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Vater
27.04.2010, 09:03
Was sollte denn dabei herauskommen, wenn

Dummheit gegen Verkommenheit antritt?

Es ist sogar egal, wer welches Attribut bekommt, so erbärmlich sieht es kurz vor der Wahl auswut-wut



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Kraft gegen Rüttgers

Duell ohne Feuer

Nicht fesselnd, aber aufschlussreich: Beide Spitzenkandidaten offenbaren im einzigen nordrhein-westfälischen TV-Duell ihre Schwächen. Von Michael Schlieben
© Federico Gambarini/dpa
http://images.zeit.de/politik/deutschland/2010-04/tv-duell/tv-duell-540x304.jpgMinisterpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) und seine Herausforderin Hannelore Kraft (SPD) kämpfen um die Macht in Nordrhein-Westfalen

Das TV-Duell ist schon fast vorbei, als in der Kölner Vulkanhalle für einen kurzen Moment doch noch einmal richtig Stimmung aufkommt. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers wettert gegen die "Extremisten". Er meint damit die Linkspartei, mit der seine sozialdemokratische Herausfordererin Hannelore Kraft nach der Landtagswahl angeblich paktieren will.
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Kraft seufzt. Und sagt zum x-ten Mal ihr Standardsätzlein. Dass die Linke nicht "regierungs- und koalitionsfähig" sei. Die Schlussfolgerung, dass sie daher nicht als Koalitionspartner für sie infrage komme, zieht sie aber auch diesmal nicht explizit.
Rüttgers macht das fuchsig: "Frau Kraft, wer soll Ihnen Ihre Aussagen glauben?" Sie kontert: "So reden Sie die Linke in den Landtag." Rüttgers empört: Er habe ihr angeboten, gemeinsam "gegen die Linken zu kämpfen". Sie habe sich verweigert. Deshalb sei sie Schuld an einem möglichen Landtagseinzug. Beide zeigen sich die Zähne. Vorwurf gegen Vorwurf.
Ansonsten verläuft das TV-Duell mäßig aufregend. In den 60 Minuten zeigt sich stattdessen exemplarisch, warum der einzige Wahlkampf in diesem Jahr, der ja beileibe kein unwichtiger ist, bisher nicht sonderlich elektrisiert. Es liegt auch an den Protagonisten. Anders als einst das Duell Koch gegen Ypsilanti in Hessen, das ebenfalls bis zum Ende offen war, bietet der Zweikampf Rüttgers gegen Kraft weniger Potenzial für eine totale Polarisierung.
Rüttgers wie Kraft sind bedächtiger und höflicher zueinander. Sie lassen sich meist ausreden, verdrehen nicht die Augen. Die Auseinandersetzung ist nicht giftig. Als Rüttgers Kraft vorwirft, "immer mit falschen Zahlen" zu argumentieren, ist das fast der schärfste Vorwurf, der an diesem Abend erhoben wird (sieht man von dem kurzen Extremismus-Epilog ab).
Hannelore Kraft, auf der linken Seite, im roten Kostüm, nimmt es tatsächlich nicht immer genau mit den Zahlen. Auch der Moderator meldet einmal Zweifel an, ob es tatsächlich nur "614" Schüler gewesen seien, die im letzten Jahr unter Rüttgers den Sprung von der Realschule aufs Gymnasium geschafft hätten. Oder nicht ein paar tausend mehr?
Aber Kraft lässt derlei an sich abtropfen. Selbstbewusst tritt sie auf, in ihrem ersten Wahlkampf als Spitzenkandidatin. Erst recht, seit die SPD in den Umfragen gestiegen ist und sie selbst bei den persönlichen Sympathiewerten Rüttgers fast eingeholt hat. Fast ein bisschen schnodderig kanzelt sie Rüttgers' Nachfragen und Vorwürfe ab, um ihm danach wieder charmant lächelnd zuzuhören. Gleichwohl ist Kraft keine fesselnde Erzählerin. Manchmal driftet sie noch in den sperrigen Politik-Slang ab, den sie sich im Wahlkampf eigentlich abgewöhnen wollte. Dann spricht sie im flotten Tempo von "Revisionsklauseln" und "Inobhutnahmen".
Auf der rechten Seite, im schwarzen Anzug: Jürgen Rüttgers. Er kämpft derzeit verzweifelt gegen den bundespolitischen Trend, der Schwarz-Gelb seit dem Machtwechsel in Berlin nicht mehr gewogen ist. Rüttgers ist gut vorbereitet auf dieses Duell. Mit Daten und konkreten Beispielen präpariert, arbeitet er sich fast mehr an Krafts Programm ab als umgekehrt. Ihre Ausführungen belauert er argwöhnisch.
Zeitweilig kommt es so zum Rollenwechsel: Der Regierungschef attackiert die Oppositionsführerin. Dabei wirkt er allerdings manchmal etwas nervös, wie jemand, der sich auf eine wichtige Prüfung vorbereitet hat und sie nun nicht vergeigen will. Manches klingt reichlich auswendig gelernt, etwa sein Abschluss-Statement, als er in Hörbuch-Stimme NRW als "starkes", "stabiles" und "wunderschönes" Land preist.
Seite 1 / 2 Vorwärts (http://www.zeit.de/politik/deutschland/2010-04/tv-duell-nrw-kraft-ruettgers?page=2)
http://www.zeit.de/politik/deutschland/2010-04/tv-duell-nrw-kraft-ruettgers

Scharnhorst
27.04.2010, 09:40
Wenn Not gegen Elend antritt,kommt halt höchst selten ein Spitzenspiel heraus.
Ich glaube kaum,daß jemand sich viel von diesem "Duell" versprochen hat.Für mich persönlich sind solche Quatschereien eh nur Verschwendung von GEZ-Zwangseinnahmen.Da alle maßgeblichen Parteien in Deutschland heute die selbe Politik verfolgen,könne sie sich auch schwerlich vor der Wahl bekämpfen;oder wer verprügelt schon die **** oder den Freier,mit welcher/welchem er sich nach der Wahl ins Koalitionslotterbett begibt?