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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : PI hat Mitschuld am Ergebnis der Volkabstimmung



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01.12.2009, 16:20
Und diese Mitschuld sehe ich durchaus positiv. Ich stieß 2006 auf PI, als der Karikaturenstreit tobte. Da hatte ich auf einem englischen Blog meine ersten Erfahrungen gesammelt mit der Denke der fundamentalistischen Muslime, und hatte mit Erstaunen feststellen müssen, dass es tatsächlich Welteroberungsvorstellungen gibt. Zwar gaben die das nur widerstrebend zu, aber am Ende kam [...]

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PI hat Mitschuld am Ergebnis der Volkabstimmung (http://www.pi-news.net/2009/12/pi-hat-mitschuld-am-ergebnis-der-volkabstimmung/)


http://www.pi-news.net/images/pi_header_neu.jpg (http://www.pi-news.net/2009/12/pi-hat-mitschuld-am-ergebnis-der-volkabstimmung/)Und diese Mitschuld sehe ich durchaus positiv. Ich stieß 2006 auf PI, als der Karikaturenstreit tobte. Da hatte ich auf einem englischen Blog meine ersten Erfahrungen gesammelt mit der Denke der fundamentalistischen Muslime, und hatte mit Erstaunen feststellen müssen, dass es tatsächlich Welteroberungsvorstellungen gibt. Zwar gaben die das nur widerstrebend zu, aber am Ende kam doch immer wieder heraus, dass sie die Scharia für die Welt anstrebten.
Heftigster Kritiker und witzigster Teilnehmer in den Diskussionen war übrigens ein Saudi, der jeden faulen Gedankengang der Fundis aufdeckte. Da lernte ich, wie ein Fundi denkt, und wie ein Aufgeklärter denkt.
Ich kam also zu PI und da gingen die Diskussionen auch hoch. Immer wieder Gutmenschen, die sich die Finger wund schrieben für den lieben Islam, immer wieder rechtsextreme Sprüche, die dann sofort bei Nirgendseier (oder wie der hieß) auftauchten und von CA als Fake enttarnt wurden, immer wieder Bereicherer mit kreativer Rechtschreibung und dem Argument, dass sie einem den Islam schon erklären könnten, wenn man sie mal treffen wolle.
PI war da schon ein Forum zum Informationsaustausch, und es war da schon so, dass man zu kommentieren begann als Liberaler, der sich für Freiheit, Menschenrechte und Demokratie einsetzt, und von den Gutmenschen schnell zum Rechten umdefiniert wurde, der noch im Schlaf die rechte Hand hochreisst und Kipferl nur in Form von Hakenkreuzen isst. Daran gewöhnte man sich, und der Kommentator namens Anti-Musel, der kaltschnäuzig jedem Analphabeten übers Maul fuhr, kam einem mit der Zeit gar nicht mehr so abstrus vor, eher abgeklärt. Wirkliche Nazis wurden vertrieben, trottelige Gutmenschen leider auch, ich habe die immer erheiternd gefunden. Als Rache haben dann die verschupften Gutmenschen in anderen, konformen Foren und Blogs über PI und die braune Soße hergezogen – was sich als unfreiwillige PR für PI entpuppte.
Und immer diskutierte eine ganz hübsche Menge Schweizer mit. Es gab zwar auch eine Weile ein Forum der SVP in der Schweiz, da konnte ebenfalls heftig diskutiert werden, aber da kam dann irgendwann der Racheengel der Zensur, in Form eines Anwaltes, der alles macht für Geld, und so verschwand jenes Forum. Nicht etwa, weil der Anwalt mit seinen Geldgebern recht bekommen hätte, nein, alleine durch die Menge der erfolglosen Anzeigen.
Aber PI blieb. PI blieb auch, als es gefährlicher wurde eine Meinung zu haben, und PI war so gescheit, sich auf dem Netz abzusichern, so dass die Anwälte ins Leere liefen.
So ging die Diskussion weiter. Die Informationszentrale blieb bestehen. Man wurde auf andere Blogs hingewiesen, man konnte selber auf eigene Artikel hinweisen, so man schrieb, und es gab eine Alternative zu den MSM, wie sie hier heißen, den üblichen Medien. Es gab Meinungen, Buchhinweise, Artikel und Hinweise auf Artikel, Argumente. Frech, klar, manchmal übers Ziel hinaus oder grimmig, aber das gehört dazu. Natürlich galt PI immer als die Reinkarnation einer Sturmtruppe, und die guten Journalisten und Politiker konnten sich gegenseitig auf die Schultern klopfen, weil sie PI ignorierten.
Und darum haben unsere Politiker und unsere Journalisten verpasst, was tatsächlich abging. Was das Volk tatsächlich denkt. Wie auch die Schweizer denken.
PI hat im Vorfeld der Abstimmung regelmäßig Artikel geschaltet, es wurde diskutiert, Information ausgetauscht, Argumente formuliert, und an den üblichen Medien vorbei gedacht.
Und am 29.11.2009 um 13 Uhr, bei der ersten Hochrechnung, hat den braven Journalisten und Politikern der Atem gestockt: Das Volk hatte mehr Information gehabt, als man zu ihm heruntertröpfeln ließ, und es schätzte den Islam nicht als kuschelige Spiritualität ein, sondern als machtbewusste Polit-Ideologie.
Der Bürger war informations-mündig geworden, unabhängig von gutmenschlichen Redaktoren, die Plakatverbote gutheißssen und Steinigungen verniedlichen.
Aber sie haben sich schnell wieder gefangen. Das Volk hat, wenn es nach NZZ, Tagesanzeiger und anderen geht, falsch entschieden, natürlich aus diffuser Angst heraus, wie es das niedere emotionsgetriebene Volk halt so an sich hat.
Doch das ist uns herzlich egal. Wir haben uns ein eigenes Bild gemacht, dank dem Austausch über Internet.
PI kann sich da durchaus mitverantwortlich fühlen. Man wird euch dafür hassen. Aber das ist ja nicht neu.
Auch PI hat eine gewisse Mitschuld am Ergebnis der Volkabstimmung. Und diese Mitschuld sehe ich durchaus positiv.

Toranaga
01.12.2009, 16:55
Wir alle freuen und mit den Schweizern.

Aber das Ding haben die Schweizer selbst gestemmt.

Tatsache bleibt: Die Schweizer disskutieren in deutschen Foren/BLOGs gerne, den sie haben ein paar verdammt blöde Rassismusgesetze. :teufel: