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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Türkei erklärt Israel den kalten Krieg



Europela
25.10.2009, 09:04
25. Oktober 2009
Schwere Krise in den Beziehungen beider Staaten

Nie waren die Beziehungen zwischen Israel und der Türkei so schlecht wie heute. Der jüdische Staat droht seinen einzigen echten Partner in der muslimischen Welt zu verlieren.

Silke Mertins, Jerusalem

Der israelische Innenminister Eli Yishai ringt noch mit sich: Soll er die Einladung zur türkischen Unabhängigkeitsfeier am kommenden Donnerstag boykottieren oder lieber eine bissige Rede halten? Lust auf das geplante Fest in der Residenz des Botschafters im Villenviertel Kfar Shmaryahu bei Tel Aviv hat er ebenso wenig wie die übrigen Minister oder Präsident Shimon Peres. Doch mit einer Absage, so fürchtet man in Jerusalem, könnte sich die schwere Krise in den Beziehungen zu Israels einzigem muslimischem Verbündeten weiter vertiefen.

Wie ein Schock wirkte die Nachricht, dass Ankara die israelische Armee Mitte Oktober von einem seit langem geplanten jährlichen Nato-Manöver ausschloss. Man wisse ja nicht, hiess es plötzlich in der Türkei, ob die an den Übungen beteiligten israelischen Kampfjets nicht auch Angriffe im Gazastreifen geflogen hätten. Nur wenige Tage später hat der türkische Staatssender TRT1 mit der Ausstrahlung der TV-Serie «Ayrilik» – Trennung – begonnen. In dem mehrteiligen Drama gibt es Szenen wie diese: Ein Mädchen flieht in eine Gasse. Vor einer Wand bleibt sie stehen. Ein israelischer Soldat kommt auf sie zu. Sie lächelt ihn vorsichtig an. Er hebt kaltblütig sein Gewehr, zielt und erschiesst das Kind.

Das Aussenministerium in Jerusalem bestellte umgehend den türkischen Botschafter ein. «Diese Serie auszustrahlen, ist ein ernster Fall von staatlich geförderter Hetze», polterte Aussenminister Avigdor Lieberman.
Die Türkei, so die Befürchtung, hat Israel den kalten Krieg erklärt. Denn der jüngste Vorfall ist nur einer in einer ganzen Serie kleinerer und grösserer Krisen. Die Regierung wende sich an «ihr religiöses Publikum und will durch die Verleumdung Israels Popularität gewinnen», hiess es am israelischen Fernsehen. Die Abkühlung begann bereits beim Amtsantritt des moderat-islamistischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan 2003. Weiter abwärts ging es mit der Kritik Erdogans am Gaza-Krieg. «Staatsterrorismus» warf er den Israeli vor. Für Israel sind die Beziehungen zur Türkei so wichtig, dass man lange stillhielt. Von offizieller Seite liess lediglich Avi Mizrachi, Kommandant der Infanterie, seinem Ärger nach dem Gaza-Krieg freien Lauf. Die Türkei solle «zuerst in den Spiegel schauen», schimpfte er. Man brauche sich von einem Land, das die kurdische Minderheit unterdrücke, den Völkermord an den Armeniern leugne und Nordzypern besetze, nicht Moral predigen zu lassen.

Inzwischen wird in Israel offen diskutiert, ob das Bündnis Bestand haben wird. Die Türkei habe offenbar entschieden, «den Israeli eine Lektion zu erteilen», sagt Ephraim Inbar, Türkeiexperte des Begin-Sadat-Zentrums für Strategische Studien in Ramat Gan.
«Sie werden es bereuen», schreibt die israelische Tageszeitung «Haaretz». Die Türkei habe mehr zu verlieren als Israel. Denn die Spannungen belasten auch Ankaras Verhältnis zu den USA und Europa. Ausserdem wird im Verteidigungsministerium in Tel Aviv überlegt, ob man dem Land überhaupt weitere Waffensysteme verkaufen soll. Die türkische Regierung drohte darauf mit einer Vertragsstrafe von bis zu sechs Millionen Franken, sollte Israel zehn zugesagte unbemannte Flugzeuge nicht pünktlich liefern.

Ein Trost bleibt aber denen, die um den Erhalt des israelisch-türkischen Bündnisses kämpfen: Nicht nur viele türkische Kommentatoren kritisieren die Haltung Erdogans. Auch der Mehrheit der Türken gefällt die Polarisierung nicht. Das blutrünstige Fernseh-Drama «Ayrilik» hat denkbar schlechte Einschaltquoten.

http://www.nzz.ch/nachrichten/international/tuerkei_erklaert_israel_den_kalten_krieg_1.3919254 .html

anonym-20
25.10.2009, 09:09
Erdogan uns seine Mitstreiter ziehen nur ihren Plan er Re-Islamisierung durch.

Ein Bündniss mit Israel steht da im Wege. Der Außenminister Davotuglo hat ja in seiner Antrittsrede auch die Wiedererrichtung des Osmanischen Reiches angekündigt.

Bluesman
25.10.2009, 11:01
Was .außer Hass-Parolen haben die Türken zu bieten?

David
25.10.2009, 14:04
Was .außer Hass-Parolen haben die Türken zu bieten?http://www.die-gruene-pest.com/picture.php?albumid=28&pictureid=495
Mehr als Terror und Forderungen konnten Europäer bisher nicht erkennen. Israel wird da keine anderen Erfahrungen gemacht haben. Jetzt wo der Türkenkalif Eerdogan heisst, wird sich das noch verschlechtern.

SPH
25.10.2009, 14:10
Erdogan uns seine Mitstreiter ziehen nur ihren Plan er Re-Islamisierung durch.

Ein Bündniss mit Israel steht da im Wege. Der Außenminister Davotuglo hat ja in seiner Antrittsrede auch die Wiedererrichtung des Osmanischen Reiches angekündigt.

Die sidn doch voll bekloppt geworden de letzten Jahre!

gonzoo
25.10.2009, 16:09
Gut zu wissen, dass Israel Atomwaffen hat. :nicken

Toranaga
25.10.2009, 17:41
Die Türkei strebt wieder nach Ausdehnung - Grossmachtinteressen.

Anonym-01
25.10.2009, 17:57
vor 2 Tagen war ein Artikel in der IKG - http://www.ikg-wien.at/IKG/Members/admin/1236597267864/1256286549753?portal_skin=News&id=1256286549753 über ein Treffen" Israels/Iran...

ryder hook
25.10.2009, 18:18
Die sidn doch voll bekloppt geworden de letzten Jahre!

Erdogan bringt sein Land ins Elend und wenn bei uns nur halbwegs fähige Politiker am Ruder sind, dann werden sie die Türen Europas dicht machen und aus sicherer Entfernung mitansehen wie der ganze nahe Osten und die arabische Welt schon in ein paar Jahrzehnten im Chaos enden !!!
Eigendlich wird es Israel kaum möglich sein sich diesen Abgrund zu entziehen.