespräsident auf Antrag des Bundesbankvorstands. Der müsste einen solchen Schritt mit "schweren Verfehlungen" begründen. Dieses Szenario gilt jedoch derzeit als unwahrscheinlich. Entsprechend hieß es aus der Bundesbank zum umstrittenen Buch: "Das ist eine private Angelegenheit von Herrn Sarrazin, er äußert darin seine persönliche Meinung."
Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Renate Künast, regte gestern an, angesichts des wiederholten Ärgers über Sarrazins Äußerungen grundsätzlich den Weg für die Abberufung aus dessen Amt frei zu machen. "Bei Thilo Sarrazin handelt es sich um eine Art Dauerdelikt", sagte sie. Sarrazin schade dem Ansehen der Bundesbank. "Er hetzt in Wahrheit wirklich auf." Aber es gebe keine klaren Regeln für die Abberufung eines Vorstands. In einem Bundestagsantrag wollen die Grünen nun ein dreistufiges Verfahren vorschlagen, bei dem zunächst die Bundesbank und dann die Bundesregierung entsprechende Beschlüsse fassen müssen und der Bundespräsident die Abberufung dann vornimmt. Ob das für Sarrazin gelten kann, ist aber fraglich.
Jetzt soll wohl extra ein Gesetz zur Entlassung von Sarrazin gemacht werden. Das erinnert fatal an das 3.Reich.
Toranaga
27.08.2010, 10:27
Käßmann findet Sarrazin "menschenverachtend" (http://www.welt.de/politik/deutschland/article9227889/Kaessmann-findet-Sarrazin-menschenverachtend.html)
Als Deutscher müsse Sarrazin wissen, was er mit der Diffamierung einer Bevölkerungsgruppe anrichten könne, erklärte die ehemalige Bischöfin.
Die ehemalige EKD-Chefin
http://www.welt.de/multimedia/archive/01127/kaessmann_DW_Polit_1127893p.jpg (http://www.welt.de/vermischtes/article6518548/Die-ehemalige-EKD-Chefin.html) Foto: dpa Sie war die erste Frau an der Spitze der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD): Landesbischöfin Margot Käßmann.
http://www.welt.de/multimedia/archive/01027/Kaessmann_2006_tea_1027191p.jpg (http://www.welt.de/vermischtes/article6518548/Die-ehemalige-EKD-Chefin.html) Foto: dpa Nachdem sie mit Alkhol am Steuer erwischt wurde, trat sie zurück.
http://www.welt.de/multimedia/archive/01027/Kaessmann_2009_DW__1027181p.jpg (http://www.welt.de/vermischtes/article6518548/Die-ehemalige-EKD-Chefin.html) Foto: picture-alliance/ dpa/dpa Zuvor vertrat sie rund 25 Millionen Protestanten in Deutschland.
http://www.welt.de/multimedia/archive/01027/Kaessmann_scheidun_1027186p.jpg (http://www.welt.de/vermischtes/article6518548/Die-ehemalige-EKD-Chefin.html) Foto: dpa/dpa ORIGINAL zu : O:\\BILDER\\B_FERTIG\\MAWE1116.EPS Die Bischöfin stand schon vor der Alökoholfahrt mehrfach in der Kritik: unter anderem wegen der Scheidung von ihrem Ehemann Eckhard.
http://www.welt.de/multimedia/archive/01027/Kaessmann_2009_DW__1027169p.jpg (http://www.welt.de/vermischtes/article6518548/Die-ehemalige-EKD-Chefin.html) Foto: dpa/DPA Ihre kurze Amtszeit war bestimmt von der Kontroverse um ihre Kritik am Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr.
http://www.welt.de/multimedia/archive/01027/Kaessmann_2010_2_D_1027171p.jpg (http://www.welt.de/vermischtes/article6518548/Die-ehemalige-EKD-Chefin.html) Foto: dpa/DPA Nichts ist gut in Afghanistan, hatte die Bischöfin in ihrer Neujahrspredigt gesagt, und damit viel Protest, auch aber Unterstützung erfahren.
http://www.welt.de/multimedia/archive/01027/Kaessmann_2006_DW__1027168p.jpg (http://www.welt.de/vermischtes/article6518548/Die-ehemalige-EKD-Chefin.html) Foto: dpa/DPA Als moralische Instanz hatte Käßmann in Deutschland ...
http://www.welt.de/multimedia/archive/01027/Kaessmann_2010__As_1027178p.jpg (http://www.welt.de/vermischtes/article6518548/Die-ehemalige-EKD-Chefin.html) Foto: dpa/DPA ... eine besondere Verantwortung.
Ex-Bischöfin Margot Käßmann empfindet die Äußerungen von Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin zur Integration von Muslimen in Deutschland als menschenverachtend. „Gerade in Deutschland haben wir die Erfahrung gemacht, wenn Bevölkerungsgruppen derart diffamiert werden, was das bedeuten kann an Ausgrenzung, an Menschenverachtung bis hin zur Auslöschung von Menschenleben“, sagte Käßmann im Gespräch mit dem Radiosender NDR Kultur.
Video
http://www.welt.de/multimedia/archive/01190/100826_sarrazin_vi_1190955l.jpg
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Sarrazin sorgt mit neuem Buch für Empörung
Sarrazin hatte mit Vorabdrucken aus seinem neuen Buch, das in der kommenden Woche erscheint, einen Proteststurm ausgelöst. In dem Buch warnt der SPD-Politiker und frühere Berliner Finanzsenator (SPD) davor, dass die Deutschen zu „Fremden im eigenen Land“ würden.
Käßmann sagte dem Sender: „Ich denke, gerade in Deutschland müssen wir da sehr sensibel sein.“ Sie empfinde es als „schwierig“, dass viele Menschen ähnlich empfänden wie Sarrazin und er pauschal etwas ansprechen könne, was für viele ein Problem sei.
Die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) plädierte dafür, Integrationsprobleme konstruktiv anzugehen und beispielsweise viel früher als bisher Sprachförderungen für Kinder anzubieten. „Mit Pauschalurteilen zu kommen und abzuurteilen, das hilft doch keinem Menschen“, sagte Käßmann.
Nätürlich muss auch Käßman ihren Käs, ähm Senf dazu abgeben. :confuse: Hat sie wieder getrunken.
Elbegeist
27.08.2010, 11:19
Leipziger Verlags- und Druckereigesellschaft mbH & Co. KG
„Wir sind nicht das Weltsozialamt“
Udo Ulfkotte gibt der Migrationskritik von Thilo Sarrazin Recht / Eigenes
Buch zu Fehlern der Zuwanderungspolitik in Deutschland erscheint Anfang
September
Berlin/Leipzig. Der Islamkritiker Udo Ulfkotte hat parallel zu Thilo Sarrazin eine
eigene Analyse zu den Migrationsproblemen in Deutschland erarbeitet. Sein Buch
"Kein Schwarz. Kein Rot. Kein Gold. Armut für alle im lustigen Migrantenstadl" ist
eine bittere Abrechnung mit der Zuwanderungspolitik.
Frage: Herr Ulfkotte, Sarrazin schreibt, „Deutschland schafft sich ab,“ Sie
veröffentlichen ein Buch mit dem Titel „Kein Schwarz. Kein Rot. Kein Gold - Armut für
alle im lustigen Migrantenstadl“. Ist es gerade schick, den Untergang
herbeizuschreiben?
Udo Ulfkotte: Der Untergang ist sicherlich noch ein wenig entfernt. Dennoch sind
wir auf dem besten Wege in mehr Staatsverschuldung, mehr Kriminalität, mehr
Politik- und Demokratieverdrossenheit sowie rasant anwachsender Unzufriedenheit
der Menschen in diesem Land. In Deutschland im Jahre 2010 brauchen wir dringend
eine Diskussion über die tatsächlichen Daten und Fakten, wir müssen weg von
manipulierten Kriminalstatistiken und geschönten Zahlen der Sozialbehörden. Das
Stichwort dabei lautet „Migrationshintergrund“. Was jedem Polizeibeamten,
Justizvollzugsbeamten, Richter und Staatsanwalt sowie Mitarbeitern der
Arbeitsagentur und den Sozialbehörden längst bekannt ist, wird den Bürgerinnen und
Bürgern in diesem Land aufwendig verschwiegen, obwohl diese insbesondere in den
Ballungszentren eine andere „Realität“ tagtäglich leben und erfahren müssen.
Das allein reicht aber noch nicht für die auch von ihnen prophezeite Apokalypse.
Warten Sie es ab. Aus Deutschland, einst dem Land der Dichter und Denker, wird
Dank Zuwanderung aus kulturfernen Ländern jetzt rasend schnell das Land der
Hilfsarbeiter. Diese Zuwanderer richten unglaubliche Schäden bei uns an. Darüber
muss man endlich offen sprechen: Migranten haben allein bis 2007 immerhin schon
mehr als eine Billion (!) Euro mehr aus unseren Sozialsystemen herausgenommen,
als sie in diese einbezahlt haben. Es sind schlimmere Wohlstandsvernichter als die
Heuschrecken der Finanzindustrie. Von den 1,7 Billionen Euro Staatsschulden die wir
haben, verdanken wir fast zwei Drittel unseren Migranten. Wir haben eine völlig
absurde Migrationsindustrie entstehen lassen, die bald hinter jeden kulturfernen
Migranten einen Betreuer platziert. Jeder Migrant kostet den deutschen Steuerzahler
mindestens 40.000, eher 50.000 Euro. Das ist aber ein rein statistischer Wert.
Asiatische Migranten und russische Juden etwa werden schnell zur realen
Bereicherung, kosten uns nichts, dafür kosten Zuwanderer aus dem islamischen
Kulturkreis kaum vorstellbare Summen. Bei ihnen ist das von der Politik so sehr
erwünschte Potential in der Realität eben ein gewaltiges Vernichtungspotential. Es
sind Wohlstandsvernichter, die man in Massen in unseren Sozialämtern findet. Wir
müssen jetzt sparen. Sparen wir uns also endlich unsere kulturfernen Migranten.
Warum nur müssen allein die Migranten als Sündenböcke herhalten? Viele sehen
doch eher in den Zumwinkels die bösen Buben der Republik?
Es ist sicherlich das Gesamtkonzept, was auf die Tagesordnung gehört. Auch die
„Zumwinkels“ haben zum Schaden an dieser Gesellschaft beigetragen. Wir erleben
„Bonusmeilenbetrüger“ die nach wenigen Jahren Parteichefs werden können und
vom Lobbyismus getragene Politiker und Gewerkschaftsfunktionäre, die in ranghohe
Führungspositionen der Wirtschaft wechseln. Der demokratieverdrossene Deutsche
nimmt das noch so hin. Aber beim Thema Migration knallt es irgendwann in diesem
Land, denn Migranten produzieren nicht nur viel höhere Schäden, als die
Heuschrecken der Finanzindustrie und Politik, sie produzieren sie auch Tag für Tag
neu. Schauen wir doch einfach einmal in die Geschichte: Millionen Einwanderer, die
im 19. Jahrhundert von Europa aus den Atlantik überquerten, um in der Neuen Welt
auf dem amerikanischen Kontinent ihr Glück zu suchen, erhielten dort weder
Sozialunterstützung noch Sprach- oder Integrationskurse. Sie wurden auch nicht zu
Konferenzen beim Innenminister eingeladen, um über ihre religiösen Gefühle zu
diskutieren. Und sie erhielten keine Beraterverträge bei Regierungen, die Angst davor
hatten, die in Massen ins Land strömenden Neuankömmlinge zu »diskriminieren«.
Integration erfolgte eher nebenbei während der Suche nach Arbeit und dem
mühevollem Unterfangen, das tägliche Überleben zu sichern. Der Motor der
Integration war der Wille der Einwanderer, den sozialen Aufstieg zu erreichen. Sie
wollten den Einwanderergettos entfliehen, ein normales Leben führen. Dafür waren
sie bereit, Tag und Nacht zu arbeiten, wenn es sein musste. Der europäische
Sozialstaat ging allerdings den gegenteiligen Weg. Die Migranten strömten in die
Gettos – und verblieben dort, nicht zuletzt auf eigenen Wunsch. Der europäische
Sozialstaat forderte keine Leistungsbereitschaft ein, sondern hängte viele der
Zuwanderer an den finanziellen Tropf – unabhängig davon, was und wie viel der
Einzelne für das Gemeinwesen hätte leisten können. Dass der Tropf irgendwann
völlig leer sein musste, war nur eine Frage der Zeit. Insofern werden wir ausgenutzt.
Und das kann und muss man den Migranten, die das in Massen machen, auch
vorwerfen dürfen. Nicht nur die gefräßigen Heuschrecken der Finanzindustrie, auch
jene der Migrantions- und Integrationsindustrie müssen irgendwann die von ihnen
angerichteten Schäden wieder beheben. Irgendwann ist Zahltag. Dann wird
abgerechnet.
Es wimmelt in ihrem Buch nur so von zugewanderten Sozialbetrügern, Kriminellen
und besonders dreist auftretenden Hilfsempfängern. Ist diese Aufzählung nicht ein
Schlag ins Gesicht der Zuwanderer, die sich ernsthaft um Arbeit und Eingewöhnung
bemühen?
Genau das ist es nicht. Gerade die zugewanderten Mitbürger, die sich hier nach ihren
Möglichkeiten integrieren, rechtschaffend Leben und ihrer Arbeit nachgehen sowie
ihre Steuern bezahlen fragen sich, warum wir gegen die „schwarzen Schafe“ aus
ihren Reihen rein gar nichts unternehmen und diese sogar noch bevorzugen. Sie sind
es, die an die Stadtränder ziehen, um sich von den vielen Ausplünderern zu
distanzieren. Genau diese Menschen werden die Benachteiligten sein, wenn wir an
den verallgemeinerten Punkt kommen, dass „die Ausländer“ uns großen Schaden
zufügen. Auch das gilt es mit einer ehrlichen und öffentlichen Diskussion zu
verhindern.
Sie zitieren den amerikanischen Buchautoren und Financial-Times-Journalisten
Christopher Caldwell, wonach die Einwanderung nach Europa weder einen
volkswirtschaftlichen Nutzen gebracht hat noch den Wohlfahrtstaat stabilisiert hat.
Wir können im schrumpfenden Deutschland doch nicht ernsthaft auf Zuwanderung
verzichten?
Dieses Deutschland würde höchstwahrscheinlich nicht so sehr schrumpfen, wenn wir
eklatante Ungerechtigkeiten, insbesondere in den Ballungszentren der Republik,
konsequent ausschalten würden. Derzeit ist es so, dass zum Beispiel ein rechtmäßig
anerkannter Asylbewerber gleiches Anrecht auf Kindergeld besitzt –ohne jemals in
diese Sozialsystem eingezahlt zu haben-, wie ein deutscher Mitbürger, welcher
tagtäglich rechtschaffend seiner Arbeit nachgeht und seine Steuern bezahlt. Hinzu
kommt die stetig steigende Ausländerquote von Migrantenkindern aus bildungsfernen
Schichten, welche mehr und mehr unsere Schulen in den Ballungszentren bevölkern.
In diesen Landstrichen der Republik kann sich selbst ein Nichtmathematiker am
Taschenrechner sehr leicht ausrechnen, wo die Geburtenrate hinführt und welche
Konsequenzen dies für die Zukunft unseres Landes haben wird. Attraktiv für eine
Familienförderung erscheinen diese Zahlen und Fakten nicht – eher für eine
konsequente Auswanderung. Und deshalb packen intelligente Türken ja auch ihre
Koffer und gehen. Nur die dümmeren bleiben zurück. Ich kann mir allerdings nichts
Schöneres für eine künftige Generation vorstellen als eine schrumpfende
Bevölkerungszahl in Deutschland.
Wie bitte? Es fällt mir schwer, Ihnen zu folgen...
Ob sich unsere Kinder einmal werden vorstellen können, dass wir viel Zeit in Staus
auf den Straßen verbracht haben? Werden sie es wirklich vermissen, nicht in
übervollen stinkenden Zugabteilen der Bahn zu reisen? Stellen Sie sich doch auch
einfach einmal vor, Sie können im Sommer endlich grillen oder Radio auf der
Terrasse hören, ohne dass es den dann weit entfernten Nachbarn stört. Da ist halt
kein Nachbar am Balkon, der gerade jetzt seine Ruhe haben will oder aber seine
Verwandten zu Besuch hat. Ist das wirklich eine Horrorvision? Dänemark und
Norwegen sind wesentlich weniger dicht besiedelt als Deutschland, ist das für Dänen
und Norweger etwa eine Katastrophe? Ist es etwa eine Katastrophe, wenn
Arbeitskräfte in Deutschland bald so begehrt werden, dass man ihnen auch in
fortgeschrittenem Alter viel mehr Geld als heute bezahlt? Nein, die Katastrophe
führen wir selbst herbei, weil wir ein umlagefinanziertes Rentensystem haben. Und
wir haben keine finanziellen Reserven geschaffen, um den in wenigen Jahren in
Rente gehenden geburtenstarken Jahrgängen ihre Altereinkünfte zu bezahlen. Und
deshalb wollen wir jetzt Massen von bildungsresistenten Hilfsarbeitern aus fernen
Ländern importieren, die nicht das geringste Interesse daran haben, in unsere
Sozialkassen einzubezahlen. Statt skrupellos Migranten aus bildungsfernen Schichten
zu importieren, hätte die Bundesregierung auch gleich Gift einführen und den
Einheimischen verabreichen können. Die Wirkung wäre für die einst wohlhabenden
Menschen im deutschsprachigen Raum jedenfalls die gleiche gewesen.
Sie fordern angesichts arbeitsunwilliger Türken und Migranten ohne
Deutschkenntnisse Rückführungsbeauftragte statt Integrationsbeauftragte. Soweit
geht nicht einmal Sarrazin…
Jene Fachleute, die die Wirtschafts- und Finanzkrise der Welt schon vorhergesehen
haben als hierzulande Politiker sie noch für verrückt erklärten, warnen heute vor der
Rückkehr der Wirtschaftskrise, vor einem derzeit nicht vorstellbaren finanziellen
Kollaps, vor Massenarbeitslosigkeit, dem Zusammenbruch der europäischen
Sozialsysteme, Unruhe in der Bevölkerung, wachsender Wut auf Migranten – und
organisierten Vertreibungen von unerwünschten Migrantengruppen aus Europa. Der
Amerikaner Gerald Celente, einer der angesehensten Fachleute auf diesem Gebiet,
spricht immerhin von absehbaren "ethnischen Säuberungen" in Europa schon etwa
um das Jahr 2012 herum. Sein Institut hat mit den erarbeiteten Prognosen seit mehr
als zwanzig Jahren die Präzision eines Scharfschützen. Die amerikanischen
Wissenschaftler haben vor drei Jahren auch die Rückführung der Roma aus den
reicheren EU-Staaten prognostiziert. Kein Politiker hier hat das Ernst genommen. Und
heute? Vor drei Monaten noch hätte es niemand für möglich gehalten, dass
Frankreich jetzt systematisch die in der Bevölkerung verhassten Roma deportiert.
Aber die Franzosen tun es heute. Und zwar mit Rückendeckung des
Staatspräsidenten.
Dafür wird Frankreich und Sarkozy aber auch weltweit heftig kritisiert!
Abwarten, das ist erst der Anfang. Die Entwicklung der Stimmung in der
europäischen Bevölkerung geht ganz klar in die Richtung, dass kulturferne Migranten
wieder zurückgeführt werden, ob man das nun als Politiker gut findet oder nicht. Es
ist absehbar, dass es bei wachsender wirtschaftlicher Talfahrt so kommen wird, denn
wir können uns die Heerscharen zugewanderter Mitesser schlicht nicht mehr leisten.
Wenn wir uns aber erst dann um Rückführungsbeauftragte kümmern, ist es sicher zu
spät. Mit Rückführungsbeauftragten können wir Gewalt bei den von vielen
prognostizierten Rückführungen verhindern. Selbst der Schweizer Armeechef Andre
Blattmann bereitet die Schweizer Armee ja derzeit auf die Abwehr von solchen
Migrationsströmen mit Waffengewalt vor. Und der EU-Kommissionspräsident Jose
Manuel Barroso hat grade erst bei einem Treffen mit Gewerkschaftsführern vor
bevorstehenden apokalyptischen Zuständen in Europa gewarnt. Wenn die durch
Rettungsschirme bereitgestellten Finanzmittel für bankrotte EU-Staaten nicht
ausreichten (was absehbar sei), werde es schon bald Bürgerkriege und
möglicherweise sogar Militärputsche in der EU geben. Wir wollen das alles nicht
hören.
Vielleicht, weil auch in der Vergangenheit Schreckensszenarien nicht eingetreten sind
und wir uns nicht sinnlos verrückt machen wollen?
Wir lachen darüber wie vor vier Jahren als renommierte Wirtschaftswissenschaftler
wie Professor Max Otte den baldigen Finanzcrash prophezeit haben. Wir träumen
lieber weiter bis es knallt. Was wollen wir denn noch mit „Integrationsbeauftragten“?
Zum Teufel mit ihnen! Integration ist eine Bringschuld. Nicht wir müssen uns um die
Integration von Migranten kümmern, sondern es wäre die Aufgabe der Migranten
gewesen. Dazu ist es jetzt aber zu spät. Wir brauchen keine
Integrationsbeauftragten, sondern Rückführungsbeauftragte. Und wir brauchen
Politiker und Bürger, die Bürgschaften übernehmen für Migranten, die nach den
erwarteten Rückführungen noch hier bleiben. Diese Politiker und Bürger müssen
dann mit ihrem gesamten persönlichen Vermögen haften, falls ihre Schützlinge
Schäden anrichten. Das ist nämlich keine Aufgabe der Steuerzahler. Es kann nicht
sein, dass ein Politiker nach immer mehr Migranten schreit, aber die von denen dann
verursachten Schäden der Bevölkerung aufbürdet. So wie wir die Banken für die
Folgen der Finanzkrise haften lassen, müssen wir auch Politiker und Migranten für
die von ihnen angerichteten Schäden haften und bezahlen lassen. Das gebietet die
Fairness.
Diese Theorie haben Sie ganz sicher exklusiv. Ein weiterer Vorwurf von Ihnen ist,
dass jeder fünfte zugewanderte Hartz-IV-Empfänger es ablehnt Deutsch zu lernen.
Ist daran aber nicht auch unsere Ignoranz schuld? Viele sind doch froh, dass die
Migranten schön unter sich bleiben, in ihrem Stadtviertel, in ihrer abgeschlossenen
Parallelgesellschaft?
Ich bin immer wieder erstaunt, wie perfekt Deutsch Migranten sprechen können,
wenn sie es in bestimmten Situationen wirklich wollen. Jene, die angeblich keine
Chance hatten, die deutsche Sprache zu lernen, können Europäerinnen auf der
Straße gut hörbar „Deutsche Schlampe“ hinterher rufen, oder Männern „******
Deutscher“, „****** Europäer“ oder „****** Christ“. Richter und Staatsanwälte hören
auch immer wieder von Zuwanderern, die angeblich kein Wort Deutsch sprechen,
laut vernehmlich „Ich bring Dich um“. Wenn sie es wollen, dann klappt es also auch
mit der Sprache, aber es ist doch viel angenehmer, wenn wir ihnen Dolmetscher und
Betreuer an die Seite stellen. Sie haben die Chance gehabt. Sie haben sie nicht
genutzt.
Sie zitieren im Buch aus einer Studie der Uni Amsterdam, nach der die Niederlande
vor allem Profiteure des Sozialsystems anlockt und Zuwanderung so in die
Verarmung führt. Was folgt daraus? Einen "abschreckenden Sozialstaat" hat
schließlich noch keiner erfunden, oder?
Die Konsequenz lautet: Keine staatlichen Transferleistungen für Zuwanderer. Das
machen die Niederländern ja nun auch mit neuen Migranten seit diesem Sommer so.
Neu eintreffende Migranten haben in den Niederlanden künftig nullkommanull Cent
Anspruch auf staatliche Sozialleistungen. Das schreckt ab. Wir in Deutschland aber
locken Mitesser aus kulturfernen Ländern mit einer Rundumversorgung an. Ein
Somalier oder Nigerianer bekommt bei uns monatlich mehr an staatlichen
Transferleistungen als er in seinem Heimatland in einem Jahr mit ehrlicher Arbeit
verdienen würde. Und das Schöne bei uns aus deren Sicht: Selbst lllegale haben bei
uns Ansprüche. Ein Beispiel: Illegale Türken haben in Deutschland etwa Anspruch auf
Kindergeld für ihre in der Türkei lebenden Kinder. Natürlich haben wir für alle
Zuwanderergruppen Merkblätter, die sie in ihrer Landessprache darauf hinweisen,
damit sie auch bloß ihre Ansprüche geltend machen. Es gibt viele Möglichkeiten,
diesen Wahnsinn zu durchbrechen. Man muss es nur wollen. Ein Beispiel: Wir fordern
eine Arbeitspflicht für deutsche Hartz-IV-Empfänger. Man kann dazu stehen, wie man
will. Merkwürdig ist nur, dass Illegale, die hier staatliche Transferleistungen
kassieren, auch als Hartz-IV-Empfänger nicht zu Arbeitsleistungen herangezogen
werden dürfen. Warum machen wir ethnische Deutsche zu Menschen zweiter Klasse,
die wir systematisch gegenüber Illegalen, also Gesetzesbrechern, benachteiligen?
Zum Beleg Ihrer gewagten These, dass Europa durch Zuwanderung verblödet,
schreiben Sie, dass in Duisburg schon jede fünfte Ehe zwischen Cousin und Cousine
geschlossen wird. Sind diese Verwandtenhochzeiten nicht eher eine
Randerscheinung?
Viele Orientalen sind miteinander verwandt, bevor sie heiraten. Die verniedlichend
Verwandtenhochzeiten genannte Inzucht ist in bestimmten Migrantengruppen leider
nicht Ausnahme-, sondern Normalfall. Das gilt in Großbritannien für die Pakistaner, in
den Niederlanden für die Marokkaner und in Deutschland für rückständige Türken.
Sie vererben eben mit sogenannten Verwandtenheiraten genetische Defekte, haben
eine hohe Kindersterblichkeit und häufig psychische Störungen. Die Behandlung
eines solchen Inzuchtkindes, das ganz bestimmt keinen Cent in unsere Sozialkassen
einbezahlen wird, kostet den Steuerzahler beispielsweise in Großbritannien pro Jahr
durchschnittlich 92.000 Euro. Die Kosten sind überall in Europa gleich. Und die
Krankenkassen zahlen das überall in Europa. Nur in Deutschland ist es ein Tabu,
darüber zu sprechen. In den Niederlanden und Großbritannien warnen Politiker vor
den Inzuchtehen der Migranten aus dem orientalischen Kulturkreis, weil diese eben
viele geistig debile Hilfsarbeiter hervorbringen. Wir Deutschen aber sehen selbst das
noch als eine kulturelle Bereicherung an. So kann wohl nur denken, wenn man
dieses Land mit aller Kraft zerstören will.
Bei Ihnen heißen die Profiteuere der Zuwanderung Integrations- und
Migrationsindustrie. Was genau meinen Sie damit und wer sind die Gewinner?
In Deutschland arbeitet ein Heer von Integrationsbeauftragten, Islamforschern,
Soziologen, Politologen, Verbandsvertretern und eine Schar von naiven Politikern
ausschließlich für Zuwanderer. Sie wollen immer mehr Ausländer nach Europa holen:
Migranten aus fernen Ländern, am liebsten gleich mit ihren ganzen Großfamilien,
einen jeden von ihnen individuell betreuen und ihnen allen auch sofort das Wahlrecht
geben. Nun heißt es aus der Migrationsindustrie immer, Migranten sicherten
schließlich Arbeitsplätze bei uns. Das ist ganz sicher richtig. Aber es ist zynisch. Denn
bestimmte Migrantengruppen aus kulturfernen Ländern tragen in Europa nur zur
Sicherung von Arbeitsplätzen bei Gefängniswärtern, Strafverteidigern,
Tresorherstellern, Kriminalisten, Polizisten, Rechtsanwälten, Richtern, Sozialhelfern,
Psychologen und Millionen Bediensteten der Migrations- und Integrationsindustrie
bei, die garantiert beim Zusammenspiel mit unseren zugewanderten »Potenzialen«
keine Werte schaffen, sondern einzig dabei helfen, erarbeiteten Wohlstand in nur
eine Richtung abzubauen und dauerhaft zu vernichten. Wollen wir das wirklich?
Sie scheren schon wieder alle über einen Kamm…
Auf Migrantenforderungen spezialisierte Journalisten und Politiker unterstützen
Migranten bei deren angeblich »berechtigten« Forderungen. Und sie geben uns im
Interesse der Sicherung ihrer Arbeitsplätze in der Integrationsindustrie Ratschläge,
nach denen wir noch mehr Migranten importieren sollen. Bei näherer Betrachtung
sind die uns von den Vertretern der Migrationsindustrie aufgetischten Ratschläge in
erster Linie Schläge. Wie lange wollen wir uns aber noch schlagen lassen?
Ein Lieblingsthema von Ihnen ist die politische Korrektheit. Sie schildern
Absurditäten, wie das Verbot der serbischen Bohnensuppe in der Aachener
Polizeikantine während des Fußball-WM-Spiels Deutschland-Serbien. Daraus können
Sie wirklich eine Gefahr für das Deutschtum zwischen Rügen und der Zugspitze
herauslesen?
Es geht mir um den Respekt. Bestimmte Zuwanderergruppen bringen uns Europäern
zu wenig Respekt entgegen. Umgekehrt ist es ganz anders. Wir nehmen nicht nur im
islamischen Fastenmonat Ramadan Rücksicht auf die islamischen Befindlichkeiten.
Das gibt es in umgekehrter Richtung nicht, da wird nur gefordert. Inzwischen sieht
man diese unverschämte Respektlosigkeit trotz allen Entgegenkommens auch bei
zugewanderten Politikern.
Das können Sie natürlich belegen?
Ein Beispiel: Der bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen im Mai 2010 gewählte
Grünen-Abgeordnete Arif Ünal wurde in der Türkei geboren und lebt seit vielen
Jahren in Deutschland. Mitbürger Ünal teilte während der konstituierenden Sitzung
des neu gewählten NRW-Landtages im Juni 2010 in einer Erklärung mit, er fordere
die Abschaffung der bisherigen Eidesformel »zum Wohle des deutschen Volkes«.
Diese Formel müsse den zwei Millionen Migranten in NRW zuliebe durch die Worte
»zum Wohle der Bevölkerung in NRW« ersetzt werden. Das ist typisch für jene, die
wir über Jahre hin bei uns aufgenommen haben. Zeitgleich müssen wir gegenüber
unseren Migranten immer mehr Respekt bekunden.
Aber das ist doch wieder nur ein Einzelfall, es gibt andere Politiker mit
Migrationshintergrund, die sich am Eid nicht stören!
Gut, ein weiteres Beispiel: Während der Grünen-Abgeordnete Arif Ünal die tradierte
Eidesformel zugunsten von Migranten abändern lassen wollte, wurde es den
Polizisten in NRW untersagt, während der Fußball-Weltmeisterschaft die deutsche
Flagge zu zeigen. Das Schmücken von Uniformen oder Einsatzwagen mit Fahnen
oder Wimpeln in den deutschen Nationalfarben Schwarz – Rot – Gold als
Sympathiebekundung für die deutsche Nationalelf sei »selbstverständlich « nicht
erlaubt, denn es könne von den mehr als zwei Millionen in NRW lebenden Migranten
»als Provokation missverstanden werden. Es geht nicht um das Deutschtum. Es geht
um Respekt. Und immer mehr Migranten verweigern uns den Respekt dafür, dass wir
sie und ihre Familien aufgenommen, ihnen Kleidung, Unterkunft und Bildung
angeboten und sie willkommen geheißen haben. Sie behandeln uns verächtlich. Das
müssen wir endlich zur Kenntnis nehmen und ihnen gegenüber entsprechend
reagieren.
Den Respekt der Muslime werden Sie wohl nicht bekommen, wenn Sie mit Ihnen
weiter so hart ins Gericht gehen. Bauschen Sie die Gefahr dieser religiösen Gruppe
nicht unverantwortlich auf, weil wir bei jeder Moschee ja sowieso gleich an den 11.
September 2011 denken?
Man muss beim Thema Islam nichts hineininterpretieren. Der Islam ist nicht nur eine
Religion, sondern eben in erster Linie eine Ideologie. Religion und Ideologie des
Islam sind untrennbar miteinander vereint, so wie auch der Nationalsozialismus
Ideologie und zugleich Religionsersatz für seine Anhänger war. Der Islam ist für uns
Europäer eine Gefahr, weil er eine totalitäre, menschenverachtende, mit Demokratie
nicht vereinbare, rückwärtsgewandte und auf Weltherrschaft ausgerichtete
aggressive Ideologie ist, für die es in einem aufgeklärten friedliebenden
demokratischen Europa nirgendwo einen Platz gibt. Der Islam darf und wird in
Europa unter Demokraten keinen Platz haben. Eine Ideologie, die Völkermorde wie
den an den christlichen Armeniern in der Türkei als völlig normal empfindet, muss
sich nicht wundern, wenn ihre Anhänger in Europa wieder vor die Tür gesetzt
werden.
In ihrem Buch prangern Sie die Finanztransfers der Migranten in Ausland an. Ihr
Vorwurf: Reichtümer werden aus Deutschland ins Ausland geschafft. Wäre es denn
wirklich besser, wenn diese Familien ohne diese Geldflüsse auch ihre Heimat
verließen und zu ihren Verwandten nach Deutschland nachziehen?
Wir sind nicht das Weltsozialamt. Wir arbeiten nicht dafür, damit
Bevölkerungsgruppen mit weniger Tatendrang sich ihre Ansprüche und die ihrer
Großfamilien erfüllen können. Der Wohlstandstransfer geht bei uns unaufhaltsam
immer stärker nur in eine Richtung: Migranten kassieren. Und wir arbeiten dafür. In
Europa arbeitende Einwanderer transferieren Schwindel erregende Summen in ihre
Heimat. Wir verzeichnen wir auf der einen Seite eine Erhöhung der Überweisungen
von Migranten aus Europa in ihre Heimatländer. Auf der anderen Seite wächst
angeblich die Armut unserer Migranten in Europa von Jahr zu Jahr.
Es soll tatsächlich Migranten ohne dickes Sparbuch und Luxusauto geben...
Regelmäßig finden wir Schlagzeilen, denen zufolge unsere Migranten angeblich
immer häufiger von Armut betroffen sind. Wie macht man das? Wie schafft man als
angeblich verarmender und sozial schwacher, mittelloser Zuwanderer von Jahr zu
Jahr immer mehr Geld ins Ausland? Genau zu dem Thema habe ich ja mein neues
Buch geschrieben. Wir Europäer werden immer ärmer, unsere Zuwanderer immer
reicher. Wir müssen uns endlich Gedanken darüber machen, wie wir die von
Migranten ins Ausland transferierten und bei uns betrügerisch erlangten Werte
wieder zurückbekommen, bevor wir sie wieder in ihre Heimatländer gehen lassen.
Nach Ihrer und Sarrazins Prophezeiung sind Deutsche bald in einigen Städten und
Stadtteilen in der Minderzahl. Dann ist der erste türkischstämmige Bundeskanzler
wohl nur noch eine Frage der Zeit?
Im Gegensatz zu Thilo Sarrazin bin ich tief im Innern nicht mehr wirklich
pessimistisch in Hinblick auf die Zukunft Deutschlands. Ich war das bis zur
Wirtschafts- und Finanzkrise. Sie ist allerdings ein Segen für Europa, vor allem, wenn
sie in den nächsten Monaten noch schlimmer zurückkommt. Denn wir Europäer
werden so endlich zur Besinnung gezwungen. Wer keine Arbeit hat und kein Geld
mehr für Ballaballa, wer also von der Politik nicht mehr mit Brot und Spielen ruhig
gestellt und abgelenkt werden kann, der wacht irgendwann auf. Der will wissen, wo
sein sauer verdientes Geld geblieben ist. Und er wird es nicht witzig finden, wenn die
Antwort der Politiker lautet, dass sie es für die Migrations- und Integrationsindustrie
rausgeschmissen haben. 1.252 Euro könnte jeder deutsche Steuerzahler rein
statistisch gesehen jedes Jahr heute mehr netto in der Tasche haben, wenn wir nicht
diese irrsinnigen Summen für bildungsresistente und rückständige Migranten
ausgeben würden. Sagen Sie das heute beispielsweise mal den Menschen in
Ostdeutschland, die die Politik zugunsten der Migranten seit der Wiedervereinigung
betrogen hat.
Ach, jetzt hat der böse Migrant auch noch den Aufbau Ost vermasselt?
Wir haben mit deutschen Steuergeldern flächendeckend blühende Landschaften in
der Türkei geschaffen, aber nicht in Ostdeutschland. Wer mit deutschen
Steuergeldern als Türke in Deutschland gut ausgebildet wurde, der geht heute in die
Türkei, weil die Wirtschaft dort Dank unserer Investitionen brummt. Zurückbleiben in
Deutschland immer öfter nur noch die türkischen Sozialhilfeempfänger. Wir haben
der eigenen Bevölkerung irrsinnige Summen vorenthalten, die wir über die üppigen
Transferleistungen für Millionen Migranten in ferne Länder gepumpt haben. Sagen
Sie das mal einem deutschen Hartz-IV-Empfänger, der sich auf einen Job bewirbt,
der heute mit Rückendeckung der Politik wie etwa in Berlin nur noch für Migranten
ausgeschrieben ist. Wir haben eine Zwei-Klassen-Gesellschaft geschaffen, in der
ethnische Deutsche Menschen zweiter Klasse sind. Und das rächt sich irgendwann.
Entweder sind unsere Politiker zu dumm, das zu merken oder machen das alles
vorsätzlich. Das alles wird sich jedoch rächen.
Zurück zur Kanzler-Frage?
Wir werden garantiert keinen türkischstämmigen Bundeskanzler in Deutschland
bekommen, auch sonst nicht in Europa. Warum nicht? Weil Deutschland eben nicht
Türkenland heißt. Ich bin fest davon überzeugt, dass es für viele Türken in Europa
nur einen Weg in die Zukunft geben wird – den Heimweg. Es geht nicht um die
Frage, ob man das gut oder schlecht findet. Die aus Frankreich deportierten Roma
waren ein Anfang. So wie in Frankreich in absehbarer Zeit wohl kein Roma
Premierminister werden wird, so wird in Deutschland auch kein Türke Bundeskanzler.
Wenn Allah jemals einen Plan hatte, dann ist er gescheitert. Es geht jetzt vor allem
um die Frage, wie Migranten die von ihnen in Europa angerichteten Schäden wieder
gutmachen wollen. Das wird die entscheidende Frage sein. Und wie wir jene
Politiker, die uns Migration als angebliche Bereicherung verkauft haben, dafür zur
Rechenschaft ziehen werden. Möglicherweise werden ja bald schon nicht nur
Wahlplakate von Politikern an Laternenpfählen hängen.
Jetzt tragen sie wirklich zu dick auf. Der Durchschnitts-Deutsche ist doch viel zu
friedliebend, als dass er zur Lynchjustiz fähig wäre...
Bleiben Sie ganz ruhig. Wenn selbst EU-Komissionspräsident Barroso Militärputsche
in der EU für möglich hält, dann ist die Lage nicht so entspannt und friedlich, wie sie
viele durch ihre rosarote Brille gern sehen wollen. Die Antwort hängt sicherlich auch
davon ab, wie lange unsere Politiker die Bevölkerung noch über die wahren Kosten
der Zuwanderung belügen und betrügen werden. Warum das so ist? Sie sehen, doch,
dass Menschen wie Thilo Sarrazin bei allen Umfragen zwei Drittel der Bevölkerung
hinter sich haben. Aber alle führenden Politiker erklären ihn für verrückt. Der Wille
der Mehrheit der Bevölkerung wird von Politikern, die gewählt wurden, um den
Willen des Volkes zu repräsentieren, für anormal erklärt. Das sehen wir derzeit
überall, denken Sie nur an den Schwabenstreich und an das irre Polit-Bahnprojekt
Stuttgart-21. Der Wille der Bevölkerung wird von Volksvertretern flächendeckend mit
Füßen getreten. Es ist eine reine Frage der Zeit, wie lange man das mit der
Bevölkerung ohne Folgen machen kann. Ich glaube nicht daran, dass Menschen wie
Angela Merkel und ihre Polit-Riege noch einmal ihre Rente genießen können, die
zugewanderte Türken für sie erarbeiten werden. Ich bin fest davon überzeugt, dass
es ihr ergehen wird wie einst Erich Honecker – wenn sie Glück hat.
Da wird sich Margot Honecker ja über eine "nette Nachbarin" in ihrem Rentenasyl
Chile freuen. Kommen Sie bitte zurück zur Realität?
Wie sagte Abraham Lincoln doch: »Man kann einen Teil des Volkes die ganze Zeit
täuschen und das ganze Volk einen Teil der Zeit. Aber man kann nicht das gesamte
Volk die ganze Zeit täuschen.« Das gilt sicher auch heute noch. Spätestens die
nächste Generation wird darüber entscheiden müssen, ob sie nach den Namen
unserer derzeit prominenten Politiker öffentliche Plätze und Straßenzüge oder aber
Mülldeponien, Kläranlagen, Bedürfnis- und Irrenanstalten benennen will. Derzeit darf
man das alles in Deutschland noch nicht sagen. Denn wir proben gerade die
Uraufführung eines Märchens. Es heißt „Des Kaisers neue Kleider“. Und man darf als
einfacher Bürger nicht sagen, dass der Kaiser nackt ist, man muss als einfacher
Bürger immer nur klatschen. So ist das heute in Deutschland, einer Bananenrepublik.
Aber irgendwann ist die Märchenstunde zu Ende. Dann heißt es aufwachen. Dann
wird abgerechnet.
Interview: Olaf Majer
Ein Service der Dresdner Neueste Nachrichten
vom 27. August 2010
Gefunden in DNN am 27.08.2010 Interview mit Herrn Udo Ulfkotte mit Abstimmungs-Ted:
Hat Sarrazin mit seinen Thesen zur Zuwanderung Recht?
Wählen Sie die Rufnummer
0137 10 60 20 und 3 für "JA"
0137 10 60 20 und 4 für "NEIN"
Abstimmungsergebnis wird morgen auf der Politikseite veröffentlicht.
Diskutieren Sie mit beim Leseforum http://www.dnn-online.de
Elbegeist :icon_tup::icon_tup::icon_tup::icon_tup::icon_tup: :icon_tup::icon_tup::icon_tup:
Anakin Ulysses
27.08.2010, 12:43
Was sagte Giordano bereits vor einem Jahr zum Fall Sarrazin? (http://www.focus.de/politik/deutschland/ralph-giordano-sarrazin-hat-vollkommen-recht_aid_442352.html)
RSS PI-News
27.08.2010, 12:50
Auch der Neuköllner Bürgermeister Heinz Buschkowsky reiht sich in die Reihen der Sarrazinkritiker ein und schwingt die Nazikeule. Dabei vergisst er ganz, dass die SPD ihn auch gerne los wäre. Die Financial Times Deutschland empfiehlt derweil, sich keinesfalls inhaltlich mit Sarrazin auseinanderzusetzen. Denn dabei können seine Kritiker nur verlieren. Die FTD will ihn lieber beruflich [...]
Weiterlesen... (http://anonym.to/?http://www.pi-news.net/2010/08/auch-buschkowsky-gegen-sarrazin/)
Was sagte Giordano bereits vor einem Jahr zum Fall Sarrazin? („Sarrazin hat vollkommen recht“)
Link funzt nicht ... :confuse:
Meintest Du vielleicht diesen ... Giordano und Baring: Sarrazin hat recht (http://www.pi-news.net/2009/10/giordano-und-baring-sarrazin-hat-recht/) ...?
Anakin Ulysses
27.08.2010, 13:05
Link funzt nicht ... :confuse:
Meintest Du vielleicht diesen ... Giordano und Baring: Sarrazin hat recht (http://www.pi-news.net/2009/10/giordano-und-baring-sarrazin-hat-recht/) ...?
Probier et noch ens!
Probier et noch ens!
Jetzt ja ... aber der vorherige - in meinem Beitrag noch stehend ... nicht. :P:P:P
Anakin Ulysses
27.08.2010, 13:08
Jetzt ja ... aber der vorherige - in meinem Beitrag noch stehend ... nicht. :P:P:P
Ich kann zaubern!
Ich kann zaubern!
Aaaaaaaaah .... :danke:
Leider habe ich zur Überschrift keinen inhaltlich stimmigen Artikel gefunden, sondern das hier und das widerspricht dem Titel
Der Bürgermeister des Berliner Bezirks Neukölln, Heinz Buschkowsky (SPD), ist gegen einen Parteiausschluss Sarrazins. Allerdings befürchtet Buschkowsky, dass Sarrazin nicht ungestraft davonkommen. Buschkowsky sagte auf N24: «Er wird es wohl diesmal nicht überleben, obwohl ich glaube, dass viele, die im Moment über ihn schimpfen, nicht eine Seite von dem Buch gelesen haben.» Der Bürgermeister meint, dass eine Volkspartei wie die SPD «auch ärgerliche und falsche Diskussionen ertragen» müsse und solchen Debatten nicht ausweichen dürfe.
Beelzebub Sarrazin: Hält er durch? (http://www.fnp.de/fnp/welt/politik/beelzebub-sarrazin-haelt-er-durch_rmn01.c.8112564.de.html)
Es hätte mich auch gewundert, da er jemand ist, der mit den Problemen bestens vertraut ist.
RSS Fakten_Fiktionen
27.08.2010, 21:40
Hier Ulfkotte in der Leipziger Volkszeitung über Sarrazins Thesen! Und da ein neues Buch von Ulfkotte zum selben Thema! Henkel: Mehrheit der Deutschen unterstützt Sarrazin! Adenauer würde sich im Grab herumdrehen, wenn er die Merkel, den Laschet, den Pohlenz, den Schäuble, die Böhmer und die anderen CDU-Pfeifen*sehen würde! Vielleicht hat er sich schon rumgedreht, man müßte mal graben!*
Weiterlesen... (http://fact-fiction.net/?p=4889)
Ulfkotte unterstützt Sarrazin! (http://fact-fiction.net/?p=4889)
27.08.2010 Hier Ulfkotte in der Leipziger Volkszeitung (http://www.presseportal.de/pm/6351/1671348/leipziger_volkszeitung) über Sarrazins Thesen!
Und da ein neues Buch von Ulfkotte zum selben Thema (http://www.kopp-verlag.de/Kein-Schwarz.-Kein-Rot.-Kein-Gold..htm?websale7=kopp-verlag&pi=919200&ci=000012)!
Henkel: Mehrheit der Deutschen unterstützt Sarrazin (http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display-mit-Komm.154+M59a2624692f.0.html)!
Adenauer würde sich im Grab herumdrehen (http://ef-magazin.de/2010/08/27/2475-migration-und-fertilitaet-aufruhr-auf-der-andrea-doria), wenn er die Merkel, den Laschet, den Pohlenz, den Schäuble, die Böhmer und die anderen CDU-Pfeifen sehen würde! Vielleicht hat er sich schon rumgedreht, man müßte mal graben!
Es müsse ganz klar sein, daß Sarrazins Thesen „nicht ansatzweise Auffassung der im Bundestag vertretenen Fraktionen seien“.
Oder anders ausgedrückt: Die im Bundestag vertretenen Fraktionen vertreten NICHT die Auffassung der Mehrheit des Volkes dieses Landes.
Excalibur
28.08.2010, 03:14
Falls sich Adenauer einmal um die eigene Achse drehen müßte, wenn ein CDU-Mitglied einmal einem Muselmanen den Hintern leckt, könnte Petrus Ihn als Tischventilator verwenden.
Oder anders ausgedrückt: Die im Bundestag vertretenen Fraktionen vertreten NICHT die Auffassung der Mehrheit des Volkes dieses Landes.
hast den nagel auffen kopp getroffen!!!
RSS Fakten_Fiktionen
28.08.2010, 08:03
Hier die nächste und vermutlich letzte Folge in BILD aus Thilo Sarrazins neuem Buch “Deutschland schafft sich ab”:*
Weiterlesen... (http://fact-fiction.net/?p=4890)
Integration : Neuköllns Bürgermeister will Integration einfordern
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Politik, 27.08.2010, Julia Emrich
http://www.derwesten.de/img/3612259-1271985270/0273_543_Heinz-Buschkowsky-543x199.jpg
Heinz Buschkowsky, Bürgermeister des Berliner Problem-Stadtbezirks Neukölln. (Foto: ddp)
Berlin. Der Neuköllner Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (62) ist der andere berühmte Tabubrecher der SPD – gerade liest er Thilo Sarrazins neues Buch. Und findet es für die Integrationsdebatte nicht *för*derlich.
Für Parteichef Sigmar Gabriel ist er ein sozialdemokratischer „Schatz“, viele Ge*nossen würden ihn lieber aus der Partei werfen: Der Neuköllner Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (62) ist der andere berühmte Tabubrecher der SPD – gerade liest er Thilo Sarrazins neues Buch. Buschkowsky über Thilo Sarrazins Buch und die richtigen Schlüsse daraus
DerWesten: Wie weit sind Sie denn?
Buschkowsky: Ich bin auf Seite hundert. Ich glaube auch nicht, dass es viele gibt, die schon mehr davon gelesen haben, obwohl sie genau wissen, dass das Buch rassistisch ist und Sarrazin in die NPD gehört. In dem, was ich bisher gelesen habe, habe ich den Oberaufreger nicht gefunden. Sarrazin stellt unbestreitbare statistische Daten zusammen und leitet aus ihnen seine persönliche Sicht ab. Er ist dabei nicht zimperlich, er verallgemeinert und macht Migranten, speziell Muslime in Bausch und Bogen nieder. Wir reden jetzt nur noch über den Parteiausschluss anstatt darüber, wie wir Defizite bei der Integration beseitigen können. Zum Beispiel, dass in Berlin jeder zweite deutschstämmige Schüler das Abitur macht, aber bei den Schülern mit Migrationshintergrund in Neukölln nur 17 Prozent.
Sarrazin hat also Recht?
Ich finde das Buch für die Integrationsdebatte nicht förderlich. Er schürt die Überfremdungsangst. Ja, es gibt Parallelgesellschaften, Bildungsferne, Integrationsverweigerung und höhere Kriminalität bei jungen Männern. Das ist nicht neu. Schwierig wird es, wenn er bestimmte Eigenschaften genetisch bedingt einem bestimmten Volk zuschreibt. Da ist er nah an der Rassentheorie und an Herrenvölkern. Auch gibt es „die Muslime“ nicht. Die Werteordnungen von Sunniten, Schiiten und Aleviten sind sehr unterschiedlich. Gerade bei den letzteren gehören Geschlechtergleichheit und Ächtung von Gewalt sowie Bildung zu den Lebensprinzipien. Die fühlen sich ziemlich angemacht. Es ist auch ein entscheidender Unterschied, ob man sagt, dass Türken oder Araber an sich dümmer sind als andere oder ob man feststellt, dass in diesen Bevölkerungsgruppen bei uns die Bildungsferne höher ist, weil es sich zu 80 Prozent um Landbevölkerung aus der unteren Schicht ihrer Herkunftsländer handelt.
Sarrazins Rechnung läuft ja so: Je größer die bildungsfernen Milieus werden, desto mehr Kinder werden hier geboren, desto dümmer wird Deutschland.
Richtig ist, dass die deutsche Unterschicht und die Zuwanderer höhere Geburtenraten haben als das Bürgertum. Statistisch hätte Sarrazin Recht, wenn die Entwicklung so bliebe. Er sagt, mit Schule kann man weder Menschen noch soziale Schichten verändern. Doch das ist falsch. Sonst würden alle Arbeiterkinder immer noch auf dem gleichen Stand sein wie ihre Eltern seit Beginn der Industrialisierung. Bildungsaufsteiger und eine wachsende Mittelschicht hätte es dann in den letzten Jahrzehnten nicht gegeben.
Sarrazin und Buschkowsky – die beiden Tabubrecher, Klartextredner, SPD-Polemiker: Sind Sie Brüder im Geiste?
Es gibt einen wesentlichen Unterschied. Sarrazin sieht sich als Philosoph. Diesen Anspruch habe ich nicht. Ich befasse mich mit dem Lebensalltag der Menschen in Neukölln.
Soll Sarrazin aus der SPD ausgeschlossen werden?
Volksparteien wollen und sollen ein möglichst breites Spektrum an politischen Auffassungen abbilden. Wenn sie sich immer rundlutschen, werden sie konturenlos. Deswegen halte ich generell nicht viel von Parteiausschlüssen. Auch muss man mit lästigen oder ärgerlichen Positionen streiten. Weichen die etablierten Parteien ungeliebten Themen aus, so dürfen sie das Entstehen neuer gefährlicher Strömungen nicht beklagen. Herr Haider und Herr Wilders wurden nicht von allein hoffähig.
Was ist Ihre größte Sorge?
Dass die gesellschaftliche Ignoranz, das Wegducken, Abtauchen und Schönreden sich doch durchsetzen. Dann würde Sarrazin mit seiner Katastrophentheorie Recht behalten. Ich halte Politik und unsere Gesellschaft zwar für zu langsam, aber nicht für so dumm. Wir haben keinen Erkenntnismangel, sondern ein Handlungsdefizit.
Was muss sich ändern?
Ich bin davon überzeugt, dass in zehn Jahren niemand mehr über eine Kindergartenpflicht, nennen Sie es auch verbindliche Vorschulerziehung, streitet. Wir brauchen, wie in ganz Europa üblich, Ganztagsschulen. Es hat keinen Sinn, Kinder um halb zwei nach Hause zu schicken, damit sie eine halbe Stunde später vor dem Fernseher sitzen. Der auch nicht deutsch mit ihnen spricht. Gemischt ethnische Sozialarbeiterteams in den Schulen, die die Eltern einbeziehen, kostenloses Mittagessen, kleinere Klassen und Konsequenz bei den gesellschaftlichen Regeln. Das sind die richtigen Rezepte. Die Schulpflicht ist keine unverbindliche Empfehlung: Kommt das Kind nicht in die Schule, kommt das Kindergeld nicht auf das Konto. Integration muss man unterstützen und einfordern. In Ruhe lassen ist keine Integrationspolitik.
Kommt die Chipkarte?
Ich hoffe es. Im Moment hat Frau von der Leyen wohl nur einen einzigen öffentlichen Befürworter, und der sitzt vor Ihnen. Der Umstieg von der Geldscheinförderung für Eltern auf gesellschaftliche Sachleistungen, die direkt bei den Kindern ankommen, ist der richtige Weg. Die Chipkarte ist nur ein Einstieg in eine neue Philosophie der Familienförderung, die die Kinder in den Mittelpunkt stellt.
Kurz nach dem Tod der Neuköllner Jugendrichterin Kirsten Heisig ist deren Buch „Ende der Geduld“ erschienen. Pflichtlektüre?
Ja. Und zwar für jeden, der sich mit den realen sozialen Welten in unserem Land beschäftigen will - jenseits der gutbürgerlichen Knickkissen auf dem Sofa. Kirsten Heisig skandalisiert nicht, sondern sie gibt nur wieder. Den Inhalt von Fällen auf ihrem Schreibtisch oder ihre Erlebnisse im Gerichtssaal. Sie nimmt sich noch zurück, gekaufte Alibis, die Geschäfte der Clans untereinander, die Tricks der teuersten Anwälte der Stadt im Dienste der Hartz IV-Familien, das alles bleibt außen vor. Dennoch, für Menschen, die das Leben in sozialen Brennpunkten nicht kennen, ist das Buch schwere Kost.
Haben Sie manchmal Angst in Neukölln?
Nein. Auch meine Sorgenkinder haben auf der Straße freundliche Grüße und eine Einladung für mich. Nur ihr Angebot „Bürgermeister, wenn du Feinde hast, sag’ sofort bescheid, wir kämpfen für dich“ schlage ich lieber doch aus.
http://www.derwesten.de/nachrichten/politik/Neukoellns-Buergermeister-will-Integration-einfordern-id3612262.html
27.08.10|
"Unerträgliche Thesen"
Die SPD prügelt geschlossen auf Sarrazin ein
Immer mehr Sozialdemokraten fordern Bundesbanker Sarrazin auf, die Partei zu verlassen. Seine Thesen seien "unerträglich".
Mit verstärktem Druck will die SPD den Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin zum Parteiaustritt bewegen. Der Landes- und Fraktionsvorsitzende der Berliner SPD, Michael Müller, hielt dem früheren Berliner Finanzsenator in einem Schreiben vor, sich mit seinen Positionen zur Ausländerintegration von sozialdemokratischer Integrationspolitik und von sozialdemokratischer Politik insgesamt zu entfernen. „Da Du aber diesen Weg offenbar weitergehen willst, fordere ich Dich auf, gehe ihn ohne die SPD und tritt aus der Partei aus“, schrieb Müller. Auch SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte Sarrazin bereits den Parteiaustritt nahegelegt.
Video
Anhörung zu möglichem SPD-Ausschluss Sarrazins
Sarrazin darf vorerst in der SPD bleiben
„Seit unserer Gründung bis heute ist es Kern unserer Politik, jene in die Gesellschaft zu integrieren, die drohen aus ihr herauszufallen – waren das in früheren Zeiten die einfachen Arbeiter, später die Generation der Gastarbeiter oder heute sozial Benachteiligte – ob mit oder ohne Migrationshintergrund“, schrieb der SPD-Landesvorsitzende an Sarrazin. „Dabei verfolgt die Sozialdemokratie seit jeher eine emanzipatorische Zielsetzung. Die Sprengung „einengender Fesseln“, egal ob aufgrund religiöser, kultureller oder sozialer Herkunft und das Recht auf individuelle Selbstbestimmung sind unser Ziel.“
Auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) legte ihrem Parteikollegen den Austritt aus der SPD nahe. Nach ihrer Ansicht sei er dort „nicht mehr richtig aufgehoben“, sagte Kraft der „Rheinischen Post". Die Äußerungen des Bundesbankvorstandsmitgliedes über eine mangelnde Integrationsbereitschaft und -fähigkeit von Migranten seien unerträglich.
Die Thesen von Thilo Sarrazin
Die Berliner SPD-Bundestagsabgeordnete Mechthild Rawert rief für Montag zu einer Protestkundgebung des Berliner Bündnisses „Rechtspopulismus stoppen“ vor dem Haus der Bundespressekonferenz in der Hauptstadt auf. Dort wollen der Bundesbanker und sein Verlag das Buch vorstellen, an dem sich die aktuelle Kritik entzündet. Bisher ist Sarrazins 464 Seiten starkes Werk mit dem Titel „Deutschland schafft sich ab“ nur in einzelnen Auszügen bekannt. Darin warnt der Bundesbanker davor, dass die Deutschen zu „Fremden im eigenen Land“ werden könnten. „Herr Sarrazin ist ein unbelehrbarer 'Wiederholungstäter', der die Grundwerte der SPD mit Füßen tritt“, kritisierte Rawert.
Auch die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer, ging mit Sarrazin scharf ins Gericht. Sie hielt ihm vor, in seinen sieben Jahren als Berliner Finanzsenator nichts getan zu haben, um die schlechten Bildungsergebnisse in der Hauptstadt zu verbessern. „Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen“, sagte die Staatsministerin im Inforadio des Rundfunks Berlin-Brandenburg. Sie plädierte außerdem erneut für die Einrichtung eines Integrationsministeriums mit eigenem Budget.
dpa/KNA/zel
http://www.welt.de/politik/deutschland/article9235214/Die-SPD-pruegelt-geschlossen-auf-Sarrazin-ein.html
* 27.08.2010
Sarrazins Thesen im "Spiegel"
"Ich habe lange mit mir gerungen"
Prominenter Platz für rassistische Thesen: Der "Spiegel" hat Auszüge aus Sarrazins Buch abgedruckt. Die Debatte müsse geführt werden, verteidigt sich Chefredakteur Müller von Blumencron.
"Wir haben darüber intensiv in der Redaktion debattiert": Der "Spiegel" druckte Auszüge aus Thilo Sarrazins neuem Buch. Foto: ap
taz: Herr Müller von Blumencron, warum gibt sich der Spiegel für den Vorabdruck des neuen Buchs von Thilo Sarrazin her?
Mathias Müller von Blumencron: Das war keine leichte Entscheidung, wir haben darüber intensiv in der Redaktion debattiert. Auch ich habe lange mit mir gerungen. Sie können sich denken, dass ich den Text weder inhaltlich noch im Ton teile. Er widerspricht meinen Vorstellungen von einer offenen Gesellschaft und der Zukunft dieses Landes diametral. Aber so ist das bei Meinungstexten: Um Debatten einzuleiten, müssen wir auch Beiträge drucken, mit deren Aussagen wir nicht einverstanden sind.
Aber bringt der Text die Debatte denn irgendwie voran? Es handelt sich doch um radikal rassistischen Populismus.
Wenn Thilo Sarrazin irgendein Autor wäre, würde die Sache anders aussehen. Aber ihn zeichnen gleich zwei Dinge aus: Er war Finanzsenator in Berlin und ist immer noch ein prominenter Sozialdemokrat - und noch viel wichtiger: Sarrazin ist Mitglied des Vorstands einer der ehrwürdigsten Institutionen dieser Republik, der Bundesbank. Er ist daher eine Stimme des öffentlichen Lebens, die sich auf diese Weise in die Debatte einbringt. Das hat uns letztlich bewogen, den Text zu drucken.
Allerdings fiel die Anmoderation des Buchauszugs doch recht zahm aus: Warum hat der Spiegel Sarrazins Thesen nicht kommentiert oder wenigstens in der Rubrik "Hausmitteilung" Stellung bezogen, wie das bei anderen Themen durchaus der Fall ist?
Unsere kritische Haltung haben wir in der Einleitung zu dem Buchauszug deutlich gemacht, aber ich halte nichts davon, Texte mit einer Gebrauchsanweisung zu versehen. Es handelt sich um einen Meinungsbeitrag, über den man streiten muss. Und es wird ja glücklicherweise schon heftig gestritten. Wir werden es natürlich nicht dabei belassen, einen solchen Text zu drucken, und dann einfach zur Tagesordnung übergehen. Der Spiegel wird das Thema weiterdrehen. Mit Debatten, aber auch mit Artikeln zum Thema Integration: Über Probleme, die es gibt - aber auch über das, was gelungen ist.
Aber wenn Sie Sarrazin schon so viel Raum geben: Warum ist der Vorabdruck dann nicht prominenter auf dem Titel oder im Inhaltsverzeichnis angekündigt? Dort aber findet sich der Vorabdruck eher unter "ferner liefen" …
Das sehe ich nicht so. Sarrazin hat bei uns mehrere Seiten bekommen. Das reicht.
Zudem klammert der im Spiegel veröffentlichte Auszugs diverse heiße Eisen aus - das Thema Eugenik kommt beispielsweise gar nicht vor!
Es geht um ein langes Buch, und man muss sich für einen bestimmten Ausschnitt entscheiden. Wir haben hier versucht, Sarrazins Sicht der Dinge weder im Ton abzumildern noch an den Thesen zu rasseln, damit alles noch spektakulärer erscheint. Sondern wir haben eine zentrale Passage gewählt.
Dabei hatten Sie einen Vorsprung vor fast allen anderen Medien: Die hatten sich - bevor der Verlag wegen der aktuellen Debatte die Sperrfrist am Donnerstag aufhob - verpflichten müssen, vor kommendem Montag nichts über das Buch zu bringen.
Der Spiegel legt Wert auf Exklusivität, das tut er bei jedem Buch und Vorabdruck.
Und was kann die Welt am Montag erwarten? Wird die Chefredaktion selbst Stellung beziehen?
Sie können sicher sein, dass wir auf den Fall Sarrazin ausführlich eingehen werden.
Wird sich Thilo Sarrazin danach besser oder schlechter fühlen als heute?
Das sind für uns keine Kriterien. Ich fürchte, er fühlt sich gerade ziemlich gut. Ich möchte, dass man sich mit dem Kern der Debatte beschäftigt - mit dem Thema Integration, aber auch damit, wie in Deutschland darüber diskutiert wird.
Und deshalb drucken Sie zunächst als pure Provokation den Beitrag einer Oberkrawallschachtel?
Dieser Text ist leider ein Abbild der Art und Weise, wie in vielen Teilen dieses Landes über Integration geredet wird. Damit muss man sich auseinandersetzen, das kann man nicht verdrängen. Sarrazin provoziert, aber das allein spricht nicht dagegen, diesen Text zu drucken.
INTERVIEW: STEFFEN GRIMBERG
http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/ich-habe-lange-mit-mir-gerungen/
Sarrazin - Die Ablenkung
Für Teile des Establishment ist es wichtig, dass der gesellschaftliche Zorn sich gegen Ausländer, Muslime und Hartz IV-Empfänger richtet
In der Öffentlichkeit wirkt Thilo Sarazin eher wie ein müder Banker und nicht etwa wie ein neuer, dynamischer Volkstribun. Wäre der gute Mann allein, müsste man sich sicher keine weiteren Gedanken machen. Leider und genau genommen geht es aber gar nicht um ihn, sondern vielmehr um die Kräfte, die den ergrauten Herrn kraftvoll in den Vordergrund schieben. In denkwürdigem Einklang haben BILD und SPIEGEL das dürftige "Werk" des Freizeitphilosophen in ihr Herz geschlossen. Sein neuestes Büchlein erscheint zudem prominent in der Deutschen Verlagsanstalt, die zum Einflussbereich des Bertelsmann Verlags gehört. Es ist genau diese vereinte Medienmacht hinter Sarazin, die uns wirklich nachdenklich stimmen sollte.
Man kann getrost davon ausgehen, dass es bei diesem Projekt nicht nur um die Rettung des deutschen Vaterlandes geht, sondern in erster Linie auch um die Rettung der Interessen der Vermögenden im Lande. Diese Interessen sind wie man weiß durchaus bedroht. So dürfen auf keinen Fall, besonders in den Zeiten sich nun ankündigender sozialer Entbehrungen, die Stützen der Gesellschaft selbst in das Visier des Volkszornes geraten.
Hier gilt es also frühzeitig gesellschaftliche Projektionsflächen zum Aggressionsabbau zu schaffen. Mehr wie alle Parteien, kann die versammelte Medienmacht ungehemmt bestehende Stimmungen und Unsicherheiten in ihrem Sinne lenken, verstärken und ausnutzen. Diese Strategie muss man sogar mit der jederzeit denkbaren Möglichkeit einer Schöpfung einer neuen, pseudo-konservativen Partei zusammendenken.
Diese neue Strömung könnte dann, wie man in den Niederlanden sieht, Massen obrigkeitshöriger Konsumenten mit islamophober Grundeinstellung sammeln. In Deutschland wartet seit Jahren die mächtigste und unheimlichste politische Gruppe, die Nichtwähler, auf ihre politische Mobilisierung. Für das Establishment ist es wichtig, dass der Zorn dieser wachsenden, potentiell politischen Kraft sich nicht etwa gegen Reiche, Banker und Finanzjongleure richtet, sondern lieber doch gegen Ausländer, Muslime und Hartz-IV Empfänger.
Das Sarazin-Projekt versucht im Kern nichts Anderes, als das globale Freund-Feind Projekt gegen die neuen "Barbaren" in die deutsche Innenpolitik zu projezieren. Neue Feindbilder und neue Ängste sollen dabei einen gesellschaftlichen Konsens ermöglichen. Das Motto des "weißen Mannes" ist so verführerisch wie einfach: wir sind zivilisiert, weil sie so barbarisch sind.
Die unterschwellige Verknüpfung des Barbarischen mit dem Islam, ist ein willkommener Nebeneffekt, verknüpft es doch den Islam mit den dunkelsten Problemen des Landes, nicht etwa mit alternativen Lösungsansätzen. Die Muslime durch das Ausschlachten von Einzelfällen zu diskreditieren und den Islam für Europa undenkbar zu machen, gehört sicherlich zu den wichtigen strategischen Zielen dieser Gesamtbewegung
(Quelle: Mit freundlicher Genehmigung der Islamischen Zeitung und des Redakteurs Khalil Breuer. Erveröffentlichung 25.08.10)
http://islam.de/16278.php
Leserstimmen Schlag nach bei Sarrazin
Schon vor dem offiziellen Start steht das Buch "Deutschland schafft sich ab: Wie wir unser Land aufs Spiel setzen", über das alle reden, in den Regalen. Was sagen die ersten Leser?
Der Handel hat schnell reagiert: Bevor Thilo Sarrazin sein Buch am kommenden Montag offiziell der Öffentlichkeit vorstellen konnte, wurden seinem Werk die besten Plätze freigeräumt. Bei Hugendubel in der Tauentzienstraße kommt kein Kunde an der Pyramide aus den roten Sarrazin-Bänden vorbei. Manche greifen spontan zu, andere blättern eher verschämt in den 464 Seiten. „Ich interessiere mich sehr für das Thema Migration“, sagt Natascha Bugarshi, die schnurstracks zugegriffen hat. „Schließlich bin ich selbst Migrantin. Was Sarrazin sagt, ist sonst tabu. Viele denken wie er, haben nur nicht den Mut, es laut auszusprechen.“ In vielen Punkten habe Sarrazin recht, sagt die Frau aus Serbien und verweist auf das Zitat aus dem Buch: „Es wächst eine weitgehend funktions- und arbeitslose Unterklasse heran“.
„Die Kritiker von Thilo Sarrazin sind Gutmenschen“, findet ein 73-Jähriger, der sich mit dem Buch auf ein Lesesofa im Laden zurückgezogen hat. „Die Menschen ignorieren die Realität. Was Sarrazin sagt, hat Hand und Fuß – aber das hört man ja nicht gern.“ Das Niveau der Schulbücher sinke, Schüler könnten keine Textaufgaben mehr lösen, teilweise nicht mal lesen. Die Aufregung um die Aussage, dass Migranten mehr kosteten als sie einbrächten, verstehe er nicht. „Deutschland kann nicht nur Migranten aus der untersten Schublade aufnehmen, wir sollten wie in Kanada stärker selektieren.“
„Die Kritik an Thilo Sarrazin ist nicht gerechtfertigt“, findet auch eine 72-jährige ehemalige Krankenschwester, die nach dem Buch greift. „Sarrazin hat völlig zu Recht eine Diskussion angefacht, die leider schon wieder völlig am Thema vorbeiläuft.“ Es gehe nicht darum, ob er aus der SPD geworfen werden müsse. Das lenke nur von der Debatte um Migration und Bildung ab. Auch die Kritik des Neuköllner Bürgermeisters Heinz Buschkowsky, Sarrazin habe als Finanzsenator selbst nicht die nötigen Projekte gefördert, sei falsch. „Er hatte gute Gründe dafür. Die Projekte sind zu großen Teilen Unsinn. Integration muss man nicht nur fördern, sondern auch einfordern – wenn es sein muss, auch mit einem gewissen Zwang.“ Richterin Kirsten Heisig – deren Buch gleich neben der der Sarrazin-Pyramide liegt – habe ja bewiesen, dass die Integration jugendlicher Migranten misslungen sei.
Leonard Golz weiß noch nicht, ob er das Buch kaufen wird. „Aber ich interessiere mich dafür, weil sich endlich jemand kritisch äußert. Er spricht aus, was viele denken – und auch wirklich so ist.“ Die Kritik an Sarrazin kann der 20-Jährige trotzdem verstehen. „Die Formulierungen sind teilweise stark abwertend, aber die Aussagen sind inhaltlich richtig.
http://www.tagesspiegel.de/berlin/schlag-nach-bei-sarrazin/1913026.html
Problematischer Vorstand
Wie die Bundesbank Sarrazin loswerden kann
Jetzt bekommt der umstrittene Bundesbankvorstand schon Beifall von der NPD. Sarrazins Arbeitgeber und die Politik tüfteln an Verfahren, um den SPD-Mann zu feuern - allerdings müssten extra für ihn Gesetze geändert werden. von Jens Tartler und Mark Schrörs
Weder der Verlag noch der Autor werden sich über diese Werbung gefreut haben. Der NPD-Fraktionsvorsitzende von Mecklenburg-Vorpommern, Udo Pastörs, lobt Thilo Sarrazin s Opus: "In dem Buch werden die Probleme unserer Tage deutlich gemacht." Er wünsche ihm "zahlreiche Leser".
Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin
Der Berliner CDU-Abgeordnete Robbin Juhnke hält einige von Sarrazins Forderungen für diskussionswürdig: "Es spricht nichts dagegen, darüber nachzudenken, wer uns als Zuwanderer nützt und wer nicht." Für sein Lob wählt er allerdings ein Forum, das ebenfalls diskussionswürdig ist: die rechtskonservative Wochenzeitung "Junge Freiheit". Natürlich wollte Sarrazin, dass über sein Buch "Deutschland schafft sich ab" gesprochen wird. Vorabdrucke in "Spiegel" und "Bild", Auftritte bei "Beckmann" und "Hart aber fair" - das alles macht niemand, der nur ein kleines, elitäres Publikum erreichen will. Jetzt aber bekommt er Beifall von der falschen Seite. Und die Politiker von der anderen Seite überlegen, wie sie Sarrazin als Bundesbankvorstand abschaffen können. Gesetze ändern wollen aber nur wenige.
Die Grünen im Bundestag haben schnell ein Verfahren ausgeklügelt: Zunächst schlägt die Bundesbank die Abberufung vor, dann die Bundesregierung. Der Bundespräsident nimmt sie dann vor.
Der Regierungskoalition geht das zu weit. "Es wäre zu viel der Ehre, wenn wir für Herrn Sarrazin Gesetze ändern", sagt Hans-Peter Friedrich, der Chef der CSU-Abgeordneten im Bundestag. Auch die SPD, die über den Bundesrat mitbestimmen kann, ist hier zurückhaltend. Der amtierende Fraktionschef im Bundestag, Joachim Poß, sagt: "Die Diskussion um das Besetzungsverfahren gibt es ja immer bei vermeintlich unbefriedigenden Personalergebnissen. Eine solche Entwicklung hätte man aber durch ein anderes Bundesbankgesetz nicht verhindern können."
Der Sprecher von Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), der Sarrazin als Bundesbanker nominiert hatte, sagt zwar, der Senat habe den Ex-Finanzsenator nicht nach Frankfurt geschickt, damit er "Ressentiments schürt". Das spreche aber nicht gegen das Verfahren.
Bundesbankpräsident Axel Weber weiß, dass es juristisch schwierig ist, Sarrazin loszuwerden. Eine Abberufung kann der Vorstand nur bei schwerer Krankheit oder "schweren Verfehlungen" beantragen. Was das genau heißt, ist aber nicht ausformuliert. Schon lange stört sich die Bundesbank an dem stark parteipolitischen Auswahlverfahren. Auch im Fall Sarrazin hatte die Bank ihre Bedenken deutlich zu erkennen gegeben, die Politik hatte sich aber darüber hinweggesetzt.
http://www.ftd.de/karriere-management/management/:problematischer-vorstand-wie-die-bundesbank-sarrazin-loswerden-kann/50162204.html
Umstrittene Thesen
Berliner SPD-Chef fordert Sarrazin zum Austritt auf
SPD-Politiker Sarrazin: "Ein unbelehrbarer Wiederholungstäter"
Thilo Sarrazin gerät in seiner eigenen Partei immer mehr ins Abseits. Der Berliner SPD-Landeschef Müller forderte ihn in einem Brief offen zum Austritt aus der SPD auf. Mehrere Parlamentarier planen zur Buchvorstellung Sarrazins eine Protestkundgebung.
Berlin - Bisher sind nur einzelne Passagen aus Thilo Sarrazins neuem Buch bekannt. Doch mit diffamierenden Äußerungen zu muslimischen Migranten hat der Bundesbankvorstand noch vor dem Erscheinungstermin für Empörung gesorgt. Seine Partei geht auf Distanz zu dem SPD-Politiker und versucht, ihn zum Austritt zu bewegen.
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Der Berliner SPD-Landeschef Michael Müller forderte Sarrazin in einem Brief auf, die Partei zu verlassen. Mit seinen Positionen entferne dieser sich immer mehr von sozialdemokratischer Politik, schrieb Müller. "Da Du aber diesen Weg offenbar weitergehen willst, fordere ich Dich auf, gehe ihn ohne die SPD und tritt aus der Partei aus", hieß es in dem am Freitag in Berlin veröffentlichten Schreiben.
"Seit unserer Gründung bis heute ist es Kern unserer Politik, jene in die Gesellschaft zu integrieren, die drohen aus ihr herauszufallen - waren das in früheren Zeiten die einfachen Arbeiter, später die Generation der Gastarbeiter oder heute sozial Benachteiligte - ob mit oder ohne Migrationshintergrund", appellierte Müller an seinen Parteifreund.
Zuvor hatten bereits SPD-Bundesparteichef Sigmar Gabriel und Generalsekretärin Andrea Nahles Sarrazin den Parteiaustritt nahegelegt. Ob ein Ausschlussverfahren angestrengt werden soll, müsse die Landespartei entscheiden, sagte der Vorsitzende von Sarrazins Berliner SPD-Ortsverband Neu-Westend, Robert Drewnicki. Ein erster Anlauf wegen früherer Äußerungen war im Frühjahr gescheitert. Drewnicki kündigte an, er wolle Sarrazin in einem Brief ebenfalls zum Parteiaustritt auffordern. Der SPD-Politiker stehe nicht mehr auf dem Boden der Grundwerte der Partei, sagte Drewnicki.
Integrationsbeauftragte wirft Sarrazin Bösartigkeit vor
Sarrazin kritisiert in seinem in Auszügen im SPIEGEL vorab veröffentlichten Buch "Deutschland schafft sich ab" die deutsche Zuwanderungspolitik. Der frühere Berliner Finanzsenator wirft muslimischen Migranten vor, sich nicht in die Gesellschaft integrieren zu wollen und mehr Kosten zu verursachen, als Nutzen zu bringen. Sarrazin spricht davon, dass "muslimische Einwanderung die deutsche Gesellschaft untergräbt", geißelt die "Attitüden der muslimischen Einwanderer" und lästert über "Importbräute". Er warnt zudem davor, dass die Deutschen zu "Fremden im eigenen Land" werden könnten.
Die Integrationsbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Aydan Özoguz, warf Sarrazin "Bösartigkeit" vor. Seine Äußerungen seien "widerlich" und pure Provokation. Auch die Kanzlerin hatte ihre Entrüstung kundgetan.
Am kommenden Montag will Sarrazin sein Buch im Haus der Bundespressekonferenz in Berlin vorstellen - und muss sich dabei auf Protest von Parteifreunden gefasst machen. Die Berliner SPD-Bundestagsabgeordnete Mechthild Rawert und mehrere Parlamentarier der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus riefen zu einer Protestkundgebung des Bündnisses "Rechtspopulismus stoppen" auf. "Herr Sarrazin ist ein unbelehrbarer Wiederholungstäter, der die Grundwerte der SPD mit Füßen tritt", kritisierte Rawert. Mehrere islamische Organisationen, darunter der Islamrat, wollen auf einer Pressekonferenz zu dem Buch Stellung nehmen.
FDP-Politiker fordert Machtwort des Bundesbankpräsidenten
Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer, hielt Sarrazin vor, er habe in seinen sieben Jahren als Berliner Finanzsenator nichts getan, um die schlechten Bildungsergebnisse in der Hauptstadt zu verbessern. "Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen", sagte die CDU-Politikerin im RBB-Inforadio.
Nach Ansicht des Deutschen Instituts für Menschenrechte liegen wesentliche Forderungen Sarrazins zur Integrationspolitik jenseits des Kerns des Grundgesetzes. Die frühere Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (CDU) warf Sarrazin laut "Focus Online" vor, mit seinen Integrationsthesen Vorurteile gegen Muslime zu schüren.
Der stellvertretende FDP-Bundestagsfraktionsvorsitzende Patrick Döring forderte Bundesbankpräsident Axel Weber zum Eingreifen auf. Weber solle Sarrazin "nahelegen, in Zukunft entweder sein für die Bank schädliches Verhalten zu beenden oder seinen Vertrag bei der Bundesbank aufzulösen", sagte Döring im "Handelsblatt".
mmq/dpa/ddp
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,714297,00.html
27.08.2010 21:29 UhrVon Tissy BrunsKommentare: 8
Sarrazins Thesen Die Stunde der Selbstgerechten
Von der Kanzlerin bis zu den Migrantenvereinen hat sich, erwartungsgemäß, eine öffentliche Empörungsfront aufgestellt. Doch Sarrazins Thesen beziehen ihre Durchschlagskraft aus den Körnchen Wahrheit, die sich in der Realität finden.
Es ist kein Rätsel, warum Thilo Sarrazins Buch viel Zustimmung findet. Es redet laut über einen Stoff, der zu lange ein nur untergründiges Dasein führen durfte. Die Zuwanderung und ihre Schattenseiten sind heute – insofern tritt er offene Türen ein – keine öffentlichen Tabuthemen mehr. Die Konkurrenzverhältnisse und Spannungen, die sich in Kombination mit den neuen sozialen Ungleichheiten daraus ergeben, sind es umso mehr. Der Provokateur Sarrazin muss ernst genommen werden, weil er ein ideologisches Angebot zur Bewältigung der kulturellen und sozialen Überforderungen liefert, die uns, quer durch alle Schichten, tatsächlich plagen.
Nicht was er drastisch ausspricht, macht dieses Angebot wirksam, sondern die suggestive Verheißung, die hinter den steilen Thesen aufsteigt. „Deutschland schafft sich ab“ – schon der Buchtitel stellt infrage, dass die muslimische Zuwanderung eine Tatsache ist, die wir nach Maßgabe von Humanität und unserer Freiheitswerte gestalten müssen, aber nicht mehr leugnen können. Erst recht kreist Sarrazins Beweisführung zur sozial-genetischen Vererbbarkeit von Intelligenz und Status unausgesprochen unentwegt darum, dass wir sie eigentlich doch wieder loswerden müssten, die muslimischen Unterschichtenmigranten, bei denen Hopfen und Malz verloren sind.
In einer Gesellschaft, in der die Schlacht um die besten Plätze für die eigenen Kinder energisch geführt werden muss, ist das ein schönes Angebot zur kollektiven Verantwortungsverweigerung. Wenn sich muslimische Dummheit durch Vererbung zwangsläufig vermehrt, kann der anstrengende Kampf gegen die Bildungs- und Integrationsverweigerung muslimischer Eltern ebenso gut eingestellt werden. Der frühere Berliner Finanzsenator Sarrazin hat sich in dieser Hinsicht auch nicht hervorgetan.
Von der Kanzlerin bis zu den Migrantenvereinen hat sich, erwartungsgemäß, eine öffentliche Empörungsfront gegen Sarrazin aufgestellt. Sie ist Teil der Kulisse im Schauspiel um Sarrazins Buch. Die Partei der Bundeskanzlerin hat die Tatsache der Zuwanderung noch geleugnet, als die ersten Migrantenkinder Abitur gemacht haben oder ohne Deutschkenntnisse eingeschult wurden. Im Milieu von SPD oder Grünen wiederum durfte über die Probleme dieser Migration nicht geredet werden, als hinter Kreuzberger Gardinen schon die „fremden Bräute“ standen und nur zusehen durften, wie unten auf der Straße das Multikulti-Fest gefeiert wurde. Schon lange pflegen wegen dieser öffentlichen Verdrängungen die üblichen Stammtische ihre ausländerfeindlichen Ressentiments. Das Milieu der linksliberalgrünen politischen Korrektness, das die Verletzungen der Menschenrechte von muslimischen Kindern, Mädchen und Frauen lange nicht wahrhaben wollte, hat längst eine heimliche Konkurrenz. Mit Sarrazin könnte es sich offen etablieren: ein selbstgerechtes Milieu der besseren Kreise, das Migranten und Unterschichtenkinder wegen ererbter Dummheit abschreibt.
Denn Sarrazins Thesen beziehen ihre Durchschlagskraft aus den Körnchen Wahrheit, die sich in der Realität finden. Es ist wahr, dass in einer liberal-säkularen Gesellschaft Kopftuch und Moschee verstören, die Zwangsehe keinen Platz haben dürfte und allen Eltern die Schulpflicht selbstverständlich sein müsste. Die Zugehörigkeit zum oberen und zum unteren Fünftel der Gesellschaft vererbt sich seit zwanzig Jahren tatsächlich in einem Maß, dass, wer glauben will, auch glauben kann, dass die Besserverdienenden die schlaueren Kinder haben. So ist es, leider. Aber muss es auch so sein? Vor vierzig Jahren wäre das Wirtschaftswunderland konkurrenzunfähig geworden, wenn es nicht die Bildungsreserven der Kinder aus bildungsfernen Schichten mobilisiert hätte. Vor dreißig Jahren war die Sozialstruktur viel durchlässiger. Sarrazins Partei, die SPD, glaubt nicht nur daran, sie hat auch bewiesen, dass der Sohn einer Putzfrau Kanzler werden kann. Längst gibt es in Deutschland die Rechtsanwältin, die Publizistin, die Schriftstellerin, die als Töchter analphabetischer muslimischer Mütter aufgewachsen sind. Den Tellerwäschertraum kann keine Demokratie ungestraft aufgeben.
http://www.tagesspiegel.de/meinung/die-stunde-der-selbstgerechten/1913012.html
Interview mit Integrations-Experte
"Wir brauchen diese Menschen"
Nihat Sorgec, Geschäftsführer des Bildungswerks Kreuzberg, spricht über die Chancen von Migranten und den Populismus von Thilo Sarrazin.
Herr Sorgec, laut Thilo Sarrazin sind die Muslime die am schlechtesten integrierte Migrantengruppe in Deutschland. Ist da nicht was Wahres dran?
Ja, sicher. Aber der Grund liegt nicht darin, dass sie Muslime sind, sondern dass viele von ihnen aus unteren Schichten stammen: bildungsfernen Milieus, in denen das Lernen nie gelernt wurde.
Zur Person
Nihat Sorgec ist Gründer und Geschäftsführer des Bildungswerks Kreuzberg in Berlin, das derzeit fast 1000 Jugendliche und Erwachsene aus- und weiterbildet. Zielgruppe sind vor allem sozial benachteiligte junge Menschen und Migranten, die auf dem normalen Ausbildungsmarkt keine Chance hätten.
Mit 14 Jahren kam Sorgec als Gastarbeiterkind nach Deutschland, machte zunächst einen Hauptschulabschluss und eine Lehre und studierte im zweiten Bildungsweg Maschinenbau.
In der Amtszeit von Bundesinnenminster Wolfgang Schäuble (CDU) war Sorgec Mitglied der Deutschen Islam-Konferenz. Er ist außerdem Vizepräsident der Deutsch-Türkischen Industrie- und Handelskammer. (rü)
Sarrazin bestreitet soziale Ursachen. Er macht eine ungute Mixtur von Islam und traditioneller Lebensform für die mangelhafte Integration verantwortlich.
Die Praxis widerlegt ihn doch. Das sehen wir an unserer Klientel im Bildungswerk: Die Deutschen, die bei uns eine Ausbildung machen, haben die gleichen Probleme wie die Migranten.
Welche sind das?
Sie haben keine Berufsperspektive und sie haben nicht gelernt, was eine leistungsorientierte Gesellschaft verlangt. In ihren Familien fehlen einfach die Vorbilder, die jeden Morgen zeitig aufstehen und zur Arbeit gehen.
Sind die meisten Migranten?
Nein, fast die Hälfte sind Deutsche. Bei den Deutschen stecken vor allem zerrüttete Familien dahinter, die Migranteneltern haben Sprachdefizite und sind oft mit den Erziehungsanforderungen einer modernen Gesellschaft überfordert. Aber die Folgen sind die gleichen.
Was lernen die Jugendlichen bei Ihnen?
Ein halbes Jahr brauchen wir erst mal, bis sie pünktlich kommen und einigermaßen lernen gelernt haben. Wir vermitteln ihnen das Gefühl, dass sie eben doch eine Perspektive haben, wenn sie sich anstrengen. Und wir haben Erfolge: 86 Prozent bestehen die Prüfungen, etwa 80 Prozent von ihnen finden einen Job. Im Einzelhandel und im Hotelgewerbe sind es sogar 100 Prozent.
Sarrazin reichen solche Ansätze nicht. Er will mehr Druck auf integrationsunwillige Migranten. Zum Beispiel sollen Kindergeld oder Grundsicherung gekürzt werden, wenn Kinder im Kindergarten oder der Schule fehlen.
Ich bin durchaus für Leistungsorientierung, aber wir kommen durch Überzeugung und Anreize weiter als mit Zwang. Es muss aber genügend Mittel für entsprechende Programme geben.
Was muss denn geschehen?
Wir müssen an die Eltern ran und sie überzeugen, dass Bildung ihren Kindern Zukunft gibt. Das muss über Autoritäten laufen, die das Vertrauen dieser Menschen haben. Ich erwarte da deutlich mehr Engagement von den vielen Migranten, die es schon zu etwas gebracht haben: Sie sollten sich ehrenamtlich einsetzen, als Vorbilder auf ihre Landsleute zugehen und die passenden Projekte gründen. Eine andere Schiene betreten wir vom Bildungswerk demnächst. Wir starten einen Vorbereitungskurs für Polizei- und Verwaltungsberufe, denn da sind noch zu wenige Zuwanderer vertreten.
Aber was bringt das? Was hat die deutsche Gesellschaft von den muslimischen Zuwanderern? Laut Sarrazin nichts.
Das ist ein ganz gefährlicher Populismus, der die Migranten doch nur vor den Kopf stößt! Nehmen Sie die Menschen mit türkischem Hintergrund: Der Handel mit der Türkei hat sich über die Jahre vervielfacht, auch dank der vielen hochqualifizierten Migranten in deutschen Firmen. Gerade habe ich die Metro-Zentrale in Istanbul besucht. Sie wird von in Deutschland aufgewachsenen Türken geleitet. Das zeigt: Wenn wir in die besondere Ressource dieser Menschen investieren, nämlich in ihre interkulturelle und sprachliche Kompetenz, dann öffnen wir uns wichtige Märkte. Das ist unerlässlich für eine Exportnation. Viele Unternehmen haben das erkannt, die Politik allerdings erst langsam.
Interview: Ursula Rüssmann
http://www.fr-online.de/politik/-wir-brauchen-diese-menschen-/-/1472596/4593688/-/index.html
Rufe nach Rauswurf immer lauter
Von Olivia Schoeller, 27.08.10, 22:14h, aktualisiert 27.08.10, 22:56h
Die Kritik an Thilo Sarrazin reißt nicht ab. Margot Käßmann nannte Sarrazins Ausführungen zu Migranten menschenverachtend. Hessens FDP-Chef Jörg-Uwe Hahn, sagte, die Formulierungen seien verletzend.
BERLIN - Nach seinen jüngsten Äußerungen wächst der Druck auf Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin: Der Integrationsminister von Hessen wirft Sarrazin vor, mit seinen „schrillen und skurrilen“ Tönen den Integrationsbemühungen zu schaden. „Durch seine Polemik verschließt er die Herzen und die Köpfe der türkischstämmigen Migranten. Seine Formulierungen verletzen“, sagte Jörg-Uwe Hahn (FDP) dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.
Die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Käßmann, nannte im NDR die Ausführungen Sarrazins menschenverachtend. Gerade in der Geschichte Deutschlands habe man die Erfahrung gemacht, was eine Diffamierung einzelner Bevölkerungsgruppen bedeuten könne an „Ausgrenzung, an Menschenverachtung bis hin zur Auslöschung von Menschenleben“, so Käßmann.
Interessensvertreter von Migranten forderten indes ein klares Signal der Bundeskanzlerin Angela Merkel. „Ich fordere die Bundesregierung auf, ein Verfahren zur Absetzung von Thilo Sarrazin als Bundesbank-Vorstand einzuleiten“, sagte Kenan Kolat, Chef der türkischen Gemeinde in Deutschland.
Insgesamt zeigte er sich allerdings zufrieden mit der Reaktion der deutschen Politik und Gesellschaft. „Ich bin sehr froh, dass die Bundeskanzlerin so klar von Diffamierung gesprochen hat“, sagte er und lobte auch die Reaktionen der SPD-Parteispitze, der Grünen, der Linkspartei und der Integrationsbeauftragten des Bundes, Maria Böhmer.
Dank zollte Kolat auch dem Zentralrat der Juden für dessen klare Verurteilung von Sarrazins Äußerungen. Als SPD-Mitglied ist Kolat zuversichtlich, dass seine Partei ein weiteres Ausschlussverfahren gegen Sarrazin anstrengen wird.
http://www.ksta.de/html/artikel/1281431656596.shtml
Thilo Sarrazin fragt sich, wie die Zukunft aussieht Deutschland in 100 Jahren – Traum oder Albtraum?
28.08.2010 - 01:32 UHR
Von Thilo Sarrazin
Deutschland diskutiert über das neue Buch von Thilo Sarrazin (65). Darin entwickelt er zwei Visionen von Deutschlands Zukunft: „Ich habe meiner Fantasie freien Lauf gelassen. Sie sind zugespitzt, sie sind Satire, aber sie sind nicht irreal“, schreibt der SPD-Politiker. BILD veröffentlicht das negative Szenario – wie Deutschland in 100 Jahren aussehen könnte, wenn sich an Sozial-, Bildungs- und Integrationspolitik nicht bald etwas ändert.
Im Deutschland des Jahres 2017 war die Politik eigentlich ganz zufrieden mit sich selbst. Die Wirtschaft wuchs zwar nur langsam, aber sie wuchs immerhin. Seit Herbst 2017 führte Angela Merkel eine schwarz-grüne Bundesregierung.
Die Koalitionsvereinbarung kündigte eine Gesetzesinitiative an, mit der die Unterstützung von Xenophobie und Islamophobie unter Strafe gestellt werden sollte. Jürgen Trittin hatte im Wahlkampf für Wirbel gesorgt mit seiner Aussage: „50 Prozent Araber sind mir lieber als fünf Prozent Rechtsradikale.“
Gegen heftigen Widerstand der Union waren die Deutschkurse als Voraussetzung für die Einreise von Familienangehörigen abgeschafft worden. In den Koalitionsverhandlungen hatten die Grünen ein wissenschaftliches Gutachten von Professor Gideon Botsch vom Moses Mendelssohn Zentrum an der Universität Potsdam vorgelegt [Anm. d. Red.: In einer Studie vom Januar 2010 hatte Gideon Botsch Äußerungen von Thilo Sarrazin als „eindeutig rassistisch“ eingestuft].Darin wurde belegt, dass es Ausdruck einer latent faschistoiden Gesinnung mit rassistischen Anklängen sei, wenn Deutsche einen Vorrang der deutschen Sprache forderten.
Die neue Ministerin für Familie und Migration – eine junge Frau vom linken Flügel der nordrhein-westfälischen CDU – machte deutlich: Unter den Aspekten der weltweiten Überbevölkerung, des Umweltschutzes wie auch der fragwürdigen deutschen Vergangenheit leiste Deutschland mit seinen niedrigen Geburtenraten eigentlich einen positiven Beitrag zur Zukunft der Menschheit. Fallende Bevölkerungszahlen schafften nämlich Platz.
In der öffentlichen Debatte legte schließlich Patrick Bahners, Feuilletonchef der FAZ, das entscheidende Gewicht in die Waagschale. In einem hochintelligenten Artikel, den keiner verstand, wies er zwingend nach: Erst die kulturelle Selbstaufgabe des deutschen Bürgertums sei der Beleg dafür, dass es seine Liberalität wirklich ernst nehme. Er wiederholte zudem seine bereits 2010 gefallene Äußerung, dass „sich die Islamkritik tatsächlich mit dem Antisemitismus der Gebildeten im deutschen Kaiserreich vergleichen“ lasse. Das saß, in diese Ecke wollte keiner gestellt werden.
Bereits von 2015 an hatte sich die jährliche Immigration deutlich erhöht; etwa die Hälfte der Immigranten kam im Rahmen des Familiennachzugs, bei der anderen Hälfte handelte es sich überwiegend um Wohlstandsflüchtlinge aus Afrika sowie Nah- und Mittelost.
Das Bruttosozialprodukt hatte um das Jahr 2020 sein Wachstum eingestellt. Auf der anderen Seite wuchsen die Rentenausgaben und die Kosten für die Sozialtransfers weiter, weil die Zahl der Empfänger unaufhörlich stieg. Da die Mehrwertsteuer bereits bei 25 Prozent lag, blieb nur die Erhöhung der Einkommensteuer.
Von 2040 an orientierte sich ein stetig wachsender Teil der wohlhabenden Privatleute ins Ausland und wechselte den Wohnsitz unter Mitnahme des Privatvermögens.
Unbemerkt hatte sich währenddessen ein Wandel in der Wählerschaft vollzogen. Wie Allensbach anlässlich der Bundestagswahl 2045 ermittelte, hatten bereits 30 Prozent der Erstwähler einen muslimischen Hintergrund. Aber bereits seit 2030 hatte es in einer wachsenden Zahl von Großstädten muslimische Bevölkerungsmehrheiten gegeben, und 2050 hatte mehr als die Hälfte der Oberbürgermeister einen türkischen, arabischen oder afrikanischen Migrationshintergrund. Das prägte die Kommunalpolitik.
Im Jahre 2045 hatte es erneut einen Brand in der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar gegeben. Der Oberbürgermeister, ein nachdenklicher, tiefreligiöser Mann mit arabischem Migrationshintergrund, machte sich die Sache nicht leicht. Am Ende aber trat er vor die Presse und verkündete, das Vorrecht auf dieser Welt gebühre den Lebenden und nicht den Toten. Die knappen Städtebauförderungsmittel seien daher in der Gestaltung des Vorplatzes für die neue Moschee besser angelegt.
In den folgenden Jahrzehnten setzte der Verfall von Kirchen, Schlössern und Museen ein. Die Deutschen, die sie hätten besuchen können, wurden immer älter, und es waren auch immer weniger. Gegen große Widerstände legte die Bundesregierung 2080 ein Sonderprogramm zur Rettung des deutschen Kulturerbes auf. Die Mehrheit war knapp, denn dafür musste eine Rentenerhöhung aufgeschoben werden. Mit bebender Stimme rief eine Vertreterin der „Grauen Panther“ in den Plenarsaal: „Was hat der deutsche Rentner im Rollstuhl davon, wenn der Bamberger und Kölner Dom saniert werden, er aber seine Pflegestufe nicht bezahlen kann?“
In einem wegweisenden Grundsatzurteil hatte das Bundesverfassungsgericht 2030 entschieden, es widerspreche dem Gleichheitsgrundsatz des Grundgesetzes, einen Bewerber mit Migrationshintergrund nicht zu berücksichtigen, weil seine Bewerbung sprachliche Mängel aufweise.
Noch viel wichtiger aber war das Urteil zum Verfassungsrang der Muttersprache aus dem Jahre 2037. Im Kern der Ballungsgebiete überwiege die Zahl der Kinder mit türkischer und arabischer Muttersprache. Deren Menschenwürde werde beeinträchtigt, wenn sie auf Deutsch radebrechen müssten, anstatt sich frei in der eigenen Muttersprache auszudrücken.
Die Auswertung der Einschulungsstatistik ergab, dass 2045 noch 48 Prozent, 2075 lediglich 30 Prozent und 2105 gar nur noch 20 Prozent der Einschüler für den muttersprachlichen Unterricht das Fach Deutsch wählten. Im Bayerischen Wald und in der Uckermark lag der Anteil 2105 zwar immer noch bei 50 Prozent, in Hamburg, Frankfurt und Berlin aber nur bei rund zehn Prozent.
Im Jahre 2100 konnte der kritische Historiker zufrieden registrieren, dass Deutschland seine demografischen Probleme vorbildlich und multikulturell korrekt gelöst hatte. Zwar war die Bundesrepublik im Lebensstandard weit hinter China zurückgefallen, auch Indien hatte Deutschland im Pro-Kopf-Einkommen überholt, aber man zeigte der Welt, dass sich die Probleme friedlich lösen ließen.
Einige muslimische Feuerköpfe forderten jetzt eine neue Nationalflagge mit schwarzem Hintergrund, rotem Halbmond und goldenen Sternen. Das war vielleicht ein bisschen übertrieben. Aber andererseits hatten sie das Recht dazu, sie waren ja die demokratische Mehrheit. Und Deutschland blieb immerhin schwarz-rot-gold...
http://www.bild.de/BILD/politik/2010/08/28/sarrazin-buch/deutschland-in-100-jahren-traum-oder-albtraum.html
Heftiger Streit über Sarrazin
Islam-Kritiker gibt dem Bundesbank-Vorstand recht – SPD verstärkt ihren Druck auf das Noch-Parteimitglied
http://www.fnp.de/sixcms/media.php/rmn01.a.7225.de/sixcms_filename/fnp_import_pol_oezu_280810.jpg Die SPD-Integrationsbeauftragte Özoguz hält Sarrazin für bösartig.
Der Buchautor Udo Ulfkotte wirft den Politikern vor, eine offene Debatte über die Zuwanderung zu hintertreiben.
Berlin. Der Islam-Kritiker Udo Ulfkotte sieht in der scharfen Kritik an den Zuwanderungsthesen von Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin (SPD) eine «zunehmende Ignoranz der Politik» gegenüber der Mehrheitsmeinung der Bundesbürger. «Wir sehen gerade wieder, dass Menschen wie Thilo Sarrazin bei Umfragen zwei Drittel der Bevölkerung hinter sich haben. Aber alle führenden Politiker erklären ihn für verrückt», sagte Buchautor Ulfkotte der «Leipziger Volkszeitung». Es sei nicht gewollt, die Probleme der Zuwanderungspolitik schonungslos zu benennen.
«Gerade die zugewanderten Mitbürger, die sich hier nach ihren Möglichkeiten integrieren, rechtschaffen leben und ihrer Arbeit nachgehen sowie ihre Steuern bezahlen, fragen sich, warum wir gegen die schwarzen Schafe aus ihren Reihen rein gar nichts unternehmen und diese sogar noch bevorzugen», sagte Ulfkotte. Sie seien in Wahrheit die Benachteiligten.
Ulfkotte unterstützt die Thesen Sarrazins zu Migrationsproblemen und Auswüchsen des Islams. Man müsse endlich offen darüber sprechen, dass bis 2007 allein durch die Migranten in den deutschen Sozialsystemen ein Minus von mehr als einer Billion Euro entstanden sei. Der Islam sei vor allem eine aggressive Ideologie, «die unter Demokraten in Europa keinen Platz haben darf», so Ulfkotte.
Derweil verstärkten SPD-Politiker den Druck auf Sarrazin. Der Berliner SPD-Landeschef Michael Müller forderte den Bundesbankvorstand zum Austritt aus der SPD auf. Sarrazin verabschiede sich mit seinen Positionen von sozialdemokratischer Integrationspolitik, von «sozialdemokratischer Politik insgesamt», heißt es in einem Brief Müllers an den früheren Berliner Finanzsenator. Auch SPD-Bundeschef Gabriel hatte Sarrazin den Parteiaustritt nahegelegt.
Der Vorsitzende von Sarrazins SPD-Ortsverband Neu-Westend, Drewnicki, sagte, Sarrazin stehe nicht mehr auf dem Boden der Grundwerte der Partei. Ob ein Ausschlussverfahren angestrengt werden sollte, müsse aber die Landespartei entscheiden. Müller hatte bereits angekündigt, dass dies geprüft werde. Ein erster Anlauf wegen früherer Äußerungen war im Frühjahr gescheitert.
«Zu feige»
Die Integrationsbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Aydan Özoguz, warf Sarrazin «Bösartigkeit» vor. Seine Äußerungen seien «widerlich» und pure Provokation. Es wäre das Beste, wenn Sarrazin aus eigener Entscheidung die SPD verlassen würde. Die Berliner SPD-Bundestagsabgeordnete Rawert meinte: «Sarrazin hat in der Sozialdemokratie keinen Platz mehr.»
FDP-Bundestagsfraktionsvize Döring forderte Bundesbankpräsident Axel Weber zum Eingreifen auf. Weber solle Sarrazin «nahelegen, in Zukunft entweder sein für die Bank schädliches Verhalten zu beenden oder seinen Vertrag bei der Bundesbank aufzulösen».
Der Vizechef der Bundestagslinksfraktion, Maurer, forderte von der SPD den Rauswurf Sarrazins. «Statt hilflose Appelle zu verbreiten, sollte die SPD einfach nur ihre Statuten anwenden und Sarrazin ausschließen», sagte er. «Aber dazu ist sie offensichtlich zu feige.»
Der neue Leiter des Essener Zentrums für Türkeistudien und Integrationsforschung, Haci-Halil Uslucan, warf Sarrazin vor, Deutschlands Bild im Ausland zu beschädigen. Dessen Behauptungen seien «weder sozial noch demokratisch», sagte Uslucan. Was Sarrazin etwa über die enorme Kinderzahl von Migranten sage, halte keiner Überprüfung stand. ddp/dpa/red ddp/dpa/red
http://www.fnp.de/fnp/welt/politik/heftiger-streit-ueber-sarrazin_rmn01.c.8118174.de.html
Türkische Gemeinde verlangt Abberufung Sarrazins
Der Chef der türkischen Gemeinde in Deutschland wirft Thilo Sarrazin "intellektuellen Rassismus" vor und fordert die Absetzung Sarrazins.
Nach den jüngsten Äußerungen von Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin erwartet die türkische Gemeinde in Deutschland ein klares Signal von Bundeskanzlerin Angela Merkel. „Ich fordere die Bundesregierung auf, ein Verfahren zur Absetzung von Thilo Sarrazin als Bundesbank-Vorstand einzuleiten“, sagte Kenan Kolat, Chef der türkischen Gemeinde in Deutschland, der „Frankfurter Rundschau“.
Sarrazin sorgt mit neuem Buch für Diskussionen
Mit der Veröffentlichung seines Buches „Deutschland schafft sich ab“, habe Sarrazin alle Grenzen überschritten. „Das ist die Krönung eines neuen intellektuellen Rassismus und es schadet Deutschlands Ansehen im Ausland“, sagte Kolat.
In seinem neuen Buch warnt der wegen ähnlicher vorheriger Äußerungen bereits umstrittene Sarrazin davor, dass die Deutschen zu „Fremden im eigenen Land“ werden könnten. Zahlreiche Politiker aller warfen dem früheren Berliner Finanzsenator vor, er schüre Vorurteile gegen Muslime. Die SPD hat ihm den Parteiaustritt nahegelegt.
Die erste türkischstämmige und muslimische Ministerin in Deutschland, Niedersachsens Sozialministerin Aygül Özkan (CDU), warf Sarrazin vor, Migranten mit seinen umstrittenen Thesen zu verletzen und pauschal zu diskreditieren. „Es gibt unendlich viele fleißige Zuwanderer – diese verdienen Respekt, nicht Häme“, sagte sie der „Bild am Sonntag“. „Alle jene, die sich einbringen, die ihre Kinder motivieren, die Deutsch lernen, die als Arbeitnehmer Steuern zahlen, die als Unternehmer Arbeitsplätze schaffen – sie alle verdienen Respekt.“ Sarrazin aber verletze diese aufrichtigen Menschen mit seinen Pauschalurteilen, sagte die Ministerin, deren Eltern 1963 aus der Türkei nach Deutschland kamen.
Auch die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), erhob in der „Bild am Sonntag“ schwere Vorwürfe gegen Sarrazin. Sarrazin zeichne ein Zerrbild der Integration in Deutschland, das jeder ernstzunehmenden wissenschaftlichen Untersuchung nicht standhalte, sagte sie. „In seinen Ausführungen nennt er stets nur die halbe Wahrheit: Es ist unbestritten, dass es gerade bei der Bildung vieler Migranten großen Nachholbedarf gibt! Um dies festzustellen, bedarf es nicht der Aussagen Sarrazins.“
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dpa/AFP/tma
http://www.welt.de/politik/deutschland/article9246097/Tuerkische-Gemeinde-verlangt-Abberufung-Sarrazins.html
Neue Forderungen nach Parteiausschluss von Sarrazin
Empörung über Thesen zu integrationsunwilligen Migranten - Ex-Senator stellt sein Buch am Montag vor
Berlin - Kurz vor der offiziellen Präsentation seines Buches nimmt die Kritik an Thilo Sarrazin zu. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) legte ihm den Austritt aus der SPD nahe. Nach ihrer Ansicht sei er dort "nicht mehr richtig aufgehoben". Die Äußerungen des Bundesbank-Vorstandsmitglieds über eine mangelnde Integrationsbereitschaft von Migranten seien unerträglich, sagte Kraft der "Rheinischen Post". Parteichef Sigmar Gabriel hatte Sarrazins Thesen bereits als "dämlich" bezeichnet und hinzugefügt, er wisse auch nicht, "warum der noch bei uns Mitglied sein will".
Sarrazin will am Montag sein Buch "Deutschland schafft sich ab" in Berlin vorstellen. Unterdessen gab der herausgebende DVA-Verlag in München bekannt, dass die Streitschrift über den demografischen Wandel sowie die Integration von Ausländern in Deutschland bereits in der dritten Auflage vorliege. Insgesamt seien bereits 70 000 Exemplare ausgeliefert worden. In dem Buch vertritt Sarrazin unter anderem die These, dass vor allem viele in Deutschland lebende Muslime eine "überdurchschnittliche Abhängigkeit von Sozialtransfers" und eine ebenfalls "überdurchschnittliche Kriminalität" aufwiesen. Die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, nannte die Ausführungen Sarrazins menschenverachtend. Gerade in der Geschichte Deutschlands habe man die Erfahrung gemacht, was eine Diffamierung einzelner Bevölkerungsgruppen bedeuten könne "an Ausgrenzung, an Menschenverachtung bis hin zur Auslöschung von Menschenleben", so Käßmann.
Das Deutsche Institut für Menschenrechte in Berlin bezeichnete die von Sarrazin geforderten Rechtsänderungen als "menschenrechtlich nicht zulässig". Zudem enthalte das Buch "rassistische Kategorisierungen". Es bleibe zu hoffen, dass die gegenwärtige Debatte Ausgangspunkt für eine sachliche Diskussion "über das Verständnis von Rassismus in Deutschland" werde.
Der integrationspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Mehmet Kilic, forderte den Rücktritt Sarrazins aus dem Vorstand der Bundesbank. Auch die SPD sollte Konsequenzen ziehen und Sarrazin ausschließen. KNA
http://www.welt.de/die-welt/politik/article9246664/Neue-Forderungen-nach-Parteiausschluss-von-Sarrazin.html
Erste Demonstration gegen Sarrazin
Samstag, 28. August 2010 02:40 - Von Gilbert Schomaker und Maren Wittge
Der Protest gegen Thilo Sarrazin erreicht jetzt die Straße. Kritiker des ehemaligen Berliner Finanzsenators planen für nächsten Montag eine Demonstration. Dann will der Bundesbankvorstand sein Buch "Deutschland schafft sich ab" in der Bundespressekonferenz vorstellen.
Die Berliner Polizei kündigte an, die Demonstration "im Auge zu behalten". Denn Sarrazins Thesen zu Zuwanderern lassen auch weiterhin die Emotionen hoch schlagen.
Sarrazin will am Montag um 11 Uhr im Saal der Bundespressekonferenz am Schiffbauerdamm sein umstrittenes Buch vorstellen. Bei der Polizei ist eine Kundgebung am Schiffbauerdamm von der VVN-BdA e.V. unter dem Motto "Kein Podium für geistige Brandstifter im Haus der Bundespressekonferenz" angemeldet. Hinter dem Kürzel verbirgt sich eine linke Organisation "Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten". Dort agieren vor allem Alt-Linke. In dem Aufruf zur Demo heißt es: "Kein Podium für geistige Brandstifter im Haus der Bundespressekonferenz". Es sei unverständlich, warum dem erneuten Ausgrenzungsversuch ganzer Bevölkerungsteile über den Präsentationsort Haus der Bundespressekonferenz am 30. August eine demokratische Legitimation verliehen wird, heißt es weiter. "Wir werden das nicht hinnehmen und rufen zum Protest auf", so die Demo-Veranstalter. Aber auch die SPD mobilisiert mittlerweile gegen den Genossen Sarrazin. Die Landesgruppensprecherin der Berliner Bundestagsabgeordneten Mechthild Rawert teilte mit, dass sie den Protest unterstützen wird. "Herr Sarrazin hat in der Sozialdemokratie keinen Platz mehr", schrieb Rawert in einer Erklärung. Er sein ein "unbelehrbarer Wiederholungstäter", der die Grundwerte der SPD mit Füßen trete. Sarrazins "absurde Thesen" stellten eine Brücke zu offen rassistischen und rechtsextremen Parteien dar. Auch sie rief zur Demonstration gegen Sarrazin am Montag auf.
Schon am Vortag hatte die Nachwuchsorganisation der SPD, die Jusos, Sarrazins Thesen als "Provokation" kritisiert und Proteste gegen Sarrazins Buchpräsentation angekündigt. "Sarrazin darf kein öffentliches Forum geboten werden, um seinen Rassismus und Sozialdarwinismus zu verbreiten." Die Jusos rufen zu "massivem" Protest vor der Bundespressekonferenz auf. Auch die Grünen schließen sich der Anti-Sarrazin-Demo an.
Sarrazin selbst zeigt sich von der erregten Debatte wenig beeindruckt. Sein Parteibuch oder gar sein Vorstandsamt bei der Bundesbank möchte er nicht aufgeben. Er will stattdessen die öffentliche Diskussion suchen. So ist er beispielsweise am Montagabend zu Gast im ARD-Talk "Beckmann". Dort trifft er auf die niedersächsische Sozial- und Integrationsministerin Aygül Özkan (CDU) und Grünen-Bundestagsfraktionschefin Renate Künast, wie der Sender gestern in Hamburg mitteilte. Weitere Gäste sind Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar und Streetworker Thomas Sonnenburg.
Bei Sarrazins Verlag, Random House Deutsche Verlags-Anstalt, gehen inzwischen Dutzende Briefe ein. "Es gibt viel Zuspruch, aber auch viel Kritik", sagte ein Verlagssprecher. Man bemühe sich im Verlag, Emotionen aus der Debatte zu nehmen. Entgegen den bisherigen Planungen wurde Zeitungen erlaubt, aus dem Buch schon vor dem Erscheinen am Montag ausführlich zu zitieren. "Wir hoffen, dass die Aufhebung der Pressesperre das gesamte Buch zum Gegenstand der Berichterstattung macht und zur Versachlichung der Debatte beiträgt", hieß es in einer Rund-Mail.
Unterdessen laufen weiterhin die Bestrebungen der SPD, Sarrazin aus der Partei zu bekommen. Der Landesvorsitzende der Berliner SPD, Michael Müller, schrieb Sarrazin einen Brief, in dem er ihn direkt zum Austritt auffordert. Darin heißt es: "Du pauschalisierst auf absurde Art und Weise, wenn Du allen muslimischen Migrantinnen und Migranten die Fähigkeit zur Integration absprichst. Du bewertest Migranten auf menschenverachtende Weise nach ihrer 'wirtschaftlichen Verwertbarkeit'." Sarrazin lasse sich zu einer Wortwahl hinreißen, die "wir sonst nur bei Parteien der rechten Extreme wiederfinden". Sarrazin stelle Forderungen auf, wie die nach einer Arbeitspflicht oder einer Migranten-Datenbank, die leicht als zutiefst undemokratisch verstanden werden könnten, schreibt der SPD-Partei- und Landesvorsitzende. Sarrazin schüre Ängste und Ressentiments. "Du verabschiedest Dich mit Deinen Positionen von unserer sozialdemokratischen Integrationspolitik, von sozialdemokratischer Politik insgesamt. Da Du aber diesen Weg offenbar weitergehen willst, fordere ich Dich auf, gehe ihn ohne die SPD und tritt aus der Partei aus." Gleichzeitig laufen in der Berliner SPD Bestrebungen, Sarrazin auf juristischem Weg aus der Partei zu bekommen. Dafür muss ihm parteischädigendes Verhalten nachgewiesen werden. Inzwischen sind auch Juristen der Bundeszentrale eingeschaltet. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Swen Schulz forderte gestern ein Zentrum für islamische Studien in Berlin. Der Senat solle es zusammen mit Universitäten und in Absprache mit islamischen Gemeinden und Verbänden einrichten. Er rief das Land Berlin auf, sich um entsprechende Bundesmittel zu bewerben. Die Bundesregierung hatte nach einer Empfehlung des Wissenschaftsrats angekündigt, drei solcher Einrichtungen an deutschen Unis zu fördern. Ein solches Zentrum sei ein aktiver Beitrag zur Integration, betonte Schulz. Es könne ein Ort wissenschaftlicher Debatten sowie zur Ausbildung islamischer Religionslehrer und von Imamen sein.
Morgen in der Berliner Morgenpost: Das große Interview mit Thilo Sarrazin
Du bewertest Migranten auf menschenverachtende Weise Michael Müller, SPD-Chef in einem Brief an Sarrazin
http://www.morgenpost.de/printarchiv/berlin/article1385012/Erste-Demonstration-gegen-Sarrazin.html
28. August 2010, Neue Zürcher Zeitung
Thilo Sarrazin sorgt anhaltend für Empörung
Scharfe Kritik von Merkel und anderen Spitzenpolitikern – Neues Buch mit provokativen Thesen zur islamischen Einwanderung
Noch vor Erscheinen hat ein neues Buch des Bundesbank-Managers Thilo Sarrazin in Deutschland eine Welle der Entrüstung ausgelöst. Der ehemalige SPD-Politiker übt darin auf provozierende Weise Kritik an den islamischen Einwanderern.
Joachim Riecker, Berlin
Ein noch gar nicht erschienenes Buch des Bundesbank-Vorstandsmitglieds und früheren SPD-Politikers Thilo Sarrazin zur Ausländerpolitik bestimmt seit Tagen die politische Diskussion in Deutschland. Bundeskanzlerin Merkel liess durch ihren Sprecher erklären, die bisher bekanntgewordenen Äusserungen Sarrazins könnten «für viele Menschen in diesem Land nur verletzend» sein.
Aufforderung zum Rücktritt
Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel forderte den ehemaligen Berliner Finanzsenator gar indirekt zum Parteiaustritt auf. Spitzenpolitiker der Grünen und die Linkspartei appellierten an die Bundesbank, sich so schnell wie möglich von Sarrazin zu trennen. Und der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan Kramer, forderte Sarrazin auf, von den Sozialdemokraten in die rechtsradikale NPD überzuwechseln.
«Deutschland schafft sich ab. Wie wir unser Land aufs Spiel setzen», lautet der Titel des Buches, das bis jetzt nur auszugsweise durch Vorabdrucke in der Boulevardzeitung «Bild» und der Zeitschrift «Der Spiegel» bekannt ist. In den bisher veröffentlichten Passagen verbindet Sarrazin unbestreitbare Zahlen und Fakten zu den Problemen der Ausländerintegration mit provokanten Formulierungen. Recht pauschal wirft er muslimischen Einwanderern vor, sich nicht integrieren zu wollen, ein niedriges Bildungsniveau zu haben, häufig kriminell zu werden und überproportional von Sozialleistungen zu profitieren. Ausserdem sei bei keiner anderen Religion der «Übergang zu Gewalt, Diktatur und Terrorismus so fliessend» wie beim Islam. Durch die hohe Geburtenrate muslimischer Familien sieht er langfristig den Bestand der deutschen Gesellschaft in Gefahr.
Sarrazin geht dabei recht geschickt vor, wohl auch, um juristische Klagen zu vermeiden. So schreibt er, dass in den USA die Integration der Einwanderer dadurch erleichtert worden sei, dass es dort «keine Sozialhilfe für Importbräute» gebe – was den Eindruck erwecken soll, dass genau das in Deutschland die Regel sei. Gleich darauf heisst es, man müsse vermeiden, dass «das Land meiner Enkel und Urenkel zu grossen Teilen muslimisch ist, dass dort über weite Strecken türkisch und arabisch gesprochen wird, die Frauen ein Kopftuch tragen und der Tagesrhythmus vom Ruf der Muezzins bestimmt wird». Wenn er das erleben wolle, so Sarrazins polemischer Schlusspunkt, könne man «eine Urlaubsreise ins Morgenland buchen».
«Private Angelegenheit»
Die Deutsche Bundesbank in Frankfurt bezeichnete das Buch bisher als «private Angelegenheit von Herrn Dr. Sarrazin», worin er seine persönliche Meinung äussere. Intern dürfte die Verstimmung allerdings gross sein, denn schon im Herbst 2009 musste Sarrazin wegen eines Interviews einen Teil seiner Kompetenzen abgeben. Der Bundesbankchef Axel Weber war damals sehr verärgert darüber, dass Sarrazin muslimischen Einwanderern in der Zeitschrift «Lettre International» unter anderem vorwarf, Deutschland durch eine hohe Geburtenrate «zu erobern» und «ständig neue kleine Kopftuchmädchen» zu produzieren. Der 1945 geborene Sarrazin hatte als SPD-Mitglied zunächst in verschiedenen Bundesministerien Karriere gemacht und wurde 2001 Finanzsenator in der rot-roten Landesregierung Berlins. In dieser Zeit gelangen ihm erstaunliche Konsolidierungserfolge. 2007 konnte die Stadt zum ersten Mal seit dem Krieg einen Haushaltsüberschuss erwirtschaften.
Kein Freund subtiler Rhetorik
Doch schon als Senator sorgte er mehrmals mit ebenso pauschalen wie provokativen Äusserungen für Aufsehen. So warf er den Berliner Beamten vor, «bleich und übel riechend» zu sein, und beschuldigte Langzeitarbeitslose, häufig Übergewicht zu haben und die Zimmertemperatur ihrer Wohnungen «über das Fenster» zu regeln.
Auf Vorschlag der SPD-regierten Bundesländer Berlin und Brandenburg wurde Sarrazin im Frühjahr 2009 gegen den Willen des Vorstandschefs Weber in die Leitung der Bundesbank entsandt. Nach dem umstrittenen Interview im September entzog ihm Weber die Verantwortung für den Bereich Bargeld, so dass er jetzt nur noch für das Risiko-Controlling und die Informationstechnologie zuständig ist.
http://www.nzz.ch/nachrichten/international/thilo_sarrazin_sorgt_anhaltend_fuer_empoerung_1.73 58009.html
Integration Özkan wirft Sarrazin Häme vor
Samstag 28.08.2010, 08:50
dpa Niedersachsens Sozialministerin Aygül Özkan (CDU)
Aygül Özkan hat Thilo Sarrazin scharf angegriffen. Die muslimische Ministerin aus Niedersachsen empfindet die Thesen des Bankers als verletzend. Die türkische Gemeinde fordert ein Eingreifen der Kanzlerin gegen Sarrazin.
Die niedersächsische Sozialministerin Aygül Özkan (CDU) wirft Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin (SPD) in der „Bild am Sonntag“ vor, Migranten mit seinen umstrittenen Thesen zu verletzen und pauschal zu diskreditieren. „Es gibt unendlich viele fleißige Zuwanderer, diese verdienen Respekt, nicht Häme. Alle jene, die sich einbringen, die ihre Kinder motivieren, die Deutsch lernen, die als Arbeitnehmer Steuern zahlen, die als Unternehmer Arbeitsplätze schaffen, sie alle verdienen Respekt.“
Özkan, deren Eltern 1963 aus der Türkei nach Deutschland kamen, forderte von Sarrazin mehr Respekt gegenüber den Zuwanderern: „Ich wünsche mir, dass Herr Sarrazin endlich stärker anerkennen würde, was auch die Zuwanderer für unser Land und den Wirtschaftsaufschwung geleistet haben. Nicht nur die erste Generation vor 50 Jahren, sondern auch heute tagtäglich.“ Probleme bei der Integration von Migranten in die deutsche Gesellschaft zu benennen und kritisch zu analysieren, sei wichtig. „Das brauchen wir.“ Aber diese Probleme würden nicht gelöst, „indem man Menschen ständig pauschal diskreditiert“.
„Stets nur die halbe Wahrheit“
Auch die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer erhob schwere Vorwürfe gegen Sarrazin. Sie sagte der Zeitung, Sarrazin zeichne mit seiner pauschalen Polemik ein Zerrbild der Integration in Deutschland, das jeder ernstzunehmenden wissenschaftlichen Untersuchung nicht standhalte. „In seinen Ausführungen nennt er stets nur die halbe Wahrheit: Es ist unbestritten, dass es gerade bei der Bildung vieler Migranten großen Nachholbedarf gibt.“ Um dies festzustellen, bedürfe es aber nicht der Aussagen Sarrazins.
Buchvorstellung
Thilo Sarrazin erregt die Gemüter
"Für die Gesamtheit der muslimischen Einwanderung in Deutschland gilt die statistische Wahrheit: In der Summe haben sie uns sozial und auch finanziell wesentlich mehr gekostet, als sie uns wirtschaftlich gebracht haben.“
(Thilo Sarrazin am 24. August 2010 im Deutschlandradio Kultur)
"Zweimal Hausaufgaben nicht gemacht, Kindergeld um 50 Prozent gekürzt. Was meinen Sie, was auf einmal die Hausaufgaben gemacht werden.“
(Chef-Provokateur Thilo Sarrazin auf einer Diskussionsveranstaltung am 9. März 2010 in Wiesbaden)
"Kalt duschen ist doch eh viel gesünder. Ein Warmduscher ist noch nie weit gekommen im Leben.“
(Bundesbank-Vorstand und Ex-Senator Thilo Sarrazin, SPD, in der „Süddeutschen Zeitung“ vom 1. März 2010 zu Einsparmöglichkeiten von Hartz-IV-Empfängern)
"Der Haushalt ist objektiv verfassungsfeindlich“
(Februar 2002 über den von ihm gerade aufgestellten Berliner Etat)
"Die Beamten laufen bleich und übel riechend herum, weil die Arbeitsbelastung so hoch ist“
(Februar 2002 über die eigenen Beamten)
"Was wir als Haushalt kennen, ist von jeder deutschen, ja auch argentinischen Realität weit entfernt. Der argentinische Haushalt ist von seinen Eckwerten wenigstens durchfinanziert.“
(2002 über die Berliner Landesfinanzen)
"Ihr seid alle ***********”
(zu Studenten, die im November 2003 sein Büro besetzt hatten)
„Nirgendwo schlurfen so viele Menschen in Trainingsanzügen durch die Straßen wie in Berlin“
(im März 2002 über die Mentalität der Menschen in der Hauptstadt)
„Es wird ja so getan, als ob der Senat die Kinder ins Konzentrationslager schicken wollte.“
(November 2002 zur Debatte über höhere Kita-Gebühren)
"Das vereinte Land Berlin-Brandenburg ist natürlich immer eine Stadt Berlin mit angeschlossener landwirtschaftlicher Fläche“
(im Januar 2005 während der Diskussion über eine Fusion der beiden Bundesländer)
„Lassen Sie mich mal so sagen: Der Schutt ist abgeräumt. Wir leben hier nicht mehr im Jahre 1945. Sondern wir leben im Jahre 1947.“
(August 2006 über die Finanz- und Wirtschaftskraft Berlins)
"Wer als Hartz-IV-Empfänger genug Kraft für ein Ehrenamt findet, der sollte dann die Kraft darin legen, Arbeit zu finden“
(Sarrazin im Oktober 2007)
"Tempelhof ist kein Filetstück. Und wenn, dann schauen da schon die Maden raus“
(November 2007 während des Streits mit dem Bund, wem das Flughafenareal gehört)
"Wenn man sich das anschaut, ist das kleinste Problem von Hartz-IV-Empfängern das Untergewicht“
(Thilo Sarrazin im Februar 2008 während einer Debatte über die Höhe von Hartz IV)
"Bayerische Schüler ohne Abschluss können mehr als unsere in Berlin mit Abschluss“
(Februar 2008 über Bildungsunterschiede)
„Für fünf Euro würde ich jederzeit arbeiten gehen. Das wären 40 Euro pro Tag“
(Juni 2008 während einer Debatte über Mindestlöhne, für die die SPD offiziell eintritt)
„Ehe jetzt einer im 20. Stock sitzt und den ganzen Tag nur fernsieht, bin ich schon fast erleichtert, wenn er ein bisschen schwarz arbeitet“
(Sarrazin 2008 über soziale Probleme, die sich aus der Arbeitslosigkeit ergeben)
"Dumm, dümmer, PDS“
(Juni 2008 als Antwort auf den angeblichen Linke-Slogan „Arm, ärmer, SPD“)
„Wenn die Energiekosten so hoch sind wie die Mieten, werden sich die Menschen überlegen, ob sie mit einem dicken Pullover nicht auch bei 15 oder 16 Grad Zimmertemperatur vernünftig leben können“
(Sarrazin im Juli 2008 als Sparvorschlag für Geringverdiener und Hartz-IV-Empfänger während der Debatte über steigende Energiekosten und mögliche Sozialtarife)
Sobald Sarrazin in den Bundesbank-Vorstand gewechselt ist, legt er beim Thema Hartz-IV-Empfänger und Energie nach. Weil Städte und Gemeinden die Heizkosten übernehmen würden, gingen die Bedürftigen oft verschwenderisch mit Energie um. „Hartz-IV-Empfänger sind erstens mehr zu Hause; zweitens haben sie es gerne warm, und drittens regulieren viele die Temperatur mit dem Fenster.“
(Sarrazin in einem am 13. Mai 2009 veröffentlichten Stern-Interview)
"Die große Frage ist: Wie kann ich es schaffen, dass nur diejenigen Kinder bekommen, die damit fertig werden?“ Gegenwärtig würden manche Frauen zwei, drei oder mehr Kinder in die Welt setzen, obwohl sie „nicht das Umfeld“ oder „die persönlichen Eigenschaften“ hätten, „um die Erziehung zu bewältigen“. Deswegen müsse das Sozialsystem so geändert werden, „dass man nicht durch Kinder seinen Lebensstandard verbessern kann, was heute der Fall ist.“
(Sarrazin ebenfalls im Stern am 15. Mai 2009)
In der Ausgabe vom 30. September der Zeitschrift „Lettre International“ äußerte sich Sarrazin abfällig über die politischen und sozialen Zustände in Berlin. „Türkische Wärmestuben“ brächten die Hauptstadt nicht voran. „Jeder, der bei uns etwas kann und anstrebt, ist willkommen; der Rest soll woanders hingehen.“ Große Teile der arabischen und türkischen Einwanderer in Berlin seien „weder integrationswillig noch integrationsfähig“, sagte Sarrazin. Sie hätten „keine produktive Funktion, außer für den Obst- und Gemüsehandel“. Der frühere Senator fügte hinzu: „Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert.“
Der ehemalige Finanzsenator zog über Berlin her, das „niemals von den Berlinern gerettet werden könne“. Der Intellekt, den die Stadt brauche, müsse noch importiert werden. Die Stadt sei belastet von zwei Komponenten: „der 68er-Tradition und dem Westberliner Schlampfaktor“. Die Stadt sei in ihren politischen Strömungen „nicht elitär aufgestellt, sondern in ihrer Gesinnung eher plebejisch und kleinbürgerlich“.
Auch die Kanzlerin bleibt nicht von Sarrazins Attacken verschont. In einem Interview sagte er: „Ich habe den Eindruck, dass die aktuelle Politik ein müder Wiederaufguss der späten Kohl-Jahre ist.“ Er vermisse „jedweden Ansatzpunkt, wie wir mit den Problemen umgehen sollen, die uns in Zukunft wirklich bedrücken“. Sarrazin forderte Merkel auf, den Bürgen reinen Wein einzuschenken. „Ich rate der Bundeskanzlerin, sich mal im stillen Kämmerlein einzuschließen, zwei Tage ruhig nachzudenken und sich zu überlegen, was sie wirklich will, und das dann auch durchzusetzen.“
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„Intellektueller Rassismus“
Nach den jüngsten Äußerungen Sarrazins erwartet die türkische Gemeinde in Deutschland ein klares Signal von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). „Ich fordere die Bundesregierung auf, ein Verfahren zur Absetzung von Thilo Sarrazin als Bundesbankvorstand einzuleiten“, sagte Kenan Kolat, Chef der türkischen Gemeinde in Deutschland, der „Frankfurter Rundschau“. Mit der Veröffentlichung seines Buches „Deutschland schafft sich ab“, habe Sarrazin alle Grenzen überschritten. „Das ist die Krönung eines neuen intellektuellen Rassismus und es schadet Deutschlands Ansehen im Ausland“, sagte Kolat.
In seinem neuen Buch warnt der wegen ähnlicher vorheriger Äußerungen bereits umstrittene Sarrazin davor, dass die Deutschen zu „Fremden im eigenen Land“ werden könnten. Zahlreiche Politiker warfen dem früheren Berliner Finanzsenator vor, er schüre Vorurteile gegen Muslime. Die SPD hat ihm den Parteiaustritt nahegelegt.
Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, hingegen unterstützt die Thesen Sarrazins zur Einwanderung zum Teil. „Die Äußerungen von Herrn Sarrazin haben einen berechtigten Kern, wo sie auf unsere Fehler bei der Selektion und der Integration hinweisen“, sagte der DIW-Chef dem Berliner „Tagesspiegel“.
Auch könne man eigene Integrationsanstrengungen von Zuwanderern einfordern. „Wir brauchen aber dringend qualifizierte Einwanderer auch aus anderen Kulturen. Das muss die Debatte klar erbringen.“ Zimmermann argumentiert dabei ökonomisch: „Ohne Zuwanderung könnte der Wirtschaftsaufschwung schon bald wieder vorbei sein und sind unsere langfristigen Aussichten auf Wachstum und Wohlstand trübe.“
flf/dpa/ddp
http://www.focus.de/politik/deutschland/integration-oezkan-wirft-sarrazin-haeme-vor_aid_546181.html
Thilo Sarrazin Eitelkeit und Fegefeuer
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Um ihn ist es einsam geworden. Thilo Sarrazin, allein zwischen leeren Sesseln, im März 2010 im Berliner Abgeordnetenhaus. - Foto: Davids/Darmer
So kannte man ihn: Hart und unnachgiebig, wenn es um öffentliches Geld ging. Doch dann begann Thilo Sarrazin plötzlich seinen Kreuzzug. Gegen Arme und Fremde, für ein deutscheres Deutschland. Was hat ihn dazu gebracht? Die Geschichte eines Mannes, der sich verrennt.
Das Erhabene, das klassisch Schöne. Die abendländische Kultur und deren Ideale. Ordnung und effektive Ökonomie. Das Weltbild des Thilo Sarrazin ist davon geprägt. Als er im Januar 1990 zum ersten Mal in seinem Leben Ost-Berlin besuchte, weil die deutsch-deutsche Wirtschaftskommission tagte, lief er am frühen Morgen durchs Brandenburger Tor und sah im aufsteigenden Sonnenlicht, wie er sich später erinnerte, das Zeughaus, den Dom und das Alte Museum. Und ihm ging das Herz auf.
Aber dann – der Alexanderplatz „mit seiner großzügigen asiatischen Hässlichkeit“. Der Blick aufs Fremde, das den Volkswirtschaftler Sarrazin damals eher amüsierte als beunruhigte, denn es waren die steinernen Monumente einer untergehenden Kultur, die aus dem Osten kam. „Ich fühle mich sehr deutsch“, bekannte er bei einem Treffen mit sozialdemokratischen Genossen. Das war vor drei Jahren. Trotz seiner großen Neigung zur angelsächsischen Literatur könne er sich nicht einmal vorstellen, in den USA oder England zu leben. Und erst recht nicht dort, wo die Muslime herkommen, deren Sprache, Religion und Tradition den deutschen Beamten, der sich nur in der gesellschaftlichen Oberschicht und deren mitteleuropäischen Umgangsformen wohlfühlt, geradezu abstoßen.
„Wenn ich das erleben will“, schreibt Sarrazin, „kann ich eine Urlaubsreise ins Morgenland buchen.“ Der Limes der Römer ist ihm ein Vorbild. „Zu keiner Zeit waren die Sicherung des Territoriums und die Regulierung von Zuwanderung trivial.“ Leider lasse sich die deutsche politische Klasse ihre Haltung zu Migrationsfragen weitgehend von Stimmen aus den Medien diktieren. Frei nach dem Motto: „Piep, piep, piep, wir haben uns alle lieb.“ Wozu das führen könnte, sagt der Titel seines Buches, das am Montag offiziell vorgestellt wird: „Deutschland schafft sich ab“. Sarrazin will verhindern, dass er, seine Enkel und Urenkel „zu Fremden im eigenen Land werden“.
Als der Sozialdemokrat, dessen Parteifreunde ihn großenteils nicht mehr für sozial und demokratisch halten, im Januar 2002 von einer linken Mehrheit im Berliner Abgeordnetenhaus zum Finanzsenator gewählt wurde, war davon nicht die Rede. Weder bei der SPD noch bei den Linken hatte irgendjemand das Gefühl, einen Deutschnationalen oder Rassisten ins Amt gehoben zu haben. Als der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit damals zum Telefonhörer griff, um den Ministerialbeamten und ausgebufften Manager staatlicher Unternehmen für Berlin anzuwerben, wusste er nur, dass Sarrazin ein hoch intelligenter und fachlich versierter Querkopf war, der sich auch von seinen Chefs wenig gefallen ließ.
Auch in den ersten fünf Jahren einer rot-roten Landesregierung fiel der Berliner Sparkommissar zwar durch unnachsichtige Härte auf, wenn es um die Konsolidierung der öffentlichen Finanzen ging, aber nur selten durch spontane Äußerungen jenseits politischer Korrektheit. Aber einmal, als die Hauptstadt im November 2002 erbittert über höhere Kita-Gebühren diskutierte, rutschte dem Senator die Zunge aus: „Es wird ja so getan, als ob der Senat die Kinder ins Konzentrationslager schicken wollte.“ Dafür musste sich Sarrazin im Parlament entschuldigen. Der Satz sei ein Missgriff gewesen. Ein Fehler, der ihm ausdrücklich leidtue. Er beschwerte sich damals auch darüber, dass in der Stadt so viele Menschen „in Trainingsanzügen herumschlurfen“, aber das war verzeihlich, denn er hatte nicht unrecht.
Auch der Sarrazinsche Zornesausbruch kurz vor Weihnachten 2003 gegenüber Studierenden, die sein Büro in der Klosterstraße besetzten („alles ***********“), blieb eine Fußnote in der tagespolitischen Chronik. Niemand wäre damals auf die Idee gekommen, den schnurrbärtigen Finanzsenator mit der Kritik an muslimischen „Kopftuchmädchen“ oder völkischen Überfremdungstheorien in Verbindung zu bringen.
Ist irgendwann etwas vorgefallen, leidet der Mann unter einer gespaltenen Persönlichkeit? Im Nachhinein betrachtet lässt sich diese Frage verneinen. Sarrazin ist, was er immer war: ein Sohn aus gutem Hause, der sich schon früh zielstrebig nach oben orientierte und mit einem elitären Bewusstsein und einer kaum zu unterdrückenden Verachtung auf die Masse der Menschen herunterschaut. Die er großenteils für intellektuell unterentwickelt und, soweit sie sich nicht dem wirtschaftlichen Verwertungskreislauf einfügen, auch für Schmarotzer hält.
Als Sohn eines Arztes und einer westpreußischen Gutsbesitzertochter wuchs Sarrazin, der im letzten Kriegsjahr 1945 geboren wurde, im westfälischen Recklinghausen auf. Ein Städtchen zwischen Ruhrgebiet und Münsterland. Er ging, wie es sich für Kinder aus seiner sozialen Schicht gehörte, aufs Gymnasium Petrinum. Altsprachlich. Latein, Hebräisch, Griechisch. Er war ein Bücherwurm, der sich seit dem sechsten Lebensjahr durch tausende Bücher fraß. Ein Eigenbrötler, der schon als Kind und Jugendlicher in seiner eigenen Welt lebte. Grimms Märchen, Schwabs Sagen des klassischen Altertums, die Bestseller der Jugendliteratur bis zur fünfbändigen Ausgabe von Theodor Fontane, weil der Urlaub mit den Eltern in Finnland wenig ereignisreich war.
Später Wallenstein und Macbeth im Theater. Zeitgenössische Bühnenstücke waren nie sein Ding. Zu laut, zu grotesk, zu unordentlich. Ins Kino ging er gern. „Die Bilder der Romane und Filme formten sich in meinem Kopf zu einem Amalgam, aus dem heraus ich fühle, lebe und agiere“, bekannte Sarrazin einmal in seltener Offenherzigkeit. Private Dinge gibt er sonst ungern preis. Als seine Eltern 1951 in Recklinghausen eine neue Wohnung bezogen, litt er unter dem Schutt und der Asche der Nachkriegsjahre. „Diese Zahnlückenarchitektur widersprach meinem Ordnungssinn.“ Als Sarrazin zum ersten Mal ins eingemauerte West-Berlin kam, erlebte er die Stadt als „chaotische Steinwüste“.
So kannte man ihn: Hart und unnachgiebig, wenn es um öffentliches Geld ging. Doch dann begann Thilo Sarrazin plötzlich seinen Kreuzzug. Gegen Arme und Fremde, für ein deutscheres Deutschland. Was hat ihn dazu gebracht? Die Geschichte eines Mannes, der sich verrennt.
Die Würde und Schönheit der europäischen Metropolen, deren Historie und imperiale Macht, das hielt Sarrazin stets gefangen. Zeitweilig erwog er, Geschichte zu studieren oder Fotograf zu werden, um die Dinge, die ihm gefielen, für immer festhalten zu können. Dann aber zog es ihn zur Ökonomie. Fast bruchlos machte er nach Abitur und Wehrdienst Karriere. Diplom, Promotion, wissenschaftlicher Angestellter, Bundesministerien, Treuhandliegenschaftsgesellschaft, Deutsche Bahn, Staatssekretär in Rheinland-Pfalz, Finanzsenator. Ein akribischer, kühler Rechner, schonungs- und kompromisslos in seinen Analysen, ein Besserwisser und Mann fürs Grobe.
Manches an Sarrazin erinnert an Hjalmar Schacht, der 1923 vom Reichskanzler und Außenminister Gustav Stresemann zum Präsidenten der Reichsbank ernannt wurde. Schacht hatte 1918 die links-liberale Deutsche Demokratische Partei mitgegründet, er galt als unduldsame, höchst arrogante Intelligenzbestie. Ein Egomane und Querulant, aber eben auch ein hervorragender Nationalökonom und genialer Statistiker. Der politischste Kopf, den die Reichsbank nur haben konnte. In den späten Jahren der Weimarer Republik glitt Schacht in die rechtskonservative Ecke ab und stellte seine reichhaltigen Talente nach 1933 den Nationalsozialisten zur Verfügung. Ohne selbst NS-Mitglied zu sein, aber er fand die Nazis „schneidig“. Nach dem Krieg schloss sich Schacht der rechtsextremen Gesellschaft für freie Publizistik an.
Ein Vorbild? Das sollte man Sarrazin nicht unterstellen, aber es gibt, ohne falsche historische Parallelen ziehen zu wollen, verblüffende Ähnlichkeiten im Charakter, den Fähigkeiten und der persönlichen Entwicklung. Gewiss ist der Bundesbank-Vorstand und ehemalige Finanzsenator, der 1990 die deutsche Währungsunion maßgeblich konzipierte, kein Mitläufer oder gar eine kommende Führungsfigur rechtspopulistischer oder neonazistischer Parteien. Aus dem eigenen Selbstverständnis heraus muss Sarrazin deren Personal und Anhängerschaft verachten. Weil er diese Leute mit Sicherheit für tumb – und weitgehend der Unterschicht zugehörend – erachtet.
Trotzdem hat sich der Mann im Nadelstreifenanzug, der am liebsten mit hochgerecktem Kinn und verschränkten Armen posiert, seit etwa drei Jahren Schritt für Schritt der Sprache und den Kernaussagen politischer Gruppen angenähert, die Fremdenhass schüren und sich auf den Endkampf gegen die islamische Weltherrschaft vorbereiten. Ein Agent provocateur, der unvermittelt begann, mit dem Hinweis auf die extraordinär hohen Sozialkosten des Landes Berlin die bildungsfernen Schichten und Langzeitarbeitslosen analytisch gnadenlos zu begutachten.
Mit großem Geschick setzte der Finanzsenator dafür die öffentlichen Medien in Bewegung. Mit Reden, bunten Grafiken und Hintergrundgesprächen. Als er zum ersten Mal eine kleine Runde von Journalisten nicht nur in die Geheimnisse des nächsten Landeshaushalts einweihte, sondern den dringenden Wunsch äußerte, wenigstens einen Teil der Hartz- IV-Empfänger irgendwie aus der Stadt zu kriegen, waren alle verblüfft. Manche schockiert, andere fanden, dass Sarrazin mit seinem schwarz-humorigen Charme ein tatsächlich vorhandenes Problem anfasste. Verknüpft mit markigen Sprüchen, die einen hohen Unterhaltungswert hatten. Die öffentliche Resonanz wird ihn ermutigt haben, weiterzumachen, allerdings zog das Regierungsamt im rot-roten Berlin vorerst Grenzen. Im Juni 2008 musste sich Sarrazin auf dringende Weisung des Regierungschefs Wowereit für eine kritische Äußerung gegen den Mindestlohn („Ich würde jederzeit für fünf Euro arbeiten“) in geradezu erniedrigender Weise öffentlich entschuldigen. „Eine dämliche Äußerung“, sagte er im Interview. Eine stärkere Selbstdisziplinierung dürften künftig alle von ihm erwarten.
Das konnte aus heutiger Sicht nur taktisch gemeint sein. Damals wusste Sarrazin schon, dass er bei halbwegs skandalfreiem Verhalten – auf Vorschlag Berlins und Brandenburgs – in die Führung der Bundesbank einziehen durfte. Im Mai 2009 war es so weit. Der langjährige Manager, Spitzenbeamte und Regierungspolitiker wurde in die größtmögliche Unabhängigkeit entlassen. Im Turm der Bundesbank in Frankfurt am Main saß er endlich ganz oben, befreit von fast jeder Rücksichtnahme, die dem kreativen Denken und der Veröffentlichung neuer Thesen noch Einhalt gebieten könnte.
Sarrazin liebt den öffentlichen Auftritt, weil er eitel ist und eine Mission hat. Und er entwickelt seine Positionen weiter, um die Lebenswirklichkeit mit seinem Weltbild in Einklang zu bringen: Wie ist ein ordentliches, fleißiges Deutschland wiederherzustellen? Mit einer ethnisch homogenen Bevölkerung, die über gute Gene verfügt? Dass die NPD ihn dafür eingemeindet, mag Sarrazin nicht passen, aber worüber soll er sich beschweren?
http://www.tagesspiegel.de/politik/eitelkeit-und-fegefeuer/1912970.html?p1912970=2
Polizei beobachtet Proteste gegen Sarrazin
Samstag, 28. August 2010 09:32 - Von Gilbert Schomaker und Maren Wittge Der Protest gegen Thilo Sarrazin erreicht jetzt die Straße. Kritiker des ehemaligen Berliner Finanzsenators planen für Montag eine Demonstration. Dann will der Bundesbanker sein Buch "Deutschland schafft sich ab" am Schiffbauerdamm vorstellen.
Der Senator blieb gelassen, schließlich hatte er nicht nur Kritiker. Mit seinen politischen Erfolgen und seiner unverblümte Art, zog er auch Fans an.
Wenn Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin am kommenden Montag sein Buch „Deutschland schafft sich ab“ in der Bundespressekonferenz am Schiffbauerdamm präsentieren wird, soll es Proteste geben. Die Berliner Polizei kündigte an, die Demonstration „im Auge zu behalten“. Denn Sarrazins Thesen zu Zuwanderern lassen auch weiterhin die Emotionen hoch schlagen.
Sarrazin will am Montag um 11 Uhr im Saal der Bundespressekonferenz sein umstrittenes Buch vorstellen. Bei der Polizei ist eine Kundgebung am Schiffbauerdamm von der VVN-BdA e.V. unter dem Motto „Kein Podium für geistige Brandstifter im Haus der Bundespressekonferenz“ angemeldet. Hinter dem Kürzel verbirgt sich eine linke Organisation „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten“. Dort agieren vor allem Alt-Linke. In dem Aufruf zur Demo heißt es, es sei unverständlich, warum dem erneuten Ausgrenzungsversuch ganzer Bevölkerungsteile über den Präsentationsort Haus der Bundespressekonferenz am 30. August eine demokratische Legitimation verliehen wird. „Wir werden das nicht hinnehmen und rufen zum Protest auf“, so die Demo-Veranstalter.
http://www.morgenpost.de/berlin-aktuell/article1384941/Polizei-beobachtet-Proteste-gegen-Sarrazin.html
Aber auch die SPD mobilisiert mittlerweile gegen den Genossen Sarrazin. Die Landesgruppensprecherin der Berliner Bundestagsabgeordneten Mechthild Rawert teilte mit, dass sie den Protest unterstützen wird. „Herr Sarrazin hat in der Sozialdemokratie keinen Platz mehr“, schrieb Rawert in einer Erklärung. Er sein ein „unbelehrbarer Wiederholungstäter“, der die Grundwerte der SPD mit Füßen trete. Sarrazins „absurde Thesen“ stellten eine Brücke zu offen rassistischen und rechtsextremen Parteien dar. Auch sie rief zur Demonstration gegen Sarrazin am Montag auf.
Bereits am Vortag hatte die Nachwuchsorganisation der SPD, die Jusos, Sarrazins Thesen als „Provokation“ kritisiert und Proteste gegen Sarrazins Buchpräsentation angekündigt. „Sarrazin darf kein öffentliches Forum geboten werden, um seinen Rassismus und Sozialdarwinismus zu verbreiten.“ Die Jusos rufen zu „massivem“ Protest vor der Bundespressekonferenz auf. Auch die Grünen schließen sich der Anti-Sarrazin-Demo an.
Sarrazin selbst zeigt sich von der erregten Debatte wenig beeindruckt. Sein Parteibuch oder gar sein Vorstandsamt bei der Bundesbank möchte er nicht aufgeben. Er will stattdessen die öffentliche Diskussion suchen. So ist er beispielsweise am Montagabend zu Gast im ARD-Talk „Beckmann“. Dort trifft er auf die niedersächsische Sozial- und Integrationsministerin Aygül Özkan (CDU) und Grünen-Bundestagsfraktionschefin Renate Künast, wie der Sender am Freitag in Hamburg mitteilte. Weitere Gäste sind Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar und Streetworker Thomas Sonnenburg. Bei Sarrazins Verlag, Random House Deutsche Verlags-Anstalt, gehen inzwischen Dutzende Briefe ein. „Es gibt viel Zuspruch, aber auch viel Kritik“, sagte ein Verlagssprecher. Man bemühe sich im Verlag, Emotionen aus der Debatte zu nehmen. Entgegen den bisherigen Planungen wurde Zeitungen erlaubt, aus dem Buch schon vor dem Erscheinen am Montag ausführlich zu zitieren. „Wir hoffen, dass die Aufhebung der Pressesperre das gesamte Buch zum Gegenstand der Berichterstattung macht und zur Versachlichung der Debatte beiträgt“, hieß es in einer Rund-Mail.
Unterdessen laufen weiterhin die Bestrebungen der SPD, Sarrazin aus der Partei zu bekommen. Der Landesvorsitzende der Berliner SPD, Michael Müller, schrieb Sarrazin einen Brief, in dem er ihn direkt zum Austritt auffordert. Darin heißt es: „Du pauschalisierst auf absurde Art und Weise, wenn Du allen muslimischen Migrantinnen und Migranten die Fähigkeit zur Integration absprichst. Du bewertest Migranten auf menschenverachtende Weise nach ihrer ‚wirtschaftlichen Verwertbarkeit'.“
Sarrazin lasse sich zu einer Wortwahl hinreißen, die „wir sonst nur bei Parteien der rechten Extreme wiederfinden“. Er stelle Forderungen auf, wie die nach einer Arbeitspflicht oder einer Migranten-Datenbank, die leicht als zutiefst undemokratisch verstanden werden könnten, schreibt der SPD-Partei- und Landesvorsitzende. Sarrazin schüre Ängste und Ressentiments. „Du verabschiedest Dich mit Deinen Positionen von unserer sozialdemokratischen Integrationspolitik, von sozialdemokratischer Politik insgesamt. Da Du aber diesen Weg offenbar weitergehen willst, fordere ich Dich auf, gehe ihn ohne die SPD und tritt aus der Partei aus.“
Gleichzeitig laufen in der Berliner SPD Bestrebungen, Sarrazin auf juristischem Weg aus der Partei zu bekommen. Dafür muss ihm parteischädigendes Verhalten nachgewiesen werden. Inzwischen sind auch Juristen der Bundeszentrale eingeschaltet.
Der SPD-Bundestagsabgeordnete Swen Schulz forderte am Freitag ein Zentrum für islamische Studien in Berlin. Der Senat solle es zusammen mit Universitäten und in Absprache mit islamischen Gemeinden und Verbänden einrichten. Er rief das Land Berlin auf, sich um entsprechende Bundesmittel zu bewerben. Die Bundesregierung hatte nach einer Empfehlung des Wissenschaftsrats angekündigt, drei solcher Einrichtungen an deutschen Unis zu fördern. Ein solches Zentrum sei ein aktiver Beitrag zur Integration, betonte Schulz. Es könne ein Ort wissenschaftlicher Debatten sowie zur Ausbildung islamischer Religionslehrer und von Imamen sein.
Umfrage (http://www.morgenpost.de/meinung/umfragen/article1186329/Soll-Thilo-Sarrazin-nach-seinen-umstrittenen-Aeusserungen-seinen-Posten-aufgeben.html)
Soll Thilo Sarrazin nach seinen umstrittenen Äußerungen seinen Posten aufgeben? (http://www.morgenpost.de/meinung/umfragen/article1186329/Soll-Thilo-Sarrazin-nach-seinen-umstrittenen-Aeusserungen-seinen-Posten-aufgeben.html) Ja Nein Ist mir egal
http://www.morgenpost.de/berlin-aktuell/article1384941/Polizei-beobachtet-Proteste-gegen-Sarrazin.html
Toranaga
28.08.2010, 13:23
http://bilder.bild.de/BILD/politik/2010/08/28/sarrazin-buch/sarrazin-17394537-mfbq,templateId=renderScaled,property=Bild,width=4 65.jpgThilo Sarrazin
Thilo Sarrazin fragt sich, wie die Zukunft aussieht (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/08/28/sarrazin-buch/deutschland-in-100-jahren-traum-oder-albtraum.html) Deutschland in 100 Jahren – Traum oder Albtraum?
28.08.2010 - 01:32 UHR
Von Thilo Sarrazin
Deutschland diskutiert über das neue Buch von Thilo Sarrazin (65). Darin entwickelt er zwei Visionen von Deutschlands Zukunft: „Ich habe meiner Fantasie freien Lauf gelassen. Sie sind zugespitzt, sie sind Satire, aber sie sind nicht irreal“, schreibt der SPD-Politiker. BILD veröffentlicht das negative Szenario – wie Deutschland in 100 Jahren aussehen könnte, wenn sich an Sozial-, Bildungs- und Integrationspolitik nicht bald etwas ändert.
Im Deutschland des Jahres 2017 war die Politik eigentlich ganz zufrieden mit sich selbst. Die Wirtschaft wuchs zwar nur langsam, aber sie wuchs immerhin. Seit Herbst 2017 führte Angela Merkel eine schwarz-grüne Bundesregierung.
aktuell
http://bilder.bild.de/BILD/politik/2010/08/27/thilo-sarrazin-debatte/sarrazin-buschkowsky-17429230-qf,templateId=renderScaled,property=Bild,width=227 .jpg (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/08/27/thilo-sarrazin-debatte/lassen-ihn-jetzt-parteifreunde-fallen.html)
Die Sarrazin-Debatte (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/08/27/thilo-sarrazin-debatte/lassen-ihn-jetzt-parteifreunde-fallen.html)
Lassen ihn jetzt sogar
Partei-Freunde fallen? (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/08/27/thilo-sarrazin-debatte/lassen-ihn-jetzt-parteifreunde-fallen.html)
Sarrazin über Hartz IV (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/08/27/thilo-sarrazin/es-waechst-eine-arbeitslose-unterklasse-heran.html)
„Funktionslose Unter-
Klasse wächst heran“ (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/08/27/thilo-sarrazin/es-waechst-eine-arbeitslose-unterklasse-heran.html)
mehr zum Buch
http://bilder.bild.de/BILD/politik/2010/08/26/thilo-sarrazin/sarrazin-17394523-mfbq,templateId=renderScaled,property=Bild,width=2 27.jpg (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/08/26/thilo-sarrazin/spd-politiker-schreibt-in-seinem-neuen-buch-ueber-den-islam.html)
Buch-Auszüge (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/08/26/thilo-sarrazin/spd-politiker-schreibt-in-seinem-neuen-buch-ueber-den-islam.html)
Thilo Sarrazin schreibt
über den Islam (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/08/26/thilo-sarrazin/spd-politiker-schreibt-in-seinem-neuen-buch-ueber-den-islam.html)
Thilo Sarrazin (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/08/25/thilo-sarrazin/jeder-schueler-sollte-eine-uniform-tragen.html)
Jeder Schüler sollte
eine Uniform tragen! (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/08/25/thilo-sarrazin/jeder-schueler-sollte-eine-uniform-tragen.html)
Thilo Sarrazin (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/08/24/thilo-sarrazin/neues-buch-deutschland-schafft-sich-ab.html)
Wir werden zu Fremden im eigenen Land (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/08/24/thilo-sarrazin/neues-buch-deutschland-schafft-sich-ab.html)
Thilo Sarrazin (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/08/23/thilo-sarrazin/deutschland-immer-aermer-und-duemmer.html)
Deutschland wird immer
ärmer und dümmer! (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/08/23/thilo-sarrazin/deutschland-immer-aermer-und-duemmer.html)
Die Koalitionsvereinbarung kündigte eine Gesetzesinitiative an, mit der die Unterstützung von Xenophobie und Islamophobie unter Strafe gestellt werden sollte. Jürgen Trittin hatte im Wahlkampf für Wirbel gesorgt mit seiner Aussage: „50 Prozent Araber sind mir lieber als fünf Prozent Rechtsradikale.“
Gegen heftigen Widerstand der Union waren die Deutschkurse als Voraussetzung für die Einreise von Familienangehörigen abgeschafft worden. In den Koalitionsverhandlungen hatten die Grünen ein wissenschaftliches Gutachten von Professor Gideon Botsch vom Moses Mendelssohn Zentrum an der Universität Potsdam vorgelegt [Anm. d. Red.: In einer Studie vom Januar 2010 hatte Gideon Botsch Äußerungen von Thilo Sarrazin als „eindeutig rassistisch“ eingestuft].Darin wurde belegt, dass es Ausdruck einer latent faschistoiden Gesinnung mit rassistischen Anklängen sei, wenn Deutsche einen Vorrang der deutschen Sprache forderten.
Die neue Ministerin für Familie und Migration – eine junge Frau vom linken Flügel der nordrhein-westfälischen CDU – machte deutlich: Unter den Aspekten der weltweiten Überbevölkerung, des Umweltschutzes wie auch der fragwürdigen deutschen Vergangenheit leiste Deutschland mit seinen niedrigen Geburtenraten eigentlich einen positiven Beitrag zur Zukunft der Menschheit. Fallende Bevölkerungszahlen schafften nämlich Platz.
In der öffentlichen Debatte legte schließlich Patrick Bahners, Feuilletonchef der FAZ, das entscheidende Gewicht in die Waagschale. In einem hochintelligenten Artikel, den keiner verstand, wies er zwingend nach: Erst die kulturelle Selbstaufgabe des deutschen Bürgertums sei der Beleg dafür, dass es seine Liberalität wirklich ernst nehme. Er wiederholte zudem seine bereits 2010 gefallene Äußerung, dass „sich die Islamkritik tatsächlich mit dem Antisemitismus der Gebildeten im deutschen Kaiserreich vergleichen“ lasse. Das saß, in diese Ecke wollte keiner gestellt werden.
Aktuell
http://bilder.bild.de/BILD/politik/2010/08/27/thilo-sarrazin/spd-debatte/andrea-nahles-13572765-mfbq,templateId=renderScaled,property=Bild,width=2 27.jpg (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/08/27/thilo-sarrazin/spd-debatte/ueber-partei-ausschluss.html)
Thilo Sarrazin (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/08/27/thilo-sarrazin/spd-debatte/ueber-partei-ausschluss.html)
SPD-Debatte über
Partei-Ausschluss (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/08/27/thilo-sarrazin/spd-debatte/ueber-partei-ausschluss.html)
Archiv
http://bilder.bild.de/BILD/politik/2010/08/20/so-funktioniert-die-chip-karte/bildungschip-17234097-mfbq,templateId=renderScaled,property=Bild,width=2 27.jpg (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/08/20/so-funktioniert-die-chip-karte/fuer-hartz-iv-familien.html)
Von der Leyen-Plan (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/08/20/so-funktioniert-die-chip-karte/fuer-hartz-iv-familien.html)
So funktioniert die
Hartz-IV-Chip-Karte (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/08/20/so-funktioniert-die-chip-karte/fuer-hartz-iv-familien.html)
Job seit 3 1/2 Jahren (http://www.bild.de/BILD/regional/frankfurt/aktuell/2010/08/14/job-fuer-deutschlands-frechster-arbeitsloser/henrico-frank-ist-nun-ein-musterangestellter.html)
Das neue Leben
des Henrico Frank (http://www.bild.de/BILD/regional/frankfurt/aktuell/2010/08/14/job-fuer-deutschlands-frechster-arbeitsloser/henrico-frank-ist-nun-ein-musterangestellter.html)
Hartz IV soll steigen (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/08/03/arbeitsministerin-ursula-von-der-leyen-interview/lohnt-sich-arbeiten-in-deutschland-noch.html)
Ist das gerecht,
Frau Ministerin? (http://www.bild.de/BILD/politik/2010/08/03/arbeitsministerin-ursula-von-der-leyen-interview/lohnt-sich-arbeiten-in-deutschland-noch.html)
http://bilder.bild.de/BILD/news/leserreporter/bild-leser-scout/button-home-bild-leser-scout__17042934-1279524983-v2.jpg (http://www.bild.de/BILD/news/leserreporter/bild-leser-scout/home/bild-leser-reporter-im-internet-und-tv.html)
Bereits von 2015 an hatte sich die jährliche Immigration deutlich erhöht; etwa die Hälfte der Immigranten kam im Rahmen des Familiennachzugs, bei der anderen Hälfte handelte es sich überwiegend um Wohlstandsflüchtlinge aus Afrika sowie Nah- und Mittelost.
Das Bruttosozialprodukt hatte um das Jahr 2020 sein Wachstum eingestellt. Auf der anderen Seite wuchsen die Rentenausgaben und die Kosten für die Sozialtransfers weiter, weil die Zahl der Empfänger unaufhörlich stieg. Da die Mehrwertsteuer bereits bei 25 Prozent lag, blieb nur die Erhöhung der Einkommensteuer.
Von 2040 an orientierte sich ein stetig wachsender Teil der wohlhabenden Privatleute ins Ausland und wechselte den Wohnsitz unter Mitnahme des Privatvermögens.
Unbemerkt hatte sich währenddessen ein Wandel in der Wählerschaft vollzogen. Wie Allensbach anlässlich der Bundestagswahl 2045 ermittelte, hatten bereits 30 Prozent der Erstwähler einen muslimischen Hintergrund. Aber bereits seit 2030 hatte es in einer wachsenden Zahl von Großstädten muslimische Bevölkerungsmehrheiten gegeben, und 2050 hatte mehr als die Hälfte der Oberbürgermeister einen türkischen, arabischen oder afrikanischen Migrationshintergrund. Das prägte die Kommunalpolitik.
Im Jahre 2045 hatte es erneut einen Brand in der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar gegeben. Der Oberbürgermeister, ein nachdenklicher, tiefreligiöser Mann mit arabischem Migrationshintergrund, machte sich die Sache nicht leicht. Am Ende aber trat er vor die Presse und verkündete, das Vorrecht auf dieser Welt gebühre den Lebenden und nicht den Toten. Die knappen Städtebauförderungsmittel seien daher in der Gestaltung des Vorplatzes für die neue Moschee besser angelegt.
In den folgenden Jahrzehnten setzte der Verfall von Kirchen, Schlössern und Museen ein. Die Deutschen, die sie hätten besuchen können, wurden immer älter, und es waren auch immer weniger. Gegen große Widerstände legte die Bundesregierung 2080 ein Sonderprogramm zur Rettung des deutschen Kulturerbes auf. Die Mehrheit war knapp, denn dafür musste eine Rentenerhöhung aufgeschoben werden. Mit bebender Stimme rief eine Vertreterin der „Grauen Panther“ in den Plenarsaal: „Was hat der deutsche Rentner im Rollstuhl davon, wenn der Bamberger und Kölner Dom saniert werden, er aber seine Pflegestufe nicht bezahlen kann?“
In einem wegweisenden Grundsatzurteil hatte das Bundesverfassungsgericht 2030 entschieden, es widerspreche dem Gleichheitsgrundsatz des Grundgesetzes, einen Bewerber mit Migrationshintergrund nicht zu berücksichtigen, weil seine Bewerbung sprachliche Mängel aufweise.
Noch viel wichtiger aber war das Urteil zum Verfassungsrang der Muttersprache aus dem Jahre 2037. Im Kern der Ballungsgebiete überwiege die Zahl der Kinder mit türkischer und arabischer Muttersprache. Deren Menschenwürde werde beeinträchtigt, wenn sie auf Deutsch radebrechen müssten, anstatt sich frei in der eigenen Muttersprache auszudrücken.
Die Auswertung der Einschulungsstatistik ergab, dass 2045 noch 48 Prozent, 2075 lediglich 30 Prozent und 2105 gar nur noch 20 Prozent der Einschüler für den muttersprachlichen Unterricht das Fach Deutsch wählten. Im Bayerischen Wald und in der Uckermark lag der Anteil 2105 zwar immer noch bei 50 Prozent, in Hamburg, Frankfurt und Berlin aber nur bei rund zehn Prozent.
Im Jahre 2100 konnte der kritische Historiker zufrieden registrieren, dass Deutschland seine demografischen Probleme vorbildlich und multikulturell korrekt gelöst hatte. Zwar war die Bundesrepublik im Lebensstandard weit hinter China zurückgefallen, auch Indien hatte Deutschland im Pro-Kopf-Einkommen überholt, aber man zeigte der Welt, dass sich die Probleme friedlich lösen ließen.
Einige muslimische Feuerköpfe forderten jetzt eine neue Nationalflagge mit schwarzem Hintergrund, rotem Halbmond und goldenen Sternen. Das war vielleicht ein bisschen übertrieben. Aber andererseits hatten sie das Recht dazu, sie waren ja die demokratische Mehrheit. Und Deutschland blieb immerhin schwarz-rot-gold...
:denken::denken::denken:
Der soll ne Partei aufstellen ... dann bekommt der auf Anhieb min 20 % . Alle frustrierten Nichtwähler und unzufriedene CDU Wähler würden ihm ihre Stimme geben.
Elbegeist
28.08.2010, 18:26
Gefunden in DNN am 27.08.2010 Interview mit Herrn Udo Ulfkotte mit Abstimmungs-Ted:
Hat Sarrazin mit seinen Thesen zur Zuwanderung Recht?
Wählen Sie die Rufnummer
0137 10 60 20 und 3 für "JA"
0137 10 60 20 und 4 für "NEIN"
Abstimmungsergebnis wird morgen auf der Politikseite veröffentlicht.
Das Ergebnis der Ted-Umfrage war: 99% Ja-Stimmen zu 1% Nein-Stimmen, habe leider bei DNN-Online das Ergebnis nicht befunden. Habe es in gedruckter Form vorliegen, es zeigt in deutlicher Weise die Meinung der Bevölkerung zu diesem Thema!!!!
Elbegeist :cool::cool::cool::cool::cool::cool::cool::cool:
RSS PI-News
28.08.2010, 19:41
Für Montag ist eine Protestaktion vor dem Haus der Bundespressekonferenz in Berlin geplant, wo Sarrazin sein Buch vorstellen will. Dazu haben gute Menschen aus dem linken und grünen Lager aufgerufen. Die haben extra das Bündnis “Rechtspopulismus stoppen!” gegründet. Die SPD forderte ihn zum Austritt aus der Partei auf. Was werfen seine “Kritiker”, die den Moslems gleich den Gegner niederschreien, vermutlich, ohne sein Buch überhaupt zu kennen, ihm eigentlich vor?
Die Märkische Zeitung fragt (http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11878747/492531/) nicht zu Unrecht, was die Empörten denn eigentlich empört, während Dr. Gudrun Eussner darauf verweist (http://www.eussner.net/schaf_2005-08-31_14-41-03.html), dass genetische Krankheiten in Saudi-Arabien, der Wiege des “Propheten”, bei den Todesursachen an vierter Stelle liegen.
Der SPIEGEL schreibt (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,714387,00.html):
Die Kritik wird lauter, immer mehr Sozialdemokraten wünschen sich eine SPD ohne Thilo Sarrazin. Der Bundesbanker und ehemaliger Berliner Finanzsenator aber denkt gar nicht daran, seine Partei freiwillig zu verlassen. “Bei der Armutsbekämpfung entwerfe ich doch genau ein Szenario, das den Arbeitslosen den Einstieg in die Arbeitswelt und sozialen Aufstieg ermöglichen soll. Das ist sehr sozialdemokratisch”, sagte er der “Welt am Sonntag”. In seinem umstrittenen Buch finde man auch nirgendwo die Forderung, “irgendjemanden, der schon hier ist, abzuschieben, wie das andere Parteien gelegentlich tun”. Im Gegenteil: Er wolle alle fördern.
Der Berliner SPD-Landesvorsitzende Michael Müller hat Sarrazin inzwischen in einem Brief aufgefordert, die Partei zu verlassen. Auch der Chef von Sarrazins Kreisverband Charlottenburg-Wilmersdorf, Christian Gaebler, sagte: “Das Maß ist voll. Für den Fall, dass Herr Sarrazin nicht freiwillig aus der SPD austritt, bereiten wir ein Parteiausschlussverfahren vor.”
Das wäre ja nicht das erste Mal. Im übrigen wollen Linke und Grüne keine Armutsbekämpfung, sondern ein Heer von Abhängigen, das mit immer neuen Versprechungen, die unbezahlbar sind, gelockt wird, und die nötigen Wählerstimmen abliefert. Die SPD, in der die Gabriels und Edathys den Ton angeben, hat schon lange nichts mehr mit der SPD Kurt Schumachers zu tun. Und es ist auch nicht die SPD eines Theo Sarrazin, der, anstatt auf künftige Wählerstimmen zu zielen, lieber den Stachel in die Wunde drückt…
(Spürnase: Freak)
Weiterlesen... (http://anonym.to/?http://www.pi-news.net/2010/08/thilo-sarrazin-oder-eine-never-ending-story/)
RSS PI-News
29.08.2010, 05:02
Unter den PI-Redakteuren laufen bereits seit Tagen die Wetten auf eine erneute Strafanzeige gegen Thilo Sarrazin wegen Volksverhetzung. Obwohl der Einstellungsstempel der StA Berlin auf der letzten Ermittlungsakte gegen Thilo Sarrazin wegen Volksverhetzung noch nicht trocken ist, darf diese jetzt erneut ein Strafverfahren gegen den Bundesbankvorstand eröffnen – diesmal wegen Volksverhetzung, Beleidigung sowie Beschimpfung von [...]
Weiterlesen... (http://anonym.to/?http://www.pi-news.net/2010/08/volksverhetzung-wieder-anzeige-gegen-sarrazin/)
Volksverhetzung: Wieder Anzeige gegen Sarrazin (http://www.pi-news.net/2010/08/volksverhetzung-wieder-anzeige-gegen-sarrazin/)
http://www.pi-news.net/wp/uploads/2010/08/tank.jpg (http://www.pi-news.net/2010/08/volksverhetzung-wieder-anzeige-gegen-sarrazin/)Unter den PI-Redakteuren laufen bereits seit Tagen die Wetten auf eine erneute Strafanzeige gegen Thilo Sarrazin wegen Volksverhetzung. Obwohl der Einstellungsstempel der StA Berlin auf der letzten Ermittlungsakte gegen Thilo Sarrazin wegen Volksverhetzung noch nicht trocken ist, darf diese jetzt erneut ein Strafverfahren gegen den Bundesbankvorstand eröffnen – diesmal wegen Volksverhetzung, Beleidigung sowie Beschimpfung von Religionsgemeinschaften. Erstatterinnen der Anzeige sind die Berliner Integrationsbeauftragte Gabriele Gün Tank (Foto unten) und ehemalige Beauftragte Azize Tank (Foto oben).
Der Tagesspiegel (http://www.tagesspiegel.de/politik/strafanzeige-gegen-sarrazin/1913532.html) berichtet:
Dem Buchautor wird Volksverhetzung vorgeworfen, seine Thesen seien eine “Gefahr für die Demokratie”, so die Erstatterinnen der Strafanzeige. Sarrazin legt unterdessen nach.
Berlin – Gegen den Buchautor und Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin ist Strafanzeige erstattet worden. Azize Tank, ehemalige Migrationsbeauftragte von Charlottenburg-Wilmersdorf, und Gabriele Gün Tank, Integrationsbeauftragte im Bezirk Tempelhof-Schöneberg, werfen Sarrazin Volksverhetzung, die Beschimpfung von Religionsgemeinschaften und Beleidigung vor. Azize Tank erklärte dazu, Sarrazins Äußerungen im Zusammenhang mit seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ seien eine Gefahr für die Demokratie. Sie führten zu Vorurteilen, „verknüpft mit weit reichenden, in dieser Radikalität nur von antidemokratischen, rechtsextremen Parteien erhobenen Parolen“.
Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Martin Steltner konnte den Eingang der Anzeige am Sonnabend noch nicht bestätigen. Sarrazin ist schon einmal wegen Volksverhetzung angezeigt worden. Vor einem Jahr ging es um Äußerungen über muslimische Einwanderer in einem Interview mit der Zeitschrift „Lettre“. Damals hatte Sarrazin mit ähnlichen Thesen wie in seinem neuem Buch Aufregung erzeugt. Das Verfahren ist laut Steltner eingestellt worden. Sarrazins Thesen seien von der Meinungsfreiheit gedeckt, pointierte Formulierungen seien in politischen Debatten erlaubt.
Und täglich grüßt das Murmeltier…
Vermin Exterminator
29.08.2010, 07:05
Soweit sind wir bereits gekommen, daß ein Mann der die Wahrheit veröffentlicht, wegen Volksverhetzung drangekriegt werden soll.
Dafür dürfen die Islamfaschisten am Alkuz-Tag und bei jeder anderen unpassenden Gelegenheit gegen die Juden hetzen, daß sich die Balken biegen, ohne dafür belangt zu werden - Saustall!
Anakin Ulysses
29.08.2010, 08:59
Erst wurde er medial eingeschüchtert, dann bekommt er wohlmöglich einen höchstrichterlichen Maulkorb verpasst. Und dann? Werden sie sein Buch verbieten...... es vielleicht sogar verbrennen? Da war doch mal was? :denken:
Wer sind nun die Faschisten?
Toranaga
29.08.2010, 09:17
Wie im 3.Reich !
Kommt demnächst die öffentliche Steinigung für Sarrazin ?
RSS Fakten_Fiktionen
29.08.2010, 09:20
Völlig richtig! Seit der - meist gewaltsamen - Völkerwanderung gab es keine solchen Einwanderungswellen in Deutschland und Europa mehr wie heute. Und das Politikersaupack hat noch nie darüber diskutiert oder abstimmen lassen und will auch heute*jede Diskussion darüber verhindern! Das ist eigentlich ein Verbrechen. Sarrazin sagt das natürlich nicht, aber wer sagt viel, zum Beispiel [...]
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FreeEurope
29.08.2010, 09:22
Leider wird das ganze Thema in zwei Wochen wieder aus der Diskussion verschwunden sein. Niemand bleibt dran...
Cherusker
29.08.2010, 10:16
http://www.pi-news.net/wp/uploads/2010/08/tank.jpg (http://www.pi-news.net/2010/08/volksverhetzung-wieder-anzeige-gegen-sarrazin/)
Wo haben die beiden "VolksbeglückerInnen" denn ihr Kopftuch gelassen?
RSS Fakten_Fiktionen
29.08.2010, 10:30
Und auch in diesem Interview, das von BILD mit Sarrazin in einem Berliner Döner geführt wurde, zeigt sich eindeutig, daß Türken einen niedrigeren Intelligenzquotienten haben.*Frau Hatice Akyün*ist auch noch Buchautorin, kann aber keinem logischen Argument folgen!*
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Excalibur
29.08.2010, 11:05
Ich empfehle den beiden Damen eine Weiterbildungsmaßnahme in einem Taliban - Ausbildungslager. Wenn sie ein par Tage lang die Wünsche der heiligen Krieger des Islam erfüllen durften und den Weg nach Deutschland zurück finden (falls sie noch laufen können) werden sie Sarazin die Füße küssen.
TomRossi
29.08.2010, 11:31
Ich bin an projüdischer Einstellung normalerweise nicht zu toppen:
Aber dass diese schmierigen Koks & Prostituiertennase wieder ihr Gedöns absondern muss, verdirbt mir fast den Sonntag-Vormittag:
"Dagegen forderte der ehemalige Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Michel Friedman, Konsequenzen für Sarrazin. "Es kann keine Toleranz mehr für diese Intoleranz geben. Wir brauchen Brückenbauer und keine Hassprediger, schon gar nicht im Vorstand der Deutschen Bundesbank", schrieb Friedmann in der "BamS."
(zit. aus Spiegel.Online)
Ach so: Auch der Hinweise auf "Rassenwahn" (sic) des Generalsekretärs der Juden in Deutschland, ist mE einigermassen daneben. Wenn einem etwas nicht passt, kann man auch "Unsinn" oder "Unfug" oder was weiss ich sagen. Wer einmal täglich "Rassenwahn" aufdeckt, dem glaubt beim echten Rassenwahn am Ende keiner mehr... .
Toranaga
29.08.2010, 12:09
Intelligenzforscher „Sarrazin zu beschimpfen, führt nicht weiter“ (http://www.focus.de/wissen/bildung/tid-19642/intelligenzforscher-sarrazin-zu-beschimpfen-fuehrt-nicht-weiter_aid_545902.html)
Freitag 27.08.2010, 16:04 · von FOCUS-Online-Redakteurin Sandra Tjong (http://www.focus.de/intern/impressum/autoren/?id=478&art=545902) http://p4.focus.de/img/gen/H/d/HBHdmrIJ_Pxgen_r_300xA.jpg privat Siegfried Lehrl, Psychologe und Intelligenzforscher
Thilo Sarrazin warnt vor einer Verdummung der Gesellschaft – weil Menschen aus bildungsfernen Schichten besonders viele Kinder bekämen. So Unrecht habe er nicht, sagt Intelligenzforscher Siegfried Lehrl im FOCUS-Online-Interview.
FOCUS Online: Thilo Sarrazin vertritt die These, dass die Intelligenz in Deutschland dramatisch schrumpft. Grund sei, dass die Intelligenten immer weniger Kinder bekommen, Menschen aus bildungsfernen Schichten – darunter viele Migranten – dagegen mehr. Wie viel ist dran an der These?
Siegfried Lehrl: Dass die Intelligenz seit 1995 nachgelassen hat, darauf gibt es einige wissenschaftliche Hinweise. Unter anderem die Ergebnisse aus Pisa-Studien und von unterschiedlichen Intelligenztests. Es ist auch klar belegt, dass Gebildete immer weniger Kinder bekommen. Je besser die Ausbildung, desto weniger Kinder: Die Geburtenrate bei Akademikerinnen liegt bei 1,3 Kindern. Sie müssten mehr als zwei bekommen, damit sich die Bevölkerung hält. Die übrigen Menschen haben im Schnitt 1,8 oder 1,9 Kinder.
FOCUS Online: Und das soll tatsächlich der Grund sein, dass die gemessene Intelligenz in Deutschland nachlässt?
Lehrl: Bei den Intelligenteren hat sich über die Jahre wenig verändert. Die geistige Fitness lässt vor allem bei den ohnehin weniger Intelligenten nach. Sie fallen immer weiter zurück, weil sie eine ungünstige Lebensführung haben: Sie bewegen sich wenig, werden dicker, essen und trinken qualitativ schlecht. Das beeinträchtigt die geistige Leistungsfähigkeit. Doch genau da sehe ich große Potenziale, die Abgefallenen wieder ranzukriegen.
FOCUS Online: Nämlich?
Lehrl: Man muss diese Menschen dazu bewegen, wieder teilzuhaben an der Gesellschaft. Oft sind Menschen aus sozial schwachen Familien unmotiviert, haben keine richtige Ausbildung. Vor allem sehen sie auch gar nicht die Chance, etwas ändern zu können. Dabei ließe sich sehr viel machen, wie Studien gezeigt haben. Bei einem Versuch in Niederbayern wurde die geistige Leistungsfähigkeit von Gymnasiasten innerhalb eines Monats sehr gesteigert. Aus anderen Versuchen wissen wir: Gerade Menschen in unteren Leistungsbereichen sind sehr steigerungsfähig. Verbesserungen werden schon nachweisbar, wenn das Essen besser ist.
FOCUS Online: Allein durch besseres Essen werden Menschen intelligenter?
Lehrl: Natürlich hat auch die Erziehung einen großen Einfluss. Eine Würzburger Studie mit 330 Familien hat ergeben, dass Kinder in sozial schwachen Schichten großenteils zur Passivität erzogen werden. Schon Zweijährige wurden vor den Fernseher abgeschoben. Den Kindern zu helfen, wäre sehr wichtig. Dann haben sie besser an der Gesellschaft teil, bekommen eine bessere Ausbildung. Es lässt sich viel machen. In Industrieländern ist die Intelligenz in der Vergangenheit stark gestiegen. Alle zehn Jahre sind es im Schnitt 2 bis 3 Punkte. In Deutschland hat der durchschnittliche IQ von 1954 bis 1981 um 17 Punkte zugelegt. 15 Punkte entsprechen dem Unterschied zwischen einem Studenten und Normalbevölkerung.
FOCUS Online: Warum hat sich diese Entwicklung umgekehrt?
Lehrl: Wichtige Gründe sind: In den kleiner werdenden Familien nehmen Erfahrungen mit Kindererziehung ab. Gemeinsame Mahlzeiten mit Erfahrungsaustausch entfallen immer häufiger. Die Ernährung wird süßer und fetter. Die Bewegungsarmut nimmt zu. Durch ständige Handy- und E-Mail-Kommunikation, aber auch durch technische Navigationshilfen beim Fahren reduzieren sich die Gelegenheiten zum eigenständigen Durchdenken komplexer Probleme. Anders als früher kann sich fast jeder massenweise mit – meist wenig wertvollen – Gegenständen zumüllen. Dadurch lässt die Motivation nach, sich anzustrengen.
FOCUS Online: In seinem neuen Buch „Deutschland schafft sich ab“ rechnet Sarrazin vor, dass in Deutschland heute nur noch halb so viele und in weiteren zwei Generationen allein aus demografischen Gründen nur noch ein Viertel der talentierten Köpfe des Geburtsjahrgangs 1965 geboren werden wird. Sind solche Prognosen nachvollziehbar?
Lehrl: Grundsätzlich hat Thilo Sarrazin Recht. Die Gefahr besteht. Aber wie ich gesagt habe, kann man etwas tun, damit es nicht so weitergeht. Wichtig ist, die Person dazu zu bringen, an dem gesellschaftlichen einschließlich kulturellen Leben mehr teilzunehmen. Manche in bildungsfernen Schichten haben ihren Lebensstil regelrecht darauf ausgerichtet, nicht aus der Misere rauszukommen.
FOCUS Online: Laut Sarrazin ist Intelligenz zu 50 bis 80 Prozent vererbbar. Stimmt das? Das klingt so, als sei ziemlich viel vorbestimmt.
Lehrl: Die Zahlen stimmen. Die Genetik können wir nicht verändern. Aber viele bringen nicht die Leistung, zu der sie genetisch in der Lage wären. Gerade in sozial schwachen Schichten werden geistige Potenziale oft bei Weitem nicht ausgeschöpft. Da ansetzen, ihnen Hoffnung geben, ihnen helfen – dann sieht’s nicht mehr so schlimm aus. Viele der Betroffenen würden in der Folge weniger Kinder kriegen. Dann gleicht sich das wieder aus.
FOCUS Online: Sarrazin bringt noch eine Komponente mit ins Spiel, durch die er viel Kritik auf sich gezogen hat. Er macht integrationsunwillige muslimische Migranten maßgeblich mitverantwortlich für die Verdummung der Bevölkerung in Deutschland – die besonders viele Kinder bekämen. Wie bewerten Sie eine solche Argumentation?
Lehrl: Herr Sarrazin behauptet das wahrscheinlich nicht, ohne sich durch entsprechende Daten im Hintergrund abzusichern. Bei diesen Migranten fallen die geistigen Leistungsprobleme vielleicht besonders auf. Ohne hierzu genaue Zahlen zu kennen, gehe ich aber davon aus, dass inzwischen über die Hälfte der Bevölkerung aus Unkenntnis darüber, was die eigene geistige Fitness fördert, kräftig mit zur eigenen Verdummung beiträgt. Zahlenmäßig geht dies weit über integrationsunwillige muslimische Migranten hinaus.
FOCUS Online: Lässt sich denn auch feststellen, dass die eine Nationalität intelligenter ist als die andere?
Lehrl: Vor zwei Jahren habe ich einer türkischen Zeitschrift ein Interview gegeben. Da habe ich festgestellt, dass die Türken ein durchschnittliches Intelligenzniveau haben wie die Deutschen 1954. Die Deutschen haben sich dann immer mehr gesteigert und wurden nach etwa 20 Jahren sogar Europameister in Intelligenzleistungen. Warum soll das in der Türkei nicht genauso sein? Die Gesellschaft ist noch ländlicher geprägt. In der Ernährung werden mehr Fehler gemacht. In Deutschland nehmen inzwischen auch die Fehler zu. Beispielsweise gehen heute 30 Prozent der Kinder und Erwachsenen ohne Frühstück aus dem Haus.
FOCUS Online: Welche Auswirkungen hat das?
Lehrl: Wer nicht frühstückt, hat schlechtere Karten. Die geistige Leistung ist in den folgenden Stunden nachgewiesen geringer. Die geistige Leistung ist auch bei Personen schlechter, die unbeweglich sind. Heutzutage können viele Kinder ja gar nicht Purzelbäume machen oder ordentlich rückwärts gehen.
FOL: Sie können Sarrazins Ausführungen also Gutes abgewinnen?
Lehrl: Ich sehe die positiven Aspekte. Er warnt: Wenn man so weitermacht, wird die Intelligenz zurückgehen. Das tut unserer Gesellschaft nicht gut. Einer Gesellschaft mit geistig fitten Bürgern geht es wirtschaftlich besser als einer Gesellschaft mit weniger Intelligenz. Die hat Wirtschaftsprobleme, die Gesundheitsprobleme steigen, ebenso die Korruptionsrate. Deshalb ist es wichtig, eine Gesellschaft fit zu machen. Dafür sind die Politiker da. Einfach nur die Augen zuzumachen und Herrn Sarrazin zu beschimpfen, führt nicht weiter. Leider sehe ich bei den Politikern keine Bemühungen, die geistige Fitness der Menschen zu steigern. Dabei geht es nicht nur um Bildung. Wichtig ist aber auch, dass die Schüler lernen, sich auf neue Situationen einstellen zu können, sich schnell einarbeiten. Wenn das Buch von Herr Sarrazin diese Diskussion vorantreibt, dann könnte es sprunghaft vorangehen.
Der Psychologe Siegfried Lehrl ist Vorsitzender der Gesellschaft für Gehirntraining. Er beschäftigt sich seit Jahren mit der geistigen Leistungsfähigkeit von Gesunden und Kranken. Unter anderem war er akademischer Oberrat und Direktor an der Psychiatrischen Klinik der Universität Erlangen-Nürnberg.
RSS Fakten_Fiktionen
29.08.2010, 14:50
Auch hier meinen ein paar Leser, sie müßten aufgrund irgendwelcher Sätze in den Presseinterviews, die von den Redaktionen zurechtgestutzt wurden, an Sarrazins Thesen herumkritisieren! Ihr könnt alle davon ausgehen, daß er sich zwei Jahre zu seinem Buch Zeit genommen hat und nicht einfach aus dem hohlen Bauch raus irgendwelche Zahlen oder Thesen*oder Theorien in die [...]
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Cherusker
29.08.2010, 19:08
Heutzutage können viele Kinder ja gar nicht Purzelbäume machen oder ordentlich rückwärts gehen.
Naja, Purzelbäume als Zeichen von Intelligenz, darauf muß man erst einmal kommen.
das mit dem Purzelbaum war doch auf Motorik bezogen oder nicht ?
RSS Fakten_Fiktionen
30.08.2010, 00:30
Das FDJ-Ferkel Merkel, die türkische Bundeskanzlerin, fordert zum zweiten Mal den Rücktritt Sarrazins. Natürlich hat die blöde Kuh keine Zeile aus Sarrazins Buch gelesen. Sie spult nur ihren politkorrekten Mist ab! Das ist bei den Schweinen in unserer Politik so üblich. Sie wissen nichts, reden den ganzen Tag ******e und machen das Land kaputt! Das [...]
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29.08.10|
Migrations-Debatte
"Mögen Sie keine Türken, Herr Sarrazin?"
Thilo Sarrazin löste mit seiner Kritik an muslimischen Migranten eine Welle der Empörung aus. Der "Welt am Sonntag" sagte er: "Ich bin kein Rassist."
Von A. Seibel, H. Schuhmacher u. J. Fahrun
Welt am Sonntag: Ihr Buch ist schon vor Erscheinen ein Beststeller. Haben Sie sich bei der Kanzlerin und SPD-Chef Gabriel bedankt, die sich werbewirksam empört haben?
Thilo Sarrazin: Es ist erstaunlich, wie viele Menschen über das Buch reden, ohne es gelesen zu haben. Aber es scheint so, dass sich Frau Merkel zu einer meiner besten Verkaufsförderinnen gemacht hat.
Welt am Sonntag: Wie kamen Sie zu diesem Kassandra-Titel?
Sarrazin: Kein Forscher arbeitet ohne eine Arbeitshypothese, denn seine Forschung muss ja eine Richtung haben. Ich bin ein zahlenorientierter Mensch. Meine Meinung über Türken in Kreuzberg habe ich mir nicht dadurch gebildet, dass ich hier durchgegangen bin und gesagt habe: schon wieder ein Kopftuch oder schon wieder ein Kinderwagen. Ich habe mir die Berliner Statistiken angeschaut. Ich habe als Finanzsenator schon überlegt: Wie bezahlen wir das eigentlich alles?
Welt am Sonntag: Man könnte aber auch herauslesen, dass Sie keine Türken mögen.
Sarrazin: Dann haben Sie das Buch nicht richtig gelesen. Meine soziologischen Überlegungen gehen doch viel weiter. Ich nehme die seit 45 Jahren sinkenden Geburtenzahlen in Deutschland und den wachsenden Anteil von Kindern bildungsferner Herkunft als Ausgangspunkt. Ich zeige, wie bestimmte Leistungsindikatoren schon seit Jahren sinken. Am meisten haben mich Statistiken der BASF erschlagen, die die Test-Leistungen ihrer Lehrlingsbewerber in Rechnen und Rechtschreibung über einen Zeitraum von 35 Jahren verglichen haben. Die Leistungen gehen dramatisch runter.
Welt am Sonntag: Und daran sollen die Türken schuld sein?
Sarrazin: Ich analysiere einen Misstand, der Innovation in Deutschland behindert. Erst ganz spät in dem Buch komme ich auf das Thema Migration.
Welt am Sonntag: Wer genau ist jenes „Wir“, von dem Sie im Buch sprechen?
Sarrazin: Die Identität eines Volkes oder einer Gesellschaft ist ja nichts Statisches, dennoch gibt es sie. Es gibt eine französische, deutsche, holländische Identität. Wenn es richtig läuft, wachsen Zuwanderer in solche Identitäten hinein, sie lösen sich aber irgendwann in dieser Identität auf, das Bild vom Melting Pot ist ja nicht falsch. Völker ändern im Laufe der Zeit ihr Gesicht, aber sie tun dies aus der kontinuierlichen Fortentwicklung ihrer Identität heraus. Es gibt über mehr als 1000 Jahre ein kulturelles Kontinuum der Entwicklung aus dem westfränkischen Reich in das heutige Frankreich und aus dem ostfränkischen Reich in das heutige Deutschland. Die kulturelle Eigenart der Völker ist keine Legende, sondern bestimmt die Wirklichkeit Europas.
Wie es Sarrazin mit den Fakten hält
Demografie
Thilo Sarrazin: „Beim gegenwärtigen demografischen Trend wird Deutschland in 100 Jahren noch 25 Millionen, in 200 Jahren noch acht Millionen und in 300 Jahren noch drei Millionen Einwohner haben."
Richtig ist, dass die Einwohnerzahl sinken wird. Das Statistische Bundesamt rechnet mit einem Rückgang von fast 82,5 Millionen im Jahr 2005 auf 65 bis 70 Millionen im Jahr 2060. Hingegen ist eine seriöse Vorausberechnung für 2110, gar 2210 oder 2310 völlig unmöglich. Dasselbe gilt ...
... für Sarrazins Rechenmodelle an anderer Stelle, wo er zum Ergebnis kommt, dass sich innerhalb von vier Generationen (also von hundert Jahren) der Bevölkerungsanteil der Migranten aus dem Nahen und Mittleren Osten sowie aus Afrika in Deutschland von derzeit 6,5 auf 69,7 Prozent erhöhen werde.
Muslime
Sarrazin: „Muslime in Deutschland haben eine unterdurchschnittliche Beteiligung am Arbeitsmarkt, unterdurchschnittliche Erfolge im Bildungswesen und eine überdurchschnittliche Quote von Transferleistungen sowie eine überdurchschnittliche Beteiligung an der Gewaltkriminalität."
Richtig ist, dass es bei Migranten aus der Türkei sowie dem Nahen und Mittleren Osten eine geringere Erwerbstätigkeit, aber mit gut zehn Prozent einen höheren Anteil von Hartz-IV-Empfängern gibt als unter Menschen ohne Migrationshintergrund (3,4 Prozent Hartz-IV-Anteil).
Weitgehend zutreffend ist auch die Aussage zur Gewaltkriminalität. Was die Bildungserfolge betrifft, so liegt Sarrazin bei der Gesamtheit der Muslime falsch. Zwar haben nur sieben Prozent der Türkischstämmigen Abitur, in der Gesamtbevölkerung sind es 17 Prozent. Doch von den muslimischen Zuwanderern ...
... aus dem Irak, dem Iran und Afghanistan haben gut 30 Prozent Abitur und 15,2 einen Hochschulabschluss (Gesamtbevölkerung: 11,3 Prozent).
Integration
Sarrazin: „Den muslimischen Einwanderern in Europa haftet eine besondere Mischung aus islamischer Religiosität und traditionellen Lebensformen an. Diese Mischung erschwert die ökonomische und kulturelle Integration und sorgt über die damit verbundene mangelhafte Emanzipation der Frauen für den besonderen Kinderreichtum der muslimischen Migranten, der durch die Segnungen des europäischen Sozialstaates noch gefördert wird."
Richtig ist, dass 90 Prozent der muslimischen Migranten als religiös zu gelten haben. Was den „besonderen Kinderreichtum der muslimischen Migranten" betrifft, so berücksichtigt Sarrazin nicht, dass neue Studien eine stark sinkende Geburtenrate schon in der zweiten Generation der hier lebenden Türkinnen belegen.
Richtig dürfte sein, dass der Sozialstaat Anreize dazu setzen kann, durch viele Kinder so viele Transferleistungen zu erhalten, dass man nicht mehr arbeiten muss – sofern man bereit ist, auf niedrigem Einkommensniveau zu leben.
Intelligenz
Sarrazin: „Man muss davon ausgehen, dass aus demografischen Gründen der Unterschichtanteil der Bevölkerung kontinuierlich wächst. Bei den Migranten wurde bereits gezeigt, dass jene Migrantengruppen besonders viele Nachkommen haben, die als besonders bildungsfern eingestuft werden müssen, also vor allem die Migranten aus der Türkei, dem Nahen Osten und aus Afrika.
In dieselbe Richtung weisen Erkenntnisse der Arbeitsmarktforschung. Danach tendieren die Frauen, die nicht so gut oder gar nicht in den Arbeitsmarkt integriert sind, stärker dazu, Kinder zu bekommen oder die Schar ihrer Kinder noch zu vergrößern. Intelligenz aber ist zu 50 bis 80 Prozent erblich. Deshalb bedeutet ein schichtabhängig unterschiedliches generatives Verhalten leider auch, dass sich das vererbte intellektuelle Potenzial der Bevölkerung kontinuierlich verdünnt."
Richtig ist, dass die Geburtenraten in höheren Schichten niedriger sind als in unteren. Doch deshalb muss die Unterschicht nicht wachsen. So wurde die Unterschicht in Deutschland in den 60er-Jahren dank Bildungs- und Wirtschaftsaufschwung in der Relation kleiner. Völlig unplausibel aber ist, ...
... warum viele Kinder in ärmeren Schichten die Intelligenz der Bevölkerung sinken lassen. Selbst eine extrem hohe Erblichkeit von 80 Prozent ließe noch Raum für förderliche Umwelteinflüsse etwa durch schulische Förderung – für die sich Sarrazin in seinem Buch auch einsetzt.
Als merke er selber, dass die Erblichkeit so streng nicht wirkt. Zudem lässt sich jene Erblichkeit immer nur zwischen einzelnen Eltern und Kindern finden, nie in größeren Gruppen mit einer Fülle von Einflussfaktoren, und das schon gar nicht über längere Zeiträume.
Schweden
Sarrazin: „Der schwedische Soziologe Gunnar Myrdal hat sich am Beispiel seines Heimatlandes bereits in den 1930er-Jahren intensiv damit auseinandergesetzt, dass eine entwickelte westliche Gesellschaft in der Summe die Tendenz hat, weniger fruchtbar zu sein, als es für die Nachhaltigkeit ihres Fortbestandes notwendig wäre, und er hat sich auch damit auseinandergesetzt, dass es nicht gleichgültig ist, wer die Kinder bekommt."
Hier wird es gefährlich: Der schwedische Minister und Nobelpreisträger Gunnar Myrdal (1898–1987) verfocht zusammen mit seiner Frau Alva seit den 30er-Jahren eine damals als progressiv empfundene Bevölkerungspolitik, die verhindern sollte, „dass Arme, Ungebildete und Unerfahrene den Grundstock der Bevölkerung bilden", wie Gunnar Myrdal schrieb.
Zu jener Politik gehörten nicht nur Kinderkrippen und finanzielle Leistungen zur Erhöhung erwünschter Geburten, sondern auch 60?000 Sterilisierungen, die zwischen 1935 und 1975 in Schweden bei angeblich „Geistesschwachen" und „Asozialen" durchgeführt wurden. Um als „asozial" zu gelten, genügten schon Diffamierungen, wenn ledige Frauen tanzen gingen.
Welt am Sonntag: Gibt es auch eine genetische Identität?
Sarrazin: Alle Juden teilen ein bestimmtes Gen, Basken haben bestimmte Gene, die sie von anderen unterscheiden.
Welt am Sonntag: Wir haben also andere Gene als die Menschen hier im türkischen Café?
Sarrazin: Sie bringen mich nicht aus der Ruhe. Ich sage meine Dinge. Bis vor wenigen Jahrzehnten spielte Einwanderung für den Genpool der europäischen Bevölkerung nur eine geringe Rolle und vollzog sich überdies sehr langsam. Drei Viertel der Ahnen der heutigen Iren und Briten waren bereits vor 7500 Jahren auf den Britischen Inseln. Es ist nämlich falsch, dass es Einwanderungsbewegungen des Ausmaßes, wie wir sie heute haben, schon immer in Europa gegeben hätte. Seit der Völkerwanderung gab es solche Verschiebungen nicht mehr. In meinem Buch rede ich zudem nicht von Türken oder Arabern, sondern von muslimischen Migranten. Diese integrieren sich überall in Europa deutlich schlechter als andere Gruppen von Migranten. Die Ursachen dafür sind nicht ethnisch, sondern liegen offenbar in der Kultur des Islam. Vergleichen Sie die Integrationserfolge von Pakistani und Indern in Großbritannien.
Welt am Sonntag: Wer „Kultur“ sagt und „Gene“ und noch lieber „Rasse“ gesagt hätte, der muss mit Vorwürfen rechnen.
Sarrazin: Ich bin kein Rassist.
Welt am Sonntag: Der Saldo zwischen Zuwanderung und Abwanderung 2008 betrug nur 11.000. Mehr Türken verlassen Deutschland, als dass sie zuziehen.
Sarrazin: Wir haben keine funktionierende Zuwanderungsstatistik. Das Statistische Bundesamt geht in der mittleren Variante seiner langfristigen Bevölkerungsprognose von einer jährlichen Zuwanderung von 200.000 aus. In den Modellrechnungen meines Buches gehe ich lediglich von 100.000 Zuwanderern pro Jahr aus.
Welt am Sonntag: Aber das sind nicht alles Muslime?
Sarrazin: Künftige Zuwanderung nach Deutschland wird zu 90 Prozent aus Afrika, dem Nahen und Mittleren Osten und der Türkei erfolgen. Es geht um den mittelfristigen Trend. Die Einwanderung aus Osteuropa wird zurückgehen, je mehr sich in diesen Staaten der Lebensstandard verbessert, zudem leidet auch Osteuropa geburtenbedingt unter demografischer Schrumpfung. Für Einwanderer aus Indien, China und Vietnam sind wir nicht attraktiv, die gehen lieber in die USA.
Welt am Sonntag: Brechen Sie mit Ihrem Buch wirklich ein Tabu? In Deutschland wird doch schon geraume Zeit über Integrationsdefizite, Demografie und die Bildungsmisere debattiert.
Sarrazin: Ich habe nie den Anspruch erhoben, ein Tabu zu brechen. Offenbar haben aber jene, die sich öffentlich über ein ungelesenes Buch aufregen, die Befürchtung, dass dort von ihnen gesetzte Tabus gebrochen werden.
Welt am Sonntag: Ist das Buch nicht eine Anklage gegen Ihre eigene Zunft, die Politik?
Sarrazin: Ich habe Politik nie als meine Zunft betrachtet, sondern in einer späten Phase meiner 39 Jahre währenden Berufslaufbahn für sieben Jahre ein politisches Amt bekleidet. Das Buch enthält neben Aussagen, die ich schon immer öffentlich vertreten habe, auch Feststellungen, die ich im Amt des Berliner Finanzsenators nicht öffentlich ausgesprochen habe.
Welt am Sonntag: Was unterscheidet Sie eigentlich von einem muslimischen Migranten? Sie wurden doch auch Ihr ganzes Berufsleben lang vom Staat bezahlt, jetzt als Spitzenkraft einer Institution wie der Bundesbank und als Pensionär besonders großzügig.
Thilo Sarrazin
Eingewandert
•Thilo Sarrazin, am 12. Februar 1945 geboren, ist der Spross einer Hugenottenfamilie aus Burgund.
Die Eltern: ein Arzt und eine westpreußische Gutsbesitzertochter. Thilo wuchs mit einer Schwester und zwei Brüdern in Recklinghausen auf, wo er auch Abitur am altsprachlichen Gymnasium machte.
Karriere
•1973 trat Sarrazin in die SPD ein. Er bekam eine Referentenstelle im Bundesfinanzministerium und leitete dort schließlich das Ministerbüro. Während der Wende war er Chef der Arbeitsgruppe „Innerdeutsche Beziehungen“ – trug mithin Verantwortung für die Währungsunion.
Sprüche
• Von 2002 bis 2009 wirkte Sarrazin als Finanzsenator im hochverschuldeten Berlin, war erfolgreich als harter Sanierer. In dieser Zeit begann er zu provozieren, attestierte etwa Hartz-IV-Beziehern, ihr „kleinstes Problem“ sei Untergewicht.
Sarrazin: Wenn es Sie tröstet, meine Pension wird nicht vom Land Berlin bezahlt werden.
Welt am Sonntag: Aber aus öffentlichen Kassen.
Sarrazin: Das ist richtig. Aber man kann nicht ein Problem dadurch verkleinern, indem man ein anderes Problem anspricht. Aber ich kann Sie beruhigen. Ich finde, ich habe bis heute ziemlich viel gearbeitet. Ich habe mal ausgerechnet: Dem Land Berlin habe ich über sieben Jahre als Finanzsenator 870 000 Euro Personalkosten verursacht und dafür den Haushalt saniert. Ich war für den Staat ein Schnäppchen.
Welt am Sonntag: Zu Ihrer Finanzsenatoren-Zeit in Berlin waren Sie oft hart in Ihrer Kritik, aber auch humorvoll. Haben Sie diese Leichtigkeit verloren?
Sarrazin: Humor kann man sich überall leisten, wo der Kampf nicht bis an die Grenzen geht. Mein Sohn hat mir geraten, mich nicht mit jedem auf ein Podium zu setzen, denn solche Streitigkeiten und unsachlichen Angriffe würden mich immer radikaler machen.
Welt am Sonntag: Sie sprechen vom Niedergang Deutschlands, es schaffe sich selbst ab. Ist das nicht zu starker Tobak?
Sarrazin: In meiner Einleitung und im Abschnitt Staat und Gesellschaft, von dem Historiker sagen, er sei in geschichtsphilosophischer Hinsicht sehr gut gelungen, rede ich nicht vom Untergang des Abendlandes ...
Welt am Sonntag: ... aber de facto beschreiben Sie ein solches Szenario.
Sarrazin: Es kommt in dem Buch heraus, dass ich in meinem Leben wesentlich mehr Interessen als Geld, Finanzen und Bilanzen hatte. Da kommt der ganzheitliche Thilo Sarrazin hervor.
Welt am Sonntag: Der Mensch erscheint hier in erster Linie als Kostenfaktor.
Sarrazin: Ich habe mich in meinem Kapitel über Armut intensiv mit dem renommierten Armutsforscher Amartya Sen beschäftigt und sehr wohl meine Überzeugung dargelegt, dass man eine funktionierende Armutsbekämpfung und einen funktionierenden Sozialstaat braucht. Dieses Kapitel steht nicht umsonst ziemlich weit vorne. Das Bildungskapitel habe ich immer wieder mit meiner Frau diskutiert, die seit 35 Jahren Grundschullehrerin ist. Sie hatte ihre erste Klasse 1975 in Köln, die bestand zu 60 bis 70 Prozent aus Kindern türkischer Arbeitsmigranten, die fast alle kaum Deutsch konnten. Überall, in Mainz, Bonn und Berlin, hatten wir in unserem Freundes- und Bekanntenkreis viele Lehrer und Pädagogen. Dadurch habe ich stets einen sehr unverstellten Blick auf die Bildungsproblematik gehabt.
Welt am Sonntag: Ihre Lösungsansätze sind durch einen ausgeprägten Glauben an den Staat gekennzeichnet. Er soll die Unterschicht-Kinder vor deren Eltern retten. Wie ist das mit unseren freiheitlichen, individualistischen Idealen vereinbar?
Sarrazin: Ich habe damit auch ein Problem, das sage ich Ihnen ganz ehrlich. Ich bin ganz anders aufgewachsen. Ich kam von der Schule nach Hause, Mutter hatte das Essen auf dem Tisch. Wie war denn die Note in der Lateinarbeit, wurde ich gefragt. Viel zu oft war die Vier minus oder Fünf, dann war schlechte Stimmung am Mittagstisch.
WELT am Sonntag: Sie waren ein schlechter Schüler?
Sarrazin: Ich war psychisch nicht dafür ausgestattet, ein guter Schüler zu sein, weil ich gerne meinen eigenen Wegen folge und nicht dem, was vorgegeben ist.
Welt am Sonntag: Aber sollen Schule und Staat wirklich alles richten?
Sarrazin: Meine Erziehung hat funktioniert mit strengen Eltern und einem großen nachmittäglichen Freiraum, den ich mit vielen Aktivitäten unter Vernachlässigung der Hausaufgaben gefüllt habe. Das hatte Stärken, die man in der heutigen Zeit nicht mehr simulieren kann. Dass ich mit meinem bürgerlichen Hintergrund sage, mit drei in die Kita, darnach Ganztagsschule, zack, zack, das ist ein purer Schrei der Hilflosigkeit. In den Schulklassen sehen wir: Ein ganz großer Teil der deutschen Unterschicht und ein großer Teil der Migranten – Ausnahme Kinder aus Osteuropa und Fernost – machen in der Schule nicht ausreichend mit, und das Elternhaus fällt als Stütze weitgehend aus. Der einzige Weg, diese Probleme anzugehen, ist, für diese Kinder den negativen Einfluss des Elternhauses und des übrigen sozialen Umfeldes weitgehend zu kompensieren, um den umweltbedingten Anteil des Begabungspotenzials möglichst zu optimieren.
Die Thesen von Thilo Sarrazin
Welt am Sonntag: Kita-Pflicht für alle, verpflichtende Ganztagsschule, Arbeitsverpflichtungen für Transferempfänger, keine Sozialhilfe für Neueinwanderer, das sind konkrete Vorschläge, die es lohnten, debattiert zu werden. Aber jetzt reden alle aufgeregt über Ihren angeblichen Rassismus. Haben Sie sich selbst damit nicht den Wind aus den Segeln genommen?
Sarrazin: Überhaupt nicht. Nach dem Buch wird man sich allenthalben mehr mit diesen Fragen beschäftigen, ganz egal, wie die Diskussionen laufen, aber keinesfalls weniger. Ich wäre ja Nobelpreis-verdächtig, wenn ich in dieser Debatte einen wirklich neuen Beitrag geleistet hätte. Mein Text ist sachlich, aber ich finde es für Botschaft und Lesbarkeit nicht schädlich, dass an der einen oder anderen Stelle die Emotion durchscheint. Das ist auch gut für die Wahrnehmung. Ein Buch, das kaum einer liest, hätte den damit verfolgten Zweck nicht erreicht.
Welt am Sonntag: Warum gibt es in fast jedem europäischen Land eine Partei, die das Integrationsthema und die Ängste der Menschen vor Zuwanderern ausnutzt, nur nicht in Deutschland?
Sarrazin: Die Frage muss zunächst lauten: Warum gibt es in fast jedem europäischen Land eine wachsende muslimische Minderheit, die wesentlich größere Integrationsprobleme hat als andere Minderheiten? Und dann ist die Frage, warum es in keinem Land auf dieses sich seit 30 Jahren abzeichnenden Problem eine zukunftsweisende Antwort gibt. Erst die dritte Frage sind die sich daraus ergebenden politischen Bewegungen.
Welt am Sonntag: Ist es also in Deutschland nur eine Frage der Zeit, bis wir auch rechtspopulistische Parteien bekommen?
Sarrazin: Das weiß ich nicht, ich will da keine Prognose abgeben. Die überwältigenden Reaktionen aus breiten Schichten der Bevölkerung, die ich auf das Interview in „Lettre“ bekam, wie auch das Echo in den Leserbriefspalten der Zeitungen haben mir klargemacht, dass sich ein großer Teil der Bürger mit seinen Ängsten und Befürchtungen unverstanden fühlt.
Migranten in Deutschland
http://www.welt.de/multimedia/archive/01151/auslaenderdtl_DW_P_1151729p.jpg (http://www.welt.de/politik/deutschland/article8426072/Migranten-in-Deutschland.html) Foto: Infografik WELT ONLINE Die meisten in Deutschland lebenden Ausländer sind Türken (nicht in der Grafik). Außerdem leben hier besonders viele Italiener, Polen und Griechen. Viele Deutsche zieht es in die beiden Nachbarländer Schweiz und Österreich sowie nach SpanienOECD Studie Migration DWO
Migranten in Deutschland
http://www.welt.de/multimedia/archive/01151/auslaenderdtl_DW_P_1151729p.jpg (http://www.welt.de/politik/deutschland/article8426072/Migranten-in-Deutschland.html) Foto: Infografik WELT ONLINE Die meisten in Deutschland lebenden Ausländer sind Türken (nicht in der Grafik). Außerdem leben hier besonders viele Italiener, Polen und Griechen. Viele Deutsche zieht es in die beiden Nachbarländer Schweiz und Österreich sowie nach Spanien
http://www.welt.de/multimedia/archive/01151/oesterreicher_DW_P_1151714p.jpg (http://www.welt.de/politik/deutschland/article8426072/Migranten-in-Deutschland.html) Foto: Infografik WELT ONLINE Obwohl Deutsche zunehmend nach Österreich ziehen, leben noch immer deutlich mehr Österreicher in Deutschland als umgekehrt.
Migranten in Deutschland
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http://www.welt.de/multimedia/archive/01151/zuwanderung_katego_1151722p.jpg (http://www.welt.de/politik/deutschland/article8426072/Migranten-in-Deutschland.html) Foto: Infografik WELT ONLINE Menschen migrieren aus vielen verschiedenen Gründen. Nach Deutschland kommen besonders viele Zuwanderer wegen der Reisefreiheit innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums und der Schweiz
Migranten in Deutschland
http://www.welt.de/multimedia/archive/01151/auslaenderdtl_DW_P_1151729p.jpg (http://www.welt.de/politik/deutschland/article8426072/Migranten-in-Deutschland.html) Foto: Infografik WELT ONLINE Die meisten in Deutschland lebenden Ausländer sind Türken (nicht in der Grafik). Außerdem leben hier besonders viele Italiener, Polen und Griechen. Viele Deutsche zieht es in die beiden Nachbarländer Schweiz und Österreich sowie nach Spanien
http://www.welt.de/multimedia/archive/01151/oesterreicher_DW_P_1151714p.jpg (http://www.welt.de/politik/deutschland/article8426072/Migranten-in-Deutschland.html) Foto: Infografik WELT ONLINE Obwohl Deutsche zunehmend nach Österreich ziehen, leben noch immer deutlich mehr Österreicher in Deutschland als umgekehrt.
http://www.welt.de/multimedia/archive/01151/zuwanderung_katego_1151722p.jpg (http://www.welt.de/politik/deutschland/article8426072/Migranten-in-Deutschland.html) Foto: Infografik WELT ONLINE Menschen migrieren aus vielen verschiedenen Gründen. Nach Deutschland kommen besonders viele Zuwanderer wegen der Reisefreiheit innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums und der Schweiz
http://www.welt.de/multimedia/archive/01151/Migration_dauer_DW_1151728p.jpg (http://www.welt.de/politik/deutschland/article8426072/Migranten-in-Deutschland.html) Foto: Infografik WELT ONLINE Niedrig ist die Zahl der Zuwanderer, die dauerhaft nach Deutschland kommen – sie liegt deutlich unter dem OECD-Durchschnitt.
Welt am Sonntag: Dass Sie bei der NPD und anderen am rechten Rand Zustimmung finden, muss Sie doch irritieren als Sozialdemokrat.
Sarrazin: Meine Hoffnung ist, dass die vorhandenen demokratischen Parteien Befürchtungen, Bedenken und Sorgen großer Bevölkerungsteile aufnehmen, ohne die Probleme zu verdrängen, oder jene diffamieren, die diese Realitäten ansprechen. Ich bin genau das, als das ich mich in meinem Buch bezeichne: ein Verfechter eines modernen, nach vorne weisenden Sozialstaates, der für maximale Chancengleichheit und ein vernünftig zu verwirklichendes Maß an sozialer Gerechtigkeit ist. Auf dieser Position bleibe ich und lasse mich davon auch nicht durch Beifall aus der falschen Ecke verdrängen. Das ist meine innere Überzeugung.
Welt am Sonntag: Sie sagen öfter, man stehe schnell unter Nazi-Verdacht.
Sarrazin: Schon der Begriff „Volk“ ist heute vielen peinlich, und dass über dem Eingang zum Reichstag „Dem Deutschen Volke“ steht, empfinden manche als ärgerlich. Ich empfinde solch eine Einschätzung als unhistorisch und teile sie nicht.
Welt am Sonntag: Johann Wolfgang von Goethe hat gerade wieder Geburtstag. In seinem „West-Östlichen Diwan“ schreibt er folgenden Satz: Wer sich und andere kennt, wird auch hier erkennen, Orient und Okzident sind nicht mehr zu trennen.
Sarrazin: Ich habe ein Zitat aus dem „West-Östlichen Diwan“ an den Anfang meines Kapitels zur Zuwanderung gestellt. „Gottes ist der Orient! Gottes ist der Occident! Nord- und südliches Gelände, ruht im Frieden seiner Hände“. Dass Goethe hier Gott erwähnt, ist ungewöhnlich, das zeigt, dass er hier schon ein alter Mann war. Natürlich hängt alles mit allem zusammen, natürlich gibt es einen kulturellen Austausch. Das Problem der islamischen Welt ist doch gerade, dass sie an diesem Austausch wesentlich weniger interessiert ist als das Abendland. In der ganzen Geschichte der arabischen Sprache wurden weniger Bücher ins Arabische übersetzt als in einem Jahr ins Spanische übersetzt werden. Das heißt, die islamische Welt ist zu großen Teilen in sich abgeschlossen. Diese Abgeschlossenheit des Islam macht vielen Angst, weil sie die kulturelle und philosophische Grundlage dieser Länder ist und gleichzeitig die Quelle der islamistischen Aggression. Sie führt auch dazu, dass diese Staaten ökonomisch zurückgeblieben sind. Die internationale Auswertung der Pisa-Tests spricht eine deutliche Sprache. Einwanderer aus China, Vietnam und Indien stehen weltweit an der Spitze. Einwanderung aus Pakistan, Marokko oder der Türkei am Ende.
Welt am Sonntag: Wir sind hier aber in Deutschland. Gibt es nun nach Ihrer Ansicht mehr oder weniger intelligente Gruppen?
Sarrazin: Offenbar enthält der kulturell-religiöse Hintergrund des Islam Elemente, die für viele muslimische Migranten den Integrationserfolg auch der nachfolgenden Generationen europaweit behindern. Das unterscheidet sie von allen anderen Migrantengruppen in Deutschland.
Welt am Sonntag: Da sich diese Leute aber schneller vermehren, gibt es mit der Zeit ein Übergewicht dieser Gruppe. Die Dummen werden mehr.
Sarrazin: Wenn das relative Gesicht einer bildungsfernen Gruppe zunimmt, haben wir ein Problem. Bei den muslimischen Migranten hat dies kulturelle Ursachen.
Welt am Sonntag: Sie bezeichnen Dummheit als genetisch bedingt.
Sarrazin: Die Wissenschaft ist sich einig darin, dass die gemessene Intelligenz zu 50 bis 80 Prozent erblich ist.
Welt am Sonntag: Sie verzeihen, aber man könnte eine Nähe zu nazistischen Argumentationsmustern entdecken.
Sarrazin: Grober Unfug. Unter den Nazis wurden Intelligenztests verboten, weil ihre Ergebnisse den Mythos von der Überlegenheit der germanischen Rasse widerlegten. Ich selbst bin eine europäische Promenadenmischung: Väterlicherseits stammt die Familie ab von Hugenotten aus Lyon. Ich habe eine englische Großmutter, irgendwo eine italienische Ururgroßmutter und meinen slawischen Backenknochen sieht man an, dass meine Mutter aus Westpreußen stammt.
Welt am Sonntag: Haben Sie da auch irgendwo einen muslimischen Einschlag?
Sarrazin: Mein Name kommt in Südfrankreich häufiger vor. Er leitet sich von arabischen Seeräubern her, die man im Mittelalter „Sarrazenen“ nannte. Als junger Mann, mit schwarzem Schnurrbart und dichten schwarzen Haaren, sah ich in Parka und Jeans türkischer aus als viele Türken Ich wäre in Kreuzberg gar nicht aufgefallen.
Welt am Sonntag: Können Sie nachvollziehen, dass sich Menschen mit muslimischem Hintergrund durch Ihre Aussagen verletzt und diffamiert fühlen?
Sarrazin: Nein, denn in meinem Buch wird überall differenziert. Wenn ich sage, dass von den türkischen Migranten viele keinen Schulabschluss machen und wenige das Abitur erreichen, dann diskriminiert das doch niemanden. Die Ansprache von Tatsachen als solche kann niemals verletzen.
Welt am Sonntag: Warum erwähnen Sie nie das Gelingen von Integration? Das gibt es ja auch.
Sarrazin: Es geht um einen öffentlichen Dialog. In einer Welt, in der jeder Integrationsbeauftragte hundertfach seine Erfolgsquoten herunterbetet, würde mein Buch langweilen, wenn es nur den Integrationsbericht der Bundesregierung nachvollzöge.
Welt am Sonntag: Würden Sie sagen, dass es in unserer Gesellschaft aus Sicht von Migranten, die erfolgreich sind und von der Kultur der Arbeit und des Aufstieges erfasst werden, gerecht zugeht?
Sarrazin: Wir leben in einer Gesellschaft, in der die Chancen für die, die in einer bestimmten Situation angekommen sind, sehr unterschiedlich verteilt sind. Wer einmal den Hauptschulabschluss verfehlt hat, die Lehre abgebrochen hat und jetzt in der soundsovielten Berufsvorbereitungsmaßnahme ist, ist sicherlich nicht einer Situation, die ihn für Wettbewerb und Arbeitsmarkt fit macht und für seine Zukunft große Chancen bereitstellt.
Welt am Sonntag: Was ist bei diesen Jugendlichen falsch gelaufen?
Sarrazin: Die meisten Jugendlichen, die keine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben, haben schon in der Schule solche Sekundärtugenden wie Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit nicht erlernt. Defizite in den Grundfertigkeiten von Lesen, Schreiben und Rechnen treten hinzu. Das einzelne Kind kann ja nichts für sein Sosein, weder für seine angeborene Ausstattung noch für seine hinderliche Umgebung. Das macht die Situation eines solchen Kindes immer individuell tragisch. Und deswegen sind Geschichten verpasster Chancen stets traurig. Auf solche Schicksale muss man mit Empathie zugehen, aber die Träne im Knopfloch führt ja nicht zu Erkenntniszuwächsen. Ich gehe Probleme immer von der Logik her an.
Welt am Sonntag: Würden Sie denn sagen, dass die unterschiedliche Bezahlung von Menschen ein Ausweis für unterschiedliche Intelligenz ist?
Sarrazin: Nein. Dann müsste ich ja dümmer sein als der durchschnittliche Bankvorstand, weil ich weniger verdiene. Ein Arbeitslohn ergibt sich aus dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage und aus historischen Bedingungen. Pförtner bekommen eben das, Redakteure mehr. Wenn irgendwann eine Zuzugssperre dazu führte, dass es weniger Putzfrauen gäbe, dann würden die 20 Euro und mehr pro Stunde verdienen.
Welt am Sonntag: Beschäftigen Sie eine türkische Putzfrau?
Sarrazin: Wir haben eine tüchtige polnische Putzfrau, die eine kleine Firma hat und ihre Arbeit mit Umsatzsteuer in Rechnung stellt.
Welt am Sonntag: Viele Ihrer Genossen aus der SPD bitten Sie inständig, aus der Partei auszutreten.
Sarrazin: Ich äußere mich nicht zu Kommentaren von Leuten, die mein Buch erkennbar nicht gelesen haben. Das gilt auch für Sigmar Gabriel.
Welt am Sonntag: Aber Sie können uns doch sagen, warum Sie in der SPD bleiben werden?
Sarrazin: Im Bildungsteil meines Buches vertrete ich ein rigides Programm, das bürgerliche Wähler bestimmt für den endgültigen Tod der Familie halten. Aber keiner kann sagen, dass das nicht sozialdemokratisch wäre. Das gleiche gilt für die Armutsbekämpfung. Da entwerfe ich doch genau ein Szenario, das den Arbeitslosen den Einstieg in die Arbeitswelt und sozialen Aufstieg ermöglichen soll. Das ist sehr sozialdemokratisch. Und Sie werden nirgendwo die Forderung finden, irgendjemanden, der schon hier ist, abzuschieben, wie das andere Parteien gelegentlich tun. Im Gegenteil. Ich will alle fördern.
http://www.welt.de/politik/deutschland/article9255898/Moegen-Sie-keine-Tuerken-Herr-Sarrazin.html
RSS Milli Görüs
30.08.2010, 08:20
Thilo Sarrazins (SPD) erneute Provokationen und Hetze sorgen für Empörung. Am Wochenende verbreitete er diesmal Ansichten zum Erbgut von Juden und Basken. So sagte er im Sonntagsgespräch mit der Berliner Morgenpost: „Alle Juden teilen ein bestimmtes Gen, Basken haben bestimmte Gene, die sie von anderen unterscheiden.“ Die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warf Sarrazin vor, die Gesellschaft zu spalten.http://feeds.feedburner.com/~r/IGMG/~4/zZ8crB2VTzo
Weiterlesen... (http://feedproxy.google.com/~r/IGMG/~3/zZ8crB2VTzo/sarrazin-spaltet-die-gesellschaft.html)
RSS PI-News
30.08.2010, 08:40
Bundeskanzlerin Merkel betreibt getreu ihrem sozialistischen Ziehvater Erich weiter munter eine Hetzjagd auf Thilo Sarrazin. Froh, dass die öffentliche Aufmerksamkeit sich endlich einmal nicht auf ihre versagende Koalition richtet, fordert sie von der Bundesbank Konsequenzen. Auf deutsch: Sarrazin soll rausfliegen! Nach dem sozialistischen Motto “bestrafe einen, erziehe hundert”, sagte die wichtige Frau, sicher ohne dass [...]
Weiterlesen... (http://anonym.to/?http://www.pi-news.net/2010/08/hexenjagd-der-kanzlerin-geht-weiter/)
Cherusker
30.08.2010, 08:44
IM Erika kann eben ihre DDR-Mentalität nicht verleugnen.
Toranaga
30.08.2010, 09:12
Sie wendet doch nur Schaden ab ..............:confuse:
RSS Fakten_Fiktionen
30.08.2010, 09:30
In der heutigen FAZ steht ein Interview mit Sarrazin! Außerdem ist in der FAZ ein Artikel von Necla Kelek, der bisher nicht online ist. Könnte jemand diesen Artikel hier reinkopieren? Danke! Ein weiteres Sarrazin-Interview ist im FOCUS da!
Weiterlesen... (http://fact-fiction.net/?p=4903)
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